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Islamische Wirtschaftspolitik in Malaysia

Malaysia als islamischer Staat mit islamischer Wirtschaft?

Title: Islamische Wirtschaftspolitik in Malaysia

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 47 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Wolff (Author)

Business economics - Economic Policy
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Malaysia ist ein islamischer Staat, der wie viele islamische oder islamisch geprägte Staaten in Südostasien eher in Vergessenheit geraten ist. Die Kernländer des Islam auf der und um die arabische Halbinsel halten das Öffentliche Interesse an ihren Entwicklungen wach, so dass in Europa meist nur unter dem Stichwort der „Tigerstaaten“ von Malaysia, Indonesien und den Philippinen berichtet wird.

„Despite efforts by individual scholars an institutions in both the islamic world and in Western Europe and North America, the equation of Islam with the Middle East and with violence, backwardness, injustice, and being ´anti-West` still dominate Western views of Islam and Muslim countries. [...] Despite having the world's most populous Muslim country (Indonesia, with about 200 million Muslims) and about a quarter of the world's total Muslim population, Southeast Asia is rarely seen as Muslim.“

Natürlich ist diese „Vernachlässigung“ der südostasiatischen Staaten nicht als andauernde Tendenz in den Politik-, Islam- und Wirtschaftswissenschaften auszumachen, da es selbstverständlich Institute und Wissenschaftler gibt, die sich intensiv mit diesem Raum beschäftigen. Der Tenor, dass Islam einzig eng mit dem Nahen Osten verbunden wird, ist aber in der Öffentlichkeit noch weit verbreitet.
Malaysia ist von den Staaten Südostasiens in so fern von Bedeutung, als es seit etwa 1981 versucht, den Islam in seine Wirtschaftspolitik einzubinden und sich in neuerer Zeit als Musterstaat für eine erfolgreiche islamische Wirtschaftsentwicklungspolitik in der islamischen Welt darstellen will. Die Frage, ob die malaysische Wirtschaft tatsächlich in dem Maße islamisch ist, dass sich die Möglichkeit eröffnet, Malaysia als Vorbild für die wirtschaftliche Entwicklung der islamischen Welt herangezogen werden kann, ist der Kern der vorliegenden Arbeit.

Ich möchte dabei nach einer kurzen einleitenden Information über Malaysia besonders auf die verschiedenen wirtschaftspolitischen Ansätze seit 1970 eingehen, die sich in den Schlagworten der New Economic Policy (NEP), der National Development Policy (NDP) und der National Vision Policy (NVP) manifestieren.
Zum Schluss habe ich einige der strikten islamischen Elemente der malaysischen Wirtschaft herausgestellt und will abschließend eine kurze Definition der durchaus interessanten und erst 2004 entwickelten Idee eines zivilisierten Islam (Islam Hadhari) als Mittel zur Islamisierung der malaysischen Wirtschaft geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes zu Malaysia (seit 1957)

2.1. Bevölkerungsstruktur

2.2. Konfessionen

3. Wirtschaftspolitik in Malaysia

3.1. Wirtschaftliche Entwicklung in Malaysia

3.1.1. Beteiligung der Bumiputra an der malaysischen Wirtschaft

3.1.2. Laissez Faire vs. Protektionismus

3.2. New Economic Policy (NEP)

3.3. National Development Policy (NDP)

3.4. National Vision Policy (NVP) – Vision 2020

3.4.1 Multimedia Super Corridor

3.4.2. Informations- und Kommunikationssektor

4. Islam und Wirtschaft in Malaysia

4.1. Islamische Elemente in der Wirtschaftspolitik Malaysias

4.1.1. Inculcation of Islamic Values Policy

4.1.2. Islamische Institutionen in der malaysische Wirtschaft

4.1.4. Die Islamisierungswelle

4.2. Islam Hadhari

4.2.1. Ausgeglichenes Wachstum

4.2.2. Export des Islam Hadhari

5. Fazit: Malaysia als islamischer Staat mit islamischer Wirtschaft?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwieweit die malaysische Wirtschaft als islamisch geprägt gelten kann und ob das Land als Modell für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in der islamischen Welt dienen kann. Dabei wird analysiert, wie politische Strategien seit 1970 genutzt wurden, um den Islam zunehmend in das Wirtschaftsleben zu integrieren.

  • Wirtschaftspolitische Strategien seit 1970 (NEP, NDP, NVP)
  • Rolle des Islam in der nationalen Identitätsbildung und Politik
  • Implementierung islamischer Finanzsysteme und Institutionen
  • Konzept des "zivilisierten Islam" (Islam Hadhari) als Entwicklungsmodell
  • Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Modernisierung und religiöser Identität

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Islamische Institutionen in der malaysische Wirtschaft

Neben der IIV Policy wurde auch konkret in die Wirtschaft durch die Errichtung islamischer Unternehmungen eingegriffen. Eine der wichtigsten Einrichtung ist dabei sicherlich die Bank Islam Malaysia Berhad (BIMB), die 1983 im Zuge des Islamic Banking Act N° 276 eröffnet wurde. Dieser Act erlaubt es jedem, eine islamische Bank in Malaysia zu gründen und ermöglicht so die von der UMNO gewünschte Schaffung einer islamischen Finanzwelt. Der Islamic Banking Act unterstellt islamische Banken prinzipiell unter die Regelungen, denen auch reguläre Banken unterliegen. Die Einschränkung, der eine islamische Bank folgen muss, betrifft das eingezahlte Kapital, welches nicht weniger als 25% des Nettogewinns nach Steuern und so genannter Zakt-Besteuerung ausmachen darf. Unzureichend gesicherte Kredite dürfen per Gesetz einen Wert von 10.000 Ringgit (ca. 2150 Euro) nicht überschreiten.

Die Zielsetzung bei der Erarbeitung des Islamic Banking Act war, parallel zum regulären Bankenwesen ein islamisches Pendant zu errichten, welches sich schrittweise in einem Netzwerk vergrößert und schließlich einen eigenen islamischen Geldmarkt etabliert. Dieses Ziel scheint offensichtlich in Malaysia erreicht worden zu sein, da es inzwischen etwa 14 rein islamische Banken und dazu noch einmal so viele Geschäftsbanken mit islamischen Finanzdienstleistungen gibt. Die BIMB erreichte 1997 bereits über 477.000 Kontoinhaber und konnte auf ein Netzwerk von 52 verschiedenen Abteilungen mit etwa 1280 Angestellten verweisen.

Die Einrichtung eines Fonds für Pilger wurde bereits 1963 durch die Pilgrims` Savings Corporation vorgenommen und firmiert derzeit unter dem Namen Hajj Fund. Die Methodik des Hajj Fund ist nicht primär als Bank, sondern speziell auf die den fünf Säulen des Islam gemäße Pilgerfahrt nach Mekka angelegt und wurde 1969 durch die Fusion mit der Verwaltung für die Angelegenheiten der Pilger mit dem Staat verbunden. Die Attraktivität dieses Angebotes zeigt sich in der Tatsache, dass 1990 bereits 1,7 Millionen Muslime ca. 1,2 Mrd. Ringgit (ca. 258 Mio. Euro) in den Hajj Fund angelegt haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Vernachlässigung der südostasiatischen Staaten im islamischen Diskurs und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich Malaysias Rolle als islamischer Wirtschafts-Musterstaat.

2. Grundlegendes zu Malaysia (seit 1957): Dieses Kapitel beschreibt die heterogene Bevölkerungsstruktur und die konfessionellen Gegebenheiten, welche die Grundlage für die malaysische Staatsbildung und die religiöse Identität des Landes bilden.

3. Wirtschaftspolitik in Malaysia: Der Abschnitt gibt einen Überblick über die ökonomischen Eckdaten und analysiert die verschiedenen staatlichen Entwicklungsprogramme wie die NEP, NDP und NVP im historischen Kontext.

4. Islam und Wirtschaft in Malaysia: Hier werden die spezifischen islamischen Elemente der Wirtschaftspolitik untersucht, angefangen bei der Inculcation of Islamic Values Policy bis hin zum modernen Konzept des Islam Hadhari.

5. Fazit: Malaysia als islamischer Staat mit islamischer Wirtschaft?: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und bewertet den Erfolg der Islamisierung als machtpolitisches Instrument sowie die ökonomischen Herausforderungen auf dem Weg zum Industrieland.

Schlüsselwörter

Malaysia, Islamische Wirtschaftspolitik, Bumiputra, NEP, Islam Hadhari, Islamisierung, Wirtschaftsmodell, Bank Islam Malaysia Berhad, Vision 2020, Identitätspolitik, Finanzsektor, Modernisierung, UMNO, religiöse Werte, ökonomische Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verknüpfung von islamischen Werten mit der malaysischen Wirtschaftspolitik und untersucht, ob Malaysia als Vorbild für die ökonomische Entwicklung innerhalb der islamischen Welt dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der malaysischen Wirtschaftspolitik durch Pläne wie die NEP, die Institutionalisierung des Islam in Finanzwesen und Verwaltung sowie die philosophische und politische Einführung des "Islam Hadhari".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage ist, ob die malaysische Wirtschaft tatsächlich in einem solchen Maße islamisch ist, dass das Land als Modell für andere islamisch geprägte Staaten fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung von Regierungsdokumenten, wirtschaftlichen Statistiken und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der wirtschaftspolitischen Ansätze, eine Untersuchung der Implementierung islamischer Werte (z.B. durch den Islamic Consultative Body) und die Darstellung der modernen Vision des Islam Hadhari.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen Islamische Wirtschaftspolitik, Malaysia, Bumiputra-Förderung, Islamisierung der Wirtschaft sowie die verschiedenen nationalen Entwicklungspläne (NEP, NDP, NVP).

Welche Rolle spielen die "Bumiputra" bei der Umsetzung der Politik?

Die Bumiputra als indigene Bevölkerungsgruppe stehen im Zentrum der staatlichen Bevorzugungspolitik, um ihre Teilhabe an der Wirtschaft zu erhöhen und so die nationale Einheit zu stärken.

Wie unterscheidet sich "Islam Hadhari" von bisherigen Ansätzen?

Islam Hadhari wird als "zivilisierter Islam" verstanden, der nicht als neue Glaubensschule, sondern als moderates Wertekorsett dient, um Islam und wirtschaftlichen Fortschritt besser miteinander zu vereinbaren.

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Details

Title
Islamische Wirtschaftspolitik in Malaysia
Subtitle
Malaysia als islamischer Staat mit islamischer Wirtschaft?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Course
Asien-Pazifik-Kolloquium
Grade
1,3
Author
Christian Wolff (Author)
Publication Year
2007
Pages
47
Catalog Number
V83400
ISBN (eBook)
9783638895507
ISBN (Book)
9783638937894
Language
German
Tags
Islamische Wirtschaftspolitik Malaysia Asien-Pazifik-Kolloquium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Wolff (Author), 2007, Islamische Wirtschaftspolitik in Malaysia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83400
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