Make-or-Buy-Entscheidung

Eigenfertigung oder Fremdbezug


Seminararbeit, 2005
14 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Make - or – Buy – Entscheidung
2.1 Make – Entscheidung
2.2 Buy – Entscheidung
2.3 Outsourcing als Teil einer Make – or – Buy – Entscheidung

3. Instrumente bei der Entscheidungsfindung
3.1 Kostenansatz
3.2 Qualitative Eigen – Fremd Betrachtungen
3.3 Der Transaktionskostenansatz
3.4. Das strategische Controlling von Make – or – Buy

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Anhang

1. Einleitung

In rezessiven Marktsituationen stellt sich für viele Unternehmen die Frage, wie eine dauerhafte Verbesserung der Unternehmenssituation erreicht werden kann. Verschiedene Ansätze werden hier verfolgt, deren Wirkung und Nachhaltigkeit unterschiedlich bewertet werden können. Eine dieser Ansatzpunkte ist die Make – or – Buy – Entscheidung.

Make – or – Buy bzw. Eigenfertigung oder Fremdbezug ist die Überlegung, ob einzelne Komponenten der Produktspektren im eigenen Unternehmen hergestellt werden (Eigenerstellung) oder ob es günstiger ist, diese Komponenten von Lieferanten zu kaufen (Fremdbezug).[1]

Während zur Beginn die Bereitstellung von Gütern im Mittelpunkt der Überlegungen stand, verstärkt sich in den letzten Jahren das Interesse nach Bereitstellung der Dienstleistungen. Unter dem Gesichtspunkt allgemeiner Unternehmensziele und der Wettbewerbsfähigkeit sind bei der Frage nach optimaler Allokation der Ressourcen deswegen nicht nur unternehmensinterne, sondern auch –externe Ressourcen einzuschließen. Hiermit stellt die strategische Entscheidung, wer sich auf welche ökonomischen Aufgaben spezialisiert und wie die Ressourcen zu koppeln sind, den Schlüssel des wirtschaftlichen Überlebens dar.

Diese Überlegungen zur Wettbewerbsfähigkeit führen also direkt zu der Problematik der Make – or – Buy – Entscheidung, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um Herstellung von materiellen Gütern oder um Dienstleistungsgüter handelt. Damit einhergehend ist selbstverständlich die Frage nach Kriterien der Make – Strategie auf der einen und Buy – Strategie auf der anderen Seite.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es die Frage zu erörtern, was für die Eigenerstellung oder Fremdbezug spricht, wobei in einem ersten Schritt die Begriffe erläutert und die strategischen Zusammenhänge aufgezeigt werden. Anschließend werden die traditionellen kostenrechnerische und managementorientierte Ansätze als Wege der Entscheidungsfindung dargestellt und deren Schwächen herausgestellt. Die Make – or – Buy – Problematik wird aus der Controllerperspektive aufgezeigt, die Chancen und Risiken werden verdeutlicht und vor allem wird der operative Charakter der MoB[2] – Frage hinterfragt und der strategischen Seite der Entscheidung größere Aufmerksamkeit gewidmet.

2. Grundlagen der Make – or – Buy – Entscheidung

2.1 Make – Entscheidung

Eigenfertigung wird aufgrund vereinfachter Koordination als vorteilhaft gesehen. Aufgrund langjähriger Erfahrungen können bei der Eigenfertigung besonders rationelle Fertigungsverfahren entwickelt werden. Risiken und Probleme der Lieferbereitschaft sowie Transportrisiken werden nicht berücksichtigt[3].

Vorwiegend sprechen folgende Argumente für die Eigenerstellung:

- Gefahr des Know – how – Verlustes
- Vorhandenes Know – how lässt sich zur Leistungserstellung nutzen
- Fremdbezug birgt die Abhängigkeit von anderen Unternehmen
- Schwierigkeiten bei der Erfassung der totalen Kosten
- Qualitätsprobleme werden ggf. vermieden
- Hierdurch lassen sich die strategischen Barrieren gegenüber den Konkurrenten aufbauen

Ein Nachteil der Eigenfertigung ist die zusätzlich notwendige Kapitalinvestition. Auch die erforderliche Personalkapazität kann zum Risiko werden.

