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Wie groß sind Reichweite und Wirkung von Kooperationsklassen in Bayern

Title: Wie groß sind Reichweite und Wirkung von Kooperationsklassen in Bayern

Examination Thesis , 2007 , 89 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melanie Schöner (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Neben verschiedenen anderen Elementen rückt im Bereich der Integration das Modell der Kooperationsklasse immer mehr in den Blickpunkt. Während es im Schuljahr 2003/2004 erst 190 Kooperationsklassen in Bayern gab, steigerte sich die Zahl im Schuljahr 2006/2007 auf 418 Kooperationsklassen (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2006, S. 6). Die Notwendigkeit dieser Entwicklung wird im theoretischen Teil der Arbeit anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse dargestellt. Die Herausbildung des Integrationsgedankens im Laufe der Jahre, dazu die Veränderung der Gesetzeslage in Bayern und aktuell expandierende Integrationsformen werden danach beschrieben. Im Schwerpunkt der Arbeit geht es speziell um die Integrationsform ‚Kooperationsklasse’. Nach einer Begriffsdefinition wird die pädagogische Zielsetzung geklärt, die ihr, als „Klasse für besondere pädagogische Aufgaben“ (BayEUG Art. 43 Abs. 2 Satz 1), zukommt. Die Gelegenheiten der Zusammenarbeit zwischen Sonderschullehrern, Lehrern der allgemeinen Schule und der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste gilt es dann zu erläutern sowie organisatorische Rahmenbedingungen und normative Voraussetzungen darzustellen, die für eine pädagogisch effektive Arbeit unabdingbar sind. Anschließend wird auf die Frage eingegangen, welchen Anforderungen der Unterricht in Kooperationsklassen in didaktischer und methodischer Hinsicht genügen muss. Zusätzlich sind die Formen der Leistungserhebung und Leistungsbewertung in Kooperationsklassen, unter Berücksichtigung der Möglichkeit des ‚Nachteilsausgleichs’, zu beleuchten. Danach werden die Kriterien zur Schülerauswahl dargestellt. Zum Abschluss der theoretischen Überlegungen ist es nötig, die strukturellen Aspekte zur Bildung einer Kooperationsklasse zum Ausdruck zu bringen, wie die Genehmigung und Einrichtung von Kooperationsklassen und die Bestimmung der Gruppengröße.
Im Praxisteil gilt es, mittels einer Lehrerbefragung, herauszuarbeiten, inwieweit die alltägliche pädagogische Arbeit in Kooperationsklassen den theoretischen Ansprüchen gerecht wird. Dazu wird die Einschätzung der Befragten anhand von Schaubildern dargestellt und analysiert. Die vergleichende Gegenüberstellung zwischen den gewonnenen Daten aus der Schulpraxis und den theoretischen Grundlagen gibt schließlich den Blick auf Möglichkeiten einer weiteren Optimierung frei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theoretische Grundlagen

