"Agent Orange". Die Auswirkungen von Napalm während des Vietnamkrieges


Seminararbeit, 2006
16 Seiten, Note: 2

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 DER VIETNAMKRIEG

3 POLITISCHE HINTERGRÜNDE

4 WAS IST AGENT ORANGE?
4.1 Chemische Zusammensetzung

5 AUSWIRKUNGEN AUF DIE UMWELT
5.1 Unmittelbare Folgen:
5.2 Spätfolgen

6 AUSWIRKUNGEN AUF DEN MENSCHEN
6.1 Auswirkungen auf die erste Generation
6.2 Auswirkungen auf nachfolgende Generationen

7 ENTSCHÄDIGUNGEN

8 HILFSORGANISATIONEN IN VIETNAM
8.1 Kinderhilfe Hyvong
8.2 Das Dorf der Freundschaft

9 ZUSAMMENFASSUNG

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 EINLEITUNG

Zwischen 1964 und 1975 starben unzählige Menschen im Vietnamkrieg, nicht nur durch Bomben sondern auch durch chemische Waffen und Gifte. Dioxinhaltige Gifte wurden eingesetzt, die die Umwelt und die Menschen in ihrer Umgebung sehr schädigten. Die Folgen des Krieges sind bis zum heutigen Tag noch präsent.

Nicht nur Agent Orange Opfer leiden an schweren und oft unheilbaren Krankheiten, ebenso die nächsten Generationen sind davon betroffen und haben gesundheitliche Schäden.

Da Vietnam ein sehr armes Land ist, ist die Versorgung der Veteranen und behinderten Menschen nur sehr schwer. Von außen wurde noch keine finanzielle Hilfe geleistet, da sich die Produzenten des Giftes und die US–Regierung als nichtschuldig sehen.

In den letzten Jahren wurden jedoch Hilfsorganisationen für Kinder und behinderte Menschen gegründet, die ihnen das Leben und den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtern.

Nun stellt man sich die Fragen:

- Wozu wurde Agent Orange eingesetzt und welche Konsequenzen verursacht es?
- Weshalb wurde den vietnamesischen Opfern noch nicht geholfen?

In den nächsten Seiten werden wir versuchen diese Fragen und noch weitere Aspekte genauer zu erläutern.

2 DER VIETNAMKRIEG

Der Vietnamkrieg war in vielerlei Hinsicht ein direkter Nachfolger des Indochinakrieges zwischen Frankreich und den vietnamesischen Kommunisten. 1954 besiegten die kommunistischen, vietnamesischen Streitkräfte die französische Kolonialarmee und erlangten somit die Unabhängigkeit. Für eine kurze Zeit gab es dadurch ein Vietnam mit einem kommunistischen Norden und einem nichtkommunistischen und westlich orientierten Süden.

Da man bei den darauf folgenden Wahlen einen Sieg des Nordens befürchtete, wurde das Votum von der südvietnamesischen Regierung mit Unterstützung der US-Regierung annulliert. Die Bildung der Nationalen Befreiungsfront, Gegensatz zur südvietnamesischen Regierung, war die Reaktion auf diese Annullierung. Als Antwort darauf unterstützen die USA den Süden mit militärischer Beratung, die ehemalige UdSSR versorgte den vietnamesischen Norden mit Waffen

Im August 1964, mit dem Zwischenfall im Golf von Tonking, begann der Vietnamkrieg und dauerte bis zum Jahre 1975. Es kämpften zwei Militärbündnisse gegeneinander: Auf der einen Seite war das Militärbündnis der USA, der Republik Vietnam (Südvietnam), Australien und Südkorea, die andere Seite bestand aus einem Militärbündnis der Demokratischen Republik Vietnam und der Nationalen Befreiungsfront (Viet Cong).

(http://www.freitag.de/2005/08/05080901.php; http://www.pharmtech.tu-bs.de/pharm­gesch/Seminar/agent%20orange-Dateien/agent%20orange.htm)

3 POLITISCHE HINTERGRÜNDE

Im Mai 1961 flog der amerikanische Vizepräsident Lyndon B. Johnson nach Saigon, um über die zukünftige amerikanische Hilfe zu verhandeln. Nach den Besprechungen kam es zu folgenden Ergebnissen:

Eines der Ergebnisse war ein militärisches Test- und Entwicklungszentrum in Vietnam (CDTC) unter der Führung des Pentagons. Das Ziel von CDTC war die Entwicklung von Strategien und Waffen für die Bekämpfung von Aufständen.

