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Nationale und internationale Trends in der Corporate Governance Diskussion

Title: Nationale und internationale Trends in der Corporate Governance Diskussion

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 33 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sebastian Krah (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Seit den 80ern Jahre ist in Deutschland verstärkt das Aufkommen einer Diskussion über Fragen der Unternehmensführung und -überwachung unter dem Gesichtspunkt einer „Corporate Governance“ in der betriebswirtschaftlichen Forschung festzustellen. Wie dieser aus dem Englischen stammende Begriff bereits vermuten lässt, ist die Debatte zu diesem Thema keine deutsche Erfindung. Vielmehr handelt es sich um eine auf internationaler Ebene geführte Diskussion in praktisch allen Industrienationen. Ihren ersten Höhepunkt erreichte sie in den späten 80er Jahren in den USA aufgrund von offensichtlich gewordenen Wettbewerbsschwächen amerikanischer Unternehmen im Vergleich mit ihren internationalen Wettbewerbern.1
Mit Beginn der 90er Jahre hat sich die Intensität der Diskussion zum Thema Corporate Governance erheblich verstärkt. Den Anstoß für die vermehrte Beschäftigung mit diesem Thema gab vor allem der in Großbritannien erschienene Cadbury Report. In seiner Folge erschienen in den Jahren danach eine Vielzahl von Codes und Guidelines in verschiedenen Ländern. Im Zuge dieser Entwicklung fand das Thema Corporate Gover-nance auch in Deutschland zunehmende Beachtung. In den letzten Jahren war auf diesem Gebiet eine bemerkenswerte Aktivität festzustellen, die u. a. im Erlass des „Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)“ sowie in der Formulierung eines German Code of Corporate Governance mündeten.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, vor dem Hintergrund der international unterschiedlichen Unternehmensstrukturen bezüglich der Unternehmensführung bzw. -überwachung auf bisherige Entwicklungen innerhalb der Corporate Governance Diskussion einzugehen um danach die aktuellen Trends der Reformbewegungen in verschiedenen Ländern darzustellen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Corporate Governance

3. Corporate Governance-Strukturen im internationalen Vergleich

3.1 Das anglo-amerikanische Board-System

3.2 Verbreitung des Board-Systems außerhalb der USA und Großbritanniens

3.3 Das deutsche duale System der Unternehmensführung und -kontrolle

3.4 Verbreitung des dualistischen Systems außerhalb Deutschlands

3.5 Das japanische Modell der torishimariyaku-kai und kansayaku-kai

3.6 Vergleich der Systeme und Konvergenztendenz

4. Rivalisierende Managementkonzepte der Corporate Governance

4.1 Der Shareholder-Ansatz

4.2 Der Stakeholder-Ansatz

5. Aktuelle Entwicklungen in der Corporate Governance-Debatte

5.1 Großbritannien

5.2 Vereinigte Staaten

5.3 Deutschland

5.4 Frankreich

5.5 OECD-Grundsätze der Corporate Governance

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, vor dem Hintergrund international differierender Unternehmensstrukturen die bisherigen Entwicklungen innerhalb der Corporate Governance-Debatte zu analysieren und aktuelle Trends der Reformbewegungen in verschiedenen Industrienationen darzustellen.

  • Internationale Vergleiche unterschiedlicher Corporate Governance-Systeme (Board-System vs. dualistisches System).
  • Gegenüberstellung der rivalisierenden Managementkonzepte: Shareholder-Ansatz versus Stakeholder-Ansatz.
  • Analyse aktueller Reformentwicklungen und Corporate Governance-Kodizes in Großbritannien, den USA, Frankreich und Deutschland.
  • Diskussion der Konvergenztendenzen sowie der Effektivität von Kontrollmechanismen in der Unternehmensführung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das anglo-amerikanische Board-System

Das anglo-amerikanische System der Verwaltung einer Aktiengesellschaft kennt nur ein einziges Verwaltungsorgan, den board of directors, im Deutschen teilweise als Verwaltungsrat bezeichnet. Daher wird es als einstufiges (monistisches) Modell, in der englischen Literatur als one-tier-system, bezeichnet.

Die directors des boards werden auf der Hauptversammlung von den Aktionären gewählt. Auch ohne eine gesetzliche Forderung findet sich in den meisten boards ein chairman (Vorsitzender). Trotz verschiedener gesetzlicher Regelungen der US-Bundesstaaten ist durch den Revised Model Business Corporation Act aus dem Jahr 1984 festgelegt, dass der board of directors für die Geschäftsführung des Unternehmens zuständig ist und diese entweder selbst wahrnimmt oder aber andere mit der Geschäftsführung beauftragt und dabei überwacht. Zur Geschäftsführung kann vom board die Ernennung von officers erfolgen. In größeren Unternehmen findet man i. d. R. einen chief executive officer (CEO) und ein executive committee, sowie teilweise einen president als obersten ausführenden officer. In der Praxis ist häufig eine Machtkonzentration in Form einer Personalunion von chairman und CEO bzw. president und CEO zu beobachten.

