Die Eigentumsverhältnisse an Ölreserven. Das Hotelling-System zum optimalen Abbau von Ressourcen im arabischen Raum


Bachelorarbeit, 2004

55 Seiten, Note: 5.75 (von 6)


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Hotelling-Modell
2.1. Problemstellung und Ausgangslage
2.2. Die sozial optimale Abbaurate
2.3. Lösung bei Konkurrenz
2.4. Lösung bei Monopol
2.5. Eigentumsschutz und Marktversagen

3. Eine Heuristik der Eigentumsrechte
3.1. Formale vs. informale Eigentumsrechte
3.2. Kriterien zur Abgrenzung unterschiedlicher Systeme von Eigentumsrechten

4. Eigentumsverhältnisse an Ölreserven im arabischen Raum
4.1. Vom Konzessionsmodell zur staatlichen Souveränität
4.2. Charakterisierung des Konzessionsmodells als Eigentumsrechtssystem
4.3. Einfluss der Eigentumsordnung auf das Abbauverhalten
4.4. Besitzverhältnisse bezüglich Infrastruktur

5. Regionale sicherheitspolitische Herausforderungen und Eigentumsschutz
5.1. Innenpolitische Risikofaktoren
5.2. Aussenpolitische Risikofaktoren
5.3. Auswirkungen auf die Eigentumsverhältnisse

6. Das Abbauverhalten Öl exportierender Staaten im Lichte regionaler sicherheitspolitischer Herausforderungen

7. Schlussbemerkung

Bibliographie

Anhang: Ölpreis und Zinssatz

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Optimale Ressourcenallokation im 2-Perioden-Fall

Abbildung 2: Hotelling-Pfad

Abbildung 3: Preispfad des Monopolisten

Abbildung 4: Ölproduktion im Mittleren Osten, 1960-2002

Abbildung 5: Infrastrukturindikatoren für die wichtigsten Öl exportierenden Staaten

Abbildung 6: Grosse US-Waffentransfers an Golfstaaten, 1990-98

Abbildung 7: Wachstumsrate des Ölpreises vs 10-year US TB, 1956-2002

Abbildung 8: Wachstumsrate des Ölpreises vs 10-year US TB, Feb 02 - Mai 04

Abbildung 9: Ölpreis, 1955-2002 (nominal)

Abbildung 10: Ölpreis, 1955-2002 (real)

Abbildung 11: Generic 10-year US Treasury Bond Rate, 1956-2003

Abstract

Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit bildet das Hotelling-Modell zur optimalen Abbaurate erschöpfbarer Ressourcen. Nach einer theoretischen Erörterung der Eigentumsrechte werden die konkreten Eigentumsverhältnisse bezüglich Ölreserven im arabischen Raum beschrieben. Das in Folge der Explorationserfolge internationaler Ölunternehmen im Mittleren Osten etablierte Konzessionsmodell wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend erodiert und durch ein System exklusiver staatlicher Kontrolle über die Ressourcen abgelöst. Die Öl exportierenden Staaten der Region sind mit innen- und aussenpolitischen Risikofaktoren konfrontiert. Diese schränken die Wirksamkeit des Eigentumsschutzes mehr oder weniger stark ein und induzieren einen Anstieg des Ölpreises, was sich im Abbauverhalten der aktuell Verfügungsberechtigten widerspiegelt. Konkret resultiert eine Abweichung vom Hotelling-Pfad im Sinne eines „zu langsamen“ Ressourcenabbaus, da die Öl exportierenden Staaten aufgrund von Arbitrageüberlegungen bei einer im Vergleich zum Zinssatz überproportionalen Wachstumsrate des Rohstoffpreises Ölreserven den festverzinslichen Kapitalmarktanlagen vorziehen

1. Einleitung

Das Hotelling-Modell in seiner klassischen Form ist weitgehend theoretisch; auch wenn die Bedingungen des optimalen Abbaupfades dargelegt werden, lassen sich konkrete Handlungsanweisungen nur schwerlich ableiten, da Hotelling über das „wie“ sehr wenige Aussagen macht. Das Hauptproblem besteht darin, dass die vom Modell stipulierten idealtypischen Annahmen für eine praktische Anwendung nur beschränkte Aussagekraft haben: Einerseits gibt es in Realität eine Vielzahl von Faktoren[1], die eine verlässliche Interpretation der errechneten Werte erschweren können, weil sie die Ergebnisse in unterschiedlichem Ausmass verzerren. Zu nennen wären u.a. die heterogene Ressourcenqualität, nicht-konstante Abbaugrenzkosten, Neuentdeckungen von Ressourcenvorkommen, sowie technologischer Fortschritt in Exploration und Förderung. All diese Modellkomplikationen führen zu Abweichungen sowohl vom sozial optimalen, wie auch vom konkurrenzwirtschaftlich optimalen Abbaupfad. Anderseits kann des weiteren „für eine Vielzahl von Fällen gezeigt werden, dass Marktlösung und sozial optimale Lösung nicht übereinstimmen“ (Endres & Querner, S. 69), was auf Ansätze von Marktversagen hinweist.

