In folgender Hausarbeit soll die Bedeutung der Freiheit im Begriff der Eudaimonia bei Aristoteles dargelegt werden. Im Zusammenhang mit „Eudaimonia“ gibt es viele Aspekte, die auf den ersten Blick näher liegen, um sie für eine eingehende Untersuchung heranzuziehen, so zum Beispiel Lust, Denken, gutes Handeln, Handlungsethik allgemein oder auch ein Vergleich der Eudaimonia nach Aristoteles mit einer anderen philosophischen Definition des Glücksbegriffs, nicht jedoch Freiheit. Im Verlauf der Hausarbeit soll deutlich werden, dass der Begriff der Freiheit ein elementarer, wenn auch oft vernachlässigter Bestandteil der Eudaimonia nach Aristoteles ist. Vernachlässigt wird dieser Aspekt häufig, da er vorausgesetzt und in einem bestimmten Umfang als selbstverständlich erachtet wird. Diese Hausarbeit soll nun eben diese Voraussetzungen aufzeigen und somit die Bedeutung, die Wichtigkeit der Freiheit herausarbeiten. Hierzu soll zuerst der Begriff „Eudaimonia“ erläutert und im Gesamtwerk „Nikomachische Ethik“ ein-geordnet werden. Anschließend wird Eudaimonia auf die Funktion als Lebensziel zu dienen hin untersucht. Diese Darlegungen bilden den ersten Teil der Hausarbeit. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Freiheit. Zuerst soll der Begriff der Autarkie erklärt und erläutert werden. Anschließend sollen Bezüge zwischen Freiheit und Unabhängigkeit vom Äußeren hergestellt werden. Folglich soll auf ethisches Handeln eingegangen werden, was im Umfang der Begriffe Freiwilligkeit und Verantwortung erfolgen soll. So wird letztendlich im Rahmen einer kurzen Zusammenfassung die Bedeutung der Freiheit dargelegt. Der Schlussteil soll die gesamte Hausarbeit knapp reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eudaimonia
2.1 Der Aristotelische Begriff der Eudaimonia
2.2 Eudaimonia als Lebensziel
3. Freiheit
3.1 Der Begriff der Autarkie
3.2 Unabhängigkeit vom Äußeren
3.3 Freiwilligkeit
3.4 Die Bedeutung der Freiheit
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die oft vernachlässigte, jedoch zentrale Rolle des Freiheitsbegriffs innerhalb der aristotelischen Eudaimonia. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Freiheit nicht nur eine notwendige Voraussetzung für ein glückliches Leben darstellt, sondern auch als dessen konstitutives Element und Ergebnis verstanden werden kann.
- Der aristotelische Glücksbegriff (Eudaimonia)
- Das Konzept der Autarkie und Selbstgenügsamkeit
- Freiwilligkeit als Grundlage moralischer Verantwortung
- Die geistige Schau als höchste Form der Freiheit
- Der Zusammenhang zwischen ethischem Handeln und Persönlichkeitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Begriff der Autarkie
Autarkie ( „von αύτάρκεια, das Genügen an sich selber, bzw. selbstgenügend“) hat zwei Bedeutungstendenzen, eine negative: zurückstoßen, sich verschließen, abwehren, und eine positive: helfen, hinreichen, genügen. Bei Aristoteles wird Autarkie positiv aufgefasst, sie schließt eine Existenz als Mittel aus. Nur das Geistige genügt sich selbst, denn nur das Verharren in der geistigen Schau ist kein Mittel um letztendlich etwas anderes zu erreichen. Das Geistige ist bereits das oberste Ziel. Alles andere, alles, was Mittel ist, kann nicht um seiner selbst Willen getan werden. Als Beispiel führt Aristoteles die Kriegskunst an „niemand wählt ja den Krieg um des Krieges willen, und niemand rüstet deshalb zum Krieg. Dem höherem Ziel liegen alle Mittel zugrunde. Bei dem höchsten Ziel kann es sich nicht um ein Mittel handeln, da es ein Endziel sein muss. Eine Mittel-Ziel-Kette muss ein Ende haben.
So hat folgende Kette „… - Sattelkunst – Reitkunst - Kriegskunst - …“ ihr vorläufiges Ende in der Staatskunst. Es ist an dieser Stelle nicht weiter zu untersuchen, ob das Ziel der Staatskunst ein Führen eines sicheren, glücklichen Lebens für jeden Bewohner des Staates, also Eudaimonia ist, oder wie die Beziehung zwischen den beiden Zielen ist. Ein Ziel kann also nicht ausschließlich Mittel oder Ziel sein, sondern ist immer beides. Es sei denn, es handelt sich um das Endziel. Tut man etwas der Freude wegen, aber gleichzeitig auch, weil man es muss, ist die Handlung gleichermaßen Mittel und Ziel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, dass Freiheit ein wesentlicher, aber häufig unterschätzter Aspekt der Eudaimonia bei Aristoteles ist, und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
2. Eudaimonia: Dieses Kapitel erläutert den aristotelischen Begriff der Eudaimonia als aktive Verwirklichung und tiefes, durch eigenes Handeln erreichbares Lebensziel, das sich von bloßem Zufallsglück unterscheidet.
2.1 Der Aristotelische Begriff der Eudaimonia: Es wird dargelegt, dass Eudaimonia als dauerhafte, innere Zufriedenheit durch sittlich gutes Handeln erreicht wird und als Grundlage für eine objektive Handlungsethik dient.
2.2 Eudaimonia als Lebensziel: Hier werden die von Aristoteles unterschiedenen Lebensformen analysiert, wobei das bios theoretikos (das Leben der geistigen Schau) als höchste Form der Eudaimonia herausgearbeitet wird.
3. Freiheit: Dieses Hauptkapitel widmet sich der systematischen Erschließung des Freiheitsbegriffs und dessen verschiedenen Dimensionen im Kontext der aristotelischen Ethik.
3.1 Der Begriff der Autarkie: Der Begriff der Autarkie wird hier als positive Selbstgenügsamkeit definiert, bei der das Handeln um seiner selbst willen (als Selbstzweck) im Vordergrund steht.
3.2 Unabhängigkeit vom Äußeren: Dieser Abschnitt zeigt auf, dass der Ausübende der geistigen Schau durch seine Ungebundenheit gegenüber äußeren Umständen und Hilfsmitteln größtmögliche Freiheit erlangt.
3.3 Freiwilligkeit: Es wird untersucht, inwiefern Entscheidungsfreiheit und die damit einhergehende Verantwortung für das eigene Handeln unabdingbare Voraussetzungen für den Status des freien Menschen sind.
3.4 Die Bedeutung der Freiheit: Dieses Kapitel fasst die vorangegangenen Aspekte zusammen und zeigt die enge Verflechtung von Freiheit als Voraussetzung und zugleich als Folge eines in Eudaimonia geführten Lebens auf.
4. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Bedeutung von Aristoteles' Ansatz für eine tatsächliche Persönlichkeitsentwicklung und eine ethische Verbesserung des Handelns.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Eudaimonia, Freiheit, Autarkie, Freiwilligkeit, Verantwortung, Geistige Schau, Glückseligkeit, Handlungsethik, Selbstzweck, Lebensziel, bios theoretikos, sittliches Handeln, Unabhängigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Bedeutung und den Stellenwert des Freiheitsbegriffs im Kontext der aristotelischen Eudaimonia, also dem Konzept der Glückseligkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Glücksbegriff bei Aristoteles, die Autarkie, die Freiwilligkeit von Handlungen sowie die Unabhängigkeit vom Äußeren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Hypothese zu belegen, dass Freiheit ein elementarer, wenn auch oft vernachlässigter Bestandteil der Eudaimonia ist, der als Voraussetzung und Folge des aristotelischen Lebensentwurfs dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer philologisch-philosophischen Textanalyse der „Nikomachischen Ethik“ unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung der Eudaimonia und eine detaillierte Analyse der Freiheitsaspekte wie Autarkie, Unabhängigkeit und Freiwilligkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Eudaimonia, Autarkie, Freiheit, geistige Schau, Freiwilligkeit und Verantwortung definieren.
Warum spielt die Autarkie eine so wichtige Rolle?
Autarkie ist für Aristoteles die Voraussetzung dafür, dass eine Tätigkeit (wie die geistige Schau) um ihrer selbst willen ausgeübt wird und nicht bloß als Mittel zu einem anderen Zweck dient.
Kann man nach Aristoteles wirklich frei entscheiden, ob man glücklich ist?
Ja, sofern man nicht unter direktem Zwang oder in Gefangenschaft lebt, liegt es laut Aristoteles am Handelnden selbst, durch seine Taten und seine Lebensführung seine Eudaimonia aktiv mitzubestimmen.
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- Yvonne Müller (Author), 2006, Die Bedeutung der Freiheit in dem Begriff der Eudaimonia bei Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83032