Strukturveränderungen im Wettbewerbsumfeld von Unternehmen – wie beispielsweise Globalisierung, steigende Kundenanforderungen, kürzere Produktlbenszyklen oder technologische Entwicklungen – erfordern eine höhere Effizienz von Unternehmen, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder verbessern wollen. Unternehmensinterne Optimierungspotenziale, wie beispielsweise die Reduzierung der Wertschöpfungstiefe oder Prozessoptimierungen, sind in den letzen Jahren weitgehend genutzt worden, bieten aktuell aber nicht mehr ausreichende Optimierungsmöglichkeiten.
Daher hat die Verbesserung der Prozesse und Abläufe über die Unternehmensgrenzen hinweg in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.
Das Supply Chain Management betrachtet dabei Güterströme, logistische und akquisitorische Informationen, Finanzmittel und Rechte über die gesamte Wertschöpfungskette. Mit der Umsetzung des Supply Chain Managements hat sich das Supply Chain Controlling entwickelt, da es immer wichtiger wurde, in der Führung und Steuerung von unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsket-ten eine Unterstützung mit Hilfe von verschiedenen Instrumenten zu bieten.
Diese Entwicklung und die Etablierung des Supply Chain Managements bzw. Supply Chain Controllings ist in verschiedenen Branchen unterschiedlich verlaufen. Daher soll in dieser Arbeit das Supply Chain Controlling in der Automobil- und Pharmaindustrie näher untersucht werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Automobil- und Pharmaindustrie im Hinblick auf das Supply Chain Controlling und dessen Instrumente zu untersuchen. Insbesondere sollen dabei die Besonderheiten der jeweiligen Supply Chains herausgestellt werden und spezifische Instrumente des Supply Chain Controllings auf ihre Eignung und den aktuellen Umsetzungsstand in den beiden Branchen beurteilt werden.
Die Vorgehensweise wird im Folgenden dargestellt:
Im Anschluss an diese Einleitung werden im zweiten Kapitel grundlegende Begriffe definiert. Des Weiteren werden die hier betrachtete Automobil- und Pharmaindustrie charakterisiert und abgegrenzt, sowie zu ihrer Auswahl Stellung bezo-gen.
Im Anschluss daran verdeutlicht Kapitel drei nicht nur die wirtschaftlichen Strukturveränderungen im Allgemeinen, sondern nimmt auch Bezug zu den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in den dargestellten Branchen. Zusätzlich werden die Kennzeichen und Besonderheiten der Supply Chains in der Automobil- und Pharmabranche aufgezeigt.
Struktur des Werks
1 Einleitung
2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen
2.1 Wesentliche Begriffe des Supply Chain Controllings
2.1.1 Controlling
2.1.2 Supply Chain
2.1.3 Supply Chain Management
2.1.4 Supply Chain Controlling
2.2 Charakterisierung ausgewählter Branchen
2.2.1 Auswahl der betrachteten Branchen
2.2.2 Charakteristika der Automobilindustrie
2.2.3 Charakteristika der Pharmaindustrie
3 Das Wettbewerbsumfeld und branchenspezifische Besonderheiten der Supply Chains
3.1 Veränderungen im Wettbewerbsumfeld von Unternehmen
3.1.1 Allgemeine Strukturveränderungen
3.1.2 Branchenspezifische Strukturveränderungen
3.2 Kennzeichen branchenspezifischer Supply Chains
4 Methoden im Supply Chain Controlling
4.1 Prozessmapping
4.2 Methoden des Beziehungscontrollings
4.3 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
4.3.1 Selektive Kennzahlen
4.3.2 Balanced Scorecard
4.4 Unternehmensübergreifende Prozesskostenrechnung
4.5 Das ganzheitliche Supply Chain Controlling Konzept
5 Evaluation der Instrumente des Supply Chain Controllings
5.1 Erfolgsfaktoren und Hindernisse im Supply Chain Controlling
5.2 Evaluation der dargestellten Instrumente
5.2.1 Prozessmapping
5.2.2 Beziehungscontrolling
5.2.3 Selektive Kennzahlen
5.2.4 Balanced Scorecard
5.2.5 Prozesskostenrechnung
5.3 Zusammenfassung der Evaluation
6 Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Supply Chain Controlling in der Automobil- und Pharmaindustrie mit dem Ziel, spezifische Instrumente zu bewerten und ihre Eignung sowie den Umsetzungsstand in diesen Branchen zu analysieren.