Neben den prominenten allgemein geltenden Beispielen wie externen Effekten gilt es im spezifischen Kontext der natürlichen Ressourcen jedoch eine weitere potentielle Form des Marktversagens zu beachten, welches sich aus dem unterschiedlich wirksamen Schutz der Eigentumsrechte[2] an Ressourcenvorkommen ergibt. Konkret ist dabei an das Beispiel eines rohstoffreichen Staates zu denken, der aufgrund von Annexion oder Okkupation die Verfügungsmacht über seine Reserven verliert und damit zukünftiger Gewinne aus dem Verkauf der Ressource beraubt wird. Vorliegende Arbeit geht nun der Frage nach, auf welche Weise die Problematik der Eigentumsverhältnisse bezüglich Ölreserven mit dem Hotelling-Modell verknüpft ist und inwieweit sich länder- bzw. regionenspezifische Unterschiede im relativen Grad des Eigentumsschutzes auf die Modellaussagen auswirken. Insbesondere soll auch untersucht werden, ob bei unzureichendem oder fehlendem Eigentumsschutz eher eine Abweichung vom optimalen Abbaupfad zu beobachten ist (also Marktversagen vorliegt), als im Falle (rechtsstaatlich und faktisch) gesicherter Eigentumsverhältnisse. Als besonders illustrativ für die Beantwortung dieser Fragestellung erweist sich dabei der Mittlere Osten[3] und dies aus verschiedenen Gründen:

- Die Länder rund um den Persischen Golf vereinen 65,4% der weltweiten Erdöl-Reserven auf sich, was einer förderbaren Menge von 686 Milliarden Barrel[4] entspricht. Länder wie Saudi-Arabien oder Kuwait, die alleine über 25% resp. 9,2% der weltweiten Ölreserven verfügen, besitzen Volkswirtschaften, welche fast ausschliesslich auf diesem Ölreichtum basieren. Die Verfügungsmacht über die auf ihrem Territorium befindlichen Ressourcen und die Art der Verwendung bzw. Bewirtschaftung derselben hat für diese Nationen daher existenziellen Charakter.

- Autoritäre Regimes sind auf der arabischen Halbinsel überproportional vertreten. Dies ist für die weitere Analyse insofern von Vorteil, als dass die Eigentumsverhältnisse an Ölreserven dadurch relativ transparent sind. In der Tat lässt sich das Eigentum in den meisten Fällen klar der herrschenden Elite zuweisen. Von dieser kann angenommen werden, dass sie über „ihre“ Ressourcen autonom verfügen kann, d.h. den entsprechenden Handlungsspielraum besitzt, um bewusste und wirksame Entscheidungen über das Abbauverhalten zu treffen.

- Obwohl die Mehrheit der Länder des Mittleren Ostens autoritär regiert wird, sind sie keineswegs als homogene Gruppe zu betrachten. Vielmehr gibt es zwischen den Staaten (abgesehen von kulturellen Differenzen) z.T. signifikante Unterschiede bezüglich der spezifischen Ausprägung der autoritären Institutionen bzw. des Grads des Autoritarismus, der Personen- und Wirtschaftsfreiheit, der Haltung gegenüber dem Westen und bezüglich des Traditionsverständnisses. Direkte Quervergleiche zwischen weitgehend geschlossenen Gesellschaften wie Saudi-Arabien und relativ liberalen wie den V.A.E. bieten sich daher an und liefern potentiell aufschlussreiche Hinweise über den Einfluss unterschiedlich ausgeprägter Formen autoritärer Systeme auf das jeweilige Abbauverhalten.

- Der Mittlere Osten ist historisch eine Region der Instabilität, die hohes Konfliktpotential aufweist. Innere Unruhen und zwischenstaatliche Friktionen mit militärischem Ausgang sind häufige Phänomene. Mit erzwungenen und unerwarteten Regimewechseln ist in einem solchen Umfeld grundsätzlich immer zu rechnen; Zweifel an der dauerhaften Effektivität des Eigentumsschutzes an Ölreserven sind daher durchaus angebracht. Die Implikationen dieses Unsicherheitsfaktors auf das Abbauverhalten sind für vorliegende Arbeit von höchstem Interesse.

Ausgangspunkt der nachfolgenden Erörterungen bildet die Diskussion des Hotelling-Modells und seiner zentralen Aussagen. In einem zweiten Schritt werden Eigentum, Eigentumsschutz und die damit verbundenen Herausforderungen analysiert und auf die konkrete Situation im Mittleren Osten angewandt. Dabei werden auch die für die Region charakteristischen strategischen und geopolitischen Aspekte diskutiert, soweit sie für die Wirksamkeit des Eigentumsschutzes von Bedeutung sind. Schliesslich, und gleichsam als Synthese, wird der Frage nachgegangen, wie die Ausprägung der bestehenden Eigentumsverhältnisse bzw. das Phänomen des Eigentumsschutzes mit den Aussagen des Hotelling-Modells in Verbindung gebracht werden können und welche Konsequenzen sich daraus für das Verhalten der aktuell Verfügungsberechtigten ergeben. Dies soll, soweit möglich, anhand von Länderbeispielen aus der Golfregion verdeutlicht werden. Die praktische Relevanz der Problemstellung und -lösung kann damit empirisch überprüft werden.

