Hindu kann man nicht werden, es gibt keine hinduistische Kirche in die man eintreten kann. Hindu ist man von Geburt an. Deshalb sagen viele Hindus von ihrer Religion, sie sei keine Glaubensrichtung, sondern eine Lebensweise.
Das Vergeltungsgesetz des Karmas regelt, als welches Wesen bzw. in welcher Kaste man wiedergeboren wird. Es gibt keinen Götterhimmel, der so bunt ist und so viele Gottheiten beherbergt, wie der des Hinduismus, welcher im Süden Asiens, maßgeblich in Indien beheimatet ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hinduismus
2.1 Der Begriff Hinduismus
2.2 Die wichtigsten Hindu- Religionen und ihre Gottheiten
3. Die (heiligen) Schriften
3. 1 Die Einteilung der Schriften
3.2 Aufbau der Veden
3.3 Die einzelnen Veden
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über die heiligen Schriften des Hinduismus zu geben. Da der Hinduismus keine einheitliche Religionsgemeinschaft mit festen Dogmen oder einem Religionsstifter darstellt, liegt der Fokus der Forschungsfrage darauf, wie sich die sakrale Literatur innerhalb dieses komplexen religiösen Gefüges einordnen und kategorisieren lässt.
- Grundlagen und Begriffsklärung des Hinduismus
- Charakterisierung bedeutender Hindu-Religionen und ihrer Gottheiten
- Klassifizierung heiliger Texte in Shruti und Smriti
- Systematischer Aufbau und Bedeutung der Veden
Auszug aus dem Buch
3.2 Aufbau der Veden
Die umfangreiche Literatur der Veden besteht aus verschiedenen, zeitlich aufeinander folgenden Textschichten. Die älteste Schicht sind die Samhitas, die Hymnen (ca. 1750-500 v.Chr.), welche den eigentlichen Kern der Veden bilden. Sie sind in der frühen Form des Sanskrit, dem sogenannten Vedischen - nach dem die Veden benannt sind - verfasst. Die Samhita des Rigveda enthält wie bereits erwähnt Hymnen, die des Samaveda Elemente des gottesdienstlichen Gesangs und die des Yajurveda die Opfersprüche. Die Samhita des Zaubersprüche und mystischen Praktiken enthaltenden Atharvaveda wurden erst später kanonisch anerkannt, da sie ihre Wurzeln in der alten Folklore hatte.
Die darauf folgende Textschicht sind die Brahmanas (800-500 v.Chr.) - „das, was zu den Priestern gehört – in Prosa verfasste Ritualtexte für die Brahmanen (eine hinduistische Priesterform), die sich besonders auf das Opfer beziehen, und folglich theologischen Zwecken dienen. Sie wurden von den Priestern verfasst, verwaltet und für die nachkommenden Priestergenerationen überliefert. Sie beinhalten Ritualvorschriften, sowie dogmatische Kommentare, sind meist in ungebundener Rede und „...praktisch religiöse Vorschrift...“. es gibt aber zwei Hauptkomponenten, die sich erkennen lassen: zum einen die rituellen Regeln und daraufhin die Ursachen bzw. historischen Zusammenhänge aus denen diese Regeln hervorgingen. Die Brahmanas sind an eine bestimmte der vier Veden gebunden, und beinhalten daher auch die Zeremonien des häuslichen Kults, z.B. „...die Hochzeit, die Weihen für das Kind und den Eintritt in das Jünglingsalter, für Haus, Felder, Herden...“ usw.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit einer exakten Definition des Hinduismus und leitet auf das Vorhaben über, die heiligen Schriften als grundlegende Orientierung innerhalb dieser Lebensweise zu untersuchen.
2. Hinduismus: Dieses Kapitel erläutert den etymologischen Ursprung des Begriffs Hinduismus und differenziert zwischen den wichtigsten hinduistischen Strömungen, wie dem Brahmanismus, Sivaismus und Vişņuismus.
3. Die (heiligen) Schriften: Hier werden die Klassifizierung in Shruti und Smriti vorgenommen, der Aufbau der vedischen Literatur in verschiedenen Textschichten detailliert und die vier Veden in ihrer Funktion beschrieben.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass die Veden trotz der schwierigen Abgrenzung zwischen heilig und profan als fundamentales Fundament des hinduistischen Glaubens fungieren.
Schlüsselwörter
Hinduismus, Veden, Brahmanismus, Sivaismus, Vişņuismus, Shruti, Smriti, Rigveda, Samhitas, Brahmanas, Aranyakas, Upanishaden, Religionswissenschaft, Indien, Weltreligionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer religionswissenschaftlichen Einführung in die Struktur und Einordnung der heiligen Schriften des Hinduismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Definition des Hinduismus als Sammelbegriff, die Vorstellung der wichtigsten hinduistischen Gottheiten sowie die Einteilung und Analyse der vedischen Schriften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die komplexe Textlandschaft des Hinduismus zu verschaffen, da eine einfache Definition aufgrund der religiösen Vielfalt erschwert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine religionswissenschaftliche Literaturarbeit, die auf Basis einschlägiger Fachliteratur und historischer Quellen die Kategorisierung der Texte vornimmt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung des Hinduismus, die Darstellung der Götterwelt (Brahma, Siva, Vişņu) sowie die systematische Betrachtung der vedischen Textschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hinduismus, Veden, Shruti, Smriti sowie die spezifischen vedischen Textschichten wie Brahmanas und Upanishaden charakterisiert.
Warum gibt es keine eindeutige Bestimmung der heiligen Schriften im Hinduismus?
Die Arbeit führt aus, dass es im Hinduismus nie Konzilien gab, die verbindliche Kanonisierungen hätten festlegen können, weshalb die Texte lediglich in das Gehörte (Shruti) und das Erinnerte (Smriti) gruppiert werden.
Welche Rolle spielt der Rigveda im Vergleich zu den anderen Veden?
Der Rigveda ist die älteste und umfangreichste Veda-Sammlung und gilt als der Grundpfeiler des hinduistischen Glaubens, auf dem alle weiteren Schriften aufbauen.
Wie unterscheidet sich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Upanishad" von der geläufigen Übersetzung?
Das Wort leitet sich von "sich in die Nähe niedersetzen" ab, woraus sich die Bedeutung "Geheimsitzung" für die darin enthaltenen Geheimlehren entwickelte.
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- Christiane Berger (Author), 2005, Über die heiligen Schriften des Hinduismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83255