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Die Produktlebenszyklusrechnung mit ihrer Abgrenzung zum Target Costing und zur Plankostenrechnung

Title: Die Produktlebenszyklusrechnung mit ihrer Abgrenzung zum Target Costing und zur Plankostenrechnung

Diploma Thesis , 2007 , 80 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Karsten Böhme (Author)

Business economics - Controlling
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Die stetig zunehmende Globalisierung der Beschaffungs- und Absatzmärkte, die Entwicklung neuer Produktionstechnologien und das erhöhte Kundenbewusstsein führen in den Unternehmen zu Kostenwachstum und gerade in Ländern mit hohen Löhnen, wie unter anderem Deutschland, zu steigendem Kostendruck. Um global wettbewerbsfähig zu bleiben müssen, technisch ausgereifte, auf neuen Technologien aufbauende, komplexe Produkte mit hoher Qualität hergestellt werden. Die Folge davon ist, dass vor allem die Entwicklungskosten in den letzten Jahren angestiegen sind. Des Weiteren sind steigende Kosten, die nach dem Verkauf durch umweltpolitische Vorschriften, wie z.B. die Entsorgung oder die Ausweitung der Haftungs- und Gewährleistungsbestimmungen, entstehen, eine Tendenz der Neuzeit. Erschwerend zu dieser Entwicklung kommt noch hinzu, dass sich die Lebenszyklen von Produkten, aber auch Dienstleistungen, immer mehr verkürzen und die Unternehmen gefordert werden in kurzer Zeit neue, gewinnbringende Produkte in den Markt einzuführen um eine Verdrängung vom Markt durch Wettbewerber zu verhindern. Diese Entwicklung der Rahmenbedingungen hat dazu geführt, dass sich die Kostenstruktur, insbesondere die anteilige Höhe der Gemeinkosten, veränderte. Es hat sich gezeigt, dass die traditionellen Methoden der Kostenrechnung ihre Aufgaben, wie die Bereitstellung relevanter Kosteninformationen oder die Aufrechterhaltung der Kostentransparenz, bei diesen Entwicklungstendenzen nur unzureichend erfüllen. Die Unternehmen reagieren mit einer zunehmenden Strategieorientierung durch diese Entwicklungen, die dazu führt, dass auch in der Kostenrechnung ein längerer Planungshorizont erforderlich ist. Ein weiterer Ansatzpunkt vor dem Hintergrund des gestiegenen Kostendruckes ist das Feststellen und Nutzen von Kostensubstitutionen zwischen den Vorlauf- bzw. Folgekosten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Produktlebenszyklus

2.1. Grundlagen

2.2 Phasen des Produktlebenszyklus

2.3 Der Aussagewert des Produktlebenszykluskonzeptes

3. Die Lebenszykluskostenrechnung

3.1 Entstehungsgeschichte

3.2 Gegenstand und Rechnungsziel von Lebenszykluskostenrechnungen

3.3 Bezugsobjekte

3.3.1 Grundlagen

3.3.2 Lebenszykluskostenrechnung aus Konsumentensicht

3.3.3 Produktlebenszykluskostenrechnung aus Produzentensicht

3.4 Abgrenzung der Phasen und Kostenkategorien

3.5 Kosten und Erlöse in der Vor- und Nachlaufphase

3.6 Die Verrechnung der Vorlauf- und Folgekosten

3.6.1 Grundlagen

3.6.2 Die Prognose der Kosten und Erlöse

3.7 Die Ratierliche Kalkulation

3.8 Der deckungsbeitragorientierte Ansatz

3.8.1 Grundlagen

3.8.2 Der periodenübergreifende Ausweis von Vorlauf- und Folgekosten

3.8.3 Die periodengerechte Verrechnung von Vorlauf- und Folgekosten

3.9 Der investitionsorientierte Ansatz

3.9.1 Grundlagen

3.9.2 Der investitionsorientierte Ansatz für ein Produkt

3.9.3 Der Kalkulationszinssatz

3.9.4 Konzeption einer mehrstufigen Produktlebenszykluskostenrechnung

3.10 Die Bewertung der Ansätze der Produktlebenszykluskostenrechnung

3.11 Das Lücke-Theorem

3.11.1 Grundlagen

3.11.2 Abgrenzung der Begriffe Auszahlungen, Ausgaben bzw. Kosten und ihre Verbindung

3.11.3 Das Lücke-Theorem als Bindeglied zwischen zahlungsorientierter und kostenorientierter Produktlebenszykluskostenrechnung

