Der Autor und Psychoanalytiker Fritz Riemann veröffentlichte eine tiefenpsychologische Studie, in der er vier Persönlichkeitstypen beschrieb. Für Riemann handelt es sich hierbei um vier verschiedenen Arten, die eine Grundstruktur der Persönlichkeit eines Menschen bilden. Er verbindet hierbei jeden einzelnen Typ mit den vier verschieden Grundformen der Angst. Dabei betonte Riemann, dass ein Mensch nicht nur eine dieser Charaktereigenschaften hat, sondern individuell und wandlungsfähig ist und einen Bereich stärken kann, der bisher nur schwach ausgeprägt war. Zwei dieser vier Grundformen (Die depressive und Zwanghafte Persönlichkeit) wurden von mir in diesem Referat präsentiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Warum habe ich dieses Thema gewählt?
1.2 Was hat mich besonders interessiert?
1.3 Welche Lernziele habe ich mir gesetzt?
2 Einführung in das Thema
2.1 Definition Angst
2.2 Vier Grundformen der Angst nach Reimann
3 Die depressive Persönlichkeit nach Riemann
3.1 Definition Depression
3.2 Psychische und Physische Symptome einer Depression
3.3 Einige Formen der Depression
3.4 Die Angst vor der Ich-Werdung
3.4 Fallbeispiel
3.5 Ausbildung der depressiven Persönlichkeit in der frühkindlichen Entwicklung
4 Die zwanghafte Persönlichkeit nach Riemann
4.1 Definition Zwang
4.2 Angst vor der Veränderung
4.3 Fallbeispiel
4.4 Ausbildung der depressiven Persönlichkeit in der frühkindlichen Entwicklung
5 Die Typologie von Fritz Riemann
6 Selbstreflxion
7 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die tiefenpsychologischen Erkenntnisse von Fritz Riemann zu den vier Grundformen der Angst so zu interpretieren und auf den Pflegealltag zu übertragen, dass die Ängste und Verhaltensweisen von Patienten besser verstanden und eingeschätzt werden können.
- Grundlagen der Angstdefinition nach Fritz Riemann.
- Detaillierte Analyse der depressiven Persönlichkeitsstruktur.
- Detaillierte Analyse der zwanghaften Persönlichkeitsstruktur.
- Frühkindliche Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Persönlichkeitsbildung.
- Gegenüberstellung der Persönlichkeitstypen in einer systematischen Typologie.
Auszug aus dem Buch
4.2 Angst vor der Veränderung
Der zwanghafte Mensch strebt die Dauer an, möchte sich in dieser Welt häuslich niederlassen und die Zukunft planen. Sein Wunsch ist eine feste, verlässliche, Zukunft. Seine Angst betrifft die Vergänglichkeit, das Irrationale und Unvorhergesehene. Alles Neue ist für ihn ein Wagnis und planen ins Ungewisse ist ihm ein Greuel. In seinem Erleben ist die Vergänglichkeit gleich einem Tod. [7]
Riemann bezeichnet die zwanghaften Persönlichkeiten als Menschen die Angst vor der Veränderung haben, bezeichnende Worte dafür sind die:
Perfektion und Optimierung, Kontrolle, Macht und Beherrschung, Richtig und Falsch, Recht und Ordnung, Gewissenhaftigkeit (skrupulös), Sicherheit, Vorsicht, Leistung, Ehrgeiz, Ausdauer, Hartnäckigkeit, Streitbarkeit, Geld, Besitz, Materie, Bodenständiges, Konservatives, Tradition, Ordnung, Sauberkeit, Sparsamkeit, Geiz, Sachlichkeit, Wahrnehmbares, Konkretes, Konsequenz, zuverlässig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, menschliche Interaktionen und Patientenverhalten durch ein besseres Verständnis psychologischer Grundlagen zu deuten.
2 Einführung in das Thema: Es werden die grundlegende Definition von Angst sowie der Ansatz von Fritz Riemann hinsichtlich der vier Persönlichkeitstypen vorgestellt.
3 Die depressive Persönlichkeit nach Riemann: Dieses Kapitel erläutert die Symptomatik der Depression sowie die spezifische Angst vor der Ich-Werdung und deren frühkindliche Ursprünge.
4 Die zwanghafte Persönlichkeit nach Riemann: Hier steht die Angst vor der Veränderung im Fokus, ergänzt durch Fallbeispiele und die Entstehungsgeschichte in der Kindheit.
5 Die Typologie von Fritz Riemann: Eine tabellarische Übersicht, die die vier Persönlichkeitstypen in verschiedenen Aspekten wie Ängsten, Liebesbeziehungen und Krisenverhalten direkt vergleicht.
6 Selbstreflxion: Die Autorin reflektiert den Erkenntnisgewinn des Referats für ihre eigene praktische Tätigkeit.
7 Ausblick: Ein kurzer Ausblick auf zukünftige Lernfelder, insbesondere spezifische Angsterkrankungen wie Panikattacken.
Schlüsselwörter
Angst, Fritz Riemann, depressive Persönlichkeit, zwanghafte Persönlichkeit, Ich-Werdung, Veränderung, Tiefenpsychologie, Persönlichkeitstypen, Kindheitsentwicklung, Pflegealltag, Angstbewältigung, Psychologie, Symptomatik, Verhalten, Bindungsangst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die psychologische Theorie der „vier Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann mit einem Fokus auf die depressive und die zwanghafte Persönlichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die Definition von Angst, die Analyse spezifischer Persönlichkeitsstrukturen, deren Entstehung in der Kindheit und ihre Anwendung im pflegerischen Alltag.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Patienten und deren Ängste besser einschätzen zu können, um im Berufsalltag professioneller und empathischer reagieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Interpretation der tiefenpsychologischen Studie von Fritz Riemann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der depressiven und zwanghaften Persönlichkeit, inklusive Symptombeschreibungen, Fallbeispielen und entwicklungspsychologischer Hintergründe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Angstformen, Ich-Werdung, Veränderungsangst und tiefenpsychologische Typologie charakterisiert.
Wie unterscheidet Riemann laut der Arbeit zwischen Angst und Furcht?
Furcht bezieht sich laut Text immer auf eine reale, gerichtete Bedrohung, während Angst als ein ungerichteter Gefühlszustand definiert wird.
Was ist das zentrale Merkmal einer zwanghaften Persönlichkeit?
Das zentrale Merkmal ist das Streben nach Dauer, Sicherheit und Kontrolle sowie eine ausgeprägte Angst vor Veränderungen und dem Unvorhersehbaren.
Welchen Einfluss hat laut Autorin die Kindheit auf diese Persönlichkeitstypen?
Die Arbeit beschreibt, wie spezifische elterliche Erziehungsmuster, wie etwa Überbehütung oder Überforderung, zur Ausbildung einer depressiven oder zwanghaften Struktur beitragen können.
- Quote paper
- Michael Gruenert (Author), 2007, Grundformen der Angst nach F. Riemann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83286