Shakespeare kannte Montaignes Berichte über Kannibalen. Motive der Anthropophagie sind nicht nur deshalb keine Seltenheit in seinem Werk, Coriolanus oder Hamlet z.B. wurden auf dieses Thema hin oft genug untersucht. Auch die Komödie Twelfth Night lässt sich so lesen - in diesem Fall mit Freud und Kristeva.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Essen schreiben
- Essen mit Sir Toby
- Malvolio essen
- Essen sprechen
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Rolle des Essens in Shakespeares Twelfth Night, indem sie den Umgang mit Essen in der Sprache des Stückes betrachtet. Es wird analysiert, wie Figuren über Essen sprechen, welche Metaphern sie verwenden und welche Bedeutung die orale Aggression im Kontext der Komödie einnimmt. Die Analyse befasst sich auch mit den psychoanalytischen Implikationen des Themas und setzt Erkenntnisse von Sigmund Freud in Bezug auf Kannibalismus und orale Entwicklung in Beziehung zu den Figuren und ihren Beziehungen zueinander.
- Die Darstellung von Essen und Trinken als wesentliche Elemente der Lebenswelt in Illyrien.
- Die Untersuchung von kannibalischen Phantasien in der Sprache der Figuren.
- Die Analyse der oralen Aggression als Ausdruck von Macht und Dominanz.
- Die Bedeutung des Mundes als Ort der Einverleibung und des sprachlichen Ausdrucks.
- Die Verbindung von Essen und Sexualität sowie die Bedeutung des Körpers in der Komödie.
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und führt in das Thema der oralen Aggression in Twelfth Night ein.
- Das Kapitel „Essen schreiben“ untersucht Freuds Theorie zur oralen Phase der Triebentwicklung und setzt diese in Bezug zu Kannibalismus und den Tabus der europäischen Gesellschaft.
- Das Kapitel „Essen mit Sir Toby“ beleuchtet die Figur von Sir Toby Belch und analysiert seine kannibalischen Phantasien im Kontext der Komödie. Es werden seine Anspielungen auf orale Übergriffe und sexuelle Anspielungen untersucht.
Schlüsselwörter
Shakespeare, Twelfth Night, Kannibalismus, Orale Aggression, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Sprache, Essen, Sexualität, Körper, Komödie, Sir Toby Belch.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt das Essen in Shakespeares "Twelfth Night"?
Essen und Trinken werden als Metaphern für Macht, Dominanz und sexuelles Begehren verwendet, oft verknüpft mit einer „Sprache der Gewalt“.
Was versteht man unter "oraler Aggression" in diesem Kontext?
Es beschreibt die sprachliche Einverleibung oder Zerstörung des Gegenübers durch Metaphern des Essens und Verschlingens, wie sie besonders bei Sir Toby Belch vorkommen.
Wie wird Psychoanalyse auf das Stück angewendet?
Die Arbeit nutzt Theorien von Freud zur oralen Phase der Triebentwicklung, um die kannibalischen Phantasien und Tabubrüche der Charaktere in Illyrien zu deuten.
Warum wird Malvolio im übertragenen Sinne "gegessen"?
Malvolio wird zum Opfer kollektiver Aggression; seine soziale Ausgrenzung wird sprachlich als Akt der Einverleibung und Vernichtung inszeniert.
Kannte Shakespeare Berichte über Kannibalismus?
Ja, es wird angenommen, dass Shakespeare Montaignes Berichte über Kannibalen kannte, was sich in verschiedenen Motiven seiner Werke widerspiegelt.
- Quote paper
- Peter Troll (Author), 2007, „...I‘ll eat the rest of th‘anatomy“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82778