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„…dass ihr eine eigene Provinz im Gemüte angehört…“ Das Religionsverständnis von Friedrich Schleiermacher

Title: „…dass ihr eine eigene Provinz im Gemüte angehört…“ 

Das Religionsverständnis von Friedrich Schleiermacher

Essay , 2007 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Udo Lihs (Author)

Theology - Systematic Theology
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Was ist Religion? Ist Religion grundsätzlich mit einem Glauben an Gott verbunden? Die Frage nach dem Religionsbegriff beschäftigt die Gelehrten seit Jahrhunderten. Als einer der Väter der Religionswissenschaft gilt dabei Friedrich Schleiermacher, der als Prediger, Schriftsteller und Professor im ausgehenden 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, etwas Unkonventionelles versuchte: Den Begriff Religion zu klären, ihn aus seiner Unschärfe herauszuholen und ihm eine Bedeutung zu geben. Schleiermacher grenzt Religion von anderen Disziplinen ab und hält es stattdessen für notwendig, das Wesen der Religion, ihre Gestalt klar zu zeichnen. Diese Hausarbeit möchte Schleiermachers Weg nachvollziehen, Schleiermachers Religionsverständnis verdeutlichen, indem sie wichtige Begriffe, die das Buch enthält, klärt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Religion in Abgrenzung zur Metaphysik und Moral

3. Anschauung vs. Denken - Gefühl vs. Handeln

4. Das Universum

5. Das Gemeine und die Menschheitsrepublik

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Religionsverständnis von Friedrich Schleiermacher, wie es in seinem Werk „Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern“ dargelegt wird, um den Kern seines Religionsbegriffs durch die Abgrenzung von Metaphysik und Moral sowie die zentrale Rolle der Anschauung und des Gefühls zu verdeutlichen.

  • Die Eigenständigkeit der Religion gegenüber Metaphysik und Moral
  • Die Bedeutung der „Anschauung“ und des „Gefühls“ als Wesen der Religion
  • Die zentrale Funktion des Begriffs „Universum“ bei Schleiermacher
  • Der gesellige Charakter von Religion und die Vision einer „Menschheitsrepublik“
  • Die historische Einordnung von Schleiermachers „Kampfschrift“ gegen die Verächter

Auszug aus dem Buch

Religion in Abgrenzung zur Metaphysik und Moral

Nach seiner Apologie, in seiner zweiten Rede vertieft Schleiermacher die Unterschiede zwischen Religion, Metaphysik und Moral. Religion bestehe nicht aus metaphysischen bzw. nicht aus transzendentalphilosophischen Theorien über den Ursprung und dem Ende der Welt. Schleiermacher betont:

„Ich frage euch also: wat thut eure Metaphysik – oder wenn ihr wollt – Euere Trancendentalphilosophie? Sie klassifiziert das Universum und theilt es ab in solche Wesen und solche, die geht den Gründen deßen was da ist nach und deduciert die Nothwendigkeit des Wirklichen, sie entspinnet aus sich selbst die Realität der Welt und ihre Gesetze. In dieses Gebiet darf sich also die Religion nicht versteigen, sie darf nicht die Tendenz haben, Wesen zu sezen und Naturen zu bestimmen…“

Weiterhin grenzt Schleiermacher die Religion von der Moral ab und betont dass Religion keine Sammlung voller Pflichten und Gesetze sei:

„Und was thut euere Moral? Sie entwickelt aus der Natur des Menschen (…) ein System von Pflichten, sie gebietet und untersagt Handlungen (…). Auch das also die Religion nicht wagen.“

Schleiermacher geht es darum, Religion in Eigenständigkeit zu betrachten, v.a. darum, Religion nicht mit Metaphysik oder Moral zu vermengen oder zu verrühren. Eher sind die beiden Disziplinen eine untergeordnete Abteilung der Religion, womit sich zeigt, dass trotz jeder Forderung nach einer Eigenständigkeit der Religion sie nie vollkommen klar zu sein scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die historische Relevanz von Schleiermachers Religionsbegriff ein und beleuchtet seine Intention, Religion als eigenständiges Phänomen gegenüber den „gebildeten Verächtern“ zu verteidigen.