2. Das Hotelling-Modell

2.1. Problemstellung und Ausgangslage

Die im folgenden zu diskutierende Thematik der nicht-erneuerbaren[5] Ressourcen ist eines der Hauptinteressengebiete der Ressourcenökonomie. Devarajan und Fisher (1981, S. 65) gehen sogar so weit zu sagen, dass der 1931 publizierte Artikel „The Economics of Exhaustible Resources“ den eigentlichen Ausgangspunkt der Disziplin darstelle und erheben damit seinen Verfasser Harold Hotelling zum Ziehvater der modernen Ressourcenökonomie. Ob dem tatsächlich so ist, ist für vorliegende Arbeit von sekundärer Bedeutung. Es genügt festzustellen, dass Hotellings Beitrag zur theoretisch-analytischen Erschliessung der grundlegenden Fragestellungen im Zusammenhang mit nicht-erneuerbaren Ressourcen fundamental ist. Hotelling schrieb seinen Artikel im Geist der malthusianischen Konzeption von der drohenden Endlichkeit natürlicher Ressourcen; diese Auffassung lässt sich historisch erklären: angesichts einer akuten Weltwirtschaftskrise und der nach Ende des Ersten Weltkriegs gewonnenen Erkenntnis, dass Öl zu einem essentiellen Bestandteil in der Strategie der Industrienationen geworden war[6], ist die eher pessimistische Betrachtung durchaus nahe liegend. Hotelling liess sich für seinen berühmten Artikel insbesondere von zwei Motiven leiten (Devarajan & Fisher, S. 66): einerseits ging es ihm darum, die durch die neu aufkommende Naturschutzbewegung ausgelöste Debatte (aus ökonomischer Sicht) zu beurteilen, anderseits zielte er auf die Entwicklung einer dynamischen Theorie der natürlichen Ressourcen[7]. Nachdem die Diskussion über erschöpfbare Ressourcen für einige Jahrzehnte stark an Brisanz eingebüsst hatte, gelangte sie Anfang der 70er Jahre wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und löste eine ganze Reihe von Publikationen aus[8].

Wenn auch das Interesse am Thema gewissen Schwankungen unterlag, so behält das Grundproblem, wie es von Hotelling erkannt und formuliert wurde, bis heute seine Relevanz: Erschöpfbare Ressourcen haben einen über alle Generationen hinweg festen Gesamtbestand, der sich innerhalb menschlich relevanter Zeiträume nicht regenerieren kann. Formal lässt sich diese Dynamik wie folgt darstellen[9]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei Rt die Reserven zum Zeitpunkt t bezeichnet und qt die in t geförderte Abbaumenge.

Der Konsum einer Ressourceneinheit in t konkurrenziert vollständig mit dem Konsum in t+1, ein Phänomen, das unter dem geläufigen Begriff „cake-eating problem“ bekannt ist. Die Frage, wie viel in jeder Periode abgebaut werden soll, stellt nun ein intertemporales Allokationsproblem dar. Das mit Hilfe der dynamischen Optimierung gefundene Ergebnis ist die Bestimmung eines Zeitpfads, der für jede Periode die optimale Abbaumenge angibt (Conrad, S. 1). Was dabei als optimal zu gelten hat, ist keineswegs eindeutig und von einiger sozialer Sprengkraft. Wie zu zeigen sein wird, variieren die Ansprüche der Stakeholder bzgl. der Optimalitätsbedingungen, weshalb die ökonomische Theorie auch „separate“ Optima für verschiedene Fälle formuliert. Im folgenden soll nun versucht werden, die zentralen Aussagen des Hotelling-Modells darzustellen, soweit sie für die Fragestellung dieser Arbeit relevant sind. Aufgrund des Umfangs und der thematischen Ausrichtung der vorliegenden Abhandlung muss jedoch auf eine vollständige und der Komplexität der Materie eigentlich angemessene Diskussion – insbesondere auf der analytisch-quantitativen Ebene – verzichtet werden. Es geht vielmehr darum, die praktischen Implikationen des Hotelling’schen Modells gleichsam „herauszuschälen“, um sie dann auf die konkrete Situation im arabischen Raum zur Anwendung zu bringen. [10]

2.2. Die sozial optimale Abbaurate

Das Konzept der sozial optimalen Abbaurate zielt darauf ab, „eine zeitliche Verteilung der Extraktion zu finden, die den [...] Nutzen aus der Ressource für die Gesellschaft maximiert“ (Endres & Querner, S. 23). Formal lässt sich diese Problemstellung auf die Maximierung einer Wohlfahrtsfunktion vom folgenden Typ reduzieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.2)