2.2 Buy – Entscheidung

Viele Unternehmen neigen dazu ihre Eigenerstellungsfähigkeiten zu überschätzen.[4] Erfolgreiche Unternehmen zeichneten sich dagegen durch eine eher extravertierte Ressourcenbindung aus: standardisierte Vorprodukte wurden von Unternehmen häufiger fremdbezogen.

Die Bevorzugung des Fremdbezugs ergibt sich aus folgenden wirtschaftlichen Anlässen:

- Kostenvorteile des Fremdbezugs
- Bündelung von Ressourcen durch die Konzentration auf das Kerngeschäft
- Entlastung des Managements
- Zugriff auf zusätzliches Know – how
- Leistungsverbesserung
- Zugang zu der neusten Technologie
- Vermeidung der Abhängigkeit von den eigenen Mitarbeitern als Know – how – Träger

Der Fremdbezug kann allerdings auch mit gewissen Risiken verbunden sein. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil des Fremdbezugs ergibt sich auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen kann in dieser Hinsicht immer mehr in die Abhängigkeit des Know – hows des Lieferers geraten. Wenn nach Jahren des Fremdbezugs eine Eigenfertigung doch günstiger erscheint, wird es für den Betrieb schwierig, den Know – how – Verlust wieder aufzuholen[5].

Große Unternehmen gehen dazu über, einzelne Betriebe aufzukaufen bzw. sie durch Beteiligungen abhängig zu machen, um den Materialbezug langfristig zu sichern. In neuerer Zeit zeichnen sich strategischen Allianzen als Lösungsmöglichkeit ab. Strategisch bedeuten Allianzen die Teilung des Risikos, Teilung der Forschungs- und Entwicklungskosten und Ausnutzen des Know – hows von Spezialisten, wobei die Selbstständigkeit der Partner prinzipiell erhalten bleibt. Allianzen können vielfältig ausgeprägt sein, man unterscheidet unter anderen zwischen joint ventures, bei dem es sich um neugegründete Firmen mit dem jeweiligen Geschäftspartner handelt und joint development / manufacturing, bei der es um eine Teilung der Kosten und des Risikos geht[6].

2.3 Outsourcing als Teil einer Make – or – Buy – Entscheidung

Outsourcing ist eine spezielle Form vom Fremdbezug der bisher erbrachten Leistung, wobei die Dauer und der Gegenstand der Leistung vertraglich fixiert werden.[7] Mit der Übertragung der einzelnen Unternehmensprozesse findet nämlich ein Verantwortungsübergang statt, indem man mit dem MoB – Partner einen guten Vertrag abschließt. Outsourcingverträge laufen in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren. In den Verträgen wird zu erbringende Leistung mit entsprechender Qualität und Quantität vereinbart.

[...]


[1] entnommen aus: http://de.wikipedia/org/Eigenfertigung

[2] Make – or – Buy

[3] Vgl. Olaf Berlien („Controlling von Make – or – Buy“ 1993), S. 78

[4] Vgl. Picot („Ansatz“ 1991), S.341.

[5] Vgl. Wolfgang Männel („Eigenfertigung und Fremdezug“ 1981), S.60.

[6] Vgl. Olaf Berlien („Controlling von Make – or – Buy“ 1993), S.181f.

[7] entnommen aus: http://de.wikipedia/org/

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Make-or-Buy-Entscheidung
Untertitel
Eigenfertigung oder Fremdbezug
Hochschule
Hochschule Pforzheim
Veranstaltung
Controlling Seminar
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V82845
ISBN (eBook)
9783638894050
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Make-or-Buy-Entscheidung, Controlling, Seminar
Arbeit zitieren
Julia Damsen (Autor), 2005, Make-or-Buy-Entscheidung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82845

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