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Die Hellenisierung des Christentums

Title: Die Hellenisierung des Christentums

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Alexander Jentsch (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Die Theorie einer Hellenisierung des Christentums hat bereits seit den Anfängen des Christentums die geistliche Welt in stärkstem Maße beschäftigt. In immer neuen Formen taucht sie in den verschiedenen Jahrhunderten auf und hat sowohl die Entwicklung der Kirche, als auch Theologie und Religionsphilosophie in den verschiedenen Epochen beeinflußt.
Generell ist mit der Theorie der Hellenisierung des Christentums die Beeinflussung des Urchristentums durch die hellenische Kultur gemeint, im Zuge welcher, nach Meinung vieler Vertreter dieser Theorie, die einfache Glaubensreligion Jesu Christi in eine komplexe Glaubenslehre verfälscht wurde.
Um die jeweiligen Argumentationsketten verstehen zu können, welche zu so unterschiedlichen Ergebnissen wie die Glawes - „Die Hellenisierung des Christentums ist also ein Prozess, der geschichtlich notwendig ist...“ der jedoch nicht „die Religion Jesu Christi in ihrer Reinheit getrübt oder in ihrer Kraft geschwächt hat“ und Nietzsches - "Christentum = Platonismus für’s Volk“ „Das Wort schon ‚Christentum‘ ist ein Mißverständnis -, im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz.“ Was darauf folgte, „war bereits der Gegensatz dessen was er gelebt: ... ein Dysangelion“ führen, ist es wichtig, das geschichtliche Umfeld und den Entwicklungsverlauf jenes Urchristentums zu kennen. Sowie es auch vonnöten ist, die Geschichte des Streits um die Bewertung der „Hellenisierung“ klar vor Augen zu haben, bevor man seine Inhalte für die heutige Zeit abwägt und sich zu einem eigenen Urteil durchringt.
Der Darstellung der eventuellen Grundlagen der These einer Hellenisierung des Christentums sowie ihrer Rezeptionsgeschichte widmet sich die vorliegende Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung der Hellenisierungsthese

2. Hellenismus und Urchristentum

3. Der Streit um die Hellenisierungsthese – die Befürworter und Gegner

4. Hellenisierung des Christentums - der Versuch einer Einschätzung aus heutiger Sicht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Hellenisierung des Christentums, analysiert die historische Auseinandersetzung über die Beeinflussung der christlichen Lehre durch griechische Philosophie und bewertet kritisch, inwieweit dieser Prozess eine Verfälschung der ursprünglichen Botschaft Jesu darstellt.

  • Historische Herleitung der Hellenisierungsthese
  • Wechselwirkung zwischen hellenischer Kultur und Urchristentum
  • Kontroverse Positionen von Befürwortern und Kritikern der Hellenisierung
  • Bedeutung dogmatischer Entwicklungen, insbesondere im Kontext des Konzils von Nizäa
  • Einschätzung aus heutiger Sicht hinsichtlich Identität und Wandel

Auszug aus dem Buch

Hellenisierung und Urchristentum

Hellenismus bezeichnet nach Johann Gustav Droysen den historischen Zeitraum vom Jahre 323 vor Christus, dem Todesjahr Alexanders des Grossen, bis zum Beginn der römischen Kaiserzeit. Gleichzeitig ist mit Hellenismus auch eine kulturelle Epoche gemeint, welche zeitlich noch weit in die römische Kaiserzeit hineinragt und somit auch die Eroberung Griechenlands und der östlichen Mittelmeerstaaten durch das Römische Imperium meint, welche das lokale Zentrum des Hellenismus bilden. Eine Epoche, welche die klassische Antike mit der kaiserzeitlichen Spätantike verbindet. Ein kultureller Raum, den nahezu alle nördlichen und östlichen Mittelmeerstaaten gemeinsam beleben, in welchem somit auch eine Vielzahl von kulturellen und gleichfalls religiösen Anschauungen und Lebensweisen miteinander in Berührung kommen und gegenseitigen Einfluß auf einander haben. Sozial eine Epoche des Übergangs der alten, begrenzten Polis zu weiträumigen, territorial definierten Staaten. In diesen entwickeln sich die alten, sowie auch neue Städte zu internationalen Handels- und Verkehrszentren, um welche sich eine griechischsprachige Weltkultur etabliert, die zunächst auch unter römischer Herrschaft fortdauert.

