Wahrnehmungen und Beobachtungen der Organisation, Institution und Interaktionen der Eingangshalle des allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien - Universitätskliniken


Seminararbeit, 2007
27 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Geschichte des AKH

4. AKH heute

5. Beschreibung des AKH

6. Wahrnehmung

7. Bezug zur eigenen Geschichte und deren Einfluss auf die Beobachtungen

8. Schlussfolgerungen

9. Literatur:

10. Internetquellen:

11. Abbildungen:

1. Einleitung

Was ist eine Organisation? – Auf den ersten Blick erscheint die Frage einfach und aus unserem Alltagsverständnis erklärbar. Und doch stellt sich bei eingehender Betrachtung die Frage, was denn genau die Kriterien einer Organisation darstellen. Ziel dieser Arbeit ist einerseits, diese Frage näher zu beleuchten und theoretische Hintergründe zu liefern und andererseits, unsere Beobachtungen im Feld, dem „Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken“, im Speziellen dem Eingangsbereich, damit in Verbindung zu setzen.

Nachstehend soll ein kurzer Überblick über die Inhalte der Arbeit gegeben werden:

Eine theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Organisation und Institution, sowie deren Unterscheidung findet im ersten Kapitel statt. Das zweite Kapitel widmet sich unserem „Untersuchungsfeld“, dem „Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken“, der Einfachheit wegen im Verlauf der Arbeit häufig kurz „AKH“ genannt und skizziert dessen geschichtlichen Hintergrund. Im dritten Kapitel wird das AKH aus heutiger Sicht dargestellt und soll einen Eindruck über die hierarchischen Strukturen anhand von Organigrammen vermitteln. Eine kurze Beschreibung der baulichen Gegebenheiten des AKH und eine ausführlichere Beschreibung, des von uns zur Beobachtung gewählten Haupteingangs, findet sich im Kapitel vier. Das darauf folgende fünfte Kapitel ist unseren Wahrnehmungen und Eindrücken gewidmet und im sechsten Kapitel erfolgt die Darstellung der persönlichen Erfahrungen, die zum Teil Einfluss auf unsere Beobachtungen nahmen. Das siebte und zugleich letzte Kapitel beschäftigt sich mit den Schlussfolgerungen, die sich im Laufe der Arbeit herauskristallisierten.

2. Begriffsklärung

Definition des Begriffes „Organisation“

Die Bezeichnung „Organisation“ leitet sich aus dem griechischen Begriff organon für „Werkzeug“ ab. Am treffendsten lässt er sich mit „Bewerkstelligung“ übersetzen und meint die Planung und auch Durchführung eines Vorhabens (http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation, Stand 10.12.2006).

In Meyers großem Taschenlexikon wird weiters zwischen dem Organisationsbegriff in der Gesellschaft und dem der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften unterschieden. Während im allgemeinen Sprachgebrauch ein „Verband zur Vertretung gemeinsamer Interessen und zur Erreichung gemeinsamer Ziele“ gemeint ist, bezeichnet der Begriff Organisation aus wissenschaftlicher Sicht einerseits die „Gesamtheit der Vorgänge des ordnenden Gestaltens“ und andererseits das „Ergebnis dieser Vorgänge“. Im Speziellen wird hier zwischen dem institutionalen, dem instrumentalen und dem funktionalen Organisationsbegriff unterschieden (Meyers großes Taschenlexikon, 1998).

Diese Vielschichtigkeit der Bezeichnung Organisation macht ein interdisziplinäres Arbeiten in den Organisationstheorien notwendig. Ziel ist es, das Entstehen, das Bestehen und die Funktionsweise von Organisationen zu erklären und zu versehen. Organisationstheorien sollen der Verbesserung der Organisationspraxis dienen (http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation, Stand 10.12.2006).

Das Verhältnis von Organisation und Individuum

Dirk Baecker betrachtet Organisationen als soziale Systeme, die nicht aus individuellen Mitarbeitern, sondern aus Kommunikationen bestehen und sich mithilfe einer besonderen Form der Kommunikation – nämlich Entscheidungen – reproduzieren. Daher muss alles, was für die Organisation von Bedeutung ist, zum Gegenstand von Entscheidungen gemacht werden.