Dabei bezeichnet qt wiederum die Abbaumenge im Zeitpunkt t, Ut(∙)[11] den (Netto-) Nutzen im Zeitpunkt t, sowie e-ςt den Abzinsungsfaktor[12] mit ς als zeitinvarianter sozialer Diskontrate. Dass hier eine utilitaristische Funktion gewählt wird, sei vorausgesetzt. Eine Begründung dafür würde zu weit führen. Um das Konzept des Nettonutzens noch etwas zu verdeutlichen, kann obige Wohlfahrtsfunktion auch wie folgt dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.3)

Der Nettonutzen ergibt sich also aus der Differenz zwischen der Zahlungsbereitschaft ZBt für die Ressource und den anfallenden Abbaukosten Ct zum Zeitpunkt t. Es zeigt sich schon hier, dass der zukünftige Nettonutzen mit zunehmender Diskontrate bzw. zunehmendem Zeithorizont für die heutige Wohlfahrt W sukzessive an Gewicht verliert. Daraus lässt sich auf eine positive Zeitpräferenz schliessen, d.h. der Konsum in der Gegenwart wird höher gewertet, als der in der Zukunft. Als erste Konsequenz kann man also festhalten, dass „the exponential nature of discounting has the effect of weighting near-term benefits much more heavily than benefits in the distant future“ (Conrad, S. 7).

Im sozialen Optimum gilt nun, dass der (Brutto-) Grenznutzen der Extraktion den Opportunitätsgrenzkosten entsprechen muss:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.4)

Die Opportunitätsgrenzkosten setzen sich dabei aus den Abbaugrenzkosten AGK und den Nutzungsgrenzkosten NGK zusammen. Letztere entsprechen dem Barwert des zukünftigen Gewinns auf den der Anbieter verzichtet, wenn er eine zusätzliche Einheit heute statt in der Zukunft abbaut[13]. Gilt obige Gleichheitsbedingung nicht und ist z.B. der Grenznutzen der Extraktion kleiner als die Opportunitätsgrenzkosten, sollte der Konsum der letzten Einheit in die Zukunft verschoben werden, weil damit bei einer Steigerung des Grenznutzens gleichzeitig eine Minderung der NGK herbeigeführt werden kann. Die optimale Ressourcenallokation R* für den Fall zweier betrachteter Perioden t0 und t1 lässt sich im Lichte der oben gemachten Aussagen nun in einer Grafik veranschaulichen.

Abbildung 1: Optimale Ressourcenallokation im 2-Perioden-Fall

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf der Ordinate sind die Werte für die Abbaugrenzkosten AGK, die marginale Zahlungsbereitschaft MZB und die Nutzungsgrenzkosten NGK abzulesen. Die Indizierung gibt dabei die Zugehörigkeit zu den Perioden t0 und t1 an. Die Grössen für t1 sind auf die Gegenwart abdiskontiert und darum tiefer als in t0. Die Abszisse repräsentiert die gesamten Reserven der Ressource R; dabei gilt es zu beachten, dass die Allokation der Ressource für t0 vom Ursprung 0 aus abgelesen wird, jene für t1 vom Ursprung R. Die Darstellung lässt sich nun wie folgt interpretieren: Der Abbau in Periode 0 gestaltet sich bis zur Menge RT als sozial gänzlich unproblematisch weil keine Konkurrenz zwischen t0 und t1 besteht. Dies liegt daran, dass in Periode 1 für Mengen grösser als R-RT die marginale Zahlungsbereitschaft MZB1 unter den Abbaugrenzkosten AGK1 liegt, was eine rentable Produktion ausschliesst. Aus Sicht von Periode 1 besteht also keinerlei Interesse daran, im Abbauintervall zwischen 0 und RT überhaupt tätig zu werden; Nutzungsgrenzkosten fallen für dieses Intervall in Periode 0 folglich nicht an. Sobald der Schwellenwert RT jedoch überschritten ist, tritt Rivalität zwischen den Perioden ein. Jeder Abbau einer Ressourceneinheit in t0 ist jetzt mit einer Nutzeneinbusse in t1 verbunden, d.h. es fallen zusätzlich zu den Abbaugrenzkosten Nutzungsgrenzkosten an, die angemessen berücksichtigt werden müssen. Aufgrund ihrer Entsprechung mit der Nutzeneinbusse in t1 lassen sich die Nutzungsgrenzkosten NGK0 als Differenz zwischen der diskontierten marginalen Zahlungsbereitschaft und den Abbaugrenzkosten (also dem Nettogrenznutzen) in Periode 1 darstellen. Der Abbau in t0 wird nun so lange vorangetrieben, bis die oben formulierte Bedingung der Gleichheit der marginalen Zahlungsbereitschaft mit den Opportunitätsgrenzkosten erreicht ist. Die daraus resultierende Menge R* stellt die sozial optimale Ressourcenallokation für die zwei Perioden dar. Eine darüber hinaus geförderte Einheit der Ressource würde den Nettonutzen in t0 zwar erhöhen, aber durch eine höhere Nutzeneinbusse in t1 überkompensiert. Im sozialen Optimum entspricht der Nettogrenznutzen der Extraktion (MZB0-AGK0) den Nutzungsgrenzkosten (NGK0), welche wiederum dem diskontierten Nettogrenznutzen der späteren Periode (MZB1-AGK1) entsprechen[14]. Formal lässt sich dies wie folgt zusammenfassen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.5)

