Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Latin philology - Literature

Zu: Titus Maccius Plautus - Rudens

Verse 185 - 289

Title: Zu: Titus Maccius Plautus - Rudens

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 37 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Kai-Uwe Heinz (Author)

Latin philology - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Homo linguae atque elegantiae in verbis latinae princeps“. Mit diesen Worten rühmt der Buntschriftsteller des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, A. Gellius, in seinen Noctes atticae den begnadeteten Komödienautor Titus Maccius Plautus. Doch dieses Lob blieb von vielen, vor allem der Nachwelt, ungeteilt. Viele verschmähten seine derbe Sprache, im Mittelalter stieß man sich an dem Obszönen, das vielen seiner Stücke anhaftete, und in der Moderne war man dem römischen Lustspielschreiber zunächst auch nicht wohler gesonnen. Plagiat und dazu noch schlechten warf man ihm von wissenschaftlicher Seite vor, die sich vor allem für die nur noch spärlich erhaltenen Vorlagen interessierte und den römischen Dichter nur noch als Überträger der griechischen Stücke sah, die seinen Komödien Modell standen. So konnte H. Diller über den Rudens-Ausleger G. Jachmann sagen: „Er begnügte sich bei der Besprechung dieser Partieen [sic] damit, das plautinische Unkraut aus dem kunstvoll angelegten Gärtlein des Diphilos auszujäten.“ Man ging soweit, Plautus eigenes künstlerisches Schaffen abzusprechen und seine Stücke nur noch als Flickwerk aus Teilen griechischer Originale zu sehen, bis 1922 E. Fraenkel die entscheidende Abhandlung „Plautinisches im Plautus“ verfaßte, die dem römischen Komödienschreiber mit Nachweis seiner Originalität und seines Verdienstes als eigenständiger Dichter wieder zu seinem Recht verhalf. Dadurch wurde die Diskussion um die Originalität des „bedeutendsten römischen Lustspielschreibers“ neu entfacht.
Im Rahmen dieser Hauptseminararbeit soll der Spagat Plautins Spagat zwischen griechischer und italischer Lustspieltradition aufgezeigt werden und neben einer Übersetzung und ausführlichen Interpretation auch auf sprachliche Phänomene der Textstelle eingegangen werden, die sprachwissenschaftlich diachron betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zu Plautus' Leben und Werk

1.2 Exkurs: Zum römischen Verständnis von Individualität und Stil

2 Das Theater zur Zeit des Plautus

2.1 Die griechische Komödie

2.2 Die italische Lustspieltradition

a) Die griechische Komödie in der Magna Graecia

b) Die dorische Volksposse

c) Der sizilische Mimus

d) Die italische Phlyakenposse

e) Die Fabula Atellana

2.3 Rom und die italische Bühnentradition

2.4 Der plautinische Spagat zwischen griechischer und italischer Lustspieltradition

3 Die Textstelle

3.1 Die Personen

3.2 Die Textstelle und ihre Situierung

4 Übersetzung

4.1 Szene 1, Aufzug 3

4.2 Szene 1, Aufzug 4

4.3 Szene 1, Aufzug 5

5 Interpretation

5.1 Der Monolog Palaestras

5.2 Eine untypische Wiedererkennungsszene

5.3 Zuflucht bei der Priesterin

6 Sprachliche Phänomene der Textstelle

6.1 Graphie

6.2 Phonologie

6.3 Morphologie

6.4 Syntax

6.5 Lexik

a) 192 „me impiavi“

b) 266 „longule“

7 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit einer literaturwissenschaftlichen und linguistischen Analyse der Verse 185-289 des Theaterstücks Rudens von Titus Maccius Plautus. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der griechischen Vorlage und der römischen Adaption durch Plautus zu untersuchen, wobei insbesondere die Integration von Elementen des italischen Stegreiftheaters in die literarische Komödie beleuchtet wird.

  • Die Synthese aus griechischer Neuer Komödie und italischem Stegreiftheater.
  • Strukturelle Analyse der dramatischen Monologe der Palaestra und Ampelisca.
  • Die Funktion und Sprachverwendung der Figuren in der Wiedererkennungsszene.
  • Untersuchung sprachlicher Besonderheiten, wie Graphie, Phonologie und spezifische Lexik.
  • Die Rolle des römischen Publikumsgeschmacks als Triebfeder für plautinische Innovationen.

