Ein kurzer Einblick in das Leben der Quäker in der neueren Zeit soll dazu beitragen, einen Überblick über die heutige Gesellschaft der Freunde zu bekommen, um zu sehen, was übriggeblieben ist von vor über 350 Jahren und wie es sich weiterentwickelt hat.
Einer geschichtlichen Betrachtung wird auch bei den meisten anderen Punkten große
Bedeutung zugemessen, so etwa bei der Untersuchung der allgemeinen Ethik, bei der
Betrachtung der quäkerischen Grundsätze der Arbeitsethik, bei der Darstellung der Quäker – Arbeit sowie auch bei Aufgaben und Zielen der Erziehung und der Beleuchtung der Quäkerschulen. Wie schon erwähnt, sollen auch wesentliche Grundlagen der Arbeits - und Erziehungsethik untersucht werden, zum einen die allgemeine Ethik und daneben die Quäkerlehre und das quäkerische Menschenbild. Da Arbeits – und Erziehungsethik zwei Teilgebiete im großen Bereich der Ethik und daher nur existent unter der Wirkung der allgemeinen Ethik sind, besteht ein Nutzen darin, diese vor der Betrachtung der Teildisziplinen Arbeit – und Erziehungsethik zuerst einmal zu untersuchen. Bei der Arbeitsethik finden zuerst deren Grundsätze Beachtung. Wichtige Frage dabei ist,
als was die Quäker ihre Arbeit ansehen. Danach wird geschaut, wie die Grundsätze in der Praxis aussehen und verwendet werden. Die beiden Hauptarbeitsfelder der Quäker in der Wirtschaft und im sozialen Dienst werden dabei beleuchtet.Zahlreiche in der vorliegenden Arbeit verwendeten Bücher und Schriften stammen von
Quäkern, nicht nur von George Fox, auch von Rufus M. Jones, dem geistigen Führer des
Quäkertums in Amerika Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, von Harold
Loukes, Heinrich Otto, William Graham und verschiedenen anderen. Besonders oft finden
Beiträge aus der Reihe der Cary – Vorlesungen Einzug in diese Arbeit. Namensgeber jener
Vorlesungen, ist der Quäker Richard L. Cary, welcher sich für die Kinderspeisung in
Deutschland nach dem ersten Weltkrieg einsetzte, als Journalist bestrebt war mittels
Berichten über andere Länder, eine Annäherung der Völker zu schaffen und ab 1930 in
Berlin in verschiedenen Ämtern tätig war.
Es gibt eine Vielzahl von Quäkerschriften und Beiträgen, die, um den Rahmen der Arbeit
nicht ganz zu sprengen, keine Verarbeitung gefunden haben. Die Arbeit erhebt somit
keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, bietet aber dennoch hoffentlich einen guten
Überblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ursprung und Geschichte der Quäker
2.1 George Fox und die Wurzeln des Quäkertums
2.2 Die Ausbreitung des Quäkertums
2.3 Aus dem Leben der heutigen Quäker
3. Wesentliche Grundlagen der Arbeits - und Erziehungsethik der Quäker
3.1 Die allgemeine Ethik der Quäker in ihrer Entwicklung
3.2 Die Lehre des Quäkertums
3.3 Das Menschenbild der Quäker
4. Glaube, der zur Tat führt
4.1 Grundsätze der Arbeitsethik
4.2 Die Arbeit der Quäker
4.2.1 Wirtschaft
4.2.2 Der soziale Dienst
5. Erziehungen im Sinne des Quäkertums
5.1 Aufgaben und Ziele der Erziehung
5.2 Religiöse Erziehung
5.3 Quäkerschulen
6. Abschlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Arbeits- und Erziehungsethik der Quäker im Rahmen eines erkundenden Quellenstudiums zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die spezifisch quäkerischen religiösen Grundüberzeugungen, insbesondere das Konzept des "Inneren Lichtes", auf das praktische Handeln in den Bereichen Beruf und Pädagogik auswirken.
