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Die erste Ministerriege unter Konrad Adenauer - gescheiterte Entnazifizierung?!

Title: Die erste Ministerriege unter Konrad Adenauer - gescheiterte Entnazifizierung?!

Seminar Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Norman Rönz (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Im Jahre 1949 konstituierte sich das erste deutsche Bundestagskabinett unter Bundeskanzler Konrad Adenauer. Sowohl der Bundeskanzler als auch seine Ministerriege waren geprägt vom Nationalsozialismus. Jahre des Krieges, des Hungers, der Verwüstung, aber auch des Aufbaus lagen hinter ihnen. Sie begannen den politischen Aufbau eines Staates, der nach wie vor besetzt und gelenkt war von Okkupationsmächten, welche diesen Männern das Vertrauen und die Verantwortung zu einem demokratischen Neubeginn gaben. In dieser Hausarbeit wird erörtert, inwiefern die erste Ministerriege unter Adenauer als demokratischer Neubeginn erachtet werden kann.
Häufig hört und liest man von der „Stunde Null“ und „Zäsur“ nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Hierbei ist nicht zu vergessen, dass all diejenigen, die den Neubeginn anpackten, auch diejenigen waren, die das alte System mit Leben erfüllt hatten. Der berühmte Literat und Nobelpreisträger Günther Grass erlebte seine Jugend ebenfalls im Nationalsozialismus. Er galt in den letzten Jahrzehnten als Moralist und aktiver Pazifist. Im August dieses Jahres geriet Grass in die Schlagzeilen, als er nach 60 Jahren seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS bekannt gab. Dieses Bekenntnis stieß in vielen Teilen der Bevölkerung und Medien auf Verwunderung bis hin zur Forderung, man möge ihm den Nobelpreis rückwirkend aberkennen. Die Waffen-SS galt als verbrecherische Eliteeinheit, die durch rücksichtslosen Kriegsrechtsbruch und eine aktive Rolle beim Holocaust bekannt war. Nach dem heutigen Rechtsverständnis hätte Grass als Mitglied dieser Einheit Rechenschaft ablegen müssen! Wie gingen die Alliierten damals mit Nationalsozialisten um? Welche Maßnahmen ergriffen sie, um die Täter von einst zur Rechenschaft zu ziehen? Wie schafften sie den Spagat zwischen demokratischen Neuaufbau und Integration der alten Eliten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. DIE ENTNAZIFIZIERUNG

1. DIE ENTNAZIFIZIERUNGSGEDANKEN DER ALLIIERTENKONFERENZEN IN CASABLANCA, TEHERAN UND JALTA

2. ENTNAZIFIZIERUNGSPHASE

3. DEMOKRATISIERUNGSPHASE

4. STATUS QUO DER ENTNAZIFIZIERUNG IM WAHLJAHR 1949

II. DAS ERSTE KABINETT

1. BUNDESTAGSWAHL 1949

2. BUNDESREGIERUNG

2.1 BUNDESKANZLER KONRAD ADENAUER

2.2 BUNDESMINISTER

III. UMSETZUNGSPROBLEME BEI DER ENTNAZIFIZIERUNG

IV. NEUANFANG MIT ALTLASTEN

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die erste Ministerriege unter Bundeskanzler Konrad Adenauer als demokratischer Neubeginn nach dem Ende des Nationalsozialismus betrachtet werden kann, und analysiert dazu den Erfolg beziehungsweise Misserfolg der alliierten Entnazifizierungspolitik.

  • Alliierte Konferenzen und Entnazifizierungsstrategien
  • Entwicklung von der Entnazifizierungsphase zur Demokratisierungsphase
  • Politische Voraussetzungen der Bundestagswahl 1949
  • Biographische Analyse der ersten Bundesministerriege
  • Umsetzungsprobleme und gesellschaftlicher Umgang mit der NS-Vergangenheit

Auszug aus dem Buch

1. DIE ENTNAZIFIZIERUNGSGEDANKEN DER ALLIIERTENKONFERENZEN IN CASABLANCA, TEHERAN UND JALTA

Mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika Ende 1941 intensivierten sich die Konferenzen der Anti-Hitler-Koalition. Neben unzähligen Besprechungen, Tagungen und Korrespondenzen stellten die drei Konferenzen in Casablanca, Teheran und Jalta die entscheidenden Weichen.

