Medienphilosophie - Martin Seel


Hausarbeit, 2006

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Medium
2.1 Kategorisierung der Medien

3 Realität

4 Moderater Realismus und moderater Konstruktivismus

5 Eröffnet uns der umfassende Computer eine neue Welt?
5.1 Bedeutet der Cyberspace das Verschwinden unserer Realität?

6 Schlussbemerkungen

1 Einleitung

In dieser Abhandlung steht Martin Seels Abhandlung „Medien der Realität und Realität der Medien“ im Mittelpunkt der Betrachtungen. Thema des hier besprochenen Textes sind die neuen Medien, und inwieweit deren Nutzung auf den Menschen und seine Weltzugänge Einfluss haben. Die Frage wird beantwortet, ob es ein umfassendes Medium geben könne, welches alle anderen ersetzen könne und was dies für das menschliche Leben bedeuten würde. Um die Argumentation Seels nachvollziehbar zu gestalten, werden zunächst Seels Begriffe von Medium und Realität sowie den damit verbundenen Weltzugängen geklärt. Darauf aufbauend wird der Stellenwert der neuen Medien am Beispiel des umfassenden Computers betrachtet. Das führt schlussendlich zur Beantwortung der Ausgangsfrage.

2 Medium

„Medien sind Zugänge, die etwas gegeben sein lassen.“(Seel, 248)

Martin Seel sieht die Medien als Grundlage jeder Erkenntnis, er möchte in seinem Text „die generelle Medialität unserer Weltzugänge“ aufzeigen. (Seel, 245)

Seel übernimmt Niklas Luhmanns Medienbegriff von Medium und Form.(Seel, 245) Luhmann hat einen sehr funktionalen Kunstbegriff. Warum übernimmt er ihn allerdings explizit anstatt einen eigenen Medienbegriff zu entwickeln? Man kann sagen, dass es Seel nicht um die einzelnen Medien an sich geht, sondern vielmehr könnte man es so sehen, dass sein Interesse „der spezifischen Vermitteltheit des menschlichen Weltverhältnisses“, also der Medialität an sich, gilt. (Blank, 253) Daher schließt er sich Luhmanns Theorie an, um von dieser Basis aus seine Erkenntnistheorie aufzubauen.

Interessant ist, dass Luhmann selbst die ontologische Metaphysik für unwissenschaftlich und spekulativ hielt[1], während sich Seel durchaus mit

ontologischen Problemen auseinander setzt.

Die menschliche Beziehung zu Medien dürfe nach Seel nicht als rein aktiv wahrgenommen werden, da man nicht entscheiden könne, ein Medium zu verwenden. Zudem stellt jedes Medium einen speziellen Handlungsraum bereit, den wir ebenfalls nicht aussuchen können. (Blank, 255)

2.1 Kategorisierung der Medien

Im Mittelpunkt Seels Betrachtungen steht der von ihm so genannten umfassende Computer, ein Gerät, wie es ihn heute zwar schon gäbe, aber die meisten Menschen sich nicht leisten könnten. Er beschreibt ihn folgendermaßen:

„Es ist dies ein Computer, der auch die Funktion eines komfortablen Radio-, Fernseh- und Videogeräts erfüllt, mehrere CD-Laufwerke hat, an das Internet angeschlossen ist, mit dem man auch E-Mail versenden, faxen und telefonieren kann, wenn man will so, daß man den oder die Partner am Bildschirm sehen kann. Dieses, wie es in der Sprache des Marktes heißt, »konvergente« Gerät, mit dem man Spiele spielen und Bankgeschäfte erledigen, technische Anlagen steuern oder ein Zeitungslayout herstellen kann, ist eine Maschine, wie es sie heute im wesentlichen gibt,...“ (Seel, 256)

Diese Definition ist hier eingefügt, da Seel ihn bei seiner Kategorisierung der Medien immer wieder als Beispiel anführt. Seel selbst erhebt bei diesen Einteilungen nicht den Anspruch der Vollständigkeit, er sieht sie als Anstoß zur Ausarbeitung einer vollständigen Theorie der Medien. (Seel, 257) So erklärt sich auch, warum er vor allem Beispiele verwendet, aber nicht im Einzelnen erklärt, wodurch genau sich die einzelnen Kategorien auszeichnen. Doch aus seinen anschaulichen Beispielen kann man teilweise darauf schließen.

Seel stellt insgesamt vier Kategorien vor. Er unterscheidet natürliche von nicht natürlichen sowie verzichtbare von unverzichtbaren, zwischen Wahrnehmungs-, Handlungs-, und Darstellungsmedien als auch exklusive von inklusiven Medien.

Ein natürliches Medium ist nach Seel das Licht, wobei er hinzufügt, dass wir heute zwar auch über künstliche Lichtquellen verfügen, trotzdem bleibe das Licht an sich ein natürliches Medium. (Seel, 256) Demgegenüber stellt er den „umfassenden Computer“(Seel, 256) ein durch und durch künstliches Medium, da er keinen Ersatz für Differenzen darstellt, die natürliche Medien zur Welterschließung bereitstellen.(Seel, 257)

Licht klassifiziert Seel als Wahrnehmungsmedium, während Geld ein Handlungsmedium und Sprache eine Darstellungsmedium darstelle. Der umfassende Computer hingegen passe in jede dieser drei Medienarten.(Seel, 257-258) Diese Aussage ist nachvollziehbar, man kann am Computer sowohl Dinge darstellen, über das Programmieren oder auch nur indem man Mal- oder Schreibprogramme verwendet. Andererseits kann man sich Bilder, Filme oder Grafiken anschauen, was ihn zum Wahrnehmungsmedium macht. Und letztlich muss man natürlich auch zustimmen, dass der Computer auch ein Handlungsmedium sei.

Die letzte Unterscheidung nimmt Seel vor zwischen inklusiven und exklusiven Medien. Inklusive Medien seien Medien, die die Leistungen anderer Medien ebenfalls erbringen, wie der umfassende Computer, was im Absatz zuvor bereits erläutert wurde. Geld hingegen sei also ein exklusives Medium, da man in ihm weder etwas darstellen, noch wahrnehmen kann.(Seel, 258) Das Medium des Geldes dient einzig und allein zum Tausch von ihm zugewiesenen Werten.Diese Einteilungen sind nachvollziehbar.

[...]


[1] Luhmanns Wahl auf die Begriffe „Medium und Form“ anstelle von Fritz Heiders „Ding und Medium“ traf er, um klar zu machen, dass die Unterscheidung von Geist und Materie vom Menschen gemacht sind und nicht in der Natur gegeben (Luhmann, 6)

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Medienphilosophie - Martin Seel
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V83076
ISBN (eBook)
9783638891837
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienphilosophie, Martin, Seel
Arbeit zitieren
Katrin Nowka (Autor), 2006, Medienphilosophie - Martin Seel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83076

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