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Drei Kaiser, drei Legenden - drei Gründungsfiguren?

Die Darstellung der Herrschaft von Augustus, Konstantin und Karl dem Großen als Teil eines europäischen Gründungsmythos in Geschichtsschulbüchern der Sekundarstufe II

Title: Drei Kaiser, drei Legenden - drei Gründungsfiguren?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 49 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Daniel Tatz (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

Aus der Einleitung:

Die drei Herrscher, welche die Protagonisten dieser Arbeit sind, gelten
zweifellos im aktuellen kulturellen Gedächtnis als besonders herausragende
Persönlichkeiten. Augustus, der als Erbe Julius Caesars das Principat
begründete, festigte diese praktisch neue Regierungsform durch seine lange
Regierungszeit von 41 Jahren so sehr, dass seine Neuerungen bis ans Ende des
westlichen Reiches eine enorme Wirkung entfalteten und die Entwicklung des
Imperium Romanum entscheidend beeinflussten.
Sein Amtsnachfolger Konstantin der Große, der fast 300 Jahre später lebte
und regierte, reformierte wiederum das Römische Reich, indem er die
Tetrarchie des Diocletian endgültig beseitigte und zahlreiche Rechts- und
Verfassungsreformen durchführte, um die Effizienz der Verwaltung zu
steigern. Seine heute noch von vielen empfundene Größe basiert jedoch vor
allem auf seiner Bedeutung für die Anerkennung und Ausbreitung des
Christentums im Römischen Reich. Mit seiner sich langsam vollziehenden
Hinwendung zu dieser Offenbarungsreligion begann der eigentliche
Konkurrenzkampf zwischen paganen Kulten und dem monotheistischen Christentum,
an dessen Ende die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion
steht.
Auch Karl der Große steht uns als ein Herrscher gegenüber, dessen Wirken mit
wichtigen Neuerungen und Veränderungen einherging. Die Festigung der
Herrschaft der Karolinger als Königshaus im Frankenreich ist dabei nur ein
Teilbereich, der schon von seinem Vater angegangen worden war. Die
Ausdehnung der fränkischen Herrschaft bis in das heutige Nordwest- und
Süddeutschland sowie das Erringen der Kaiserkrone sind weitere Steine in
dem Mosaik, das ihn als einen bedeutsamen Herrscher erscheinen lässt. Vor
allem die Kaiserwürde ist es, die ihn darüber hinaus in eine Kontinuitätslinie
mit Augustus und Konstantin dem Großen stellt, als deren Nachfolger er sich
selbst sah.
Im Hinblick auf diese Kontinuität in der Diskontinuität erscheinen diese drei
Herrschergestalten aus heutigem Blickwinkel als entscheidende Marken auf
dem Weg zu einem relativ einheitlichen, europäischen Kulturraum, der heute
zwar von verschiedenen Nationen und deren individuellerGeschichtsschreibung geprägt ist, dessen wirtschaftliches und politisches
Zusammenwachsen jedoch auch ein gesellschaftlich-kulturelles erforderlich
werden lässt.
(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Begriffsbestimmung von Mythos und Legende

1.2 Die Schulbuchanalyse als Methode der Geschichtsdidaktik

2 Methodische Vorüberlegungen

3 Schulbuch I: Geschichtsbuch Oberstufe

3.1 Die allgemeine Analyse

3.1.1 Formal

3.1.2 Inhaltlich

3.2 Die spezielle Analyse

3.2.1 Der Kontext der Herrscherdarstellung

3.2.2 Bildliche Darstellungen

3.2.3 Quellentexte

3.2.4 Autorentexte

3.2.5 Arbeitsaufträge

4 Geschichte und Geschehen

4.1 Allgemein

4.1.1 Formal

4.1.2 Inhaltlich

4.2 Speziell

4.2.1 Der Kontext der Herrscherdarstellungen

4.2.2 Bildliche Darstellungen

4.2.3 Arbeitsaufträge

5 Fazit: Kontinuitäten zwischen den Herrscherdarstellungen und ihre Bedeutung für die Konstruktion eines europäischen Gründungsmythos

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Darstellung der drei Herrscher Augustus, Konstantin und Karl der Große in Geschichtsschulbüchern der gymnasialen Oberstufe eine Kontinuitätslinie aufweist, die als Grundlage für einen europäischen Gründungsmythos dienen könnte, oder ob diese Darstellungen eher durch Brüche und Fiktionalisierungen geprägt sind.

  • Analyse der Mythen- und Legendenbildung im Geschichtsunterricht
  • Qualitative und quantitative Schulbuchanalyse nach geschichtsdidaktischen Kriterien
  • Untersuchung von medialen Darstellungen, Quellentexten und Autorentexten
  • Überprüfung der Konstruktion von Kontinuitäten in der Herrschaftsgeschichte
  • Reflexion über das Potenzial einer europäischen Geschichtskultur

Auszug aus dem Buch

1.1 Begriffsbestimmung von Mythos und Legende

Um abwägen zu können, ob die Darstellung von Augustus, Konstantin dem Großen und Karl dem Großen in den untersuchten Schulbüchern eine Kontinuitätslinie aufweist und inwiefern eine Kontamination mit contrafaktischen Imaginationen vorliegt, ist eine genaue Begriffsbestimmung von Mythos und Legende unabdingbar.