2. Religion in Abgrenzung zur Metaphysik und Moral: Hier wird Schleiermachers Argumentation analysiert, dass Religion weder in metaphysischen Theorien noch in moralischen Pflichtenkatalogen aufgeht.

3. Anschauung vs. Denken - Gefühl vs. Handeln: Dieses Kapitel erläutert, dass Religion primär auf unmittelbarer Anschauung und subjektivem Gefühl basiert, statt auf rationalem Denken oder moralischem Handeln.

4. Das Universum: Die Ausführungen behandeln den Begriff des Universums als zentrales Element, durch dessen Anschauung sich Religion dem Menschen offenbart.

5. Das Gemeine und die Menschheitsrepublik: Dieses Kapitel thematisiert den sozialen Aspekt der Religion und Schleiermachers Ideal einer institutionsfreien Geselligkeit, die in einer universalen Menschheitsrepublik mündet.

6. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die zentrale Rolle der Gefühle und der Anschauung als Basis für Schleiermachers Verständnis eines eigenständigen, emotional geprägten Religionsbegriffs.

Schlüsselwörter

Friedrich Schleiermacher, Religion, Religionswissenschaft, Anschauung, Gefühl, Universum, Metaphysik, Moral, Bildung, Christentum, Aufklärung, Menschheitsrepublik, Gemüt, Subjektivität, Religionsbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Religionsverständnis Friedrich Schleiermachers, insbesondere wie er den Begriff „Religion“ gegen die Vorherrschaft von Metaphysik und Moral abgrenzt und neu definiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Definition von Religion als Anschauung und Gefühl, die Bedeutung des Universums als Leitbegriff sowie der soziale Charakter der Religion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Schleiermachers Weg zur „echten Religion“ nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie er Religion als eigenständige Provinz des menschlichen Geistes etabliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Hausarbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse von Schleiermachers Werk „Über die Religion“ sowie auf eine kritische Auseinandersetzung mit der sekundärliterarischen Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung von Religion zu Metaphysik und Moral, das Konzept der Anschauung, die Rolle des Gefühls und das visionäre Modell der religiösen Gemeinschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Anschauung, Gefühl, Universum, Eigenständigkeit, Religionsbegriff und die Unterscheidung zwischen Metaphysik, Moral und Religion.

Warum musste Schleiermacher sein Buch anonym veröffentlichen?

Die Anonymität diente dazu, die voreingenommene Haltung seiner Zunftgenossen (der Geistlichen) zu umgehen, da er mit seiner „Kampfschrift“ bewusst aus deren tradierten Denkmustern heraustreten wollte.

Was bedeutet bei Schleiermacher die „Anschauung“ des Universums?

Anschauung bedeutet eine unmittelbare, individuelle Wahrnehmung des Unendlichen, bei der das Universum passiv auf den Menschen wirkt und aktiv verarbeitet wird, ohne dabei in begriffliches Denken abzugleiten.

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Details

Title
„…dass ihr eine eigene Provinz im Gemüte angehört…“ Das Religionsverständnis von Friedrich Schleiermacher
College
University of Potsdam  (Institut für Religionswissenschaft)
Course
Religionsbegriff und Religionsverständnis
Grade
1,7
Author
Udo Lihs (Author)
Publication Year
2007
Pages
8
Catalog Number
V83269
ISBN (eBook)
9783638893756
ISBN (Book)
9783656573524
Language
German
Tags
Religionsverständnis Schleiermacher Religionsbegriff Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Udo Lihs (Author), 2007, „…dass ihr eine eigene Provinz im Gemüte angehört…“ Das Religionsverständnis von Friedrich Schleiermacher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83269
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