Insbesondere in den Städten verlieren die alten, ländlichen, religiösen Vorstellungen zunehmend an Bedeutung und aufgrund des Souveränitätsverlustes der Polis gegenüber Rom sinkt gleichwohl das politische Interesse der Bevölkerung. Dadurch gewinnen zunehmend esoterische Weisheitslehren an Bedeutung, die einen individuellen Lebenssinn vermitteln. Das Interesse an Erkenntnisreligionen steigt und damit einher gehend entwickelt sich eine Erwartungshaltung, übernatürliche Offenbahrungen zu erhalten. Diese sind jedoch nicht allein den Priestern, Sehern und Gebildeten vorbehalten. - Jedem, der scheinbar Göttliches verkündet, wird Gehör geschenkt. Dabei zeigt sich in der Vermischung vieler unterschiedlicher, religiöser Vorstellungen eine zunehmende Akzeptanz synkretistischer, neuer Religionen.

Die Aufmerksamkeit der gebildeten Schicht richtet sich zunehmend auf philosophische Themen. In diesem Zuge kommt es ab dem 2. vorchristlichen Jahrhundert zu einem Wiederaufleben der klassischen Philosophie. Insbesondere die Philosophie Platons erlebt eine Renaissance. Mit ihr wird im Späteren die „Hellenisierung des Christentums“ am stärksten verknüpft werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Darstellung der Hellenisierungsthese: Dieses Kapitel definiert die Hellenisierungsthese als Beeinflussung des Christentums durch hellenische Kultur und diskutiert die kritischen Ansichten namhafter Forscher wie Adolf von Harnack und Friedrich Nietzsche.

2. Hellenismus und Urchristentum: Hier wird der kulturelle und philosophische Kontext des Hellenismus beleuchtet und aufgezeigt, wie diese Strömungen die Entwicklung des Urchristentums zur eigenständigen Weltreligion beeinflussten.

3. Der Streit um die Hellenisierungsthese – die Befürworter und Gegner: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Debatte, von den frühen Beobachtungen durch Humanisten und Reformatoren bis hin zu den differenzierten Standpunkten der Aufklärungszeit.

4. Hellenisierung des Christentums - der Versuch einer Einschätzung aus heutiger Sicht: Abschließend wird kritisch reflektiert, ob die Bezeichnung „Hellenisierung“ adäquat ist und inwiefern der Wandel einer Religion durch kulturelle Kontexte ein notwendiger Prozess für deren Bestand ist.

Schlüsselwörter

Hellenisierung, Christentum, Urchristentum, griechische Philosophie, Adolf von Harnack, Platonismus, Dogmengeschichte, Konzil von Nizäa, Apologeten, Theologie, Religionsphilosophie, Kulturtransfer, Synkretismus, Friedrich Nietzsche, Offenbarungsreligion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen und theologiegeschichtlichen Debatte um die sogenannte „Hellenisierung des Christentums“.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Hellenismus, die philosophische Beeinflussung der frühen christlichen Theologie sowie die kritische Reflexion über die Veränderung der christlichen Botschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verschiedenen Argumentationslinien im Streit um die Hellenisierung nachzuzeichnen und die Berechtigung unterschiedlicher Werturteile über diesen Prozess zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um Fachliteratur und theologische Quellen in den Kontext der jeweiligen Epochen zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der These, die Untersuchung des historischen Kontextes, den Abriss der langen Debatte und eine abschließende Einschätzung aus heutiger Perspektive.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Hellenisierung, dogmatische Entwicklung, Platonismus, urchristliches Erbe und den Konflikt zwischen Vernunftglaube und Offenbarungsreligion.

Welche Rolle spielt Platon in diesem Dokument?

Platon und der Mittelplatonismus dienen als zentrales philosophisches Referenzsystem, dessen Konzepte laut der untersuchten These die christliche Dogmenbildung und das Verständnis der Gottesnatur stark geprägt haben.

Warum wird das Konzil von Nizäa als entscheidend markiert?

Das Konzil wird als ein Wendepunkt gesehen, an dem die Kirche versuchte, sich durch klare dogmatische Festlegungen gegenüber einer als verfälschend wahrgenommenen, unkritischen Übernahme platonischer Begriffe abzugrenzen.

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Details

Title
Die Hellenisierung des Christentums
College
Free University of Berlin  (Religionswissenschaft)
Course
Einführung in die Religionsphilosphie: Von der Antike bis zum ausgehenden Mittelalter
Grade
1,0
Author
M.A. Alexander Jentsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V83184
ISBN (eBook)
9783638898874
Language
German
Tags
Hellenisierung Christentums Einführung Religionsphilosphie Antike Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Alexander Jentsch (Author), 2003, Die Hellenisierung des Christentums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83184
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