1.0 Begründungen für gemeinsames Lernen

1.1 Wissenschaftliche Erkenntnisse

1.2 Schulversuche

1.3 Ethisch-normative Begründungen

1.4 Gesetzliche Verankerung

2.0 Aktuell expandierende integrative Schulformen in Bayern

2.1 Übersicht

2.1 Aussenklasse

2.2 Öffnung der Förderschulen

2.3 Einzelintegration

3.0 Kooperationsklassen

3.1 Begriffsbestimmung

3.2. Rechtliche Grundlagen

3.3 Pädagogische Zielsetzung

3.4. Kooperationspartner

3.4.1 Lehrpersonal

3.4.2 Unterstützung durch die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste (MSD)

3.5 Organisatorische Rahmenbedingungen

3.6 Normative Voraussetzungen

3.7 Anforderungen an den Unterricht in Kooperationsklassen

3.8 Kriterien zur Auswahl der Kooperationsschüler

3.9 Leistungsfeststellung und –bewertung

3.10. Strukturelle Aspekte

3.10.1 Genehmigung und Einrichtung

3.10.2 Bestimmung der Lerngruppe

III. Praxis

4.0 Darstellung und Analyse der Ergebnisse zur Lehrerbefragung

4.1 Vorbemerkung

4.2. Lehrer, Schüler, Eltern

4.2.1 Beweggründe zur Übernahme einer Kooperationsklasse

4.2.2 Klassengröße

4.2.3 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

4.2.4 Soziale Integration

4.2.5 Unterstützung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch deren Eltern

4.2.6 Einstellung der Schülereltern ohne sonderpädagogischem

4.3 Organisation

4.3.1 Zeitpunkt des Schulwechsels

4.3.2 Auswahlkriterien für eine Kooperationsklasse

4.3.3 Unterstützung der Lehrer

4.3.4 Förderung durch die MSD

4.4 Lehrplan

4.4.1 Didaktik und Methodik

4.4.2 Zeitliche Aufwendungen

4.5 Leistungserhebung

4.5.1 Curriculare Anschlussfähigkeit

4.5.2 Leistungsüberprüfung

4.6 Bewertung der Integrationsform

4.6.1 Vorzüge des Modells

4.6.2 Persönliche Belastungen

4.6.3 Verbesserungsmöglichkeiten

IV. Perspektive

5.0 Reflexion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Reichweite und Wirksamkeit von Kooperationsklassen in Bayern. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit die tägliche pädagogische Praxis in diesen Klassen den theoretischen Ansprüchen an inklusive Beschulung gerecht wird, und identifiziert Möglichkeiten zur Optimierung des Modells.

  • Rechtliche und pädagogische Grundlagen der Kooperationsklassen
  • Strukturelle Rahmenbedingungen und Auswahlverfahren für Schüler
  • Analyse der Lehrer-Schüler-Eltern-Interaktionen
  • Unterstützung durch Mobile Sonderpädagogische Dienste (MSD)
  • Didaktik, Methodik und Leistungsbewertung im inklusiven Unterricht

Auszug aus dem Buch

1.1 Wissenschaftliche Erkenntnisse

Ein wesentliches Argument für den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass sich dadurch für alle Schüler zahlreiche Vorzüge ergeben. Dabei wird dem integrativen Unterricht vor allem eine entwicklungsfördernde Bedeutung zugeschrieben.

Bei der Ausbildung kognitiver und sozialer Fähigkeiten sind für das Kind zunächst seine Bezugspersonen von Bedeutung. Findet es in dieser Umgebung nicht genügend Unterstützung und zeigt sich seine Umwelt als anregungsarm, so ist mit Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen zu rechnen. Damit „läuft es Gefahr, in der Entwicklung zu retardieren und grundlegende Fähigkeiten wie etwa Rollenübernahme, Ambiguitätstoleranz und Identitätsdarstellung nur unvollständig im Laufe des Lebens zu erwerben. Dies führt zu Behinderungen und Problemen im Lernen und Verhalten“ (Benkmann 1997, S. 337). Insbesondere für solche Kinder ist es wichtig in anderen Umwelten, wie Kindergarten und Schule, die Möglichkeit zu erhalten, ihre kognitiven und sozialen Fähigkeiten auszubauen (vgl. a.a.O., S. 340f). Hierbei konnte eine besondere entwicklungsfördernde Komponente durch Gleichaltrige anhand des Modelllernens nachgewiesen werden: „Anreize in der Welt der gleichaltriger Schulkinder bestehen darin, daß am Modell der anderen gelernt wird“ (a.a.O., S. 337). Sicherlich bietet sich die Gelegenheit dazu auch im Schulleben der Förderschule, der integrative Unterricht jedoch verschafft noch weitreichende Möglichkeiten.

