Über die heiligen Schriften des Hinduismus


Hausarbeit, 2005
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hinduismus
2.1 Der Begriff Hinduismus
2.2 Die wichtigsten Hindu- Religionen und ihre Gottheiten

3. Die (heiligen) Schriften
3.1 Die Einteilung der Schriften
3.2 Aufbau der Veden
3.3 Die einzelnen Veden

4. Schlusswort

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Hindu kann man nicht werden, es gibt keine hinduistische Kirche in die man eintreten kann. Hindu ist man von Geburt an. Deshalb sagen viele Hindus von ihrer Religion, sie sei keine Glaubensrichtung, sondern eine Lebensweise. Das Vergeltungsgesetz des Karmas regelt, als welches Wesen bzw. in welcher Kaste man wiedergeboren wird. Es gibt keinen Götterhimmel, der so bunt ist und so viele Gottheiten beherbergt, wie der des Hinduismus, welcher im Süden Asiens, maßgeblich in Indien beheimatet ist.

Mit ca. 900 Millionen bekennenden Gläubigen gehört der Hinduismus heute zu den Weltreligionen und hat seine Anhänger nicht nur in Indien, sondern auch in

Nepal (19,4 Mio.),

Bangladesch (16,4 Mio.), aber auch in

Sri Lanka (1,5 Mio.), den

USA und Großbritannien (ca. 1 Mio.).

So vielfältig wie die Götter im Hinduismus vertreten sind, ebenso viele Schriften lassen sich verzeichnen. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die heiligen Schriften des Hinduismus verschaffen, was sich als sehr schwierig erweisen kann. Ein Grund, dass eine genaue Definition „Der Heiligen Schriften des Hinduismus“ nur schwer möglich ist, ist der, dass der Hinduismus kein Oberbegriff für „eine“ Religionsgemeinschaft ist, und er nicht, wie das Christentum oder der Islam durch einen Religionsstifter entstanden ist.

Aus diesem Grund wird in der vorliegenden Arbeit zunächst der Begriff „Hinduismus“ näher erläutert und auf die wichtigsten Hindu-Religionen, sowie ihre Gottheiten eingegangen, um im Anschluss die Einteilung der Schriften, und den Aufbau der als heilig geltenden zu betrachten.

2. Hinduismus

2.1 Der Begriff Hinduismus

Der Begriff „Hinduismus“ ist abgeleitet vom persischen „hindu-„, bezeichnet im Singular den Fluss Indus[1], den Hauptstrom Westindiens, der aus dem Transhimalaja, durch den Himalaja und Pakistan – dem sogenannten Indus-Tiefland – in das Arabische Meer mündet. Er bezeichnet folglich sowohl den Strom, als auch das Land durch das der Fluss fließt.

Im Plural bezeichnet „Hindu-“ die Bewohner des Landes, und diese sind somit „die am Fluss Indus Lebenden“ oder „die Leute vom Indus“[2].

Das Wort „Hinduismus“ als Bezeichnung einer religiösen Gemeinschaft beruht allerdings auf einem Missverständnis der Engländer, die den Begriff um 1830 ins Englische eingeführt haben, und der heute zur Allgemeinbildung gehört. Den Hinduismus bzw. den einen Hinduismus gibt es nämlich nicht. Es ist eher ein Sammelbegriff verschiedener Hindu- Religionen, welche aber keine gravierenden Abspaltungen sind. Dazu gehören unter anderem der Brahmanismus (auch älterer Hinduismus genannt), der Visnuismus, der Shivaismus, der Sâktismus, der Advaita Vedânta, die Religion der Smârtas und der Sikhismus.

Die gründe, dass es keine Spaltungen gibt sind unter anderem, dass der Hinduismus keine zentrale und fest umrissene Organisation kennt. Und auch wenn er maßgeblich in Indien und Pakistan verbreitet ist, existiert kein zentraler Ort von dem her die Dogmen verkündet werden.

2.2 Die wichtigsten Hindu- Religionen und ihre Gottheiten

Der Brahmanismus

Der Brahmanismus ist eine ursprünglich polytheistische Religion, deren Blütezeit zwischen Mitte des 2. Jahrtausends v.Chr. und dem 4. Jahrhundert v.Chr. lag.

Der wichtigste Gott ist Brahma, auch wenn seine Bedeutung heute geschmälert ist, und er nur noch eine Kultstätte (in Puskara) besitzt an der nur ein Mal im Jahr ein Fest abgehalten wird[3].