Auf der Konferenz in Casablanca vom 14. bis zum 24. Januar 1943 legten der US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill in Abwesenheit des russischen Staatsoberhaupts Josef Stalin die nächsten Offensivaktionen fest. Hierbei wurde erstmals das offizielle Kriegsziel einer bedingungslosen Kapitulation der Hitlerkoalition verkündet. Im Oktober des gleichen Jahres verschärften die drei Großmächte (USA, Großbritannien und Sowjetunion) ihren Ton und drohten damit „alle die ihre Hände in Blut getränkt haben bis ans Ende der Welt zu verfolgen“. Die gemeinsamen Ziele des Sieges über die Achsenmächte und die Ausrottung des Nationalsozialismus und Militarismus waren das einzige bindende Element zwischen den westlichen Hauptalliierten und der stalinistischen UdSSR.

Auf der Konferenz in Teheran vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943 war zu erkennen, dass die Kooperation bezüglich des weiteren Vorgehens auf dem europäischen Kriegsschauplatz harmonisch und zielorientiert verlief. Jedoch schon die Ansichten über das Nachkriegsdeutschland divergierten stark und legten die Labilität des Zweckbündnisses offen.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik ein, inwiefern die erste deutsche Bundesregierung nach 1949 trotz der NS-Vergangenheit ihrer Mitglieder als glaubwürdiger demokratischer Neubeginn gewertet werden kann.

I. DIE ENTNAZIFIZIERUNG: Dieses Kapitel zeichnet die alliierten Pläne zur Entnazifizierung von den Kriegskonferenzen bis zum Status quo im Wahljahr 1949 nach.

II. DAS ERSTE KABINETT: Hier werden die Rahmenbedingungen der Bundestagswahl 1949 sowie die Lebensläufe und Hintergründe des Bundeskanzlers und der Bundesminister beleuchtet.

III. UMSETZUNGSPROBLEME BEI DER ENTNAZIFIZIERUNG: Das Kapitel thematisiert den Widerstand in der Bevölkerung gegen alliierte Sühnemaßnahmen und die Verlagerung der politischen Prioritäten hin zum Aufbau eines westlichen Bündnissystems.

IV. NEUANFANG MIT ALTLASTEN: Die Schlussbetrachtung analysiert die Verflechtung von konservativem Wiederaufbau und der gesellschaftlichen Verdrängung der NS-Vergangenheit bei gleichzeitigem Gelingen des demokratischen Starts.

Schlüsselwörter

Entnazifizierung, Konrad Adenauer, erstes Kabinett, Nachkriegsdeutschland, Nationalsozialismus, Demokratisierung, Bundestagswahl 1949, Alliierte, Besatzungszonen, Re-education, Kalter Krieg, Vergangenheitsbewältigung, politische Säuberung, Westintegration, demokratischer Neubeginn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die erste Bundesregierung unter Konrad Adenauer kurz nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Aspekt der Entnazifizierung zu bewerten ist.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung umfasst die alliierten Entnazifizierungsbemühungen, die politischen Bedingungen bei der Konstituierung der Bundesregierung 1949 sowie die biographische Aufarbeitung der Ministerriege.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob die erste Ministerriege tatsächlich einen demokratischen Neubeginn darstellte oder ob sie aufgrund der Vergangenheitsbelastungen eher als Misserfolg der Entnazifizierung zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die sich auf Quellen und Fachliteratur stützt, um den Prozess der Entnazifizierung und die Biographien der Kabinettsmitglieder darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der alliierten Entnazifizierungspraxis, eine Analyse der Bundestagswahl 1949 und der Ministerbiographien sowie eine Diskussion der Umsetzungsprobleme bei der Entnazifizierung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Entnazifizierung, Adenauer-Ära, demokratischer Neubeginn, Alliierte Besatzungsmächte und die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.

Wie bewertet der Autor den Umgang der Bevölkerung mit der Entnazifizierung?

Der Autor konstatiert, dass weite Teile der Bevölkerung die Sühnemaßnahmen als inakzeptabel empfanden und eine Abwehrhaltung einnahmen, da die nationalistische Einstellung noch zu tief verankert war.

Welche Rolle spielten die "Kurzlebensläufe" der Minister für das Gesamtergebnis?

Die Biographien zeigen, dass die Minister zwar nicht zur Führungsriege des Dritten Reiches gehörten, jedoch dennoch in das System involviert oder assimiliert waren, was den Charakter als "konservativen Neubeginn" unterstreicht.

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Details

Title
Die erste Ministerriege unter Konrad Adenauer - gescheiterte Entnazifizierung?!
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Geschichte)
Course
Die Arbeitsgemeinschaft demokratischen Kreise in der Ära Adenauer
Grade
1,4
Author
Norman Rönz (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V83379
ISBN (eBook)
9783638899420
ISBN (Book)
9783638905275
Language
German
Tags
Ministerriege Konrad Adenauer Entnazifizierung Arbeitsgemeinschaft Kreise Adenauer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Norman Rönz (Author), 2007, Die erste Ministerriege unter Konrad Adenauer - gescheiterte Entnazifizierung?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83379
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