Eine Voraussetzung – wahrscheinlich sogar die bedeutendste - für das Treffen von Entscheidungen ist Wissen. Es muss hier zwischen individuellem und sozialem

Wissen unterschieden werden. Dieses individuelle Wissen ist für die betreffende Organisation nämlich nur dann von Bedeutung, wenn es kommuniziert wird. Baecker spricht dann von einem in sozialen Systemen kommunizierten Wissen, in dem die Individuen und deren Wissen als Gegenstand des kommunizierten Wissen vorkommen können, aber nicht vorkommen müssen (Baecker 1999).

Unter gerade genannten Voraussetzungen darf man in keinem Fall die Diskrepanz zwischen den organisationalen und den individuellen Wissensstilen außer Acht lassen – Individuen wissen und vergessen anders, sie erinnern sich anders und gehen auch anders mit Enttäuschungen um. Dieses individuelle Wissen ist geprägt von unterschiedlichen Biographien, unterschiedlichen Erwartungen und Professionen. Jede Organisation verlangt hier als Teil der professionellen Arbeitsleistung den mitarbeitenden Individuen ab, diese Diskrepanzen zu verarbeiten und nimmt dabei gleichzeitig individuelle Pathologien in Kauf.

Folglich darf man also nur dann von Wissen in Organisationen sprechen, wenn man beachtet, dass es individuelles und kommuniziertes Wissen gibt. Oft widersprechen sie einander, stehen sich gegenseitig im Wege.

Definition des Begriffes „Institution“

Der Begriff „Institution“ – von lat. institutio für „Einrichtung, Erziehung, Anleitung“ – wird umgangssprachlich oft mit dem der Organisation gleichgesetzt, meint in der Soziologie aber eine mit Handlungsrechten und –pflichten belegte soziale Wirklichkeit, durch die Gemeinschaften nach innen und nach außen hin verbindlich wirken und handeln. Man bezeichnet eine Institution also als ein „Regelsystem, das eine bestimmte soziale Ordnung hervorruft“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Institution, Stand 10.12.2006).

Baecker fasst sich hier etwas kürzer – er beschreibt Institution als „eine Form gewordene Idee“ (Baecker 1999).

Ziel ist es, Ordnung in alltägliche Handlungen zu bringen und dadurch Unsicherheiten zu vermindern (http://de.wikipedia.org/wiki/Institution, Stand 10.12.2006).

Abgrenzung der Begriffe Institution und Organisation

Eine Institution überlebt unbekümmert und unbeschadet wechselnde Umwelten, ist vor allem selbst Umwelt für anderes. Die Außenseite der Institution stellt hierbei immer eine Idealversion ihrer Innenseite dar – sie regeneriert sich so immer wieder durch die Ansprüche an sich selbst. Voraussetzung hierfür ist, dass diese Ansprüche stets hochgehalten werden und dadurch die Wirklichkeit ausgeblendet wird.

Zum Unterschied dazu bestimmt sich die Organisation aus der Differenz zur Umwelt, sie ist nicht „Form gewordene Idee“ sondern „Form gewordene Differenz“. Während die Institution darauf spekuliert, dass sie, so wie sie ist, von anderen akzeptiert wird, bestimmt sich eine Organisation ständig neu und findet sich mit nichts ab (Baecker 1999).

Von der Institution zur Organisation

Baecker betont, dass jede Institution nur als Organisation zu verwirklichen ist – die Institution soll auf verschiedene Weise eine Verbindung zwischen Organisation und Gesellschaft herstellen (Baecker 1999).

Klaus Türk beschreibt einige Modelle:

- Kausalmodell (Ursache-Wirkungs-Beziehungen): Die Institutionen determinieren die Organisationsstrukturen.
- Teleologisches Modell (Grund-Folge-Beziehungen): Da die Organisationen den institutionellen Erwartungen entsprechen wollen, passen sie die Organisationsstrukturen an diese an.
- Koevolutionsmodell (Kovarianzbeziehungen): Institutionen und Organisationen bilden aufeinander bezogene Gestalten aus.
- Rekursionsmodell: Institutionen und Organisationen befinden sich zueinander in einer rekursiven Reproduktionsbeziehung.
- Innen-Außen-Modell (System-Umwelt-Beziehungen): Organisationen strukturieren sich auch unter Bezugnahme auf ihre institutionellen Umwelten.
- Teil-Ganzes-Modell: Organisationen sind Elemente institutioneller Systeme.
- Text-Kontext-Modell: Man kann die Bedeutung organisationaler Strukturen nur in Relation zu dem gesellschaftlichen Umfeld verstehen, in dem sie stehen.
- Konstitutionsmodell: Organisationen verkörpern institutionelle Strukturprinzipien.
- Modell struktureller Kopplung: Institutionen und Organisationen sind eigenständige Systeme, die im Kontext der gesellschaftlichen Umwelt in Relation zueinander ihre Strukturen produzieren.
- Reproduktionsmodell: Organisationen sind die gesellschaftlichen Orte der Reproduktion gesellschaftlicher Institutionen.
- Kontroll- oder Steuerungsmodell: Institutionen regulieren die organisationalen Strukturen und Prozesse.
- Idee-Realisierungsmodell: Organisationen setzen institutionelle Leitideen in die Wirklichkeit um.
- Totalitätsmodell: Institutionen und Organisationen sind funktionaler Ausdruck struktureller Grundprinzipien einer bestimmten Gesellschaftsformation; sie hängen nicht miteinander, sondern gemeinsam im Ganzen zusammen (Türk 2000).

3. Geschichte des AKH

Wenn man heute ins Wiener Allgemeine Krankenhaus geht, erblickt man beim Eingang eine Ehrentafel die an eine 300 jährige Geschichte erinnert. Die Leitpersonen, Franz Vranitzky, Erhard Busek, Helmut Zilk, Ferdinand Lacina, Hans Mayr und Sepp Rieder, die für die Eröffnung des AKH am 7. Juni 1994 verantwortlich sind, sind auf dieser Ehrentafel verewigt.

Ebenfalls findet man den Widmungsspruch aus dem Jahre 1784, der auch das alte AKH am Eingang zierte, „Saluti et solatio aegrorum“ („Zum Heil und zum Trost der Kranken“) wieder. Er bringt die Zuwendung zum leidenden Menschen zum Ausdruck.

Die Geschichte begann mit der Gründung, im Auftrag von Leopold I, des „Großarmen- und Invalidenhauses“, zwischen Alserstrasse, Spitalgasse und Garnisongasse im Jahre 1693. Zwei Jahre danach wurde dieses eröffnet und versorgte mehr als tausend Arme.

Während der Zeit Kaiser Josephs II kam es zum neuen Namen „Allgemeines Krankenspital“ dessen Eröffnung am 16. August 1784 stattfand.

In den darauf folgenden Jahren, durch den Fortschritt der Technik, Forschung, Medizin etc., kam es zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieformen. Diese „Erneuerungen“ verlangten Erweiterungsbauten.

Die Idee der „neuen Kliniken“ konnte wegen den Notzeiten und zwei Weltkriegen nicht zu Ende gebracht werden. Erst 1957 wurde beschlossen, einen neuen großen Zentralbau zu errichten.

Es wurden vier Bauabschnitte errichtet. Im Ersten, der 1964 entstand, wurde das Schulgebäude mit Internat und die Personalwohnhäuser errichtet.

Im Zweiten, 1968, findet man die Universitätskliniken für Kinderheilkunde, Psychiatrie, Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters, Tiefenpsychologie und Psychotherapie, und ein Kindertagesheim. Im Dritten Abschnitt wurde 1970 die Tiefgarage gebaut und das Vierte und Letzte ist das Haupthaus, dass 1974 gebaut wurde

(vgl. http://www.akhwien.at/documents/dasakh/Geschaeftsbericht_2005.pdf, Seite 5, Stand 19.12.2006).

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Wahrnehmungen und Beobachtungen der Organisation, Institution und Interaktionen der Eingangshalle des allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien - Universitätskliniken
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autoren
Jahr
2007
Seiten
27
Katalognummer
V83022
ISBN (eBook)
9783638890250
ISBN (Buch)
9783656208617
Dateigröße
994 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrnehmungen, Beobachtungen, Organisation, Institution, Interaktionen, Eingangshalle, Krankenhauses, Stadt, Wien, Universitätskliniken
Arbeit zitieren
Priska Wikus (Autor)S. Petrovic (Autor)A. und I. Hopferwieser (Autor), 2007, Wahrnehmungen und Beobachtungen der Organisation, Institution und Interaktionen der Eingangshalle des allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien - Universitätskliniken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83022

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