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Frieden durch Verregelung und Verrechtlichung

Strategien und Instrumente der Friedenssicherung

Title: Frieden durch Verregelung und Verrechtlichung

Term Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Martin Oppermann (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Völkerrecht, auch internationales Recht; die vertraglich und gewohnheitsrechtlich normierten Rechtsgrundsätze, die im Wesentlichen die Rechte und Pflichten der Staaten, mit Einschränkungen auch anderer Völkerrechtssubjekte (internationale Organisationen, nationale Minderheiten) enthalten und ihr Miteinander regeln. Das Völkerrecht ist mangels einer mit herrschaftlicher Gewalt ausgestatteten Instanz auf den Konsens der Staatengemeinschaft als seinen Geltungsgrund angewiesen – Grundprinzip des Völkerrechtes ist die Gleichheit und Souveränität der (National-)Staaten. Als Quelle des Völkerrechtes fungieren insbesondere Verträge sowie die von den meisten Staaten anerkannten, im Artikel 38 des Statuts des Internationalen Gerichtshofes niedergelegten, allgemeinen Rechtsgrundsätze. Die völkerrechtlichen Regeln für Verträge sind im Wiener Übereinkommen vom 23. Mai 1969 kodifiziert.
Frieden (Politik), im alltäglichen Verständnis die Abwesenheit von Krieg. Die Friedens- und Konfliktforschung fasst den Begriff jedoch weiter. Sie unterscheidet zwischen dem negativen Frieden als der Abwesenheit direkter, personaler, durch ein Subjekt-Objekt-Verhältnis gekennzeichneter Gewaltanwendung und dem positiven Frieden als der Abwesenheit indirekter, struktureller, d. h. in politischen, ökonomischen oder gesellschaftlichen Verhältnissen wurzelnder Gewalt. In strukturellen Gewaltverhältnissen lassen sich zwar noch die Objekte, in aller Regel aber nicht mehr die (Einzel-)Subjekte der Gewaltausübung konkret benennen; Gewalt – als Macht der gesellschaftlichen Verhältnisse – zeigt sich in Abhängigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung.3
Ist es möglich, dass durch das Völkerrecht/Internationale Recht eine Art föderale Weltstruktur gebildet werden kann und es als allgemein gültiger Grundwert aller Staaten der Welt zur Erhaltung des Friedens fungiert? Diese Frage soll in der folgenden Hausarbeit erörtert werden. In einem ersten Teil werden verschiedene Theorieschulen der Internationalen Beziehungen beschrieben und deren Sicht auf die Möglichkeiten des Friedens zwischen den Nationen herausgestellt.
In einem zweiten Teil wird dann die Entwicklung der Internationalen Beziehungen sowie des Völkerrechts beleuchtet und so die praktische Verrechtlichung des internationalen Raumes, im Bezug auf Friedenssicherung und –wahrung, erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorieschulen der Internationalen Politik

2.1 Neorealismus

2.2 Institutionalismus

2.3 Konstruktivismus

2.4 Liberalismus

3. Völkerrecht und Internationale Beziehungen

4. Zusammenfassung und Schussfolgerung

5. Literatur

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das Völkerrecht eine föderale Weltstruktur bilden und als allgemeiner Grundwert zur dauerhaften Erhaltung des Friedens fungieren kann. Dabei werden theoretische Ansätze der internationalen Politik analysiert und die historische Entwicklung sowie die praktische Umsetzung der Verrechtlichung des internationalen Raumes beleuchtet.

  • Theoretische Perspektiven auf Frieden und internationale Anarchie
  • Die Entwicklung des Völkerrechts in vier Stufen
  • Methoden der Rechtskontrolle und Rechtsdurchsetzung
  • Bedeutung der Souveränität im modernen Staatensystem
  • Rolle von Institutionen und internationalen Gerichtshöfen

Auszug aus dem Buch

3. Völkerrecht und Internationale Beziehungen

Der Begriff des Völkerrechts wurde seit dem 17. Jahrhundert geprägt. In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es aber gerade darum einen Diskurs. Einerseits wird die Meinung vertreten, dass der Begriff, trotz seines späteren Entstehens, auch rückwirkend angewendet werden muss. Als Grund dafür wird angegeben, dass Völkerrecht nicht an den starren Begriff des „Staates“ gebunden werden kann, sondern auch die (vertraglichen) Beziehungen zwischen früheren organisierten menschlichen Verbänden symbolisiert. Weiterhin wird argumentiert, dass es bereits früher Herrschaftsverbände in Form von Staaten, sowohl in der Antike, als auch in der Urgeschichte, gab, auch wenn diese noch nicht von der Begrifflichkeit Gebrauch machten.

