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Institutionen als Problemlösung am Beispiel der Kollektivierung der Fürsorge

Title: Institutionen als Problemlösung am Beispiel der Kollektivierung der Fürsorge

Seminar Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefanie Meyer (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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In den modernen Gesellschaften ist die Behandlung der Kranken, die Ausbildung der Ungebildeten und die Unterstützung der Armen eine kollektive Angelegenheit und fällt in den Bereich der büro-kratischen Verwaltung unter der Autorität des Nationalstaates. In diesem Buch untersucht de Swaan die Kollektivierung im Gesundheits-, Bildungs- und Fürsorgewesen aus dem Gesichtspunkt einer historisch vergleichenden Soziologie, verknüpft mit der Theorie des kollektiven Handelns. Genauer gesagt untersucht er den Prozess der Kollektivierung in der Geschichte der Gesellschaften.
Er geht folgender Frage nach: „Wie und warum kamen Menschen dazu, kollektive, landesweite, verbindliche Arrangements gegen Risiken und Defizite zu treffen, die sie einzeln zu bedrohen und individuelle Lösungen zu erfordern schienen?“ (Swaan, 1993, S. 12). Er bietet Antwortmöglichkei-ten aus zwei unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Ein Ansatz entstammt aus der Wohl-fahrtsökonomik, es ist das Konzept der externen Effekte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. ABRAM DE SWAAN UND SEIN BUCH „DER SORGENDE STAAT“

1.1 ZUM AUTOR ABRAM DE SWAAN

1.2 EINFÜHRUNG IN „DER SORGENDE STAAT“

2. ARMUT UND DIE INSTITUTION DES EIGENTUMS

2.1 DEFINITION DER BEGRIFFE „ARMUT“ UND „INSTITUTION“

2.2 DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN ARMUT UND DER INSTITUTION DES EIGENTUMS

2.3 DIE EINSTUFUNG DER ARMEN

3. KOMMUNALE WOHLTÄTIGKEITSSYSTEME

3.1 DIE ENTSTEHUNG KOMMUNALER WOHLTÄTIGKEITSSYSTEME

3.2 ANFÄNGLICHE PROBLEME KOMMUNALER WOHLTÄTIGKEITSSYSTEME

3.3 DIE LÖSUNG DES INTERNEN DILEMMAS FREIWILLIGEN, KOLLEKTIVEN HANDELNS

3.3.1 Norbert Elias’ Spielmodelle

3.3.2 Vielpersonenspiele auf mehreren Ebenen

3.3.3 Der oligarchische Typ als Beispiel eines zweistöckigen Spielmodells

3.3.4 Die kommunale Fürsorge am Beispiel des oligarchischen Typs

4. DER ZUSAMMENBRUCH REGIONALER FÜRSORGESYSTEME UND DAS REGIONALE GLEICHGEWICHT DER FÜRSORGE

4.1 GRÜNDE FÜR DEN ZUSAMMENBRUCH

4.2 DIE ENTSTEHUNG DES REGIONALEN GLEICHGEWICHTS DER FÜRSORGE

4.3 ARBEITSHÄUSER ALS LÖSUNG DES PROBLEMS DES REGIONALEN VAGABUNDIERENS

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den soziologischen Prozess der Kollektivierung von Fürsorgemaßnahmen für Arme, ausgehend von der Theorie des kollektiven Handelns nach Abram de Swaan. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie und warum Gesellschaften dazu gelangten, kollektive und verbindliche Arrangements gegen individuelle Risiken wie Armut zu entwickeln, und welche Rolle dabei soziale Institutionen spielen.

  • Die Entstehung und Transformation von Wohltätigkeitssystemen
  • Die Theorie des kollektiven Handelns und externe Effekte der Armut
  • Strukturanalyse anhand von Norbert Elias’ Spielmodellen
  • Die Dynamik der regionalen Fürsorge und der Einfluss von Institutionen wie Arbeitshäusern
  • Die Rolle staatlicher Zentralisierung im Prozess der sozialen Sicherung

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Der oligarchische Typ als Beispiel eines zweistöckigen Spielmodells

Durch den Druck der steigenden Anzahl der Spieler kann es passieren, dass sich eine Spielergruppe in der bisher alle Spieler auf gleicher Ebene miteinander spielten in eine zweiebenige beziehungsweise zweistöckige Spielergruppe verwandelt. Trotzdem bleiben alle Spieler interdependent, jedoch nicht mehr alle Spieler spielen direkt miteinander. Diese Funktion wird von Funktionären übernommen die nun das Spiel koordinieren. Dabei kann es sich beispielsweise um Repräsentanten, Abgeordnete, Führer, Regierungen oder Eliten handeln. Diese bilden eine kleine Gruppe die sich im zweiten Stockwerk befindet. Diese Individuen, die fortan miteinander oder gegeneinander spielen können, sind trotzdem auf die eine oder andere Weise an die Menge der Spieler aus dem ersten Stockwerk gebunden. Das zweite Stockwerk könnte nicht ohne das erste existieren, ohne den Bezug auf die Menschen des ersten Stockwerks hätten die Menschen des zweiten Stockwerks keine Funktion. Somit sind die die beiden Stockwerke voneinander abhängig und haben, abhängig von dem Ausmaß der Abhängigkeit, verschiedene Machtpotentiale. Die Verteilung der Machtchancen zwischen den Individuen der beiden Stockwerke kann sehr unterschiedlich sein. Die Machtunterschiede können einerseits extrem groß sein, andererseits aber auch immer kleiner werden.