Brahma gilt als Schöpfer der Welt und des Weltalls, und steht in der Göttertrinität Brahma/Vişņu/Siva an erster Stelle.

Seine geringe Bedeutung lässt sich aus seiner Funktion als Schöpfer ableiten. Da die Schöpfung schon abgeschlossen ist, wird Brahma erst nach der Zerstörung der Erde mit deren Neubeginn des Lebens in Erscheinung treten.

Er überwacht die sittliche Ordnung und tritt als Richter auf. Da er vorrangig in intellektuellen Kreisen Verehrung findet, gilt er dort als der Verkünder des heiligen Wissens, des Veda.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Brahma - Ikonographie aus: Schumann, Hans Wolfgang: „Die großen Götter Indiens – Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus“,

Brahma wird als bärtiger, wohlgenährter Mann mittleren Alters mit vier Gesichter (weswegen er auch der Viergesichtige – Caturmukha genannt wird) und vier Armen dargestellt. Er trägt die sogenannte Brahmanenschnur (von der rechten Schulter herab zur linken Seite der Hüfte), diversen Schmuck und einen Blütenkranz. In seinen vier Händen hält er die Palmblattmanuskripte der vier Sammlungen (samhitas der Veden), oder einen Opferlöffel, Rosenkranz, das Veda Buch und ein Wassergefäß. Wie alle Gottheiten des Hinduismus hat auch Brahma ein Begleit- bzw. Reittier. In seinem Fall ist dies eine weise Gans.

Brahma entstand aus dem sogenannten Brahman – der Weltseele, das als „...körperloses und eigenschaftsloses Absolutes...“[5] nicht selber schöpferisch tätig werden konnte, aber den Wunsch in sich trug zu erschaffen. Wie Brahma allerdings auf bzw. in die Welt kam wird unterschiedlich überliefert. In den Sanskrit-Werken wird zum Einen die Version beschrieben wie er aus den Urgewässern entstieg, zum anderen aber auch die Auffassung vertreten, dass er aus dem sogenannten Ur-Ei als „Der goldene Embryo“ geschlüpft ist.

Des weiteren gilt er als der Schutzherr der Künste und Kunstfertigkeiten wie das Schauspiel. Alle Künstler ahmen die Weltentstehung nach. Daher ist es logisch, dass diese Brahma unterstehen, weil er wie bereits erwähnt als der Schöpfer der Welt gilt. Brahma hatte einst drei Erscheinungsformen, nämlich die als Fisch, Schildkröte und Eber[6], die aber später zu Inkarnationen von Vişņu erklärt wurden.

Der Sivaismus

Der teilweise monotheistische und teilweise dualistische Sivaismus ging aus einer Verschmelzung von Volksreligion – genau gesagt aus den Religion(en) der ackerbebauenden Ureinwohner Indiens – und dem vedischen Gott Rudra (der Schreckliche) hervor, und wurde zeitweise sogar stark vom Tantrismus beeinflusst[7].

[...]


[1] Vgl. von Stietencron, Heinrich: Artikel „Hinduismus“ in Müller, Gerhard (Hrsg.): „Theologische Realenzyklopädie Band 15“, Seite 346.

[2] Ebd. Seite 346 und vgl. Michaels, Axel: Artikel „Hinduismus“ in

Betz, Hans Dieter u.a. (Hrsg.): „Religion in Geschichte und Gegenwart Band 3“, Seite 1758.

[3] Siehe: Schumann, Hans Wolfgang: „Die großen Götter Indiens – Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus“; Seite 37.

[4] Vgl. Khoury, Adel Theodor in: Khoury, Adel Theodor & Meier, Erhard: „Gebete des Hinduismus”; Seite 40.

[5] Vgl. Schumann, Hans Wolfgang: „Die großen Götter Indiens – Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus“, S. 41.

[6] Ebd. Seite 42.

[7] Siehe: von Stietencron, Heinrich; Seite 349.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Über die heiligen Schriften des Hinduismus
Hochschule
Universität Erfurt  (Philosophische Fakultät - Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Zugänge zu den reiligösen Kulturen - Einführung in Theorie und Methode der Religionswissenschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V83255
ISBN (eBook)
9783638040150
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schriften, Hinduismus, Zugänge, Kulturen, Einführung, Theorie, Methode, Religionswissenschaft
Arbeit zitieren
Christiane Berger (Autor), 2005, Über die heiligen Schriften des Hinduismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83255

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