Jugendsprache als Quelle für die Standardsprache

Eine Untersuchung des medialen Einflusses


Examensarbeit, 2007
71 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Geschichte der Jugendsprachforschung

2. Jugend und ihre Sprache
2.1 „Die Jugend“ gibt es nicht
2.2 Entstehung spezifischer jugendkultureller Sprachstile
2.3 Merkmale der deutschen Jugendsprache
2.3.1 Kanakisch
2.3.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede
2.3.3 Jugendsprachlicher Einfluss auf die Standardsprache
2.4 Verwendung von Jugendsprache

3. Jugendsprache in den Medien
3.1 Werbung
3.2 Verändert Werbung unsere Sprache?

4. Untersuchung: „Jugendliche und ihre Sprache“
4.1 Zielstellung und Aufbau der Stichprobe
4.2 Datenerfassung
4.3 Auswertung der Untersuchung
4.3.1 Kontakt zu Jugendlichen
4.3.2 Die Zeit der Jugend
4.3.3 Wie sind Jugendliche?
4.3.4 Mediale Einflüsse
4.3.5 Jugendsprache vs. Standardsprache
4.4 Beurteilung der Untersuchung
4.5 Überblick der wesentlichen Ergebnisse aus der Stichprobe

5. Schlussbetrachtung

Bibliographie

Anhang: Fragebogen

Einleitung

Wer seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben, wer seine Sprache nicht versteht, versteht auch sein Volk nicht …denn in den Tiefen der Sprache liegt alles innere Verständnis und alle geistige Eigentümlichkeit des Volkes verhüllt. (Internet M)

E. M. Arndt beschreibt in diesem Zitat zu seinem Entwurf einer Teutschen Gesellschaft in Greifswald wie wichtig es ist, dass die Menschen ihre Sprache lieben. Demnach ist es wichtig sie zu pflegen und zu achten. Die Sprache wird durch unterschiedliche Einflüsse verändert und geprägt. Sprache ist immer auch ein Ausdruck von Persönlichkeit, Stil und kulturellem Umfeld, was sich auch bei den Heranwachsenden[1] zeigt. Das Arndt-Zitat habe ich zudem ausgewählt, weil es nicht nur auf die deutsche Standardsprache[2], sondern auch auf die heutige Jugendsprache[3] zutrifft.

Jugendsprache existiert nicht erst seit es moderne Medien[4] gibt, sie besitzt eine lange Tradition, die in den folgenden Ausführungen den Grundstein dieser Arbeit legt. Ausgehend davon werden Merkmale von Jugendsprache und deren Verwendung dargestellt.

Jugend als eine homogene Großgruppe darzustellen ist fast unmöglich, dennoch sollen die wesentlichen Aspekte ebenfalls im 2. Kapitel dargestellt werden.

Davon ausgehend kann schon im Vorfeld gesagt werden, dass die Jugendlichen keine andere Sprache sprechen, sondern einzelne Bedeutungen oder grammatische Strukturen nach ihren Vorstellungen verändern, die grundsätzlich auf der Standardsprache beruhen. Die beiden Abbildungen auf der linken Seite verdeutlichen aktuelle Beispiele der Jugendsprache, so kann unter Heran-wachsenden mit „Dachhase“[5] eine Katze und mit „Pulloverschwein“[6] ein Schaf gemeint sein.

Das 3. Kapitel wird sich vor allem mit dem medialen Einfluss auf die Sprache, besonders unter dem Gesichtspunkt der Werbung, beschäftigen. Wie durch Verkürzungen, Vergröberungen und Verein-fachungen die Sprachvielfalt abnimmt bzw. sich die verschiedenen kulturellen Aspekte auf unsere Standardsprache auswirken, bleibt zu untersuchen.

Ziel der Arbeit ist hierbei festzustellen, ob die Jugendsprache die Standardsprache durch den unabstreitbaren Einfluss der Medien verändert. Die wird im 4. Kapitel bei Auswertung der durchgeführten Stichprobe, welche Einstellungen es gegenüber Jugendlichen, davon abhängigen Stereotypen, jugendliche Ausdrucksweisen und die allgemeine Bewertung der Werbung gibt, dargestellt.

Dabei ist Jugendsprache, die sich selbst zum größten Teil aus der medialen Welt speist, als eine Quelle der deutschen Standardsprache anzunehmen.