Oder gleichwertig:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.6)

Als Fazit lässt sich also festhalten, dass der undiskontierte Nettogrenznutzen NGN0 bei optimaler intertemporaler Ressourcenaufteilung mit einer dem sozialen Diskontsatz r gleichen Rate wächst; damit ist zu jedem Zeitpunkt die Gleichheit mit den diskontierten Nettogrenznutzen NGN1 gegeben.

Für den Mehrperiodenfall gelten die gleichen Überlegungen und es ergibt sich die formale Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.7)

Auch hier gilt die Gleichheit aller künftigen auf die Gegenwart abdiskontierten Nettogrenznutzen mit dem undiskontierten Nettogrenznutzen jederzeit; um diese Bedingung zu erfüllen, muss letzterer also mit dem Kehrwert des Abzinsungsfaktors e-ςt wachsen, d.h. im Gleichschritt mit der sozialen Diskontrate ς.

Als besonders problematisch erweist sich im eben besprochenen Kontext die Bestimmung der sozialen Diskontrate. Conrad (S. 6) verweist darauf, dass „the practice of discounting has an important ethical dimension, particularly with regard to the way resources are harvested over time“. Wie weiter oben bereits erwähnt, führt eine hohe Diskontrate nämlich zu einer geringen Bewertung des Nutzens zukünftiger Generationen. Im Extremfall strebt letzterer gegen 0, was für die Ressourcenvorräte eine vollständige Ausbeutung in der Gegenwart bedeuten würde. Die kommenden Generationen stünden mit leeren Händen da. Tatsächlich gibt es jedoch eine Reihe von Faktoren, welche die negativen Implikationen der Diskontierung relativieren. Zu denken ist hier insbesondere an technischen Fortschritt (z.B. in der Exploration) und an eine zunehmende Substituierbarkeit erschöpfbarer Ressourcen durch beliebig erneuerbare Produkte oder langfristig verfügbare wie Solarenergie. So werden bereits seit geraumer Zeit massive Anstrengungen unternommen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch die Erschliessung alternativer Energieträger zu mindern. Insgesamt lässt sich festhalten, dass es enorm schwierig ist, eine den jeweiligen Verhältnissen vollständig angemessene Diskontrate zu bestimmen. Endres & Querner (S. 37) plädieren dafür, die Diskontierungsfrage möglichst kontextabhängig zu entscheiden, d.h. diverse Umweltfaktoren in die Bestimmung miteinzubeziehen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass sich gerade bei Aspekten wie dem technischen Fortschritt eine operable Quantifizierung als schwierig erweisen könnte.

2.3. Lösung bei Konkurrenz

Im Kontext eines kompetitiven Marktumfelds stellt sich für den einzelnen Anbieter die Frage nach einem Abbauprofil, bei dem der Wert des aus dem Ressourcenverkauf fliessenden Gewinnstroms maximal ist. Dieses Abbauprofil zeichnet sich dadurch aus, „dass der diskontierte Grenzgewinn des Ressourcenabbaus für alle Perioden gleich ist“ (Endres & Querner, S. 39), wobei der Grenzgewinn als Differenz zwischen dem Preis p und den Abbaugrenzkosten der jeweiligen Periode definiert ist. Dies ist sofort ersichtlich, wenn Gleichung 1.4 umgedeutet wird zu:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.8)

Der Ausdruck (p-AGK) steht für den Grenzgewinn des Ressourcenabbaus, welcher ergo den Nutzungsgrenzkosten NGK entspricht; diese gleichen naheliegenderweise wiederum dem diskontierten Grenzgewinn (p1-AGK1) aus der nächsten Periode. Im Optimum deckt also der Grenzgewinn des Abbaus in der Gegenwart genau die dadurch verursachten Opportunitätskosten und entspricht somit dem diskontierten zukünftigen Gewinn. Diese Bedingung muss zwingend gelten, damit keine Arbitragemöglichkeiten bestehen. Ein gewinnmaximierender Rohstoffproduzent wird als Vergleichsgrösse für die Entscheidung zwischen abbauen und nicht-abbauen selbstverständlich die auf dem Kapitalmarkt zu erzielende Rendite heranziehen, weshalb er die zukünftigen Gewinne mit dem aktuellen Marktzins z diskontiert. Aus diesen Aussagen lässt sich nun die sog. Hotelling-Regel formulieren: Im privaten Optimum wächst der undiskontierte Grenzgewinn mit der Rate des als Diskontierungsfaktor verwendeten Zinssatzes. Formal lässt sich dies wie folgt ausdrücken:

Für den zwei-Perioden-Fall: Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.9)

Für den stetigen Fall: Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.10)

„Im Gleichgewicht ist der Anbieter stets indifferent gegenüber der Alternative, die letzte Einheit der Ressource im Boden zu lassen (und damit in den Genuss der Wertsteigerung zu kommen) oder sie abzubauen (und damit den Gewinn auf dem Kapitalmarkt verzinsen zu können)“ (Endres & Querner, S. 43). Anders im Ungleichgewicht: Steigt der Grenzgewinn im Vergleich zum Zinssatz „zu langsam“, besteht eine Präferenz der Produzenten für eine zeitlich nahe Förderung, d.h. das Ressourcenvorkommen wird – gemessen am sozialen Optimum – zu schnell ausgebeutet „precisely because no one would wish to hold resources in the ground and earn less than the going rate of return“ (Solow, S. 3). Steigt der Grenzgewinn hingegen mit einer höheren Rate als der Zinssatz, sind Ressourcenvorkommen eine überlegene Art der Vermögenshaltung, da relativ zu alternativen Kapitalmarktanlagen überdurchschnittliche Renditen erzielt werden können.

Aus den Gleichungen 1.9 und 1.10 kann nun durch einfache Umformung der Verlauf des gleichgewichtigen Preispfades abgeleitet werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.11)

Entlang eines optimalen Pfades steigt der Ressourcenpreis mit einer dem Zinssatz gleichen Rate. Dieser Zeitpfad (bzw. Preispfad) ist u.a. auch dadurch charakterisiert, dass die Ressource in genau jenem Zeitpunkt T erschöpft ist, in dem der sog. „choke-off“-Preis[15] bzw. der prohibitive Preis pT erreicht ist, d.h. jener Preis, bei dem die Nachfrage auf Null sinkt. Erst ausgehend von dieser Bedingung kann der optimale Ressourcenpreis in Periode 0 exakt bestimmt werden (dies unter der Voraussetzung, die Nachfragefunktion sei bekannt).

Abbildung 2: Hotelling-Pfad

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Betrachten wir nun den Fall des Zeitpfades pt’. Dessen (hypothetischer) Anfangspreis p0’ liegt unter dem Niveau von p0 (p0’<p0) Im Vergleich zum optimalen Pfad pt wird aufgrund dessen eine grössere Menge nachgefragt und abgebaut, was in concreto dazu führt, dass die Ressource bereits im Zeitpunkt T’ vollständig erschöpft ist, ohne dass dabei der „choke-off“-Preis pT erreicht wurde. Somit besteht zum Zeitpunkt T’ und dem entsprechenden Preis pT’ immer noch eine positive Nachfrage in der Höhe von qT’, obwohl die Ressource bereits vollständig abgebaut ist. Der Hotelling-Pfad kann in diesem Fall nicht optimal gewesen sein.

Bei einem Zeitpfad, dessen Anfangspreis über dem Niveau von p0 liegt, besteht das Problem, dass der prohibitive Preis pT zu früh erreicht wird und die Nachfrage abwürgt, bevor die Ressourcenvorkommen erschöpft sind. Den Öl exportierenden Staaten, die – wie weiter unten zu zeigen sein wird – ein Interesse an einem hohen Ölpreis haben, erwächst aus diesem Problem ein existentielles Risiko, welches sich mit dem von Nordhaus eingeführten Konzept der „Backstop“-Technologie[16] beschreiben lässt. Dabei handelt es sich um eine Technologie, welche zu sehr hohen Kosten eine nicht-erneuerbare Ressource (z.B. Erdöl) substituiert, jedoch auf eine praktisch unbegrenzte Ressourcenbasis zurückgreifen kann. Da es in diesem Fall keine Knappheitsrente gibt, wird die Backstop-Technologie dann rentabel, wenn der Marktpreis der nicht-erneuerbaren Ressource gerade so hoch ist, dass er die marginalen Extraktionskosten der für die Backstop-Technologie essentiellen Ressource deckt. In diesem Moment hört der Marktpreis der nicht-erneuerbaren Ressource auf zu steigen, d.h. die Backstop-Technologie setzt faktisch eine Preisobergrenze für die Ressource. Das letzte und teuerste Vorkommen hört auf zu produzieren, wenn der Marktpreis ein Niveau erreicht hat auf dem die Backstop-Technologie kompetitiv wird. Die Ölproduzenten sehen sich in Anbetracht dessen gezwungen, ihr Interesse an einem hohen Ölpreis mit der Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer technischen Innovation abzuwägen, welche fossile Brennstoffe vollständig substituieren könnte. Auf dem optimalen Preispfad wird die Backstop-Technologie mit Erreichung des Choke-off- bzw. Backstop-Preises pT und der gleichzeitigen Erschöpfung der nicht-erneuerbaren Ressource kompetitiv.

Betrachtet man die soeben erläuterten Optimalitätsbedingungen der Konkurrenzlösung, ist festzustellen, dass diese nur unter gewissen (restriktiven) Voraussetzungen mit den Anforderungen des sozialen Optimums übereinstimmen[17]:

- Der Ressourcenpreis entspricht dem (Brutto-) Grenznutzen (der marginalen Zahlungsbereitschaft) aus der Ressource.
- Die vom Ressourcenanbieter berücksichtigten privaten AGK sind mit den sozialen Opportunitätsgrenzkosten der beim Abbau eingesetzten Produktionsfaktoren identisch, d.h. es existieren keine externen Effekte.
- Der Zinssatz stimmt mit der sozialen Diskontrate überein.

2.4. Lösung bei Monopol

In Abweichung der bisher getroffenen Annahme vollständiger Konkurrenz auf den Ressourcenmärkten weist (bzw. wies) gerade der Ölmarkt aufgrund der ehemals bestimmenden Rolle der OPEC monopolistische Tendenzen auf. Im Fall der OPEC handelt es sich in concreto um ein Kollektivmonopol (Kartell), wobei in der Realität einzelne Mitglieder sporadisch ausbrechen, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung der offiziell vereinbarten Förderquoten. Eine Betrachtung des dafür charakteristischen Abbauverhaltens drängt sich daher geradezu auf.

Eine erste Annäherung an den möglichen Verlauf der Preis- und Extraktionspfade bei Marktmacht lässt sich intuitiv vollziehen. Devarajan & Fisher (S. 67) weisen darauf hin, dass der Monopolist in seiner Eigenschaft als Preissetzer zu Beginn des Abbauprozesses den Preis bei geringerem Output höher ansetzen wird als ein Anbieter im kompetitiven Markt. Als Folge dessen wird der Preispfad des Monopolisten pM relativ flach ausfallen; dasselbe gilt für den Outputpfad qM. Somit wird der Zeitpunkt der vollständigen Erschöpfung tendenziell hinausgezögert.

Abbildung 3: Preispfad des Monopolisten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Solow (S. 8) konstatiert hier eine überraschende Komplizenschaft zwischen Monopolisten und der Naturschutzbewegung: „If a conservationist is someone who would like to see resources conserved beyond the pace that competition would adopt, then the monopolist is the conservationist’s friend”.

Wie unter den oben erörterten Konkurrenzbedingungen orientiert sich auch der Monopolist am zu maximierenden Grenzgewinn – wobei sich dieser aus der Differenz von Grenzerlös und Abbaugrenzkosten ergibt – der auf dem gleichgewichtigen Pfad im Gleichschritt mit dem Zinssatz wachsen muss. Eine entsprechende Umformulierung der Hotelling-Regel besagt also, dass „die Wachstumsrate des monopolistischen Grenzerlöses im intertemporalen Gleichgewicht gleich dem Zinssatz“ (Endres & Querner, S. 81) ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1.12)

Die Charakteristika der Nachfrage erweisen sich für das Abbauverhalten des Monopolisten als besonders wichtig. Im praktisch relevanten Fall einer im Zeitverlauf zunehmenden Elastizität der Nachfrage[18] (d.h. bei Vorliegen einer linearen Nachfragekurve) gilt, dass der Monopolpreis mit einer geringeren Rate steigt als im Markt-Gleichgewicht. Der Monopolist, dessen Angebotspreis zum Zeitpunkt 0 über demjenigen des kompetitiven Anbieters liegt (vgl. Abb. 3), wird die aus der relativ inelastischen Nachfrage in der Anfangsperiode resultierenden Zusatzgewinne abschöpfen, indem er eine restriktive Förderpolitik verfolgt und damit den Preis auf hohem Niveau etabliert[19]. Der Ressourcenabbau wird folglich über eine längere Zeitperiode verteilt, als dies unter Wettbewerbsbedingungen der Fall ist. Mit den Worten Hotellings (S. 152) gesprochen besteht also eine „general tendency for production to be retarded under monopoly“ und der Ruf des Monopolisten erfährt im Kontext der Ressourcenökonomie seine Läuterung.

2.5. Eigentumsschutz und Marktversagen

Wie in Abschnitt 1.3. bereits erwähnt, stimmen soziales und konkurrenzwirtschaftliches Optimum nur unter gewissen, restriktiven Bedingungen überein. In der Mehrzahl der Fälle weicht die Marktlösung von der sozial optimalen Lösung ab, woraus Endres und Querner (S. 69) auf unterschiedliche Formen von Marktversagen schliessen. Ein Grossteil davon ist in der Literatur bereits ausführlich besprochen und bedarf keiner zusätzlichen Aufarbeitung mehr. Mit vorliegender Arbeit soll denn auch ein weitgehend neuer Beitrag in die Diskussion eingebracht werden. Konkret gilt es zu klären, ob ein unzureichender Schutz bzw. akute Bedrohungen von Eigentumsrechten zu Marktversagen im Sinne einer Abweichung vom sozial optimalen Abbaupfad führen können. Für das Verständnis der nachfolgenden Diskussion sei an dieser Stelle betont, dass unter dem Terminus „Eigentumsschutz“ nicht etwa die von staatlicher Seite getroffenen Vorkehrungen zum Schutz des Privateigentums gemeint sind, sondern vielmehr jene Fähigkeit des Staates, ein wie auch immer geprägtes System[20] der Eigentumsrechte angesichts potentieller politischer Bedrohungen aufrecht zu erhalten. Im konkret zu betrachtenden Fall wird es insbesondere darum gehen zu zeigen, wie die Nationen der arabischen Halbinsel auf Bedrohungen des Staatseigentums an Ölreserven reagieren.