So stellt Benkmann die Frage: „Bieten sich im gemeinsamen Unterricht nicht mehr Chancen, den Einfluß weiterentwickelter Schüler für die kognitive und sozial-moralische Entwicklung behinderter Kinder zu nutzen und Hilfe und Solidarität der „Stärkeren“ gegenüber „Schwächeren“ zu praktizieren und dabei zu lernen?“ (1998, S. 168f). Die Begründungen für eine gemeinsame Schule gehen allerdings noch über das Modelllernen hinaus. So macht Piaget darauf aufmerksam, dass sich durch den Umgang mit Gleichaltrigen, ebenbürtige Partner entwickeln, die gemeinsame Regeln aushandeln und immer mehr in der Lage sind, selbstbestimmt zu Handeln (vgl. Piaget zit. nach Krämer-Kilic 2000, S. 271).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Definition des Gegenstands, Zielsetzung und Erläuterung der Relevanz des Integrationsmodells im bayerischen Schulwesen.

II. Theoretische Grundlagen: Detaillierte Auseinandersetzung mit den pädagogischen Begründungen, rechtlichen Voraussetzungen, Zielen und den verschiedenen Formen der schulischen Kooperation in Bayern.

III. Praxis: Empirische Untersuchung durch eine Lehrerbefragung, die Themen wie Organisation, Unterrichtsgestaltung, Belastung, Elternarbeit und Optimierungsmöglichkeiten analysiert.

IV. Perspektive: Synthese der Ergebnisse, Reflexion der Integrationsqualität und Ableitung konkreter Verbesserungsvorschläge für das Modell der Kooperationsklasse.

V. Anhang: Quellenverzeichnis.

Schlüsselwörter

Kooperationsklassen, Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf, Inklusion, Mobile Sonderpädagogische Dienste, MSD, Lehrerbefragung, Unterrichtsgestaltung, Nachteilsausgleich, Schulentwicklung, Schulrecht, Bayern, Schulpraxis, Individualisierung, Lehrplan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht die Implementierung und Wirksamkeit von Kooperationsklassen in Bayern als Modell der schulischen Integration für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Begründungen für gemeinsames Lernen, die rechtlichen Grundlagen in Bayern, die Rolle der beteiligten Akteure (Lehrer, Eltern, MSD) sowie die organisatorischen und didaktischen Anforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, mittels einer empirischen Lehrerbefragung herauszuarbeiten, inwieweit die alltägliche Praxis den theoretischen Ansprüchen entspricht und welche Optimierungsmöglichkeiten bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Lehrerbefragung im Juni 2007 an 68 oberbayerischen Schulen durchgeführt, deren Ergebnisse anhand von Schaubildern dargestellt und qualitativ analysiert werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und die Analyse der Praxis, wobei insbesondere die Zusammenarbeit, die Belastung der Lehrkräfte und die Qualität der Förderung untersucht werden.

Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe Kooperationsklassen, Inklusion, sonderpädagogischer Förderbedarf, Lehrerbefragung und Schulentwicklung kennzeichnen.

Wie bewerten die befragten Lehrer die Unterstützung durch die MSD?

Eine Mehrheit der Lehrer (55%) empfindet die Unterstützung durch die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste als zu gering, wobei insbesondere Zeitmangel als Hauptgrund für die eingeschränkte Effektivität genannt wird.

Welche Rolle spielt die Freiwilligkeit der Lehrkräfte?

Die Freiwilligkeit der Lehrkräfte wird als essenzielle Bedingung für das Gelingen der Integration hervorgehoben, da ohne eine intrinsische Motivation der pädagogische Mehraufwand langfristig zu Überlastung führt.

Excerpt out of 89 pages  - scroll top

Details

Title
Wie groß sind Reichweite und Wirkung von Kooperationsklassen in Bayern
College
LMU Munich
Grade
2,0
Author
Melanie Schöner (Author)
Publication Year
2007
Pages
89
Catalog Number
V83230
ISBN (eBook)
9783638867597
ISBN (Book)
9783638867696
Language
German
Tags
Reichweite Wirkung Kooperationsklassen Bayern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Schöner (Author), 2007, Wie groß sind Reichweite und Wirkung von Kooperationsklassen in Bayern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83230
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