Auszug aus dem Buch

5.1. Der Monolog Palaestras

Mit anapästischen Trimetern bricht Palaestra die über 184 Verse dauernde Abfolge iambischer Senare (1-184) ab und beginnt ihr Canticum. Entsprechend operettenhaft wirkt die Gesangseinlage, zu der der ruppige, nur gesprochene Dialog zwischen Daemones, Sceparnio und Plesidippus einlud. Und die beginnt gleich im ersten Vers in hochstilisierter Diktion, was sich als programmatisch für den gesamten Monolog und für Palaestras Auftritt überhaupt erweisen wird. Mit einem Paradoxon (nimio... minus), das sie in ein Hyperbaton kleidet und durch die m-Alliteration (minus miserae memorantur) verstärkt, beklagt die gestrandete Palaestra ihre gegenwärtige Situation. Damit fällt auch schon der Schlüsselbegriff für den ersten Abschnitt des Monologs, der sich von V. 185 bis 189 erstreckt: Klage. Wortreich und eloquent (rhetorische Fragen, Alliterationen – orna­tu ornatam, in incertas, etymologische Figur – ornatu ornatam, Ellipse – complacitumst, me ... eiectam , Anapher – hancine ego ... hancine ego) läßt Plautus als Kind Entführte ihr Leid klagen, wobei er ihr mit hoc ornatu ornatam, eine bissige Ironie in den Mund legt, wissen wir doch, dass sie mit triefnasser Kleidung, voller Tang und daran haftenden Muscheln (704) auf die Bühne trat. In ihrer Klage evoziert sie den Schicksalsgedanken, der auch am Schluß des Monologs wieder auftreten wird: fortunae ... miserae (185), acerbum (186), ad rem natam miseram (189) [vgl. serva forem nata (218)]. Wenn die junge Griechin im zweiten Abschnitt (V. 190-17a) zur Beteuerung ihrer Gottesfurcht übergeht, die sie bisher immer geübt hatte, so ist mit beiden Abschnitten der erste Monologteil klar umrissen: Thema ist die Vergangenheit. Diese bekommt durch den zweiten Abschnitt eine positive Konnotation, denn hier beschwört Palaestra mit dem hyperbolisch anmutenden Ausdruck ob pietatem praecipuam (scil. meam) ihre überaus große Frömmigkeit aus guten alten Zeiten herauf, was auch das leicht überlesene zweimalige ego nicht mehr so unschuldig erscheinen läßt: Wie sollte ich bei meiner Frömmigkeit solches erleiden? Dieses gesunde Selbstbewußtsein der jungen Frau wird uns noch an anderer Stelle begegnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung bietet einen Abriss über die Forschungsgeschichte zu Plautus und setzt sich kritisch mit den Vorwürfen der bloßen Kopie griechischer Vorlagen auseinander.

2 Das Theater zur Zeit des Plautus: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Einflüsse, von der griechischen Komödie bis zur italischen Stegreiftradition, die die römische Komödiendichtung prägten.

3 Die Textstelle: Hier werden die agierenden Personen eingeführt und die dramaturgische Einbettung der analysierten Verse in den Handlungsverlauf des Rudens dargelegt.

4 Übersetzung: Dieser Abschnitt liefert eine vollständige deutsche Übersetzung der untersuchten Szenen 3, 4 und 5 aus dem ersten Aufzug.

5 Interpretation: Das Kapitel bietet eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Analyse der Monologe von Palaestra und Ampelisca sowie der Interaktion mit der Priesterin.

6 Sprachliche Phänomene der Textstelle: Eine linguistische Untersuchung, die Besonderheiten in Graphie, Phonologie, Morphologie, Syntax und spezifischer Lexik der gewählten Textstelle aufarbeitet.

7 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie Plautus griechische Stoffe mit römischem Geist und italischen Traditionen zu einer eigenständigen, beim Publikum erfolgreichen Kunstform verschmolz.

Schlüsselwörter

Plautus, Rudens, römische Komödie, italische Stegreiftradition, Palästra, Ampelisca, Palaestra, Anagnorisis, Theater der Antike, literarische Adaption, linguistische Analyse, Altlatein, Canticum, Theatergeschichte, Bühnentradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Verse 185-289 des plautinischen Theaterstücks Rudens und untersucht dabei das Zusammenspiel von griechischen literarischen Einflüssen und römischen Traditionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die dramatische Struktur der Monologe, den kulturellen Kontext des römischen Theaters sowie eine detaillierte sprachliche Untersuchung der antiken Textstelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den "Spagat" des Plautus aufzuzeigen, wie er traditionelle griechische Elemente mit dem Geschmack und der Lebenswelt des zeitgenössischen römischen Publikums in Einklang brachte.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert literaturwissenschaftliche Interpretationsansätze mit linguistischen Methoden zur Analyse von Graphie, Phonologie, Morphologie und Syntax der lateinischen Sprache.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine textnahe Übersetzung, eine detaillierte Interpretation der dramatischen Szenen und eine linguistische Untersuchung ausgewählter sprachlicher Phänomene.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Plautus, Rudens, italische Stegreiftradition, Anagnorisis, linguistische Analyse und römische Komödie charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Figur der Palaestra in dieser Untersuchung?

Palaestra steht als zentrale Figur im Fokus, insbesondere ihr Monolog, der ihre Vergangenheit und Gottesfurcht thematisiert und ihr dramatisches Profil im Stück schärft.

Warum ist die Untersuchung von Wörtern wie "impiavi" und "longule" wichtig?

Diese Begriffe dienen als Beispiele für die spezifische plautinische Lexik und zeigen auf, wie der Autor durch bewusste Wortwahl sowohl den antiken Kontext als auch die Bedürfnisse des damaligen Theaters bediente.

Excerpt out of 37 pages  - scroll top

Details

Title
Zu: Titus Maccius Plautus - Rudens
Subtitle
Verse 185 - 289
College
University of Heidelberg  (Seminar für Klassische Philologie)
Course
Plautus - Rudens
Grade
1,5
Author
Kai-Uwe Heinz (Author)
Publication Year
2001
Pages
37
Catalog Number
V82969
ISBN (eBook)
9783638896788
ISBN (Book)
9783638904940
Language
German
Tags
Titus Maccius Plautus Rudens Plautus Rudens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kai-Uwe Heinz (Author), 2001, Zu: Titus Maccius Plautus - Rudens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82969
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  37  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint