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"Just Birth - Wrongful Decision"

Von Gesetzen, Urteilen und deren Auswirkungen

Title: "Just Birth - Wrongful Decision"

Seminar Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Priska Wikus (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Diese Seminararbeit mit dem Titel „Just Birth – Wrongful Decision. Von Gesetzen, Urteilen und deren Auswirkungen“ beschäftigt sich mit der in Österreich geltenden Gesetzeslage zu Schwangerschaftsabbrüchen. Sie geht im Speziellen der Frage nach, welche gesetzlichen Grundlagen Schwangerschaftsabbrüche in Österreich ermöglichen und wie aktuelle Gerichtsurteile, die auf diesen Gesetzen basieren, das Handeln der Ärzte und Schwangeren beeinflussen können. So erscheinen besonders die erst kürzlich in den Medien präsenten Entscheidungen des obersten Gerichtshofes interessant, da ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hinsichtlich der Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung schwerwiegende Folgen haben.
Mittels ausführlicher Literaturrecherche – vorwiegend in juridischen Fachbüchern und im Internet – soll diese Arbeit sowohl einen Einblick in Österreichs Gesetze geben, als auch das Verständnis dieser bessern, um so die Entscheidungen des Höchstgerichtes fachlich verstehen und kritisch hinterfragen zu können.

Zu Beginn dieser Seminararbeit werden die verschiedenen Typisierungen des Schwangerschaftsabbruches erläutert. Dabei wird noch kein Bezug auf die spezielle Situation in Österreich genommen, sondern ein allgemeiner, international gültiger Einblick gegeben.
Aufbauend darauf wird die aktuelle Gesetzeslage in Österreich dargestellt, da sie die Hauptgrundlage für die weitere Argumentation bildet. Ein kritischer Blick auf diese Gesetze und ihre historische Entwicklung sollen ihre Schwachpunkte zeigen.
Darauf folgend werden zwei aktuelle Fälle der österreichischen Rechtssprechung vorgestellt und in Bezug zur Situation von Menschen mit Behinderung gesetzt.
In der abschließenden Conclusio sollen die Ergebnisse dieser Seminararbeit zusammengefasst werden und einige finale Überlegungen zum Nachdenken anregen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Typisierungen des Schwangerschaftsabbruches

1.1 Fristenmodell

1.2 Indikationsmodelle

1.2.1 Eugenische Indikation

1.2.2 Medizinische Indikation

1.2.3 Medizinisch-soziale Indikation

1.3 Kombinationsmodelle

2. Die Gesetzeslage in Österreich

2.1. Das Strafgesetzbuch

2.2 Kritische Diskussion dieser Gesetze

2.2.1 Die historische Entwicklung der Gesetzbücher

2.2.2 Die verpflichtende Beratung

2.2.3 Bestimmung des „Tatobjektes Mensch“

2.2.4 Werthaltung des Gesetzgebers

3. Aktuelle Rechtssprechung

3.1 Begriffsklärung

3.1.1 Wrongful Birth

3.1.2 Wrongful Life

3.2 Aktuelle Urteile des OGH

3.2.1 OGH-Urteil vom 25.5.1999

3.2.2 OGH-Urteil vom 7.3.2006

3.3 Diskussion dieser Urteile

3.4 Auswirkungen auf Ärzte und Schwangere

3.5 Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung

4. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle österreichische Rechtslage zu Schwangerschaftsabbrüchen und deren Auswirkungen auf die ärztliche Praxis sowie auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung. Zentral ist dabei die Auseinandersetzung mit der "Kind-als-Schaden-Problematik" und die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit der geltenden Gesetze.

  • Rechtliche Grundlagen und Typisierungen des Schwangerschaftsabbruchs
  • Kritische Analyse des österreichischen Strafgesetzbuches und ABGB
  • Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs (OGH) zur "Kind-als-Schaden-Problematik"
  • Ethische Implikationen und gesellschaftliche Konsequenzen der Urteilspraxis

Auszug aus dem Buch

3.5 Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung

Anknüpfend an die in Kapitel 3.3. erläuterte Problematik zur Aufrechnung des Unterhaltes für ein Kind kann man im Falle von Menschen mit Behinderungen diese Theorie weiterspinnen: Wegen einer Behinderung wird der Nachteil des Unterhaltsaufwandes für die Eltern nicht mehr durch die Existenz des Kindes aufgewogen, es ergibt sich ein negativer Saldo. Zwar könnte man hier argumentieren, dass nicht das Kind weniger Wert hätte als ein gesundes, sondern die Kosten dafür einfach höher wären, doch auch dieses Argument ist ethisch nicht haltbar. So würde es nämlich heißen: „Liebe behinderte Mitmenschen, ihr seid zwar nicht weniger wert als andere Menschen auch – aber den Aufwand, der euretwegen getrieben wird, rechtfertigt ihr nicht.“ (a.a.O., 8). Übersetzt auf die „wrongful birth“-Urteile des Höchstgerichtes bedeutet es, dass bei Erstattung des gesamten Unterhaltes der „Wert“ des Kindes bei Null angesetzt wurde. Eine derartige negative Bewertung von Menschen mit Behinderung schockiert und ängstigt zugleich.

Wieso sollte denn auch die Gesellschaft Menschen mit Behinderung unter die Arme greifen, wenn ihre Existenz ein „kostspieliges Hobby“ ist, zu dem niemand mehr gezwungen ist? Cornides (2007, 23) hält hier fest, dass die bereits getroffenen Entscheidungen des obersten Gerichtshofes auch für bereits geborene behinderte Kinder nicht folgenlos bleiben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Relevanz aktueller OGH-Entscheidungen und des methodischen Vorgehens mittels Literaturrecherche.

1. Typisierungen des Schwangerschaftsabbruches: Überblick über internationale Modelle wie Fristen-, Indikations- und Kombinationsmodelle.

2. Die Gesetzeslage in Österreich: Darstellung des Strafgesetzbuches und des ABGB sowie eine kritische Hinterfragung der historischen Entwicklung und der Beratungsregelung.

3. Aktuelle Rechtssprechung: Analyse der OGH-Urteile zur Schadensersatzproblematik und deren Auswirkungen auf die medizinische Praxis und Behindertenethik.

4. Conclusio: Zusammenfassende Einschätzung der geltenden Rechtslage und Plädoyer für eine notwendige gesetzliche Reform.

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsabbruch, Österreich, Strafgesetzbuch, ABGB, Eugenische Indikation, Wrongful Birth, Wrongful Life, Oberster Gerichtshof, OGH, Kind-als-Schaden-Problematik, Menschen mit Behinderung, Schadensersatz, Medizinische Ethik, Pränataldiagnostik, Gesetzgeber

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die österreichische Rechtslage zu Schwangerschaftsabbrüchen und deren Auswirkungen im Kontext der aktuellen höchstgerichtlichen Rechtsprechung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen rechtliche Typisierungen von Schwangerschaftsabbrüchen, die kritische Diskussion der Gesetzeslage und die ethischen Folgen der sogenannten „Kind-als-Schaden-Problematik“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die gesetzlichen Grundlagen zu erläutern und ein tieferes Verständnis für die Entscheidungen des Höchstgerichts zu schaffen, um diese fachlich kritisch hinterfragen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer ausführlichen Literaturrecherche, insbesondere unter Einbeziehung juridischer Fachbücher und relevanter Internetquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Gesetzeslage in Österreich, eine kritische Diskussion der Gesetze und eine Analyse aktueller Urteile des OGH.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Schwangerschaftsabbruch", "Wrongful Birth", "Kind-als-Schaden-Problematik" und "Eugenische Indikation" maßgeblich bestimmt.

Wie bewertet die Autorin die Auswirkungen auf Ärzte?

Die Autorin warnt davor, dass der Druck durch Schadensersatzforderungen Ärzte dazu zwingen könnte, Risiken für den Fötus übermäßig drastisch darzustellen, um sich rechtlich abzusichern.

Welche Kritik wird an der "Kind-als-Schaden-Problematik" geäußert?

Kritisiert wird insbesondere, dass durch die rechtliche Aufrechnung von Unterhaltskosten behinderte Kinder als finanzieller "Schaden" deklariert werden, was der Menschenwürde widerspricht.

Was fordert die Autorin in der Conclusio?

Sie fordert eine Gesetzesreform, die an die medizinische Entwicklung angepasst ist und die Diskriminierung durch das aktuelle ungestufte Indikationsmodell beendet.

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Details

Title
"Just Birth - Wrongful Decision"
Subtitle
Von Gesetzen, Urteilen und deren Auswirkungen
College
University of Vienna
Grade
2
Author
Priska Wikus (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V83023
ISBN (eBook)
9783638890267
ISBN (Book)
9783656201816
Language
German
Tags
Just Birth Wrongful Decision
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Priska Wikus (Author), 2007, "Just Birth - Wrongful Decision", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83023
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