Viele westlich kulturierte Menschen assoziieren Buddhismus generell mit Meditation, Einkehr und der Suche nach Weisheit. Schaut man hingegen auf die soziale Realität in Asien ist die Bedeutung von Meditationspraktiken eher gering. Desweiteren bestehen diesbezüglich gravierende Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausprägungen von Buddhismus in Asien.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit frühbuddhistischen Meditationsformen, hinterfragt ihre Bedeutung und stellt sie meditativen Praktiken späterer buddhistischer Schulen entgegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Quellenkritische Betrachtungen
2. Meditation im Hinayana
samma vayama – Rechte Anstrengung
samma sati - Rechte Achtsamkeit
samma samadhi - Rechte Versenkung
brahmavihara – Brahmaverweilung
Bedeutung von Meditation für den Hinayana-Buddhismus
3. Meditation im Mahayana
Der Weg des Bodhisattva
Der aktive Bodhisattva Weg
Meditation im Chan- bzw. Zen – Buddhismus
4. Buddhistische Meditation ?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung meditativer Praktiken im Hinayana- und Mahayana-Buddhismus, wobei der Fokus auf dem historischen Kontext, den spezifischen Techniken und der jeweiligen Zielsetzung der Befreiung liegt. Es wird analysiert, wie sich das Verständnis von Meditation von der eigenständigen Anstrengung im Hinayana hin zu veränderten Heilswegen im Mahayana gewandelt hat.
- Historische und quellenkritische Einordnung buddhistischer Meditationsüberlieferungen.
- Analyse zentraler Meditationsformen des Hinayana (Achtsamkeit, Versenkung, Brahmaverweilung).
- Untersuchung des Bodhisattva-Ideals und seiner Auswirkungen auf die Meditationspraxis im Mahayana.
- Vergleich der Zielsetzungen von Erlösung und Erleuchtung in verschiedenen Traditionen.
- Betrachtung der Bedeutung von Zen-Meditation als Ausnahme im Mahayana-Kontext.
Auszug aus dem Buch
samma sati - Rechte Achtsamkeit
Der siebenten Spur des achtfachen Pfads ist eine der bekanntesten und wichtigsten Lehreden Buddhas gewidmet. Sie wird satipatthana-sutta – Sutta über die Gundlagen der Achtsamkeit genannt und erscheint im Palikanon sowohl im Dighanikaya (22.) als auch im Majjimanikaya (10.), was bereits auf ihre besondere Bedeutung hinweist. Auch die einleitenden Worte der Rede, welche in meiner Einführung zitiert sind, betonen dies.
Im Satipatthana werden die Grundlagen der Achtsamkeit dargelegt – Übungen, die zu bewusster Wahrnehmung der Realität und Verständnis ihrer Beschaffenheit führen sollen. Die erste dieser vier Grundlagen ist: anupassana – die Betrachtung des Körpers. Für diese Übung soll man mit gekreuzten Beinen und geradem Rücken, der für die meisten buddhistischen Meditationen typischen Meditationshaltung verweilen und zunächst seine Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken. Wieder besteht die Aufgabe darin, alles vollkommen wertfrei zu beobachten. In diesem Falle also den Atem achtsam wahrzunehmen ohne seine Beschaffenheit zu bewerten oder seinen Ablauf zu beeinflussen. Diese Form der Aufmerksamkeit wird in folgenden Übungen auf den gesamten Körper ausgedehnt. Alles den Körper betreffende soll bewußt erfühlt werden, ohne es zu ändern. Veränderungen welche im Körperempfinden stattfinden sollen, ohne darauf zu reagieren festgestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Person Siddharta Gautamas und die Herausforderungen einer quellenkritischen Untersuchung seiner ursprünglichen Lehren ein.
2. Meditation im Hinayana: Hier werden die zentralen Meditationspraktiken des Hinayana wie Achtsamkeit und Versenkung sowie deren Bedeutung für das Ideal des Arhat erläutert.
3. Meditation im Mahayana: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel des Meditationsverständnisses durch das Ideal des Bodhisattva und die Besonderheiten der Zen-Tradition.
4. Buddhistische Meditation ?: Zum Abschluss wird die Bedeutung buddhistischer Meditation in der heutigen Zeit und ihre Anwendung außerhalb des ursprünglichen religiösen Kontextes diskutiert.
Schlüsselwörter
Buddhismus, Meditation, Hinayana, Mahayana, Achtsamkeit, Versenkung, Arhat, Bodhisattva, Dhyana, Satipatthana, Satori, Zen, Erleuchtung, Befreiung, Leerheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich meditativer Praktiken im Hinayana- und Mahayana-Buddhismus unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Meditationsstile wie Achtsamkeits- und Versenkungsübungen, die Rolle des historischen Buddhas sowie die ideologischen Unterschiede zwischen den verschiedenen buddhistischen Richtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Status der Meditation als Instrument zur Befreiung zu bestimmen und aufzuzeigen, wie sich dieser Status durch veränderte Heilsziele in den jeweiligen Schulen gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine quellenkritische Methode, bei der Dokumente verglichen werden, um den ursprünglichen Kern der buddhistischen Lehre von späteren Ergänzungen zu unterscheiden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Meditationsformen des Hinayana, gefolgt von einer Untersuchung des Bodhisattva-Weges und der Zen-Meditation im Mahayana.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Achtsamkeit, Versenkung, Bodhisattva, Arhat, Satipatthana, Sunyata und Satori.
Warum ist das "Satipatthana-Sutta" für den Hinayana-Buddhismus so wichtig?
Es bildet die Grundlage für die Achtsamkeitsmeditation und wird als eine der bedeutendsten Lehrreden angesehen, die detaillierte Anweisungen zur bewussten Wahrnehmung der Realität gibt.
Wie unterscheidet sich das Zen-Satori von der Erleuchtung im frühen Buddhismus?
Während die Erleuchtung des historischen Buddha als langer Weg der Selbstschulung beschrieben wird, zeichnet sich das Satori im Zen als eine plötzliche, blitzartige Ganzheitserfahrung aus.
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- M.A. Alexander Jentsch (Author), 2006, Meditation im Hina- und Mahayana-Buddhismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83256