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Theorie der Tobin-Steuer und Ansätze und Probleme ihrer politischen Umsetzung

Title: Theorie der Tobin-Steuer und Ansätze und Probleme ihrer politischen Umsetzung

Seminar Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Rene Treiber (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Die sog. Tobin-Steuer ist ein Phänomen. Sie wurde vor etwa drei Jahrzehnten vorgestellt und fand damals eher geringe Beachtung. Mitte der 90. Jahre des 20. Jahrhunderts kehrte sie zurück und war plötzlich Teil von politischen Diskussionen auf nationaler und internationaler Ebene. Verschiedene Währungskrisen hatten dazu geführt, dass die reibungslose Funktionsweise der internationalen Kapitalmärkte in Frage gestellt wurde und die Idee Tobins plötzlich enormes Aufsehen erregte.
So wurde die Tobin Steuer beispielsweise 1995 auf einem Symposium der Vereinten Nationen diskutiert. Insbesondere aufgrund der Einnahmen welche die Einführung dieser Steuer erbringen würde, sollten noch viele weitere solcher Debatten folgen (Sueddeutsche Zeitung Online Ausgabe, 2001). 1998 wurde in Frankreich die Nichtregierungsorganisation ATTAC gegründet. Diese Organisation trägt die Forderung nach der Einführung der Tobin Steuer gar als Teil ihres Namens. ATTAC steht für „Association pour une Taxation des Transaction financieres pour l'Aide aux Citoyens“, zu Deutsch „Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen“ (Attac, 2005). Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos 2005 fand die letzte größere internationale Debatte über die Tobin Steuer statt. Gerhard Schröder, Jacques Chirac und viele andere Politiker sprachen sie für deren Einführung aus (Der Tagesspiegel Online, 2005).
Doch ist die Tobin Steuer nun tatsächlich „ein Konzept mit Zukunft“ (Attac, 2004) oder eher eine Idee der Vergangenheit? Diese Seminararbeit versucht zur Klärung dieser Frage beizutragen. Sie beinhaltet erstens eine Zusammenfassung der Diskussion aus wissenschaftlicher Sicht (Kapitel 1). Zweitens wird die Durchführung von Kapitalverkehrskontrollen, die der Tobin Steuer in vielen Gesichtspunkten ähnlich sind, näher betrachtet und der Versuch unternommen daraus weitere Aussagen über die mögliche Umsetzung der Tobin Steuer zu erhalten (Kapitel 2).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theorie der Tobin Steuer

1.1 Grundidee

1.2 Wirkung der Steuer

1.3 Vor- und Nachteile

1.3.1 Argumente für die Steuer

1.3.2 Argumente gegen die Steuer

1.4 Erweiterungen

1.4.1 Verhinderung der Steuerumgehung

1.4.2 Splittung der Steuer

2. Ansätze und Probleme der politischen Umsetzung

2.1 Tobin Steuer und Kapitalverkehrskontrollen

2.2 Kapitalverkehrskontrollen als Ansätze der politischen Umsetzung

2.2.1 Chile

2.2.2 Slowenien

2.2.3 Malaysia

2.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht das Konzept der Tobin-Steuer auf ihre theoretische Begründung sowie ihre praktische Umsetzbarkeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die Steuer ein zukunftsfähiges Instrument zur Stabilisierung internationaler Finanzmärkte darstellt oder lediglich eine theoretische Idee der Vergangenheit bleibt.

  • Theoretische Grundlagen und Wirkungsweise der Tobin-Steuer
  • Wissenschaftliche Kontroverse: Pro- und Contra-Argumente
  • Analyse praktischer "Tobin-Steuer ähnlicher" Kapitalverkehrskontrollen
  • Fallstudien zur Effektivität in Chile, Slowenien und Malaysia
  • Diskussion der politischen Umsetzbarkeit und Hürden

Auszug aus dem Buch

1.1 Grundidee

Die Idee der Besteuerung von Devisentransaktionen stammt von dem amerikanischen Ökonomen James Tobin. Seinen ursprünglichen Vorschlag publizierte er in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. 1974 legte er erstmals die Grundüberlegungen zu einer solchen Steuer kurz dar (Tobin, 1974, S.88-89). Die erste ausführliche Darstellung der sog. Tobin Steuer folgte dann vier Jahre später (Tobin, 1978, S. 153-159). Tobins Überlegungen basieren auf der These, dass kurzfristigen Finanzspekulationen Einhalt geboten werden muss. Damit greift er einen Gedanken auf, der in ähnlicher Form bereits bei Keynes zu finden ist. Dieser vergleicht den Handel mit Wertpapieren an der Wall Street mit den „Tätigkeiten eines Spielsaales“ (Keynes, 1952, S. 134), da dort die Spekulation im Vordergrund stünde. Keynes stellt des Weiteren fest, dass „Spielsäle im öffentlichen Interesse unzugänglich und kostspielig sein sollten“ (ebenda, S. 134).

