Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Schillers "Oden an Laura" im Schlaglicht des Petrarkismus

Title: Schillers "Oden an Laura" im Schlaglicht des Petrarkismus

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: MA Björn Fischer (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mit 23 Jahren stellte der junge Friedrich Schiller mit einigen Mitstreitern die „Anthologie auf das Jahr 1782“ zusammen. In dieses Werk nahm er unter anderem fünf Gedichte auf, die im Untertitel die Widmung „An Laura“ enthielten.
Die vorliegende Arbeit möchte sich mit diesen „Oden an Laura“ beschäftigen und es soll untersucht werden, ob überhaupt und wenn ja, inwieweit der Autor Bezug auf die Lyrik Francesco Petrarcas genommen hat, wie es die Nomination der Laura im Titel vermuten ließe.
Der Petrarkismus weist eine Vielzahl von Merkmalen auf, die in seiner fast 300jährigen Geschichte von vielen Nachahmern des italienischen Dichters weiterverarbeitet wurden und sich mit der Zeit zur normativen Vorgabe etablierten. Die Frage wird sein: Sind diese Charakteristika in den Oden Schillers zu finden oder nicht und kann man davon ausgehen, dass er sie im petrarkistischen Sinne einsetzte?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Schillers Jugendjahre

Die Anthologie auf das Jahr 1782

Die Merkmale petrarkistischer Lyrik

Untersuchung der Laura-Oden

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die „Oden an Laura“ von Friedrich Schiller auf ihre Bezüge zum Petrarkismus. Dabei wird analysiert, ob Schiller die typischen Merkmale petrarkistischer Lyrik bewusst einsetzt oder ob die Nennung der „Laura“ im Titel eine bloße formale Widmung darstellt, während die inhaltliche Auseinandersetzung eine andere Richtung nimmt.

  • Historische Einordnung von Schillers Jugendwerk
  • Charakterisierung der klassischen petrarkistischen Liebeslyrik
  • Analyse der Laura-Oden unter dem Aspekt der Liebeskonzeption
  • Gegenüberstellung von petrarkistischer Tradition und Schillers Idealismus
  • Untersuchung der Rolle der Frau und der Bedeutung von Natur und Geist

Auszug aus dem Buch

Die Merkmale petrarkistischer Lyrik

Im Zentrum des Petrarkismus als zweite große Lyrikströmung des Mittelalters, neben dem Minnesang, steht, ebenso wie bei Letzterem, die Liebe. Gewisse Ähnlichkeiten im Konzept lassen sich bei beiden Traditionen erkennen. Die Liebe wird als polar gewichtetes Empfinden verstanden und „als antinomisches Verhältnis angesehen und metaphorisch durch den Topos vom Liebeskrieg (Belagerung, Verwundung, Gefangenschaft) geschildert.“3

Oft durch die Schifffahrtsmetapher dargestellt, welche die ruh- und rastlose Fahrt der Liebe verkörpert, drückt sie andererseits das Ausgeliefertsein an Amor aus. Dieser wird von Petrarca noch als rächender Tyrann und streitsüchtiger Kriegsgott aber auch, individueller, als Antipode zum Liebenden gesehen, während seine Nachfolger Cupido oftmals als vergnügten Knaben beschreiben, der, kokett lächelnd und nackt, von Bäumen herab seine Pfeile verschießt. Immer wieder tritt das lyrische Ich bei Petrarca in Kontakt zu Amor, nimmt Bezug auf ihn als Anklagepunkt seiner Leiden, ja scheint sogar mit ihm persönlich zu sprechen. Die Klage der, durch den Liebesgott als Urheber und die angebetet Frau als Mittlerin erzeugten, Qualen findet sich zahlreich in Petrarcas Dichtung, bevorzugt natürlich in seinen an Laura gerichteten Sonetten.

Im Erscheinungsbild dieser Geliebten und ihrer Rückbindung auf den Liebenden „kommt gewöhnlich ein eklatanter Widerspruch zum Ausdruck zwischen göttlicher Schönheit (=Tugend, […]) und abgründiger Feindschaft. Sie führt einen ständigen Krieg gegen ihn, erfreut sich offenbar an den Qualen des Dichters und hasst ihn.“4

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehung der „Anthologie auf das Jahr 1782“ ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der petrarkistischen Einflüsse auf Schillers „Oden an Laura“.