[...]


[1] Endres & Querner sprechen hier von „Modellkomplikationen“ (S. 46 ff.).

[2] Es wird hier bewusst der Ausdruck „Eigentums rechte “ und nicht einfach „Eigentum“ verwendet. Alchian & Demsetz (S. 17) machen die feinsinnige Bemerkung, dass „it is not the resource itself, which is owned; it is a bundle, or a portion, of rights to use a resource that is owned”.

[3] Im folgenden sind damit folgende Länder gemeint: Iran, Irak, Kuwait, Oman, Katar, Saudiarabien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate (V.A.E.), sowie Jemen. Von der geographischen Lage her gehören auch Israel und Jordanien in die Region; aufgrund ihrer zu vernachlässigenden Ölvorkommen sind diese Länder im Rahmen einer Ressourcenbetrachtung jedoch unerheblich.

[4] Alle Angaben sind, wenn nicht anders erwähnt, der BP Statistical Review of World Energy 2003 entnommen.

[5] Die Begriffsbezeichnung „erschöpfbar“ wird nachfolgend synonym verwendet.

[6] Siehe dazu Yergin, S. 185.

[7] Dies, weil „ the static-equilibrium type of economic theory […] is plainly inadequate for an industry in which the indefinite maintenance of a steady rate of production is a physical impossibility” (Hotelling, S. 139).

[8] Die am weitesten bekannte ist wohl jene von D. H. Meadows et al. „The Limits to Growth“ (1972).

[9] In Anlehnung an Conrad, S. 3.

[10] Die folgenden Ausführungen orientieren sich schwergewichtig an Endres, A. & Querner, I. (2000). Die Ökonomie natürlicher Ressourcen (2. Auflage). Stuttgart: Kohlhammer.

[11] Es wird dabei angenommen, dass der Grenznutzen des Abbaus mit zunehmender Menge abnimmt, d.h. U’(∙) > 0 und U’’(∙) < 0.

[12] Die stetige Schreibweise lässt sich auch in die geläufigere Darstellung 1/(1+r)t überführen. Für das Verhältnis zwischen der Zinsrate ς und dem Periodenzinssatz r gilt: ς = ln(1+r) m.a.W. r = eς-1.

[13] Bspw. lassen erwartete Verschärfungen der Knappheitssituation steigende Preise und somit steigende Gewinne erwarten, was die Nutzungskosten (also die Opportunitätskosten eines heutigen Abbaus) anhebt.

[14] Diese Übereinstimmung ist in Abbildung 1 mit drei geschweiften Klammern verdeutlicht, wobei Klammer 1 für den Nettogrenznutzen in Periode 0 und die Klammern 2 und 3 für die Nutzungsgrenzkosten resp. den diskontierten Nettogrenznutzen aus Periode 1 stehen.

[15] Siehe dazu Conrad, S. 82 ff.

[16] Vgl. Solow, S. 4.

[17] Siehe Endres & Querner, S. 45.

[18] Diese Annahme ist angesichts tendenziell zunehmender Substitutionsmöglichkeiten in der Zukunft plausibel. Aufgrund dessen erscheint eine Diskussion des wenig realistischen Falles einer Nachfragekurve mit sinkender Preiselastizität als unergiebig.

[19] Die weitere Preisentwicklung ist moderat, was angesichts der sukzessive ansteigenden Preiselastizität aus Sicht des Monopolisten auch wünschenswert ist, um eine möglichst stabile Nachfrage sicherzustellen.

[20] Für eine grobe Klassifizierung siehe Weimer, S. 4.

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Details

Titel
Die Eigentumsverhältnisse an Ölreserven. Das Hotelling-System zum optimalen Abbau von Ressourcen im arabischen Raum
Hochschule
Universität St. Gallen
Note
5.75 (von 6)
Autor
Jahr
2004
Seiten
55
Katalognummer
V83094
ISBN (eBook)
9783638865678
ISBN (Buch)
9783638865791
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Entspricht Note 1,25 in Deutschland.
Schlagworte
Diskussion, Eigentumsverhältnisse, Hintergrund, Hotelling-Modells, Abbaurate, Ressourcen, Beispiel, Raumes
Arbeit zitieren
M.A. Simon M. Ingold (Autor), 2004, Die Eigentumsverhältnisse an Ölreserven. Das Hotelling-System zum optimalen Abbau von Ressourcen im arabischen Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83094

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