- Historische Entwicklung des Quäkertums und Bedeutung von George Fox
- Theologische Grundlagen der Ethik (Innere Licht, Menschenbild)
- Verbindung von religiösem Glauben und praktischem Arbeitsethos
- Soziales Engagement und Wirtschaftsverständnis der Quäker
- Erziehungsziele, religiöse Unterweisung und das Quäkerschulwesen
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Menschenbild der Quäker
Dem Menschenbild der Quäker liegt George Fox Erkenntnis zugrunde, dass in jedem Menschen das Innere Licht, etwas Göttliches, von Gottgegebenes vorherrscht. Ein göttlicher Samen, den Gott den Menschen durch seine Liebe gegeben hat und wodurch die Menschen seine Liebe erkennen und leben können. Die Liebe ist eine Quelle, von Gott in jedem Menschen angelegt, die der Mensch stets durch Hingabe und Mühe neu finden muss. Sie verleiht dem, was der Mensch tut erst Leben. Um sie zu finden, muss der Mensch bewusst den Weg in sein Innerstes gehen. Durch diese Gabe Gottes an alle Menschen sind sie alle miteinander verbunden. Alle menschlichen Wesen sind geliebte Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern, sie gehören alle zu einer großen menschlichen Familie, wobei es egal ist aus welchem Kontext sie stammen und welchen Glauben sie haben und damit sind alle Menschen, egal welchen Alters, Geschlechtes, Status, welcher Rasse, Nationalität und Ausbildung gleichwertig, denn sie stehen alle ebenbürtig in der Liebe Gottes und haben das gleichwertige Potential, Offenbarungen der göttlichen Wahrheit zu erkennen. Folgend daraus gebührt auch jedem Menschen die gleiche Hochachtung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arbeits- und Erziehungsethik der Quäker ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Herangehensweise.
2. Ursprung und Geschichte der Quäker: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der Religiösen Gesellschaft der Freunde um George Fox nach und beschreibt die Ausbreitung sowie das Leben der heutigen Quäker.
3. Wesentliche Grundlagen der Arbeits - und Erziehungsethik der Quäker: Es werden die ethischen Fundamente, die Quäkerlehre und das zugrundeliegende Menschenbild detailliert dargelegt.
4. Glaube, der zur Tat führt: Dieser Abschnitt behandelt die praktische Umsetzung des Glaubens in der Arbeitsethik, wirtschaftlichen Aktivitäten und dem sozialen Dienst.
5. Erziehungen im Sinne des Quäkertums: Das Kapitel widmet sich den erzieherischen Idealen, der religiösen Unterweisung von Kindern und der historischen Entwicklung sowie Bedeutung der Quäkerschulen.
6. Abschlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über das Quäkertum, seine Einordnung als religiöse Gemeinschaft und die Beständigkeit seiner ethischen Grundsätze in einer sich wandelnden Welt.
Schlüsselwörter
Quäker, Religiöse Gesellschaft der Freunde, George Fox, Inneres Licht, Arbeitsethik, Erziehungsethik, soziales Zeugnis, Friedenszeugnis, Quäkerschulen, Spiritualismus, Laienchristentum, Nächstenliebe, Verantwortungsethik, religiöse Gemeinschaft, Menschenbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Arbeits- und Erziehungsethik der Quäker durch ein erkundendes Quellenstudium und beleuchtet die Zusammenhänge zwischen ihrer religiösen Überzeugung und ihrem praktischen Handeln.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Geschichte und Lehre der Quäker, die Grundsätze ihrer Arbeitsethik, ihr soziales Engagement sowie ihre spezifischen Ansätze in der Erziehung und Bildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie religiöse Wurzeln, wie das Innere Licht, das Leben der Quäker in den Bereichen Beruf und Erziehung beeinflussen und prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um ein erkundendes Quellenstudium, das auf der Auswertung relevanter Schriften von Quäkern und wissenschaftlichen Sekundärquellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ethischen Grundlagen, die praktische Arbeitsethik in Wirtschaft und sozialem Dienst sowie eine umfassende Analyse der Erziehungskonzeptionen und Quäkerschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Quäker, Inneres Licht, Arbeitsethik, soziales Zeugnis, Erziehung und religiöse Gemeinschaft charakterisiert.
Wie stehen die Quäker zur klassischen christlichen Dogmatik?
Die Quäker lehnen dogmatische Festlegungen und traditionelle Sakramente weitgehend ab, da sie das göttliche Licht im unmittelbaren, persönlichen Erleben des Einzelnen suchen.
Warum ist das "Innere Licht" so zentral für das quäkerische Menschenbild?
Weil es die Überzeugung begründet, dass jeder Mensch gleichwertig ist, da jeder Anteil an einem göttlichen Funken hat, was wiederum die Basis für das soziale und friedensorientierte Handeln der Quäker bildet.
Wie begründet sich der soziale Dienst der Quäker?
Er ist keine bloße Wohltätigkeit, sondern die direkte Konsequenz aus dem Glauben: Wenn der Glaube nicht zu Taten der Liebe und Gerechtigkeit führt, bleibt er laut Auffassung der Quäker leblos.
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- Christiane Zönnchen (Author), 2007, Betrachtung zur Arbeits– und Erziehungsethik der Quäker - Ein erkundendes Quellenstudium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82864