Nach der Zugehörigkeit der officers zum board of directors werden die Mitglieder des boards nach inside directors, diese sind gleichzeitig officers, und outside directors (britisch: executive und non-executive) unterschieden. Zur Unterstützung der Überwachungstätigkeit der outside directors finden sich in größeren Unternehmungen committees (Ausschüsse). Insbesondere das audit committee (Prüfungsausschuss) zur Überwachung der finanziellen Lage hat hier eine große Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die global aufkommende Diskussion zur Corporate Governance ein und begründet das Ziel der Arbeit, internationale Reformtrends vor dem Hintergrund unterschiedlicher Unternehmensstrukturen zu untersuchen.

2. Der Begriff Corporate Governance: Dieses Kapitel erläutert das Verständnis von Corporate Governance als System der Unternehmensführung und -kontrolle sowie die inhaltlichen Unterschiede zwischen dem anglo-amerikanischen und dem deutschen Ansatz.

3. Corporate Governance-Strukturen im internationalen Vergleich: Hier werden die Basistypen der Unternehmensverwaltung – das monistische Board-System und das dualistische System – detailliert gegenübergestellt und ihre internationale Verbreitung analysiert.

4. Rivalisierende Managementkonzepte der Corporate Governance: Das Kapitel kontrastiert den auf Aktionärsinteressen fokussierten Shareholder-Ansatz mit dem Stakeholder-Ansatz, der weitere Anspruchsgruppen in die Unternehmensführung einbindet.

5. Aktuelle Entwicklungen in der Corporate Governance-Debatte: Dieser Abschnitt beschreibt die jüngsten Reformbestrebungen und Governance-Kodizes in bedeutenden Industrienationen sowie die Rolle der OECD.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der nationalen Systeme und betont die Notwendigkeit flexibler, inhaltlicher Lösungen zur Verbesserung der Überwachungsstrukturen anstelle rein formaler Pro-forma-Erfüllungen.

Schlüsselwörter

Corporate Governance, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Board-System, Shareholder-Ansatz, Stakeholder-Ansatz, KonTraG, Unternehmensüberwachung, Best Practice, dualistisches System, Reformbewegungen, Unternehmensverfassung, Transparenz, Kontrolle, Kodex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der internationalen Diskussion um Corporate Governance, also den Systemen zur Führung und Kontrolle von Unternehmen, unter besonderer Berücksichtigung nationaler Unterschiede und Reformtrends.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen der Vergleich von monistischen und dualistischen Systemen, die Analyse der gegensätzlichen Managementkonzepte (Shareholder vs. Stakeholder) sowie die Untersuchung aktueller Entwicklungen durch nationale Kodizes und Gesetze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die bisherige Entwicklung der Corporate Governance in verschiedenen Ländern vor dem Hintergrund unterschiedlicher Unternehmensstrukturen darzustellen und die aktuellen Tendenzen der Reformbewegungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende und betriebswirtschaftliche Analyse, bei der existierende Strukturen in verschiedenen Industrienationen untersucht und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den internationalen Strukturvergleich, die theoretische Auseinandersetzung mit Managementkonzepten sowie eine detaillierte Darstellung der aktuellen Governance-Debatten in Großbritannien, den USA, Frankreich und Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Corporate Governance, Unternehmensführung, dualistisches System, Board-System, Shareholder-Value, Stakeholder-Ansatz und Transparenz maßgeblich geprägt.

Wie unterscheidet sich die Selbstkontrolle im Board-System vom dualistischen Modell?

Im Board-System besteht aufgrund der fehlenden organisatorischen Trennung von Führung und Überwachung die Gefahr der Selbstkontrolle, während im dualistischen Modell durch die Trennung in Vorstand und Aufsichtsrat eine institutionalisierte Überwachungsinstanz existiert.

Welche Bedeutung kommt dem KonTraG in der deutschen Debatte zu?

Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) hat in Deutschland eine entscheidende Dynamik ausgelöst, indem es die Position des Aufsichtsrats durch neue Prüfungsrechte stärkte und Anforderungen an das Controlling verschärfte.

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Details

Title
Nationale und internationale Trends in der Corporate Governance Diskussion
College
University of Potsdam  (Wirtschafts-u. Sozialwissenschaften)
Grade
2,3
Author
Sebastian Krah (Author)
Publication Year
2001
Pages
33
Catalog Number
V8287
ISBN (eBook)
9783638152976
Language
German
Tags
Nationale Trends Corporate Governance Diskussion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Krah (Author), 2001, Nationale und internationale Trends in der Corporate Governance Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8287
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