1 Jugendsprachforschung

Die Jugendsprachforschung kann in verschiedene Phasen geschichtlich und thematisch unterteilt werden. Die Vorläufer untersuchten die historischen Schüler- und Studentensprachen. Die Forschungen zu den Sondersprachen[7], die damals Fach-[8] und Gruppensprachen[9] und damit auch die jugendliche Sprechweise mit einschloss, erlebten gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung, während sich die Standardsprache zu einer einheitlichen Sprache stabilisierte. Von Rudolf Eilenberger gibt es aus dem Jahr 1910 eine Untersuchung zur „Pennälersprache“, die sich lediglich auf den Bereich der Jugendsprache in der Schule bezieht und folglich nicht den gesamten jugendsprachlichen Bereich abdeckt. Die Forschung zur Schülersprache, die durch „Schladebach (1904), Steinhäuser (1906), Eilenberger (1910) und Melzer (1918/31) [begonnen wurde, findet] in den Jahren des Faschismus keine Fortsetzung“ (Henne 1986, 221). Sie wird erst 1957 wieder erneut in den Blickpunkt der Sprachwissenschaft gerückt, beispielsweise Ohms (1957) Sammlung sprachlicher Ausdrücke. In dieser Zeit werden weitere Wörtersammlungen angelegt und gruppenspezifische Formen der Sprachhandlungen verzeichnet.

Hennes Meinung nach ist es leicht, den jugendlichen Sprachstil als negativ zu bewerten, indessen bedarf es einer genaueren Betrachtung um solche Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Viele der in den darauf folgenden Jahren angelegten Arbeiten kommen nach seiner Meinung nicht an Ohm heran, denn sie sind „wenig professionell“ (Henne 1986, 222). Sie beziehen sich meist auf Wörtersammlungen, die als die gesamte Jugendsprache dargestellt werden. Es fehlt ihnen folglich ein wissenschaftliches Konzept. Vor allem kritisiert Henne hierbei die negativen Bewertungen (vgl. Henne 1986, 222f).

In den 70er Jahren erreicht dann die Lexikographie der Jugendsprache ihren Höhepunkt. Viele Arbeiten sind im Hinblick auf einzelne Szene-Sprachen[10] angelegt. Demgemäß werden sie aus verschiedenen Bereichen zusammengesucht, aufgelistet und als der derzeitige Sprachstil der Heranwachsenden auf den Markt gebracht. Ein Werk ist z.B. das „Wörterbuch der deutschen Umgangssprache: Jugenddeutsch von A bis Z“ von Heinz Küpper (1961). Weitere Aspekte der Forschung werden in dieser Zeit kaum betrachtet.

Erst in den 80er Jahren wird das Thema sprachkritisch, wissenschaftlich und populärwissenschaftlich etabliert. Die Forschung erlebt einen deutlichen Aufschwung. In diesen Jahren folgen dann auch Arbeiten z.B. mit Blick auf das kommunikative Verhalten Jugendlicher, auf die vorhandenen sprachlichen Subkulturen oder verschiedenste pragmatische Aspekte. Jugendsprache wird als Ganzes beschrieben und ihre Geschichte wird analysiert. Viele weitere Aspekte folgen dann in den nächsten Jahren in wissenschaftlichen Untersuchungen.[11]

Auch in der DDR wird dieses Thema in der Forschung etabliert und untersucht. Heinemann veröffentlicht 1989 ihr „Kleines Wörterbuch der Jugendsprache“. Dort sammelte sie die Jugendsprache 14-18-Jähriger aus der DDR. Sie schreibt indessen in ihrem Vorwort, dass die aufgelisteten Ausdrücke nicht von jedem Heranwachsenden aktiv gebraucht werden. Es soll „eine Art Querschnitt von Jugendspezifika in der DDR“ sein (Heinemann 1989, 7).

Trotz der vielfältigen Forschung gab es in den 80er Jahren nur vereinzelt positive Stimmen. Jugendsprache wird in diesem Jahrzehnt häufig als „Varietät, Stil oder Sprechart“ dargestellt (Spitzmüller 2006, 35) und einige gruppenspezifische Besonderheiten finden erst in späteren Jahren Beachtung. In dieser Zeit wird die große Vielfalt, die die Forschung zu diesem Thema zu bieten hat, deutlich.

Weiterhin werden in den 90er Jahren die Rede- und Schreibpraxis der Jugendlichen untersucht. Androutsopoulos (1996) und Augenstein (1998b) beschreiben junge Menschen hierbei als „Kulturexperten“ (Schlobinski/Heins 1998, 15). Dennoch fehlen oft die Meinungen und Einschätzungen der Jugendlichen selbst.

Dies versuchen Schlobinski (ab 1996) mit seiner Untersuchung „aus der Binnenperspektive von Jugendlichen zum Gegenstand der Analyse“ (Schlobinski 1998, 15) und Augenstein zu unternehmen. Demnach ist Augenstein (1998a, vgl. 25) der Meinung, dass Jugendsprache nicht nur auf einer Ebene darstellbar ist. Denn sie wird zum Einen von der Großgruppe der Jugendlichen, zum Anderen von Jugendgruppen untereinander und sogar von den jeweiligen einzelnen Peer-Groups[12] gesprochen. So ist sie als Ingroup-Sprache[13], Szenesprache und als Soziolekt[14] einer ganzen Generation zu sehen.

