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Bildnis und Begriff - Die Repräsentationsproblematik in Max Frischs Roman "Stiller"

Title: Bildnis und Begriff - Die Repräsentationsproblematik in Max Frischs Roman "Stiller"

Thesis (M.A.) , 1996 , 90 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Heiner Remmert (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

Es ist die Absicht dieser Arbeit, Belege für die These zusammenzutragen, dass das vorherrschende Thema in "Stiller" nicht die Identitätsproblematik des Protagonisten ist, sondern dass Max Frisch in diesem Roman primär – und in vielfältiger Weise – das Themenfeld ‚Repräsentation‘ verhandelt und sich damit nicht zuletzt auch zur Repräsentationstauglichkeit von Literatur äußert.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Entstehung des Romans Stiller

3. Formale Gestaltung

3.1 Erzählperspektive

3.2 Aufbau

3.3 Zeitgerüst

4. Die Kommunikation in den drei Paarbeziehungen

4.1 Julika und Stiller

4.2 Rolf und Sibylle

4.3 Sibylle und Stiller

5. Das Verhältnis von ‚Bildnis‘ und ‚Rolle‘

5.1 Sich ein Bildnis machen

5.2 Eine Rolle spielen

6. Die Repräsentationskritik Whites

6.1 Keine Sprache für die Wirklichkeit

6.2 Erleben im Plagiat

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Max Frischs Roman Stiller nicht unter dem Aspekt der Identitätsproblematik, sondern analysiert das zentrale Themenfeld der „Repräsentation“ und die Repräsentationstauglichkeit von Literatur im Zeitalter technischer Reproduzierbarkeit.

  • Analyse der komplexen Erzählperspektive und formalen Struktur des Romans.
  • Untersuchung der gestörten Kommunikation innerhalb der Paarbeziehungen (Julika/Stiller, Rolf/Sibylle).
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Leitmotiven ‚Bildnis machen‘ und ‚Rolle spielen‘.
  • Darlegung der Repräsentationskritik der Erzählinstanz White.
  • Kritik an der medialen Vermittlung von Wirklichkeit im modernen Leben.

Auszug aus dem Buch

3.1 Erzählperspektive

Mit der Erzählperspektive des Stiller haben sich zahlreiche Forscher auseinandergesetzt. Besondere Beachtung verdienen vor allem die Arbeiten von Marianne Wünsch und Richard Egger – nicht allein deshalb, weil sie sich mit diesem Aspekt am ausführlichsten befassen. Da sich beide Autoren der Perspektivenkonstruktion des Textes von Wolfgang Isers wirkungsästhetischem Ansatz her nähern, liegt die Stärke ihrer Analysen vor allem im Aufzeigen der Probleme, mit denen der Leser konfrontiert ist, wenn er versucht, die dicht miteinander verwobenen Erzählinstanzen zu entwirren.

Die Handlung des Romans Stiller wird primär aus der Sicht von zwei verschiedenen Erzählinstanzen vermittelt: der des Untersuchungsgefangenen White und der des Staatsanwalts Rolf. White ist der Perspektiventräger des gesamten ersten Teils, Rolf der des zweiten.

Der erste Teil beinhaltet drei Handlungsstränge. Es werden darin sowohl die – zum Zeitpunkt des Erzählens der Vergangenheit zuzurechnende – Geschichte des Bildhauers Stiller und seiner Ehe mit Julika erzählt, als auch die gegenwärtigen Erlebnisse des Untersuchungsgefangenen White bis zum Zeitpunkt seiner Verurteilung. Zeitlich dazwischen liegen die abenteuerlichen Geschichten, die White in Amerika erlebt zu haben vorgibt, und die den dritten Handlungsstrang bilden. Im zweiten Teil berichtet der Erzähler Rolf dann über Ereignisse, die stattgefunden haben, nachdem White dazu verurteilt wurde, wieder die Identität Stillers anzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Forschungslage zu Stiller und Einführung in die These, dass der Roman primär das Thema ‚Repräsentation‘ verhandelt.

2. Entstehung des Romans Stiller: Dokumentation der Entstehungsgeschichte unter Einbeziehung früherer Werke Frischs und des Tagebuchs 1946-1949.

3. Formale Gestaltung: Untersuchung der Erzählperspektive, des Aufbaus in Heften und des Zeitgerüsts, die als Grundlage für die inhaltliche Analyse dienen.

4. Die Kommunikation in den drei Paarbeziehungen: Analyse der schwerwiegenden Kommunikationsprobleme zwischen Julika und Stiller, Rolf und Sibylle sowie Sibylle und Stiller.

5. Das Verhältnis von ‚Bildnis‘ und ‚Rolle‘: Erläuterung der beiden leitmotivischen Mechanismen der Fremdwahrnehmung (Bildnis) und Selbstdarstellung (Rolle).

6. Die Repräsentationskritik Whites: Auseinandersetzung mit Whites Ablehnung von Sprache und Medien als Mittel zur Darstellung der Wirklichkeit.

7. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion über die Rolle des Lesers als „Richter“ angesichts der im Text angelegten Mehrdeutigkeit.

Schlüsselwörter

Max Frisch, Stiller, Repräsentation, Identitätsproblematik, Erzählperspektive, Kommunikation, Bildnis machen, Rolle spielen, Medienkritik, Sprache, Romananalyse, literarische Moderne, Rezeptionsgeschichte, Existenz, Fremdwahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Max Frischs Roman Stiller mit dem Fokus auf die Repräsentationsthematik, anstatt sich auf die oft diskutierte „Identitätsproblematik“ zu beschränken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit konzentriert sich auf die formale Gestaltung (Erzählperspektive), die scheiternde Kommunikation zwischen Figuren sowie die philosophische und medienkritische Bedeutung von „Bildnissen“ und „Rollen“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Belege dafür zu finden, dass der Roman primär das Themenfeld „Repräsentation“ verhandelt und die Repräsentationstauglichkeit von Literatur und Sprache hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen textnahen Ansatz, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der bestehenden Forschungsliteratur.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse des Romans, die detaillierte Untersuchung der Paarbeziehungen und die theoretische Fundierung der Begriffe ‚Bildnis‘ und ‚Rolle‘ sowie der Repräsentationskritik Whites.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Repräsentation, Erzählperspektive, Sprachkritik, Identität, Bildnismachen und Rollenspiel.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Lesers?

Die Arbeit betont, dass der Roman den Leser vor ein „Dilemma“ stellt und ihn letztlich in die Position eines Richters erhebt, der die Mehrdeutigkeit des Textes selbst interpretieren muss.

Welche Bedeutung hat das „Nachwort des Staatsanwalts“?

Es dient als Kontrast zur hochkomplexen Perspektive des ersten Romanteils, bietet aber laut der Autorin keinen Ausweg aus dem im Roman angelegten Dilemma der Identitätsfrage.

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Details

Title
Bildnis und Begriff - Die Repräsentationsproblematik in Max Frischs Roman "Stiller"
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
M.A. Heiner Remmert (Author)
Publication Year
1996
Pages
90
Catalog Number
V82868
ISBN (eBook)
9783638859523
ISBN (Book)
9783638855839
Language
German
Tags
Bildnis Begriff Roman Stiller Repräsentation Max Frisch Bildnisverbot Du sollst Dir kein Bildnis machen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Heiner Remmert (Author), 1996, Bildnis und Begriff - Die Repräsentationsproblematik in Max Frischs Roman "Stiller", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82868
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