- Methodische Grundlagen des Supply Chain Controllings
- Branchenspezifische Wettbewerbsumfelder und Lieferkettenmerkmale
- Analyse relevanter Controlling-Instrumente (u.a. Prozessmapping, Balanced Scorecard)
- Evaluation von Erfolgsfaktoren und Hindernissen bei der Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Controlling
Da sich für den Begriff Controlling noch kein einheitliches Verständnis gebildet hat, existiert eine breite begriffliche Basis mit zahlreichen Definitionen. Aus diesen Definitionen lassen sich vier Begriffsansichten erkennen, die im Folgenden kurz vorgestellt werden:
Der informationstheoretische Ansatz von Müller bezeichnet das Controlling als zentrale Einrichtung der betriebswirtschaftlichen Informationswirtschaft und sieht die Aufgabe darin, den Bedarf an Informationen und deren Beschaffung zu koordinieren. Der zweite Ansatz sieht Controlling als spezielle Form der Führung an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Supply Chain Steuerung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Instrumente des Supply Chain Controllings branchenspezifisch zu evaluieren.
2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente gelegt, indem zentrale Begriffe wie Controlling, Supply Chain und Supply Chain Management erläutert sowie die Automobil- und Pharmaindustrie charakterisiert werden.
3 Das Wettbewerbsumfeld und branchenspezifische Besonderheiten der Supply Chains: Dieses Kapitel beleuchtet allgemeine und branchenspezifische Strukturveränderungen und leitet daraus Kennzeichen der Supply Chains in der Automobil- und Pharmabranche ab.
4 Methoden im Supply Chain Controlling: Es werden praxisrelevante Instrumente wie Prozessmapping, Beziehungscontrolling, Kennzahlensysteme und die Balanced Scorecard im Kontext eines ganzheitlichen Controlling-Konzepts vorgestellt.
5 Evaluation der Instrumente des Supply Chain Controllings: Die Instrumente werden bewertet, indem ihre Eignung für die beiden Branchen unter Berücksichtigung von Erfolgsfaktoren und Hindernissen kritisch reflektiert wird.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und zieht ein Resümee über den aktuellen Stand und zukünftigen Handlungsbedarf im Supply Chain Controlling der betrachteten Branchen.
Schlüsselwörter
Supply Chain Controlling, Automobilindustrie, Pharmaindustrie, Wertschöpfungskette, Prozessmapping, Balanced Scorecard, Prozesskostenrechnung, Unternehmensführung, Kennzahlensysteme, Beziehungscontrolling, Logistik, Effizienz, Effektivität, Wettbewerbsfähigkeit, Lieferantenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Evaluation von Controlling-Instrumenten für unternehmensübergreifende Lieferketten (Supply Chains) und vergleicht dabei die Anwendungsmöglichkeiten in der Automobil- und Pharmaindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretische Fundierung des Supply Chain Controllings, die Analyse des Wettbewerbsumfelds, die Darstellung methodischer Instrumente und deren praktische Evaluation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Eignung und den aktuellen Umsetzungsstand spezifischer Controlling-Instrumente in der Automobil- und Pharmaindustrie zu untersuchen und branchenspezifische Besonderheiten herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf bestehenden Controlling-Konzepten (insbesondere von Weber, Bacher und Groll) basiert und diese auf die spezifischen Anforderungen der gewählten Branchen anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einführung, eine Analyse der Branchencharakteristika und Wettbewerbsveränderungen sowie eine detaillierte Vorstellung und Bewertung von Methoden wie Prozessmapping, Kennzahlensystemen und der Balanced Scorecard.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Supply Chain Controlling, Wertschöpfungskette, Prozessmapping, Balanced Scorecard, Prozesskostenrechnung und Beziehungscontrolling.
Warum unterscheidet sich die Automobilindustrie von der Pharmaindustrie im Supply Chain Controlling?
Die Automobilindustrie gilt als Vorreiter mit hohem Reifegrad der Integration, während die Pharmaindustrie durch längere Entwicklungszeiten, hohe regulatorische Anforderungen und einen geringeren, aber wachsenden Fokus auf Supply Chain Management geprägt ist.
Welche Rolle spielt Vertrauen im Beziehungscontrolling?
Vertrauen wird als essenzielles, jedoch schwer zu quantifizierendes psychologisches Phänomen identifiziert, das die Basis für einen erfolgreichen, unternehmensübergreifenden Controllingzyklus bildet.
- Quote paper
- Dipl.-Kauffrau, Dipl.-Handelslehrerin Stefanie Goder (Author), 2007, Evaluation von Instrumenten des Supply Chain Controllings in ausgewählten Branchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83110