Die ursprüngliche Verortung von Mythen und Legenden im Bereich der Religion, welchem sie in der Antike angehörten, wurde mit der Zeit säkularisiert, sodass heute im alltagssprachlichen Umgang eher eine andere Konnotation vorherrscht: Diejenige der Fiktion.

Der fiktionale Charakter ist das Element, das Mythos und Legende miteinander verbindet und das sie zugleich am schärfsten von der geschichtswissenschaftlichen Erkenntnis trennt, welche diskursiv und rational entwickelt wird. Das sich häufig die von Pandell als „Pseudo-Geschichte“ bezeichneten Phänomene mit dem rational beweisbaren Wissen in Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur mischen, ist eine Hauptproblematik der Geschichtsdidaktik.

Doch auch Mythen und Legenden gilt es gegeneinander abzugrenzen, um eine saubere Argumentation zu gewährleisten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Interesse an den drei Herrschern Augustus, Konstantin und Karl der Große als herausragende Persönlichkeiten und führt in die Fragestellung nach deren Darstellung als Teil eines europäischen Gründungsmythos ein.

2 Methodische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden die formalen und inhaltlichen Kriterien für die Analyse der Schulbücher festgelegt, wobei zwischen einem allgemeinen und einem speziellen Analyseteil unterschieden wird.

3 Schulbuch I: Geschichtsbuch Oberstufe: Das Kapitel bietet eine formale und inhaltliche Analyse des Geschichtsbuchs Oberstufe, wobei der Fokus auf der Darstellung der drei Herrscher, der medialen Gestaltung und der Einordnung in Kontinuitätslinien liegt.

4 Geschichte und Geschehen: Dieses Kapitel führt die gleiche detaillierte formale und inhaltliche Analyse für das Schulbuch Geschichte und Geschehen durch und vergleicht die Ergebnisse mit dem ersten untersuchten Buch.

5 Fazit: Kontinuitäten zwischen den Herrscherdarstellungen und ihre Bedeutung für die Konstruktion eines europäischen Gründungsmythos: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Unterschiede in der Darstellung auf und bewertet, inwieweit die Schulbücher eine europäische Mythenbildung unterstützen oder kritisch reflektieren.

Schlüsselwörter

Geschichtsdidaktik, Schulbuchanalyse, Augustus, Konstantin der Große, Karl der Große, europäischer Gründungsmythos, Mythenbildung, Kontinuität, Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur, Herrschaftsdarstellung, Mittelalter, Antike, Kaiserwürde, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung von drei einflussreichen Herrschern (Augustus, Konstantin, Karl der Große) in aktuellen Geschichtsschulbüchern der gymnasialen Oberstufe unter dem Aspekt der Mythenbildung und europäischen Identität.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Felder sind die geschichtsdidaktische Analyse von Schulbuchtexten, der Umgang mit historischen Mythen und Legenden sowie die Frage nach einer europäischen Kontinuitätslinie in der Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie diese Herrscher in Schulbüchern zu einer gemeinsamen Traditionslinie verbunden werden und ob dies der bewussten Konstruktion eines europäischen Gründungsmythos dient.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es wird ein integrativer methodischer Ansatz verwendet, der qualitative hermeneutische Textanalyse mit quantitativen Verfahren kombiniert, um sowohl mediale Zusammensetzungen als auch semantische Strukturen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von zwei spezifischen Schulbüchern (Geschichtsbuch Oberstufe und Geschichte und Geschehen), wobei jeweils formale, inhaltliche, bildliche und quellenkritische Aspekte beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Geschichtsdidaktik, Schulbuchanalyse, Mythenbildung, europäischer Gründungsmythos und historische Kontinuität beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Augustus in den beiden Schulbüchern?

Während das erste Buch Augustus vor allem im Kontext der Staatsorganisation sieht, gewichtet das zweite Buch seine Person stärker, indem es ihm eigene Unterkapitel zuweist und ihn als "vorbildlichen Politiker" hervorhebt.

Welche Rolle spielt die Abbildung von Münzen im zweiten Schulbuch?

Die gegenübergestellten Münzabbildungen von Konstantin und Karl dem Großen dienen als visuelle Brücke, die eine historische Verbindung und Kontinuität zwischen den Herrschern suggerieren soll, auch wenn die begleitenden Kommentare dies teilweise wieder relativieren.

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Details

Title
Drei Kaiser, drei Legenden - drei Gründungsfiguren?
Subtitle
Die Darstellung der Herrschaft von Augustus, Konstantin und Karl dem Großen als Teil eines europäischen Gründungsmythos in Geschichtsschulbüchern der Sekundarstufe II
College
University of Münster  (Institut für Didaktik der Geschichte)
Course
Konstantinische Wende- Konstantinisches Zeitalter
Grade
2,0
Author
Daniel Tatz (Author)
Publication Year
2006
Pages
49
Catalog Number
V83182
ISBN (eBook)
9783638894913
Language
German
Tags
Drei Kaiser Legenden Gründungsfiguren Konstantinische Wende- Konstantinisches Zeitalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Tatz (Author), 2006, Drei Kaiser, drei Legenden - drei Gründungsfiguren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83182
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