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Die antijüdischen Hep-Hep Krawalle, Würzburg 1819

Title: Die antijüdischen Hep-Hep Krawalle, Würzburg 1819

Term Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Udo Sassner (Author)

History - Miscellaneous
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1. Einleitung

„Anderseits entziehen sich gerade auch diejenigen Wissenschaftler dem inneren Beruf der Wissenschaft, die monoton die Werturteilsfreiheit als methodisches Gebot einklagen, ohne zu ahnen, dass daraus das Gebot zur Selbstbestimmung auf die letzten eigenen Werte folgt.“ Meiner Meinung nach geht es nicht nur Wissenschaftlern, sondern allen Menschen so. Dieses fehlende Nachdenken über eigene Werte verursacht eine Anfälligkeit zur Unterdrückung von Andersdenkenden und vermeintlich schwächeren Mitmenschen, was in Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit münden kann. Die entstehenden Vorurteile gegenüber andersdenkenden, in diesem Fall Juden, sind vielfältig und meist ineinander verschachtelt. Für mich stellen Vorurteile eine bequeme Art sich die Welt zu erklären dar. Als einzelner ist es sehr schwer ein Vorurteil, gegen den Willen einer Gruppe oder Institution, zu ändern, deshalb spielen Vorurteile eine nicht unwesentliche Rolle im Handeln von Menschen.

Mit dieser Arbeit möchte ich die Themen Antisemitismus und Judenfeindlichkeit am Beispiel der Hep-Hep Krawalle im Würzburg des Jahres 1819 behandeln.
Zuerst werde ich einen Überblick der Geschehnisse des 2.10. 1819 und der darauffolgenden Tage geben.
Nachdem ich als zweiten Punkt die Situation (Politik und Vorurteile gegenüber Juden) dieser Zeit dargelegt habe, handelt der dritte Abschnitt des Hauptteils von verschiedenen Vorurteilen gegenüber Juden und ihren möglichen Beweggründen.

Ich werde mich in meiner Arbeit bloß auf Würzburg beschränken, da allein die Schilderung der Geschehnisse der darauffolgenden Krawalle in Frankfurt am Main, Darmstadt und Heidelberg diese Hausarbeit zu einer bloßen Aufzählung positivistischer Daten werden ließe.
Mir ist trotzdem bewusst, dass die Krawalle in Würzburg ein überregionales flächendeckendes Echo mit ungefähr gleichem Verlauf fanden. Deshalb ist Würzburg eher als Anfangspunkt der Hep-Hep Krawalle zu sehen und nicht als singuläre Erscheinung.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Kurze Darstellung der historischen Interpretationen zum Begriff „Hepp/Hep/Heb/Hebe“

3. Hauptteil

3.1 Darstellung der Geschehnisse der Hep- Hep Krawalle in Würzburg 1819

3.2 Einbettung des Hep- Hep Krawalls in das politische und wirtschaftliche Zeitgeschehen

3.3 Versuch einer Auflistung der Vorurteile gegenüber Juden und Beweggründe dieser Vorurteile

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis:

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf der sogenannten Hep-Hep-Krawalle in Würzburg im Jahr 1819, um ein tieferes Verständnis für die Mechanismen von Antisemitismus und judenfeindlichen Vorurteilen im frühen 19. Jahrhundert zu entwickeln.

  • Historische Analyse der Hep-Hep-Krawalle in Würzburg (1819)
  • Deutung der etymologischen Herkunft des Begriffs "Hep-Hep"
  • Politischer und wirtschaftlicher Kontext im frühen 19. Jahrhundert
  • Klassifizierung und Ursachenforschung von judenfeindlichen Vorurteilen
  • Rolle von Gelehrten und Bildungseinrichtungen bei der Verbreitung von Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung der Geschehnisse der Hep- Hep Krawalle in Würzburg 1819

Die Erklärungen der Fachliteratur für dieses Ereignis beziehen sich einerseits auf die politischen, sozialen und ökonomischen Mißstände dieser Zeit, für die die Aggressionen gegen Juden als Ventil fungierten. Andererseits wird Bezug genommen auf das Ausbrechen der schon immer latenten Judenfeindlichkeit zur offenen Gewalt an Juden, weil die Christen die allmähliche Emanzipation der Juden als Bedrohung empfanden. „Vermutlich wirkten beide Faktoren zusammen, um die Krawalle ausbrechen und sie zu einer derartigen Heftigkeit gelangen zu lassen“.