Auf der anderen Seite wird dagegen argumentiert, dass das Völkerrecht die Beziehungen zwischen den Staaten, als starre Institutionen, regelt. Somit verbinden sich die begriffliche Entstehung der Staaten und des Völkerrechts untrennbar. (vgl. Kimminich 1990 S.55ff)

Für die weitere Betrachtung der Internationalen Beziehungen soll hier das 17. Jahrhundert als Ausgangspunkt für die Entwicklung der öffentlichen Rechtsordnung gelten.

Die Verrechtlichung der internationalen Politik hat sich von diesem Zeitraum in vier Stufen, zeitlich überlappend, entwickelt.

Die erste Stufe der Entwicklung ist die der Anerkennung. Sie ist zunächst weitestgehend auf Europa begrenzt. In diese Phase des Völkerrechts erkennen sich die Staaten untereinander als souverän und gleich an und werden ihrerseits als gleich und souverän anerkannt. Im Völkerrecht ist das „moderne Staatensystem“ als minimale öffentliche Rechtsordnung konstruiert und nur die anerkannten Staaten sind Teil dieses Systems. Das erste „völkerrechtliche Dokument“, der Westfälische Frieden von 1648, bestätigt ausdrücklich die Souveränität territorialer Staaten. Der Begriff Souveränität soll im Sinn eine Kennzeichnung der Unabhängigkeit nach außen und innen herstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition der zentralen Begriffe Völkerrecht und Frieden sowie Einbettung der Forschungsfrage in den Kontext der internationalen Politik.

2. Theorieschulen der Internationalen Politik: Analyse der verschiedenen Sichtweisen von Neorealismus, Institutionalismus, Konstruktivismus und Liberalismus auf das Sicherheitsdilemma und die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Staaten.

3. Völkerrecht und Internationale Beziehungen: Untersuchung der historischen Genese des Völkerrechts und dessen vierstufige Entwicklung hin zur institutionellen Vertiefung.

4. Zusammenfassung und Schussfolgerung: Synthese der Ergebnisse über die qualitative Entwicklung der internationalen Beziehungen und die Notwendigkeit des weiteren Ausbaus rechtlicher Strukturen.

5. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Völkerrecht, Internationale Beziehungen, Frieden, Verrechtlichung, Souveränität, Neorealismus, Institutionalismus, Konstruktivismus, Liberalismus, Sicherheitsdilemma, Rechtskontrolle, Rechtsdurchsetzung, Weltgesellschaft, Internationale Organisationen, Staatensystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Völkerrechts als Instrument zur Friedenssicherung und analysiert den Prozess der Verrechtlichung innerhalb der internationalen Politik seit dem 17. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen gehören Theorien der internationalen Beziehungen, die Entwicklung des modernen Staatensystems, Mechanismen der Rechtskontrolle sowie die Durchsetzung völkerrechtlicher Normen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu erörtern, ob durch das Völkerrecht eine Art föderale Weltstruktur entstehen kann, die als allgemeiner Grundwert weltweit dauerhaft Frieden stiftet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und vergleichenden Betrachtung politikwissenschaftlicher Theorieschulen sowie der historischen Entwicklung völkerrechtlicher Normsetzung.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch verschiedene Schulen der Internationalen Politik und eine detaillierte historische sowie prozessuale Untersuchung der vierstufigen Verrechtlichung internationaler Beziehungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Verrechtlichung, Souveränität, Friedenssicherung, internationale Regime und Rechtsdurchsetzung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle der souveränen Staaten im Völkerrecht?

Der Autor beschreibt die Souveränität als tragende Säule des klassischen Völkerrechts, stellt jedoch fest, dass die moderne Entwicklung hin zu mehr Kooperation und institutioneller Einbindung führt.

Welche Stufen der Verrechtlichung identifiziert der Autor?

Der Autor unterteilt die Verrechtlichung in die Stufe der Anerkennung, die Universalisierung, die inhaltliche Ausdehnung auf weitere Lebensbereiche und die institutionelle Vertiefung durch internationale Gerichtsbarkeit.

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Details

Title
Frieden durch Verregelung und Verrechtlichung
Subtitle
Strategien und Instrumente der Friedenssicherung
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
2,2
Author
Martin Oppermann (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V82931
ISBN (eBook)
9783638037471
Language
German
Tags
Frieden Verregelung Verrechtlichung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Oppermann (Author), 2006, Frieden durch Verregelung und Verrechtlichung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82931
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