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Die Rückkehr Chinas nach Afrika. Chinas aktuelles Engagement in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht

Title: Die Rückkehr Chinas nach Afrika. Chinas aktuelles Engagement in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht

Diploma Thesis , 2007 , 111 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: DI (FH) Mag. Harald Mayer (Author)

African Studies - Culture and Applied Geography
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Die Geschichte wirtschaftlicher und politischer Kooperation zwischen der Volksrepublik China und den Staaten Afrikas umfasst ein halbes Jahrhundert, in dem wechselnde Motive deren Art, Intensität und geographische Ausrichtung bestimmten. Von der Frühphase chinesischer Unterstützung für die afrikanische Unabhängigkeit, über Beijings Umwerben afrikanischer Staaten mit dem Ziel der Anerkennung der Volksrepublik China in den Vereinten Nationen, bis hin zur vorwiegend ökonomisch geprägten Kooperation der vergangenen Jahre war und ist Entwicklungshilfe ein wichtiger Teilbereich der sino-afrikanischen Kooperation: Wichtig für Afrika als Alternative und/oder Ergänzung zur Entwicklungshilfe der westlichen Industriestaaten, wichtig für China als Instrument zur Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen. Mit dem derzeit stattfindenden Boom der wirtschaftlichen Kooperation zwischen China und Afrika erreicht auch die Entwicklungshilfe Beijings an afrikanische Staaten einen neuen Höhepunkt.
Diese Arbeit untersucht chinesische Entwicklungshilfe an Afrika, stellt sie westlichen Geberkonzepten gegenüber, und diskutiert Chancen und Gefahren der jüngsten Welle chinesischen Engagements in Afrika für den Kontinent. Dabei werden neben der Frage nach den ökonomischen und sozialen Folgen auch die Auswirkungen auf „good governance“ in Afrika und die Möglichkeit der Anwendung des chinesischen Entwicklungsmodells auf afrikanische Staaten diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Überblick

2.1 Die Ursprünge sino-afrikanischer Beziehungen

2.2 Sino-afrikanische Beziehungen nach 1949: Die Volksrepublik China und Afrika

2.2.1 Annäherung im Rahmen der Blockfreien-Bewegung und chinesische Unterstützung für afrikanische Unabhängigkeitsbewegungen

2.2.2 Afrikas Bedeutung im Konflikt zwischen der Volksrepublik China und Taiwan

2.2.3 Die späten 1960er-Jahre: Rückschläge in Chinas Bemühen um Afrika

2.2.4 Aufleben der sino-afrikanischen Beziehungen nach der Hochphase der Kulturrevolution

2.2.5 Maos Tod: Beginn einer neuen Ära

2.2.6 Tiananmen und die Folgen für die Beziehungen zwischen China und Afrika

2.3 Die ersten vier Jahrzehnte chinesischer Entwicklungshilfe an Afrika

2.3.1 Die Anfänge: „The poor are helping the poor“

2.3.2 1960er-Jahre: Umwerben der neuen afrikanischen Staaten

2.3.3 Kulturrevolution: Kein Ende der Hilfe

2.3.4 1970-1978: Intensivierung chinesischer Entwicklungshilfe an Afrika

2.3.5 Reform der Entwicklungspolitik im Zuge der Orientierung auf die eigene Entwicklung

2.3.6 Anstieg der Hilfe nach Tiananmen

3 Die Rückkehr Chinas nach Afrika

3.1 Handel

3.1.1 Rüstungslieferungen

3.2 Direktinvestitionen

3.3 Diplomatie

3.4 Peace-Keeping

3.5 Migration

3.6 Kulturaustausch und Tourismus

4 Die aktuelle Entwicklungshilfe Chinas an Afrika

4.1 Ausmaß

4.2 Organisation und Abwicklung

4.2.1 Das China-Afrika-Kooperationsforum

4.2.2 China im weltweiten Aid-System

4.2.3 NGOs als Entwicklungshilfeträger

4.3 Chinesische Entwicklungshilfe nach Bereichen

4.3.1 Investitionsprojekte (Projekthilfe)

4.3.2 Programmhilfe

4.3.3 Technische Hilfe

4.3.4 Humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe

4.3.5 Entschuldung

4.4 Geographische Schwerpunkte

4.5 Motive

5 China als Motor für „Bad Governance“ in Afrika?

5.1 Das Beispiel Angola

5.2 Das Beispiel Sudan

5.3 Das Beispiel Simbabwe

5.4 Zusammenfassung

6 Chinas Fokus auf Afrika: Im Interesse Afrikas?

6.1 Gesamtökonomische und politische Auswirkungen

6.2 Umweltfolgen

6.3 Zusammenfassung

7 China: Ein Entwicklungsmodell für Afrika?

7.1 China und Afrika: Wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich

7.1.1 Chinas Weg zur Weltwirtschaftsmacht

7.1.2 Wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afrikas nach der Unabhängigkeit

7.1.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten

7.2 Lernen von China?

8 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das chinesische Entwicklungshilfewesen in Afrika, setzt es in Kontrast zu westlichen Geberkonzepten und analysiert die ökonomischen sowie sozialen Folgen dieses Engagements unter Berücksichtigung von Governance-Fragen.

  • Historische Entwicklung der sino-afrikanischen Beziehungen.
  • Organisation und Modalitäten der chinesischen Entwicklungshilfe.
  • Bewertung des Engagements im Hinblick auf „Good Governance“ und „Bad Governance“.
  • Ökonomische Auswirkungen und das Spannungsfeld zwischen Rohstoffbedarf und Entwicklungshilfe.
  • Potenzial und Grenzen des chinesischen Entwicklungsmodells für afrikanische Staaten.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Die Anfänge: „The poor are helping the poor“

Der Beginn chinesischer Entwicklungshilfe wird mit dem Jahr 1953 angesetzt (Lin 1996:47), wobei Afrika zunächst nicht zu deren Zielgebieten gehörte. Der Schwerpunkt chinesischer Entwicklungshilfe lag zunächst auf den benachbarten asiatischen Ländern, prioritär war jedoch zunächst die Entwicklung der riesigen westlichen Hälfte des eigenen Landes. Wenige Jahre später wurde Afrika zu einer der wichtigsten Zielregionen für chinesische Entwicklungshilfe. Den Anfang machte dabei Ägypten: Nachdem im Rahmen der Bandung-Konferenz 1955 erste Beziehungen zwischen China und Ägypten geknüpft worden waren, folgte während der Suez Krise 1956 die erste Entwicklungshilfeleistung Chinas an ein afrikanisches Land in Form eines Geschenks von 4,7 Millionen US$ (Ogunsanwo 1974:9).

Von nennenswerten wirtschaftlichen Hilfsprogrammen Chinas an Afrika kann in den 1950er-Jahren noch nicht gesprochen werden. Chinas ökonomische Möglichkeiten zu diesem Zeitpunkt waren stark beschränkt, die Politik des „großen Sprung nach vorn“, die die Industrialisierung Chinas zum Ziel hatte, schlug katastrophal fehl und führte zu dramatischen Hungersnöten im eigenen Land, der 20 bis 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Während China trotz dieser schweren internen Probleme bereits vereinzelte Hilfsprogramme in Nordkorea, Nordvietnam, in der Mongolei, in Albanien und Ungarn durchführte (Ogunsanwo 1974:40), war die Zeit für ausgedehnte Entwicklungshilfe an Afrika noch nicht reif. Noch befand sich ein großer Teil Afrikas in direkter Abhängigkeit (als Kolonie oder abhängiges Gebiet) von Kolonialmächten, nur Ägypten, Äthiopien, Liberia und Südafrika existierten 1950 als unabhängige afrikanische Staaten und damit als mögliche Zielgebiete von Entwicklungshilfe. Dies sollte sich mit der in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre beginnenden Dekolonisierung ändern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung Chinas in Afrika vor und formuliert das Ziel der Arbeit, Chinas Rolle als Akteur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit kritisch zu beleuchten.

2 Historischer Überblick: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der sino-afrikanischen Beziehungen von frühen historischen Kontakten bis zum Ende des 20. Jahrhunderts nach und ordnet die Entwicklungshilfe in diesen Kontext ein.

3 Die Rückkehr Chinas nach Afrika: Hier werden die verschiedenen Dimensionen des aktuellen Engagements, wie Handel, Investitionen, Diplomatie und Migration, analysiert.

4 Die aktuelle Entwicklungshilfe Chinas an Afrika: Dieses Kapitel untersucht Umfang, Organisation, Bereiche und Motive der gegenwärtigen chinesischen Entwicklungshilfe.

5 China als Motor für „Bad Governance“ in Afrika?: Es wird diskutiert, ob chinesische Hilfe durch fehlende Konditionalitäten korrupte Eliten stützt und westliche „Good Governance“-Bemühungen konterkariert.

6 Chinas Fokus auf Afrika: Im Interesse Afrikas?: Eine kritische Bewertung der Auswirkungen des Engagements, insbesondere im Hinblick auf ökonomische Abhängigkeiten und Umweltaspekte.

7 China: Ein Entwicklungsmodell für Afrika?: Das Kapitel vergleicht die Entwicklung Chinas mit Afrika und hinterfragt, ob das chinesische Modell für afrikanische Staaten adaptierbar ist.

8 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließende Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige sino-afrikanische Partnerschaft.

Schlüsselwörter

China, Afrika, Entwicklungshilfe, Außenpolitik, Wirtschaftskooperation, Good Governance, Rohstoffe, Investitionen, Süd-Süd-Kooperation, Handel, Infrastruktur, Diplomatie, Modernisierung, Entwicklungsmodell, Konditionalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?

Die Arbeit analysiert das aktuelle Engagement Chinas in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht und vergleicht dieses mit westlichen Geberkonzepten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Beziehungen, die aktuelle Organisation der Entwicklungshilfe, ökonomische Auswirkungen, Fragen der Regierungsführung (Governance) und die Vergleichbarkeit des chinesischen Entwicklungsmodells.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Chinas Rolle als zunehmend wichtiger Akteur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit zu verstehen, seine Motivationen zu entschlüsseln und die Konsequenzen für den afrikanischen Kontinent zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse von Literatur, statistischen Daten (soweit verfügbar) und der Untersuchung exemplarischer Länderbeispiele, um die Auswirkungen der chinesischen Politik auf Afrika zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen, eine detaillierte Betrachtung der aktuellen Kooperationsbereiche (Handel, Diplomatie, Hilfe) sowie Fallbeispiele zu Governance-Problemen in ausgewählten Ländern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind chinesische Entwicklungshilfe, Afrika, sino-afrikanische Beziehungen, Rohstoffsicherung und der Gegensatz zwischen westlicher und chinesischer Entwicklungsphilosophie.

Wie bewertet die Arbeit Chinas Rolle in Bezug auf „Bad Governance“ in Angola?

Die Arbeit stellt dar, dass chinesische Investitionen dort die Infrastruktur fördern, aber gleichzeitig Kritik auf sich ziehen, weil sie durch ihre bedingungslose Vergabe die Transparenzforderungen westlicher Geber umgehen.

Welche Bedeutung hat das China-Afrika-Kooperationsforum (FOCAC)?

FOCAC dient als zentraler institutioneller Rahmen für die sino-afrikanische Kooperation, zur strategischen Planung und als Plattform zur Formulierung gemeinsamer entwicklungspolitischer Ziele.

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Details

Title
Die Rückkehr Chinas nach Afrika. Chinas aktuelles Engagement in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht
College
University of Vienna  (Institut für Afrikawissenschaften)
Grade
Sehr gut
Author
DI (FH) Mag. Harald Mayer (Author)
Publication Year
2007
Pages
111
Catalog Number
V83414
ISBN (eBook)
9783638872539
ISBN (Book)
9783656203865
Language
German
Tags
Rückkehr Chinas Afrika Chinas Engagement Afrika Sicht China Rohstoffe Mao Tazara Entwicklungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
DI (FH) Mag. Harald Mayer (Author), 2007, Die Rückkehr Chinas nach Afrika. Chinas aktuelles Engagement in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83414
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