Die Jugendsprachforschung wurde bisher größtenteils aus der Ingroup-Kommunikation der Heranwachsenden untersucht. Augenstein (1998a) betrachtet hierbei das Verhalten der Teenager, wenn diese mit Erwachsenen sprechen. Sie untersucht auch die Motivation der Erwachsenen jugendsprachliche Ausdrücke selbst zu benutzen. Dabei ist ihr besonders wichtig, zu welchem Zwecke Erwachsene in bestimmten Situationen in dieser Art und Weise reden.

Ausgehend davon, hat sich die Bewertung der Jugendsprache, gegenüber der in der 80ern, heute verändert. Dies zeigt auch die Untersuchung von Spitzmüller (vgl. 2006, 39). Er konnte in verschiedenen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, in denen er die Sprache der Jugendlichen untersuchte, verschiedene Bewertungen finden. Von 148 Dokumenten wurden 63 gar nicht, 39 negativ, 43 positiv und drei neutral bewertet. Das Bild eines faulen, auf nichts Bock habenden Jugendlichen weicht zunehmend dem eines kreativen und originellen Heranwachsenden, der Spaß hat mit seiner Muttersprache kreativ umzugehen.

In Bezug auf die Kritik der Jugendsprache „bringt Bausinger den Begriff des ‚Jargons’ [ursprünglich,(unverständliches) Geschwätz’] ein“ (Henne 1986, 218). Diese Auffassung wird durch Publikationen in den Medien[15] untermauert.

Damit wird ein Bild der Jugendsprache kreiert, welches hierbei vor allem die

„Verwendung von Entlehnungen, die angebliche Entstehung von ‚Verständnisbarrieren’ […], eine […] zunehmende Aggressivität […], sinkende[r] Sprachkompetenz, mangelnde Differenziertheit bzw. lexikalische Armut, Jugendsprache als restringierte Comicsprache und angeblich >altersfeindliches< Vokabular“ kritisiert (Spitzmüller 2006, 42f).

Ob die oben genannten Kriterien wirklich in der jugendlichen Sprache vorkommen und wie sie dann gegebenenfalls verwendet werden, soll zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden.

Betrachtet man nun alle Arbeiten einmal gegenüberstellend, so wird hierbei deutlich, dass die meisten Ergebnisse durch Fragebogenerhebungen oder Interviews erzielt wurden. Deshalb „konnte hier nur eine unter allen Jugendlichen verbreitete, meist medienvermittelte und kommerzialisierte Jugendsprache eingefangen werden“ (Augenstein 1998a, 28). Auf die Imitation bzw. Aneignung einiger Wörter oder Sprüche aus der Werbeindustrie wird in den folgenden Arbeiten unter anderem eingegangen. Dies zeigen beispielsweise die Analysen von Henne (1986), Neuland (1987) oder Heinemann (1989). Dadurch wurde die Gruppensprache der Heranwachsenden auf sprachlicher Ebene herausgearbeitet. Hingegen konnten Schwithalla (1986) und besonders Schlobinski (1989, 1993, 1998) ein anderes Bild der Jugendsprache darstellen. Sie beobachteten die jugendliche Ingroup-Sprache im interaktiven Kontext mit den Heranwachsenden. Hierdurch erkannte Schlobinski, dass besonders das Partikel „ey“ als wesentlichstes Element der Jugendsprache vorkommt. Dies steht ganz im Gegensatz zu anderen, beispielsweise die von Henne herausgearbeiteten Merkmalen, die unter 2.3 genauer beschrieben werden.

So wird deutlich, dass schon in der Jugendsprachforschung zwei fast eigenständige Bilder von der Jugendsprache existieren, die durch unterschiedliche Blickwinkel entstanden sind und damit deutlich unterschieden werden können:

„dem sprachstrukturelle[n] Blick zum einen, der Jugendsprache als Sondersprache klassifiziert und abweichende sprachliche Formen systematisch zu dem Konstrukt ‚Sprachvarietät Jugendsprache’ zusammenfügt, und dem konservationsanalytischen Blick zum anderen, der nach jugendspezifischen Realisierungsformen spezieller interaktiver Aufgaben in jugendlichen Peer-Groups sucht“ (Augenstein 1998a, 26)

Zu Beginn der Forschung wurden die Jugendlichen und ihre Sprache am Rand der Gesellschaft betrachtet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ihre Ausdrucksweise als sondersprachlich klassifiziert wurde. Es war ein Leichtes von der Standardsprache abweichende Merkmale zu finden und sie als die Jugendsprache auszugeben[16]. Wie auch PONS (2007, 4) herausstellt, verwendet kein Heranwachsender alle angeführten Wörter. Jugendliche Sprechweise wurde und wird dadurch stigmatisiert und pauschalisiert. Seit der weitläufigen und breiten Forschung in den 80er Jahren hat sich dieses Bild aber stark verändert. Heute wird Jugendsprache in ihrer Erscheinung als kreative Sprachveränderung wahrgenommen, dies zeigen auch Arbeiten von Sprachwissenschaftlern wie Schlobinski deutlich.