Angenommen, die Machtunterschiede zwischen dem ersten und zweiten Stock sind sehr groß. In diesem Fall haben nur die Spielenden des zweiten Stocks eine direkte und aktive Möglichkeit am den Ablauf des Spiels zu beeinflussen. Die Anzahl der Spielenden im zweiten Stock ist relativ klein, wodurch sich jeder zugehörige Spieler einen Eindruck von der Figuration des Spiels und der Spieler machen kann. Dadurch sind die Spielzüge und seine Spielstrategie für ihn relativ gut planbar, er kann gut in das Spielgeschehen eingreifen. Er kann die Figuration, abhängig von seiner eigenen Position, in höherem oder geringerem Maße beeinflussen. Außerdem kann er die Folgen seiner Spielzüge, die sich durch die Verflechtung mit den Spielzügen der anderen und der sich ständig verändernden Figuration des Spiels ergeben, genau verfolgen. Es möglich, dass der Spieler denkt, dass der Spielverlauf für ihn komplett zu durchschauen ist. Dies trifft in hohem Maße auf die Mitglieder vorindustrieller oligarchischer Machteliten zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ABRAM DE SWAAN UND SEIN BUCH „DER SORGENDE STAAT“: Einführung in den Autor Abram de Swaan sowie Vorstellung seines Werkes, welches die historische Entwicklung von Fürsorgeinstitutionen analysiert.

2. ARMUT UND DIE INSTITUTION DES EIGENTUMS: Theoretische Definition der Begriffe Armut und Institution sowie Erläuterung, warum Armut untrennbar mit dem Eigentum und der sozialen Interdependenz verbunden ist.

3. KOMMUNALE WOHLTÄTIGKEITSSYSTEME: Untersuchung der Entstehung kommunaler Fürsorge und der Anwendung von Elias’ Spielmodellen zur Erklärung des Dilemmas freiwilligen, kollektiven Handelns.

4. DER ZUSAMMENBRUCH REGIONALER FÜRSORGESYSTEME UND DAS REGIONALE GLEICHGEWICHT DER FÜRSORGE: Analyse der Gründe für den Zusammenbruch lokaler Wohltätigkeit und der Entwicklung hin zu staatlich organisierten Arbeitshäusern als Mittel zur Kontrolle des Vagabundierens.

5. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Dynamik von Institutionen und der Transformation freiwilliger Hilfe in staatlich verwaltete Fürsorgesysteme.

Schlüsselwörter

Abram de Swaan, Kollektivierung, Fürsorge, Armut, Institution, Eigentum, Interdependenz, kollektives Handeln, Norbert Elias, Spielmodell, oligarchischer Typ, Arbeitshäuser, Wohlfahrt, Staatenbildung, soziale Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung staatlicher Fürsorgesysteme auf Basis der soziologischen Theorien von Abram de Swaan und Norbert Elias.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Themen sind die Entstehung von Armut im Kontext der Zivilisation, die Problematik freiwilligen kollektiven Handelns und die Entwicklung regionaler sowie staatlicher Fürsorgeinstitutionen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Frage lautet, wie und warum Menschen dazu kamen, verbindliche, kollektive Arrangements gegen soziale Risiken wie Armut zu treffen, die sie zuvor individuell zu bedrohen schienen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine historisch-vergleichende soziologische Analyse angewendet, die primär auf der Auswertung von Sekundärquellen und theoretischen Konzepten wie den Spielmodellen von Norbert Elias basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Institutionen, der Dynamik des kollektiven Handelns in der kommunalen Fürsorge sowie den Prozessen, die zum Zusammenbruch lokaler Systeme und zur Entstehung staatlicher Arbeitshäuser führten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Kollektivierung, Interdependenz, soziale Institutionen, Armut, Arbeitshäuser und das Dilemma des kollektiven Handelns.

Was unterscheidet den „oligarchischen Typus“ laut der Autorin?

Er beschreibt ein zweistöckiges Spielmodell, bei dem eine kleine Gruppe von Funktionären oder Eliten die Koordination übernimmt, während die Masse der Individuen auf einer anderen Ebene interdependent verbleibt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Arbeitshäuser?

Sie sieht Arbeitshäuser als eine neue Institution, die das Ziel hatte, sowohl das Vagabundieren zu bekämpfen als auch den frühkapitalistischen Arbeitsmarkt zu regulieren, wobei sie oft als Vorläufer heutiger Gefängnisse fungierten.

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Details

Title
Institutionen als Problemlösung am Beispiel der Kollektivierung der Fürsorge
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Course
Einführung in die Logik der Forschung: Wissenschaftstheorie
Grade
1,7
Author
Stefanie Meyer (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V83318
ISBN (eBook)
9783638899130
ISBN (Book)
9783638905152
Language
German
Tags
Institutionen Problemlösung Beispiel Kollektivierung Fürsorge Einführung Logik Forschung Wissenschaftstheorie Gesundheitswesen Bildungswesen Fürsorgewesen de Swaan bürokratische Verwaltung Nationalstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Meyer (Author), 2006, Institutionen als Problemlösung am Beispiel der Kollektivierung der Fürsorge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83318
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