3.11.4 Beurteilung des Lücke-Theorems

4. Die Abgrenzung zu anderen Kostenrechnungssystemen

4.1. Abgrenzung zum Target Costing

4.1.1. Grundlagen des Target Costing

4.1.2. Verbindungen zum Target Costing

4.2. Abgrenzung zur Plankostenrechnung

4.2.1. Grundlagen der Plankostenrechnung

4.2.2. Systeme der Plankostenrechnung

4.2.3. Verbindungen zur Plankostenrechnung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Lebenszykluskostenrechnung als strategisches Instrument zur ganzheitlichen Erfassung und Steuerung von Kosten über den gesamten Produktlebenszyklus, mit dem Ziel, die Profitabilität von Produkten durch die Einbeziehung von Vorlauf- und Folgekosten zu optimieren und gegenüber traditionellen Systemen wie dem Target Costing und der Plankostenrechnung abzugrenzen.

  • Grundlagen und Phasenmodelle des Produktlebenszyklus
  • Methoden der Lebenszykluskostenrechnung (ratierlich, deckungsbeitrags- und investitionsorientiert)
  • Verbindung von Kosten- und Investitionsrechnung durch das Lücke-Theorem
  • Abgrenzung der Lebenszykluskostenrechnung zum Target Costing
  • Vergleich der Lebenszykluskostenrechnung mit Systemen der Plankostenrechnung

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehungsgeschichte

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte das amerikanische Verteidigungsministerium (Department of Defence) ein neues Kostenrechnungskonzept, welches als Entscheidungshilfe für die Beschaffung von Waffensystemen dienen sollte. Dieses sogenannte „Life Cycle Costing“ fand im Laufe der Zeit auch Anwendung für öffentliche Bauprojekte. Für den Anwender dieses Konzeptes bestand das Augenmerk darin, durch Betrachtung von Anschaffungs- und Folgekosten die Investitionsentscheidungen zu fundieren und die Gesamtkosten zu beeinflussen.

Der Einsatz der Lebenszykluskostenrechnung, insbesondere für den privatwirtschaftlichen Bereich, ist nicht zuletzt auf die immer schnelllebigere Zeit und die damit stark in Verbindung stehenden, immer kürzer werdenden Produktzyklen, zurückzuführen. Heutzutage ist es keine Seltenheit, dass ein Produkt nur wenige Jahre auf dem Markt ist, bevor es infolge neuartiger Produktinnovationen zunehmend weniger nachgefragt wird. Dieser Sachverhalt führt zu einer Verkürzung des Zeitraumes der Gewinnrealisierung und zu einem Ansteigen der Gemeinkosten vor allem durch die notwendige intensive Forschung und Entwicklung. Aus dieser Dynamik heraus gewinnen diese Kosten zunehmend an Bedeutung, was insbesondere in der Lebenszyklusrechnung zur Anwendung kommt. Hierbei werden die Kosten und Erlöse bereits während der Entwicklungsphase analysiert und prognostiziert, wodurch eine Kostenplanung und -beeinflussung ermöglicht wird.

Riezler definiert die Lebenszykluskostenrechnung kurz und dennoch aussagekräftig: „Die Lebenszykluskostenrechnung ist ein umfassendes, periodenübergreifendes Planungs- und Überwachungsinstrumentarium, das die mit einem Strategischen Projekt über dessen gesamte Laufzeit verbundenen wirtschaftlichen Wirkungen berechenbar macht.“

Es kann festgehalten werden, dass in den ersten Ansätzen zur Lebenszykluskostenrechnung zunächst die Interessen der öffentlichen Hand dominierten. Der zentrale Einsatzbereich dieses Kostenrechnungskonzeptes befand sich zuerst nicht im erwerbswirtschaftlichen Bereich. Der Einsatz konzentrierte sich auf lang andauernde Projekte mit einem hohen Auftragsvolumen (z.B. Kraftwerke und Bohrinseln, dem Transrapid, Museen, den Kliniken in Aachen und Wien, usw.), für welche die Auftragsvergabe von der Informationstransparenz der Lebenszykluskosten abhing.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den steigenden Kostendruck und die Verkürzung von Produktlebenszyklen als Auslöser für die Notwendigkeit einer strategischen, lebenszyklusorientierten Kostenrechnung.

2. Der Produktlebenszyklus: Dieses Kapitel erläutert das Grundkonzept des Produktlebenszyklus als Marktreaktionsmodell und beschreibt die fünf klassischen Phasen von der Einführung bis zur Degeneration.

3. Die Lebenszykluskostenrechnung: Hier werden Entstehungsgeschichte, verschiedene methodische Ansätze sowie die Problematik der Zurechnung von Vorlauf- und Folgekosten detailliert analysiert.

4. Die Abgrenzung zu anderen Kostenrechnungssystemen: Dieses Kapitel stellt die Unterschiede und möglichen Integrationen zwischen der Lebenszykluskostenrechnung, dem Target Costing und der Plankostenrechnung dar.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Relevanz und der methodischen Herausforderungen der Lebenszykluskostenrechnung für das moderne Kostenmanagement.

Schlüsselwörter

Lebenszykluskostenrechnung, Produktlebenszyklus, Vorlaufkosten, Folgekosten, Target Costing, Plankostenrechnung, Investitionsrechnung, Lücke-Theorem, Deckungsbeitragsrechnung, Kostenmanagement, Rentabilität, Amortisation, Kapitalwertmethode, Kostensubstitution, Preismanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Konzept der Lebenszykluskostenrechnung, die darauf abzielt, alle während der Lebensdauer eines Produktes anfallenden Kosten und Erlöse zu erfassen, um eine fundiertere strategische Steuerung zu ermöglichen als klassische, periodenbezogene Kostenrechnungssysteme.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die systematische Erfassung von Vorlauf- und Folgekosten, die Anwendung verschiedener Kalkulationsmethoden (z. B. ratierliche Kalkulation) sowie die Verknüpfung der Kostenrechnung mit investitionstheoretischen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die Eignung der Lebenszykluskostenrechnung als Instrument für das Kostenmanagement darzustellen und ihre Abgrenzung sowie Synergiemöglichkeiten zu etablierten Systemen wie dem Target Costing und der Plankostenrechnung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Herleitung der Konzepte durch Literaturanalyse, ergänzt durch die mathematische Fundierung mittels verschiedener Kalkulationsansätze, Formeln zur Kapitalwertermittlung und der theoretischen Verbindung durch das Lücke-Theorem.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Produktlebenszyklus, die detaillierte Analyse der Lebenszykluskostenrechnung (einschließlich ihrer mathematischen Modellierung und Prognoseverfahren) sowie die systematische Abgrenzung zu anderen Kostenrechnungssystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Lebenszykluskostenrechnung, Vorlauf- und Folgekosten, investitionsorientierte Ansätze, Target Costing und Deckungsbeitragsrechnung charakterisieren.

Welche Rolle spielt das Lücke-Theorem in dieser Arbeit?

Das Lücke-Theorem dient als theoretische Brücke, um die kalkulatorische Kostenrechnung und die zahlungsorientierte Investitionsrechnung miteinander in Einklang zu bringen, indem es zeigt, wie Residualgewinne in den Kapitalwert überführt werden können.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Vorlauf- und Folgekosten so wichtig?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie eine "periodenübergreifende" Sichtweise ermöglicht, die verhindert, dass Kosten für Forschung und Entwicklung oder spätere Entsorgung fälschlicherweise nur einzelnen Perioden zugeordnet werden, was sonst den strategischen Blick auf die tatsächliche Produktprofitabilität verzerren würde.

Welche Limitationen werden für die Lebenszykluskostenrechnung identifiziert?

Der Autor weist insbesondere auf die hohen Anforderungen an die Datengüte und die Prognoseunsicherheit in frühen Phasen hin, sowie auf den hohen administrativen Aufwand bei der Implementierung, der je nach Unternehmen individuell abgewogen werden muss.

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Details

Title
Die Produktlebenszyklusrechnung mit ihrer Abgrenzung zum Target Costing und zur Plankostenrechnung
College
University of Applied Sciences Zwickau
Grade
2,2
Author
Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Karsten Böhme (Author)
Publication Year
2007
Pages
80
Catalog Number
V83420
ISBN (eBook)
9783638877268
Language
German
Tags
Produktlebenszyklusrechnung Abgrenzung Target Costing Plankostenrechnung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Karsten Böhme (Author), 2007, Die Produktlebenszyklusrechnung mit ihrer Abgrenzung zum Target Costing und zur Plankostenrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83420
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