Schillers Jugendjahre: Dieses Kapitel skizziert die biographischen Stationen Schillers, insbesondere seine Zeit an der Militärakademie, die seinen frühen dichterischen Drang maßgeblich prägte.

Die Anthologie auf das Jahr 1782: Der Abschnitt erläutert die Hintergründe der anonymen Veröffentlichung und die polemische Motivation Schillers, die als Reaktion auf Stäudlins Musenalmanach entstand.

Die Merkmale petrarkistischer Lyrik: Es werden die zentralen Motive und Stilfiguren des Petrarkismus, wie der Liebeskrieg und die Idealisierung der Frau, wissenschaftlich definiert.

Untersuchung der Laura-Oden: Die Untersuchung zeigt auf, dass Schiller zwar petrarkistische Einzelelemente verwendet, diese jedoch in einen neuen, idealistischen und philosophischen Kontext einbettet.

Fazit: Das Fazit stellt fest, dass es sich bei den Oden um einen Gegenentwurf zum Petrarkismus handelt, da nicht die geliebte Frau, sondern das „Allgefühl“ der Liebe und der Geist im Fokus stehen.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Laura-Oden, Petrarkismus, Francesco Petrarca, Anthologie auf das Jahr 1782, Liebeslyrik, Idealismus, Liebeskonzeption, Sturm und Drang, literarische Tradition, Metaphorik, philosophische Lyrik, Rezeptionsgeschichte, Literaturwissenschaft, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die „Oden an Laura“ von Friedrich Schiller auf ihre theoretische und formale Verbindung zur literarischen Tradition des Petrarkismus.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die frühschillersche Dichtung, das Konzept der petrarkistischen Liebe, das Verhältnis von Autor und literarischer Vorlage sowie die Transformation dieser Einflüsse durch Schillers Idealismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob Schiller durch die Widmungen „An Laura“ tatsächlich in der Tradition von Francesco Petrarca steht oder ob seine Gedichte eine eigenständige, vom Petrarkismus abweichende Philosophie der Liebe verfolgen.

Welche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor wendet eine literaturwissenschaftliche Analyse an, indem er Motive der petrarkistischen Lyrik (z. B. Liebeskrieg, Namenssymbolik) mit den Texten Schillers kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Gegenüberstellung von petrarkistischen Stilmitteln und Schillers pathetischem, philosophisch geprägtem Stil, insbesondere unter Berücksichtigung der Rolle der Frau und der Funktion des Auges.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Petrarkismus“, „Schillersche Jugendlyrik“, „Idealismus“, „Liebeskonzeption“ und „Intertextualität“ bestimmt.

Warum betont Schiller laut Autor den „Wirbel“ und den „Zauber“ in seinen Gedichten?

Der Autor argumentiert, dass Schiller damit ein philosophisches, kosmisch-allumfassendes Phänomen der Liebe beschreibt, das weit über die Zuneigung zu einer konkreten Frau hinausgeht.

Wie bewertet der Autor den Begriff „Holzhammerromantik“ im Kontext der Oden?

Der Autor erkennt diesen Begriff als zutreffend für den ungestümen Stil der Jugendjahre an, lehnt es aber ab, die Gedichte deswegen als minderwertig zu betrachten, da sie den jugendlichen Innovationsgeist Schillers widerspiegeln.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Schillers "Oden an Laura" im Schlaglicht des Petrarkismus
College
University of Leipzig  (Institut für Klassische Philologie und Komparatistik)
Course
Petrarca und der europäische Petrarkismus
Grade
1,7
Author
MA Björn Fischer (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V82855
ISBN (eBook)
9783638889568
ISBN (Book)
9783638889674
Language
German
Tags
Schillers Oden Laura Schlaglicht Petrarkismus Petrarca Petrarkismus Schiller Friedrich Schiller Friedrich Francesco Francesco Petrarca Ode Frühwerk Jugend Idealisierung Liebe Liebeslyrik Abhängigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Björn Fischer (Author), 2005, Schillers "Oden an Laura" im Schlaglicht des Petrarkismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82855
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint