Die vom Menschen am meisten gefürchteten Risiken in unserer industriellen Gesellschaft sind - neben dem Tod - Krankheit, Unfall, Armut und Arbeitslosigkeit. In nunmehr 100 Jahren wurde in Deutschland ein umfassendes Sozialsystem geschaffen, dass eine gewisse Sicherheit in Form von Sozialversicherungen bietet. Unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit hat der Sozialstaat für sozial gerechte und abgesicherte Lebensverhältnisse seiner Bürger zu sorgen. Das Sozialstaatsprinzip ist in Art. 20 GG rechtlich festgelegt und verpflichtet den Staat “für soziale Gerechtigkeit auf der Grundlage der Achtung der Menschenwürde und des Rechtsstaatsprinzip zu sorgen.“
Kaum ein anderes politisches System wurde in den letzten Jahren so stark kritisiert und auch reformiert wie das System der Sozialen Sicherung der Bundesrepublik Deutschland. Angesichts der demografischen Entwicklung sowie der hohen Arbeitslosigkeit droht das bewährte System jedoch zu kollabieren. Zaghafte Reformversuche der vergangenen Jahre änderten nichts daran.
Sind die Voraussetzungen für das Soziale Sicherungssystem heute noch gegeben und die rechtlichen Ansprüche der Beitragszahler noch finanzierbar?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Geschichtliches
2. Die Grundlagen des sozialen Sicherungssystems
2.1 Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzip
2.2 Die Prinzipien der Versorgung, der Fürsorge und der Versicherung
3. Die einzelnen Versicherungszweige
3.1 Sicherung bei Krankheit
3.2 Sicherung bei Unfall
3.3 Alterssicherung
3.4 Absicherung bei Arbeitslosigkeit
3.5 Sicherung im Pflegefall
4. Voraussetzungen für das Soziale Sicherungssystem
4.1 Gesetzliche Verankerungen
4.2 Der Generationsvertrag
4.3 Erwerbsarbeit als Basis für die Versicherung
5. Gewährleistung der Rechtsansprüche durch die Beitragszahlungen?
6. Ausblick
7. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit des sozialen Sicherungssystems in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und hoher Arbeitslosigkeit. Es wird analysiert, ob die bestehenden Strukturen weiterhin tragfähig sind und ob die rechtlichen Ansprüche der Versicherten bei sinkenden Staatseinnahmen finanziell noch gedeckt werden können.
- Historische Entwicklung des deutschen Sozialstaats
- Fundamentale Prinzipien (Solidarität, Subsidiarität)
- Struktur und Finanzierung der einzelnen Versicherungszweige
- Herausforderungen durch den Generationsvertrag und Arbeitsmarktentwicklungen
- Bedeutung für die Soziale Arbeit in der Praxis
Auszug aus dem Buch
3. Die einzelnen Versicherungszweige
Die einzelnen Zweige der Sozialversicherung sind keine Untergliederungen des Staates, sondern selbstverwaltete Institutionen. Gemeinschaftlich soll die Selbsthilfe in einer großen solidarischen Risikogemeinschaft der Versicherten organisiert werden. „Die deutschen sozialen Sicherungssysteme sind als Pflichtversicherungen konstruiert, ... “, somit soll dafür gesorgt sein, dass durch die Einkünfte der Versicherten die Leistungen für die Leistungsberechtigten sicher gestellt sind. Durch die Beitragsbemessungsgrenze, die jährlich den allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklungen angepasst wird, soll gewährleistet werden, dass die Solidarität der Bezieher höherer Einkünfte nicht „überstrapaziert wird“. Die Strukturmerkmale der Sozialversicherung sind:
• Gleichartig gefährdete Versicherte schließen sich zusammen
• Gemeinsame Finanzierung von Risiken
• Sozialer Ausgleich zwischen den Mitgliedern
• Träger sind selbstständige Anstalten oder Körperschaften des öffentlichen Rechts
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der sozialen Risiken und Darstellung der Kritik am aktuellen Sozialstaat sowie der Zielsetzung der Arbeit.
1. Geschichtliches: Überblick über die Entstehung der modernen Wohlfahrtsstaatlichkeit in Deutschland durch die Bismarcksche Gesetzgebung ab Ende des 19. Jahrhunderts.
2. Die Grundlagen des sozialen Sicherungssystems: Erläuterung der verfassungsrechtlichen Basis sowie der Kernprinzipien Subsidiarität, Solidarität, Versorgung, Fürsorge und Versicherung.
3. Die einzelnen Versicherungszweige: Detaillierte Betrachtung der fünf Säulen: Kranken-, Unfall-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung in Bezug auf deren Aufbau und Problemlagen.
4. Voraussetzungen für das Soziale Sicherungssystem: Analyse der rechtlichen Verankerung, der Herausforderungen durch den Generationsvertrag und die Abhängigkeit von der Erwerbsarbeit.
5. Gewährleistung der Rechtsansprüche durch die Beitragszahlungen?: Kritische Diskussion über die Akzeptanz des Systems, den Vertrauensverlust der Bürger und die steigende Privatisierungstendenz.
6. Ausblick: Zusammenfassung der Krisensymptome und Entwicklung von Lösungsansätzen für die künftige Gestaltung der sozialen Sicherheit sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.
7. Literaturliste: Aufzählung der verwendeten Fachliteratur, Gesetze und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Soziale Sicherung, Sozialstaat, Sozialversicherung, Solidaritätsprinzip, Subsidiarität, Generationsvertrag, Arbeitslosigkeit, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Sozialarbeit, demografischer Wandel, Sozialabbau, Finanzierbarkeit, Sozialgesetzbuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zustand und der Zukunftsfähigkeit des deutschen Systems der sozialen Sicherung angesichts aktueller politischer und wirtschaftlicher Reformen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die historischen Grundlagen, die Funktionsweise der verschiedenen Sozialversicherungszweige sowie die aktuelle finanzielle und gesellschaftliche Krise des Systems.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob die Voraussetzungen für das Soziale Sicherungssystem heute noch gegeben sind und ob die bestehenden Rechtsansprüche dauerhaft finanzierbar bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine intensive Internetrecherche, um die aktuelle Reformdebatte und die Strukturen des Sozialstaates aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, eine detaillierte Analyse der fünf Versicherungszweige sowie die kritische Untersuchung der Voraussetzungen und Finanzierungsprobleme.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sozialstaat, Solidarität, Generationsvertrag, Demografie und Sozialpolitik geprägt.
Warum wird die Arbeitsmarktpolitik so kritisch beleuchtet?
Die Autorin argumentiert, dass hohe Arbeitslosigkeit die Basis der Sozialversicherung erodieren lässt und dass politische Maßnahmen wie Hartz IV die Situation der Betroffenen verschärfen, statt sie zu verbessern.
Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit laut der Autorin im Ausblick?
Die Soziale Arbeit gewinnt an Bedeutung, da durch die Verkürzung von Krankenhausaufenthalten und den Sozialabbau neue Unterstützungsbedarfe entstehen, bei denen Sozialpädagogen koordinierend eingreifen müssen.
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- Dipl. Sozialpädagogin Karin Frieling (Author), 2006, Soziale Sicherung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83089