Nach Tagen, in denen unter der Bevölkerung von Würzburg eine zunehmende Judenfeindlichkeit zu spüren war, versammelte sich eine Menschenmenge am Abend des 2.10 1918 in der Domgasse und ließ den Ruf „Hep-Hep“ ertönen. Die gewalttätige Menge lief durch die Stadt und beschimpfte anwesende Juden, jedoch ohne ihnen gegenüber physische Gewalt anzuwenden. Die örtliche Polizei konnte gegen diese Menschenmenge nichts ausrichten, so wurde das Militär gerufen. Dieses wurde erst am späteren Abend Herr der Lage. Obwohl die Regierung des Untermainkreises sofortige Gegenmaßnahmen zur Verhinderung erneuter Krawalle erließ, z.B. den Zapfenstreich für alle Gesellen und Lehrjungen der Innungen und Zünfte ab 22.00 Uhr, die Verstärkung der Streifen und Ordnungsaufruf an Akademiker und Gymnasiasten, kam es schon am Abend des nächsten Tages (3.10.) zu weiteren Tumulten. Dazu kam es, als ein Vertreter der Würzburger Universität im bayerischen Landtag (Professor Behr) aus München zurückerwartet wurde und ihm ein großer Empfang bereitet werden sollte. Die Menschenmenge wurde größer und gewalttätiger als den Tag zuvor und rief unter anderem „Schlagt die Juden tot!“. Als bekannt wurde, dass auch Soldaten der Würzburger Garnison unter dieser Menge waren, wurde der Zapfenstreich vorverlegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert die Relevanz der Untersuchung von Vorurteilen und Antisemitismus anhand der Würzburger Hep-Hep-Krawalle von 1819.

2. Kurze Darstellung der historischen Interpretationen zum Begriff „Hepp/Hep/Heb/Hebe“: Dieses Kapitel widmet sich der etymologischen Herleitung und den verschiedenen Deutungsversuchen des als Losungswort verwendeten Hetzrufs.

3. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Schilderung der Krawalle, die Einbettung in den zeitgenössischen Kontext sowie eine systematische Auflistung judenfeindlicher Vorurteile.

3.1 Darstellung der Geschehnisse der Hep- Hep Krawalle in Würzburg 1819: Hier erfolgt eine detaillierte Beschreibung des Ablaufs der Unruhen in Würzburg, einschließlich der polizeilichen und militärischen Reaktionen.

3.2 Einbettung des Hep- Hep Krawalls in das politische und wirtschaftliche Zeitgeschehen: Das Kapitel analysiert die sozioökonomische Lage, den Einfluss der napoleonischen Reformen und die wirtschaftliche Ausgrenzung der Juden zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

3.3 Versuch einer Auflistung der Vorurteile gegenüber Juden und Beweggründe dieser Vorurteile: Diese Sektion kategorisiert die historisch gewachsenen, religiös und ökonomisch motivierten antijüdischen Ressentiments und deren Verstetigung durch Gelehrte.

4. Schluss: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die Rolle von Fanatismus sowie die mangelnde Reflexion innerhalb der Gesellschaft und Wissenschaft.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Hep-Hep Krawalle, Würzburg 1819, Antisemitismus, Judenfeindlichkeit, Pogrom, Vorurteile, Emanzipation, Konkurrenzkapitalismus, Religionsgeschichte, Sozialgeschichte, 19. Jahrhundert, Geschichte, Ausschreitungen, Diskriminierung, Antisemitische Ressentiments.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit thematisiert die judenfeindlichen Unruhen, die sogenannten „Hep-Hep-Krawalle“, die sich 1819 in Würzburg ereigneten und sich von dort über weite Teile Deutschlands ausbreiteten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die historischen Ereignisse in Würzburg, die etymologischen Deutungen des Begriffs „Hep-Hep“, den wirtschaftlichen und politischen Kontext der Zeit sowie die Psychologie und Entstehung von antijüdischen Vorurteilen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Vorurteile gegen Juden strukturell entstanden und wie diese in einem Umfeld von ökonomischer Not und sozialer Unsicherheit als Ventil für Aggressionen dienten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer Quellen und Sekundärliteratur, um die Geschehnisse in den Kontext der deutsch-jüdischen Geschichte einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Ereignisse vom Oktober 1819 in Würzburg detailliert nachgezeichnet, gefolgt von einer Analyse der damaligen sozioökonomischen Situation und einer systematisierenden Aufarbeitung verbreiteter judenfeindlicher Mythen und Vorurteile.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Antisemitismus, Hep-Hep-Krawalle, Emanzipationsfeindlichkeit, Kapitalismus-Vorwurf und gesellschaftliche Diskriminierung beschreiben.

Warum wurde Würzburg als lokaler Schwerpunkt gewählt?

Würzburg fungierte als Ausgangspunkt der überregionalen Ausschreitungen; der Autor wählt diesen Fokus, um eine präzise Darstellung der Ereignisse zu gewährleisten, statt lediglich eine Aufzählung von Daten für verschiedene Städte zu liefern.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Gelehrten bei der Entstehung von Antisemitismus?

Der Autor übt scharfe Kritik an akademischen Kreisen und Hochschulen, die durch ihre Publikationen judenfeindliche Narrative pseudowissenschaftlich legitimierten und somit zur Stigmatisierung jüdischer Mitbürger beitrugen.

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Details

Title
Die antijüdischen Hep-Hep Krawalle, Würzburg 1819
College
University of Leipzig  (Simon Dubnoe Institut)
Course
Gewalt gegen Juden. Pogrome in der europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Grade
1.7
Author
Udo Sassner (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V82755
ISBN (eBook)
9783638898331
ISBN (Book)
9783640101672
Language
German
Tags
Hep-Hep Krawalle Würzburg Gewalt Juden Pogrome Geschichte Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Udo Sassner (Author), 2005, Die antijüdischen Hep-Hep Krawalle, Würzburg 1819, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82755
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