Dem Vorschlag Tobins liegt die Beobachtung zugrunde, dass, nachdem die USA 1973 das System der festen Wechselkurse von Bretton Woods aufgekündigt hatten, ein zunehmender Anstieg in der Volatilität der Wechselkurse zu beobachten war. Tobin führt dies auf eine steigende Anzahl kurzfristiger, spekulativer Geldmarkttransaktionen zurück. Er sieht in der enormen internationalen Mobilität der privaten Kapitalströme eine Bedrohung. Kurzfristige Devisenspekulationen verhindern laut Tobin signifikante Zinsunterschiede zwischen einzelnen Volkswirtschaften. Dies nimmt den jeweiligen Regierungen und Zentralbanken die Möglichkeit eine autonome und an die wirtschaftliche Situation ihres Landes angepasste Geld- und Fiskalpolitik zu betreiben (Tobin, 1978, S. 154).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Entwicklung und Relevanz der Tobin-Steuer sowie Darlegung des Aufbaus der Seminararbeit.

1. Theorie der Tobin Steuer: Erläuterung der ökonomischen Grundidee, der mathematischen Wirkungsweise sowie Darstellung der wissenschaftlichen Argumente pro und contra der Steuer.

2. Ansätze und Probleme der politischen Umsetzung: Analyse von Kapitalverkehrskontrollen in Chile, Slowenien und Malaysia als empirische Beispiele und kritische Würdigung der Umsetzbarkeit einer echten Tobin-Steuer.

Schlüsselwörter

Tobin-Steuer, Finanzspekulation, Devisentransaktionen, Wechselkursvolatilität, Kapitalverkehrskontrollen, Währungskrisen, Finanzmarktregulierung, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Chile, Slowenien, Malaysia, Kapitalabfluss, Kapitalzufluss, Noise Trading.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Tobin-Steuer, einem Instrument zur Besteuerung von Devisentransaktionen, um kurzfristige Spekulationen an den Finanzmärkten zu verringern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Tobin-Vorschlags, die wissenschaftliche Debatte über Vor- und Nachteile sowie die empirische Analyse bereits durchgeführter Kapitalverkehrskontrollen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Status der Tobin-Steuer als zukünftiges politisches Konzept zu evaluieren und durch die Untersuchung ähnlicher realer Maßnahmen Rückschlüsse auf deren Wirksamkeit zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Diskussionsanalyse, die ergänzt wird durch die Auswertung empirischer Fallbeispiele aus verschiedenen Ländern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion der Besteuerung sowie eine detaillierte Analyse der Umsetzung von Kapitalverkehrskontrollen in Chile, Slowenien und Malaysia.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit gekennzeichnet?

Wichtige Begriffe sind Tobin-Steuer, Finanzspekulation, Kapitalverkehrskontrollen, Volatilität und geldpolitische Autonomie.

Warum wird die Tobin-Steuer als "Phänomen" bezeichnet?

Weil sie nach ihrem ursprünglichen Vorschlag in den 1970er Jahren fast in Vergessenheit geriet, aber durch verschiedene Währungskrisen der 1990er Jahre plötzlich wieder zu einem zentralen Thema internationaler Debatten wurde.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur praktischen Umsetzung?

Die Umsetzung einer "echten" multilateralen Tobin-Steuer wird als höchst unwahrscheinlich eingestuft, da ein internationaler Konsens fehlt und die Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten bleibt.

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Details

Title
Theorie der Tobin-Steuer und Ansätze und Probleme ihrer politischen Umsetzung
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Course
Volkswirtschaftslehre
Grade
1,7
Author
Rene Treiber (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V82976
ISBN (eBook)
9783638896887
Language
German
Tags
Theorie Tobin-Steuer Ansätze Probleme Umsetzung Volkswirtschaftslehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rene Treiber (Author), 2006, Theorie der Tobin-Steuer und Ansätze und Probleme ihrer politischen Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82976
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