2 Jugend und ihre Sprache

In diesem Kapitel werden die Merkmale der Jugendsprache, eine neuer Trend, geschlechtsspezifische Unterschiede und der jugendsprachliche Einfluss auf die Standardsprache geklärt.

2.1 „Die Jugend“ gibt es nicht

Die Zeit der Jugend ist ein wichtiger Entwicklungsschritt zum Erwachsenwerden des Menschen. Hierbei gibt es verschiedene körperliche und psychologische Entwicklungsaufgaben, die es zu bewältigen gilt. Derzeitig sind nur noch 20% der Deutschen unter zwanzig Jahre alt (Internet K). Jugend wird auf Grund der immer weiter absinkenden Geburtenrate zur ‚Mangelware’.

Wenn man die körperlichen Merkmale betrachtet, kann ein enormer Wachstumsschub und das Einsetzen der Geschlechtsreife als Eintritt in die Jugendphase gesehen werden. Oft wird in dieser Zeit eine „seelische Unausgeglichenheit und [eine] Labilität im Gefühlsleben […]“(Schröder 1985, 145) beobachtet.

Jugendliche lösen sich in dieser Phase vom Elternhaus ab und knüpfen vermehrt Beziehungen zu Gleichaltrigen / Peer-Group. Sie stellen hierbei nicht nur Werte und Normen sondern auch Traditionen und Rituale in Frage und versuchen ein eigenes Verhältnis zu diesen zu entwickeln. Die wichtigste Aufgabe, die in diesem Zeitabschnitt zu erfüllen ist, ist „eine stabile Persönlichkeitsstruktur und eine verlässliche Ich-Identität zu gewinnen“ (Lenzen 1995, 800). Jugendliche müssen eine eigene Persönlichkeit entfalten, um sich von anderen abzugrenzen. Sie benötigen hierbei auch gesellschaftliche Akzeptanz, um sich in einer sozialen Gruppe, wie beispielsweise ihrer Peer-Group oder ihrer Schulklasse, einzuordnen. Hierbei spielt die Gruppe der Gleichaltrigen eine wesentliche Rolle, denn was in der Familie nicht geleistet werden kann, wird durch sie ausgeglichen. Hierbei ist die Phase der Jugend bei jedem sehr individuell zu sehen, denn dieser Entwicklungsabschnitt hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab. So akzelerieren Jugendliche beispielsweise immer früher, nehmen indessen viel später Verhaltensweisen von Erwachsenen an. Es gibt immer mehr Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und fast täglich werden verschiedenste Szene- und Gruppenzugehörigkeiten verändert bzw. erweitert. Ferchhoff (Internet K) kommt bei Betrachtung des jugendlichen Mottos: „Live fast, die young.“ zu folgendem Schluss:

„Geduld und Abwarten-Können, gelassene Lebensplanung sind hier keine Tugenden mehr, mit denen jemand überleben kann, sondern das (gegenwartsbezogene) hedonistische subito-Prinzip (subito = sofort) herrscht“ (Internet K).

Diese Eigenschaft findet sich in den meisten Bereichen unserer heutigen durch die Presse oft als Spaßgesellschaft bezeichneten Kultur wieder und kann somit kritisch betrachtet nicht nur als ein Kennzeichen von Jugend gesehen werden.

Jugend ist ein Resultat der unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen. Dies gilt besonders im Hinblick auf das moderne Industriezeitalter und die damit verbundenen längeren Ausbildungszeiten. So hat sich heute nicht nur die elterliche ‚Macht’ über die Jugendlichen verändert. Sie werden heute zunehmend als gleichberechtigte Partner, die auch bei Entscheidungen ein Mitspracherecht haben, gesehen. Dennoch sind sie finanzielle abhängig. Hierbei hinterfragen sie, wie oben schon angedeutet, Normen und Konventionen, die dadurch manchmal ins Wanken geraten (Internet K). Demzufolge dienen die Eltern und die Peer-Group als Bezugs- und Orientierungspunkte in der Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen.

Mit dem Begriff „Jugend“ werden verschiedene Aspekte und Ansichtsweisen verbunden, wobei die altersabhängigen Kennzeichen von Jugend in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben werden. So betont Henne davon ausgehend (1986, vgl. 202), dass die Zeit der Jugend zwischen dem Beginn der Geschlechtsreife und der abgeschlossenen Entwicklung der sozialen Reife, die manche auch mit 25 Jahren noch nicht erreicht haben, liegt.

Betrachtet man nun den juristischen Bereich, werden differenzierte Altersangaben vorgenommen. Gesetzlich gesehen, gehören Jugendliche noch zu den Minderjährigen. D.h. sie sind nur beschränkt geschäftsfähig, da sie oft die Einwilligung der Erziehungsberechtigten benötigen. Sie sind hierbei jedoch rechtsfähig und können nach dem Jugendgerichtsgesetz bestraft werden.[17] Ab dem 16. Lebensjahr könnten sie unter bestimmten zu berücksichtigenden Aspekten heiraten und ein Testament aufsetzen (vgl. Köck / Ott 1994, 349). So werden Jugendliche in Deutschland vom Gesetz her im Alter zwischen 14 und 18 Jahren beschrieben.[18] Ein „junger Volljähriger“ ist man noch bis zu seinem 27. Geburtstag.[19]

Hierbei scheinen die Grenzen indessen nach unten wie oben offen und durchlässiger zu werden (vgl. Krüger/ Grunert 2004, 261), denn die Werbeindustrie sieht beispielsweise jugendliche Menschen zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr. Personen, die noch in der Ausbildung bzw. dem Studium sind, werden teilweise integriert. Jeder Industriezweig scheint mittlerweile fast so etwas wie seine eigene zeitliche Einstufung von Jugend und jungen Leuten zu haben. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter in einer Jugendorganisation mit 35 Jahren als alt, hingegen andererseits ein Unternehmer in einer wirtschaftlichen Führungsposition im gleichen Lebensabschnitt als jung gesehen werden (vgl. Lenzen 1995, 799). Dies ist hauptsächlich mit der Verlängerung der Ausbildungszeiten zu erklären, denn in der heutigen Zeit beginnt Jugend immer früher und hält zugleich länger an. Die Jugendlichen werden in ihren Leistungen an denen der Erwachsenen gemessen, besitzen jedoch einen gesetzlich wie finanziell eingeschränkten Freiraum, zudem weniger Lebenserfahrung sowie Leistungsvermögen (vgl. Köck/Ott 1994, 345).

Mattke formuliert dies in ähnlicher Weise, wenn auch drastischer, wenn er schreibt: „Wir kämpfen […] in dieser Welt zwischen Anpassung und Freiheit zu überleben“ (Mattke 1995, 296). Anpassung an eine Gesellschaft, die hohe Erwartungen an die Jugend hat, indessen gleichzeitig auch eine Unterordnung oder Einschränkung in speziellen Bereichen. Dies ist oft im Gegensatz zu der besonders von den Jugendlichen geforderten Freiheit zu sehen. Unbestreitbar bleibt indessen, dass die Phase der Jugend einen intensiven Entwicklungs- wie auch Lernprozess im persönlichen, familiären, gesellschaftlichen wie kulturellen Bereich darstellt. So kennzeichnet Hebecker (2001, 45) diese Phase abschließend folgendermaßen:

„Jugend ist […] vor allem als ein ‚gesellschaftliches Muster’ anzusehen, das dazu dient, Anforderungen, Erwartungen sowie Funktionen zu bewältigen, die während einer bestimmten Phase an Jugendliche gestellt werden.“

Die Zeit der Jugend ist eine schwierige und besonders für die Eltern oft problematische Phase. Die einstigen Kinder kommen in die Pubertät und werden langsam erwachsen. Es ist dabei entscheidend eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Nur so ist es möglich vom Umfeld als eigenständige Person anerkannt und akzeptiert zu werden, sowie einen selbstständig gewählten Lebensweg einzuschlagen. Nicht nur das eigene Ich muss gefunden werden, sondern auch der eigene Stil, der sich in Kleidung, Mimik, Gestik oder Sprache fortsetzt.

2.2 Entstehung spezifischer jugendkultureller Sprachstile

Im nun folgenden Teil sollen die Gründe für einen jugendlichen Sprachstil näher beleuchtet werden. In der Fachliteratur findet sich häufig die Auffassung: Jugendliche sprechen anders als Erwachsene, nämlich die Jugendsprache.[20] Diese ist ein Teil der Spaßkultur, denn es macht Freude, neue Ausdrücke zu kreieren oder vorhandenen Wörtern andere Bedeutungen zuzuweisen. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, warum sie oft negativ bewertet wird, denn sie ist „unverblümt“ (Internet B). Außerdem spricht sie viele Tabuthemen an. Die von den Jugendlichen verwendeten Begriffe kommende oft aus dem Bauch heraus und sind spontane Gefühlsäußerungen.

In der Literatur[21] werden davon ausgehend folgende Ursachen benannt: Jugendliche wollen sich von der Sprache der Erwachsenen abgrenzen bzw. abheben, zudem sich über ihren Ausdruck als eigenes Ich definieren. Viele Ausdrücke werden einfach aus Bequemlichkeit verändert. Ebenso spielt auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Peer-Group eine Rolle. Dies bedeutet dann auch, sich über einen eigenen sprachlichen Code zu verständigen. Sprache soll nicht nur den Zusammenhalt unter Gleichaltrigen beleben und widerspiegeln, sondern neben Kleidung samt anderen äußerlichen Dingen auch die eigene Lebenseinstellung darstellen (vgl. Internet A).

Hinzu kommt ein medialer Aspekt, denn die Medien üben zunehmend Einfluss auf die Heranwachsenden aus und bedienen sich der verschiedenen Stile. Dadurch rückt der Aspekt des Protestes in den Hintergrund. Vielmehr geht es um Spaß sowie Freude an und mit der Sprache. Nicht nur die Medien gestalten diese Spaßkultur mit Werbesprüchen[22] wie z.B. „Kampfschweinpreise“, „saubillig“ (siehe Abbildung)[23], „Geil, Baby“ (Zahnpasta) oder „Fette Boots“ (Schuhgeschäft) mit. Sondern auch Comedians wie beispielsweise Mario Barth prägen mit folgenden Ausdrücken: „scheiß Vieh“, „Terrorvogel“, „Kasernenesperanto“, „scheißegal“, „so’n Schiss“, usw. das alltägliche Fernsehprogramm[24]. Selbst Nachrichtenprogramme titeln mittlerweile mit falscher Grammatik: „Die Schöne und der Biest (Edmund Stoiber)“ (14.01.2007, RTL) oder es heißt dann z.B. Sam-News (z.B. 19.01.2007, Pro 7), um auch die Berichterstattung für jüngere Generationen interessanter zu machen.

So lässt sich insgesamt feststellen, dass die Medien zwar Einfluss auf die Jugendlichen nehmen und damit auch auf ihren Sprachstil, indessen gibt es auch andere Kriterien, wie oben gezeigt wurde, mit denen die jugendsprachliche Ausdrucksweise begründet werden kann.

2.3 Merkmale der deutschen Jugendsprache

Wie sieht nun der jugendliche Sprachstil aus? Die wesentlichsten Merkmale werden mit einigen Beispielen verdeutlicht. Hiervon ausgehend wird das Modell der Jugendsprache von Henne sowie der Aspekt der Stilisierung näher beleuchtet. In weiteren Ausführungen greife ich einzelne Aspekt heraus, die ich auch später im Fragebogen für meine Stichprobe auswählte, auf. Es wird daher nicht nur den neusten derzeitigen Trend Kanakisch betreffen, sondern auch die geschlechts-spezifischen Unterschiede und den jugendsprachlichen Einfluss auf die Standardsprache.

Jugendsprache in ihrer ganzen Ausdrucksweise darzustellen, ist schwierig, denn sie ist nicht nur regional verschieden, sondern auch von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es auch unter Jugendlichen zu Problemen bei der Verständigung kommen kann. Dennoch lassen sich indessen bestimmte Merkmale, die zum größten Teil nur in der gesprochenen Sprache vorkommen, festhalten. Bevor ich diese aufzeige, nutze ich das Modell von Henne, um die vier Dimensionen der Jugendsprache zu verdeutlichen (Henne 1986, 215):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jugendsprache hat demzufolge vier Dimensionen, in die die einzelnen Begriffe und Ausdrücke eingeordnet werden können.

So ist zum Einen beispielsweise der Begriff Rauchmelder[25] in den Bereich des Praxisbezugs einzuordnen, denn er gehört eindeutig in den Schulwortschatz. Zum Anderen ist er auch Sprachprofilierung sowie Sprachkritik, denn die Abgrenzung und Kritik zum Lehrer, der nach rauchenden Schülern Ausschau hält, ist offensichtlich. So ist mit der veränderten Bedeutung der Jugendton deutlich herauszuhören. Jugendsprache hat demnach eine funktionelle, strukturelle und pragmatische Dimension, sowie die der inneren Mehrsprachigkeit.

Ausgehend von diesem Modell werden die Merkmale, die nach Henne (1986) und anderen Fragebogenuntersuchungen herausgefunden wurden, betrachtet. In der deutschen Jugendsprache gibt es viele Fäkalismen[26] und Neologismen[27] z.B. werden cool, geil, fett für Bedeutungen wie: toll, schön, super, usw. verwendet (vgl. Internet A). Sexuelle Begriffe gemeinsam mit Fäkalismen klingen oft anstößig, sind indessen selten so hart gemeint. Mit „Ach, fick dich doch!“ (Internet A) wird z.B. „Lass mich in Ruhe!“ ausgedrückt. Es wird viel abwertender wahrgenommen, wenn sich einem die dahinter liegende Bedeutung nicht erschließt. Viele Wörter werden vereinfacht, so wird aus Personalausweis „Perso“ oder aus telefonieren „telen“ (Internet A). Zugleich gibt es Bedeutungsverschiebungen. Jugendliche können beispielsweise mit Massage auch eine Schlägerei meinen. Weiterhin findet man Wortadditionen z.B. „Teletubby-zurückwinker“ (Internet A), die oft nur kurze Zeit existieren, außerdem zum Teil auch Sprachmischungen sind. Ein deutsches Wort wird mit einem bedeutungsähnlichen Wort aus einer anderen Sprache ersetzt: „Der Film war boring [langweilig]“ (Internet A). Gesteigerte Begriffe (Superlative) findet man besonders häufig, denn durch das Voranstellen der Wörter: „super, mega, spitzen“ oder „übelst“ (Internet A) wird etwas als noch besser sowie schöner dargestellt. Selbst nicht steigerbare Adjektive finden in der Jugendsprache ihre Verwendung. Auch Füllwörter wie beispielsweise „ey, voll“ (Internet A) sind oft zu hören. Verschiedene Begriffe, die andere Personen oder Personengruppen diskriminieren, sind für Außenstehende oder gar Betroffene meist sehr anstößig. Sie sind indessen nur sehr selten so hart gemeint, denn so kann beispielsweise „polen“ schon mal für das Wort „stehlen“ und „Schwuchtel“ (Internet A) als Synonym für einen schwachen Menschen verwendet werden.

Mundartbedingt lassen sich auch einige Buchstabenersetzungen oder Verdopplungen wie in „Vadder“ /Vater (Internet A) finden. Diese sind jedoch regional begrenzt. Hinzu kommt bei weniger gebildeten Schichten das Auslassen von Präpositionen. Auch Anglizismen finden besonders durch Werbung und auch Popmusik Einzug in die Jugendsprache z.B. mit Wörtern, wie „chillen“ oder „cool“ (Internet A).

Die aufgezeigten Merkmale sollen als Überblick verstanden werden, denn jeder Jugendliche bzw. jede einzelne Peer-Group hat ihre eigenen Regeln, Begriffe und Ausdrucksweisen. So benutzen nicht alle die gesamten aufgelisteten Kriterien, sondern nur einzelne für ihren Stil wichtige.

Weitere Aspekte, die zunehmende Verwendung im Sprachgebrauch Jugendlicher finden, sind das „Imbissdeutsch“, „Kanak Sprak“ und die „T9-Sprache“ (Internet A).

Im Imbissdeutsch wird mit „Bist du Schaschlik ?“ das Essen, welches man zu sich nimmt, mit dem was man charakterlich sowie emotional ausdrücken möchte, verglichen und sprachlich dargestellt. Das Kanakische soll im nächsten Kapitel genauer betrachtet werden, denn es ist mittlerweile schon eine eigene Form der Jugendsprache mit eigenen Merkmalen.

Bei der so genannten T9-Sprache in Kurznachrichten werden auch Wörter verwendet, die zuerst auf dem Handydisplay erscheinen, bevor man die Umschalt- bzw. T9-Taste drückt. So kann aus dem eigentlich gemeintem „ok“ schnell „öl“ werden. Meist wird dies jedoch nur in schriftlichen Varianten im Chat, in E-Mails oder in einer SMS verwendet.

Die jugendliche Stilbildung ist ein typisches Kennzeichen der jugendlichen Ausdrucksweise. Sie erfolgt über eine bestimmt Auswahl, eine veränderte Aneignung bzw. verschiedenartige Kombinationen von populär kulturellen Gütern, wie sie in Mode, Musik und Medien vorkommen. Damit wird aufgrund der eigenen Ausdrucksweise in Sprache und Verhalten ein kultureller Code hergestellt, der Identität und zugleich auch Distanz und Differenz schafft (vgl. Hebecker 2001, 50). Die bestehenden Bedeutungen aus unserer alltäglichen, kulturellen Umgebung werden mittels des Bricolage-Prinzips[28] verändert.

[...]


[1] In der gesamten Arbeit werden geschlechtsneutrale Formen gebraucht, dies schließt männliche wie weibliche Personen ein.

[2] Standardsprache ist die „(verbindliche) Hochsprache, wie sie in Schulen und Universitäten gelehrt wird“ (Bünting 1996, 1104). Der Begriff wird auch als Synonym für „Hochsprache, Schriftsprache […] und Standardvarietät“ (Glück 2000, 688) verwendet.

[3] Jugendsprache ist die „Sammelbezeichnung für Sprechweisen Jugendlicher“ (Glück 2000, 688). Sie unterscheidet „sich besonders im Wortschatz von der Standardsprache“ (Bünting 1996, 590).

[4] „Medien [von engl. media], Sammel-Bezeichnung für alle technischen Mittel zur Verbreitung von Informationen, d.h. für Kommunikationsmittel (z.B. Zeitung, Zeitschrift, Buch, Plakat, Hörfunk, Fernsehen, Film, Internet); oft synonym für Massenmedien gebraucht“ (Brockhaus 2006, 112).

[5] vgl. Internet P

[6] vgl. Internet Q

[7] Die Sondersprache ist „durch eigene Wortschöpfungen und spezielle Ausdrucksweisen von der Standard-, Gemeinsprache abweichende Sprache einer bestimmten Gesellschaftsschicht oder (Berufs-) Gruppe (Bünting 1996, 1080).

[8] Fachsprache, auch „Expertensprache“(Glück 2000, 203), ist die „für Laien meist schwer oder gar nicht verständliche Sprache eines Faches oder Wissenschaftsbereiches, die sich vor allem durch ihren genau definierten Wortschatz auszeichnet und Fachleuten die knappe und präzise Verständigung ermöglicht“ (Bünting 1996, 353).

[9] Gruppensprachen sind durch einen besonderen, „sich von der Standardsprache unterscheidende[n] Sprachgebrauch einer (sozialen) Gemeinschaft“ gekennzeichnet (Bünting 1996, 479).

[10] Szene-Sprache ist die „umgangssprachliche Ausdrucksweise einer bestimmten (gesellschaftlichen) Gruppe, Szene angehörenden Personen“ (Bünting 1996, 1142).

[11] vgl. dazu Henne 1986, 225f

[12] „Peer-Groups (engl. Peer: der Gleiche) sind Gruppen von etwa gleichaltrigen Jugendlichen, welche sich meist informell (spontan, ohne Anlass von Außen) bilden. […] Sie haben teilweise prägende Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der Sozialisation des Heranwachsenden. […] Die peer groups helfen dem Heranwachsenden bei der Bewältigung von sozialen Ablösungs- und Neuorientierungsprozessen […]. Die Bindung an die peer group steht im entgegengesetzten Verhältnis zur Attraktivität der Familie“ (Schröder 2001, 272).

[13] Ingroup-Sprache ist die Sprache einer „soziale[n] Gruppe, der man angehört“ (Bünting 1996, 564).

[14] „Generationssoziolekt“ ist ein von Hess/Lüttich (1989) eingeführter Terminus (Augenstein 1998, 25). Unter diesem Begriff versteht man den Sprachgebrauch von Personen, die in einem kleinen begrenzten Zeitraum geboren sind (vgl. Bünting 1996, 440/1084).

[15] vgl. dazu 3.2

[16] vgl. dazu Augenstein 1998b, 168

[17] vgl. Ordnungswidrigkeiten, Straftaten JÖSchG § 12 (Scholz 1992, 39f)

[18] vgl. Begriffsbestimmung von Jugend JÖSchG § 2 (Scholz 1992, 4f)

[19] „Junge Volljährige sich nach der Begriffsbestimmung des § 7 Abs. 1. Nr. 3 junge Menschen, die 18, aber noch nicht 27 Jahre alt sind“ (Kunkel 2003, 3).

[20] vgl. dazu Henne (1986), Schlobinski (1993, 1998), u.a.

[21] vgl. Sasse 1998, 229f, Henne (1986), Schlobinski (1993, 1998), u.a.

[22] Werbung ist eine zwangfreie und zielgerichtete Beeinflussung von Menschen, die zur Erfüllung von Werbezielen führen soll. Diese können wirtschaftlich, kulturell oder politisch motiviert sein. Werbemittel können hierbei beispielsweise Plakate, Kino-Werbfilme, Anzeigen, Hörfunk- und Fernsehspots, Werbebriefe, u.a. sein (vgl. Janich 2001, 18/25).

[23] vgl. Internet R

[24] Die aufgezählte Beispiele entstammen der Sendung: „Die besten Comedians Deutschlands“ mit Mario Barth (gesehen am 12.01.2007, RTL).

[25] Gemeint ist hier der Lehrer auf dem Pausenhof (vgl. Internet A).

[26] Fäkalismen gehören zum Bereich der Fäkalsprache, die abwertende und schmutzige Worbedeutung beinhalten (vgl. Duden 2004, 363).

[27] Ein Neologismus ist ein „neu gebildeter sprachlicher Ausdruck, [eine] Wortneubildung“ (Wahrig-Burfeind 2002, 627).

[28] „Bricolage bedeutet wörtlich aus dem Französischen übersetzt Bastelei oder Handwerksarbeit. Im übertragenen Wortsinne kann es auch für „Gebastel" im Sinne von provisorisch stehen […] Bricolage (manchmal auch sampling genannt) bezeichnet in der Jugendkultur die Technik, Gegenstände in einen neuen Kontext zu stellen, der nicht den ursprünglichen Normativen entspricht - Kleidung, Symbole und Embleme künstlich zusammenzustellen. Dabei kann deren ursprüngliche Bedeutung verändert oder sogar aufgehoben werden. Beispiele für Bricolage sind im Punk die Verwendung von Sicherheitsnadeln als Ohrschmuck […]Auch die massiven Goldketten, mit denen Hip-Hopper ihren sozialen Aufstieg verdeutlichen sind eine Form von Bricolage“ (Internet L).

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Jugendsprache als Quelle für die Standardsprache
Untertitel
Eine Untersuchung des medialen Einflusses
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
2,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
71
Katalognummer
V82954
ISBN (eBook)
9783638864237
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendsprache, Quelle, Standardsprache
Arbeit zitieren
Steffi Krohn (Autor), 2007, Jugendsprache als Quelle für die Standardsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82954

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