Ein weiteres Ergebnis der Verhandlung waren die Programme „Trail Dust“ und „Operation Ranch Hand“.

Das Ziel dieser beiden Programme war die Entlaubung und somit eine vollständige Vernichtung der Wälder und Nutzpflanzen. Die Wälder dienten zur Tarnung und als Versorgungswege. Auch das Ackerland wurde vernichtet, um dem Gegner Nahrungsgrundlagen zu entziehen. Entlaubt wurden auch die Umgebungen von Flugplätzen und Militärbasen (Jaeggi 2000).

Am 7. November 1961 wurden die fast reifen Ernte und das Land der Umgebung auf Auftrag des US-Verteidigungsminister Robert McNamara mit Agent Orange besprüht und zerstört.

4 WAS IST AGENT ORANGE?

Agent Orange ist ein flüssiges Herbizid und wurde als Aerosol aus Flugzeugen und Helikoptern gespritzt. In den 10 Jahren zwischen 1961 und 1971 wurden 72 bis über 90 Millionen Liter dieser Chemikalie versprüht. Schätzungsweise wurden 20% des südvietnamesischen Gebietes besprengt, viele Gebiete bis zu 5mal täglich. Agent Orange macht ca. 2/3 (40 Millionen Liter) aller verwendeten Pflanzengifte aus, darunter auch Agent Blue, White, Green, Pink, Purple,… (http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange).

Die vietnamesische Ärztin Ngoc Phuog errechnete, dass ca. 85 Milligramm der Dioxinverbindung TCDD ausreichen würden, um die Bevölkerung von New York auszulöschen – die in Vietnam versprühte Menge enthielt ca. 170kg TCDD.

Die Hersteller des Giftes waren Dow Chemical, Monsanto, Uniroyal und das deutsche Chemieunternehmen Boehringer (Jaeggi 2000). Aufgrund eines Fehlers bei der Produktion enthielt das in Vietnam eingesetzte Herbizid allerdings eine viel größere Menge des schädlichen Dioxins als das für die US-Landwirtschaft produzierte. Und zwar bis 50 ppm (parts per million) anstelle der 0,05 ppm (Jaeggi 2000).

4.1 Chemische Zusammensetzung

Agent Orange ist eine 50:50 Mischung der zwei Herbizide 2,4 - D (2,4 – Dichlorphenoxyessigsäure) und 2,4,5 T (Trichlorphenoxyessigsäure). Bei der Herstellung von 2,4,5 – T entsteht als unerwünschtes und unvermeidbares Nebenprodukt das Dioxin 2,3,7,8 – Tetrachlordbenzoparadioxin (TCDD) (Jaeggi 2000).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2,4-D (2,4- Dichlorphenoxyessigsäure) 2,4,5-T (2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure)

(aus: http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d31/31i.htm)

Dioxine sind langlebige Stoffe, die sich in der Umwelt und besonders im Boden anreichern. Über die Umwelt und die Pflanzen gelangen die Gifte in die tierische und menschliche Nahrungskette.

Wenn Dioxine in den Körper aufgenommen werden, werden diese im Fettgewebe bei Mensch und Tier gespeichert, da Dioxine sehr lipophil sind. Bei einer Vergiftung besteht keine Möglichkeit zur Entgiftung.

Durch Dioxine erfolgen keine Veränderungen der DNA, es kommt jedoch zu Problemen bei der Transkription und Translation der Gene. Somit führt Dioxin zu Schäden in der Entwicklung der menschlichen Zellen und damit zu Schäden des Embryos (Jaeggi 2000).

Der Ah – Rezeptor verbindet sich mit dem TCDD und aktiviert Gene, von denen jedes für andere Dioxinwirkungen verantwortlich ist. Eines der Gene verzögert bzw. stoppt das Zellwachstum und hemmt die Entstehung von Immunzellen (Jaeggi 2000). Dies führt zu einer lang andauernden Schwächung des Allgemeinzustandes.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
"Agent Orange". Die Auswirkungen von Napalm während des Vietnamkrieges
Hochschule
Universität Wien
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V83021
ISBN (eBook)
9783638890243
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Agent, Orange
Arbeit zitieren
Priska Wikus (Autor), 2006, "Agent Orange". Die Auswirkungen von Napalm während des Vietnamkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83021

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