Seit Mitte der achtziger Jahre vollzieht sich auf den Finanzmärkten ein tief greifender Strukturwandel. Die klassische Kreditfinanzierung von Unternehmen wird zunehmend abgelöst durch neue, innovative Finanzierungsformen. Die rasante Entwicklung der Finanzmärkte, aber auch die unter dem Stichwort Basel II bekannten bankaufsichtsrechtlichen Veränderungen haben das Entwickeln und Begehen neuer Wege zur Erschließung anderer Finanzierungsquellen durch die Unternehmen erforderlich gemacht.
Diese Arbeit soll die Struktur und Problemlagen von Asset Backed Transaktionen im engeren Sinne als Form der Verbriefung und des Verkaufes von Forderungen am Kapitalmarkt näher beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen von Asset Backed Transaktionen
2.1. Motive für Asset Backed Transaktionen
2.2. Struktur von Asset Backed Transaktionen
2.2.1. Der Originator
2.2.2. Die Special Purpose Vehicle
2.2.3. Die Investoren
3. Probleme von Asset Backed Transaktionen
3.1. Voraussetzungen für Asset Backed Transaktionen
3.2. Rechtliche Probleme bei Asset Backed Transaktionen
3.3. Preisfindung bei Emissionen von Asset Backed Securities
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Struktur und die damit verbundenen Problemstellungen von Asset Backed Transaktionen als Instrument der Unternehmensfinanzierung. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der beteiligten Akteure sowie den rechtlichen und ökonomischen Herausforderungen bei der Verbriefung von Forderungen am Kapitalmarkt.
- Grundlegende Konzepte und Motive der Forderungsverbriefung
- Struktureller Aufbau einer Asset Backed Transaktion
- Rollen von Originator, Special Purpose Vehicle und Investoren
- Rechtliche Anforderungen und Risiken der Transaktionsgestaltung
- Herausforderungen bei der Preisfindung und Bewertung
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Der Originator
Der Originator ist Ausgangspunkt der Transaktion. Sein Kunde ist als Schuldner verpflichtet zur Zahlung einer Forderung aus einem Grundgeschäft, das unabhängig von der Asset Backed Transaktion erfolgt ist.
In Zusammenarbeit mit dem Arrangeur wird die gesamte Transaktion geplant und ein Special Purpose Vehicle (Einzweckgesellschaft) gegründet. Die rechtliche Gestaltung dieser Gesellschaft bringt weitreichende juristische Probleme mit sich, auf die später noch ausführlicher eingegangen werden soll.
Nach Gründung des SPV werden gemeinsam mit dem Arrangeur geeignete Aktiva - die wesentlichen Voraussetzungen der verkaufsfähigen Forderungen werden in späteren Abschnitten eingehender beschrieben - aus dem Forderungsbestand des Originators in Rahmen des Due-dilligance Vorganges ausgewählt. In diesem Schritt wird bereits die Art (Commercial Paper oder Medium Termin Note), die Laufzeit, der Nennwert usw. der späteren Asset Backed Securities festgelegt. Anschließend wird der Forderungspool gegen Zahlung eines festgelegten Preises von dem Originator an die SPV verkauft.
Abhängig von der Qualität des Forderungspools stellt der Originator den späteren Käufern der Asset Backed Securities weitere Sicherheiten (creditenhancer) zur Verringerung deren Risiken zur Verfügung. Dies kann entweder dadruch erfolgen, dass der Originator gegenüber der SPV selber ins Obligo geht, oder einen unabhängigen Dritten (häufig eine Bank oder Versicherungsgesellschaft) damit beauftragt, z. B. eine Garantiezusage zu erteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den strukturellen Wandel der Finanzmärkte und die zunehmende Bedeutung innovativer Finanzierungsformen wie der Verbriefung von Forderungen.
2. Grundlagen von Asset Backed Transaktionen: Erläutert das Grundprinzip der Umwandlung von Forderungen in handelbare Wertpapiere und definiert die zentralen Akteure sowie deren Funktionen.
3. Probleme von Asset Backed Transaktionen: Analysiert die Hürden bei der praktischen Umsetzung, insbesondere in rechtlicher Hinsicht, sowie die Risiken bei der Preisfindung und Strukturierung.
4. Schlusswort: Fasst zusammen, dass Asset Backed Transaktionen ein wertvolles Instrument für Unternehmen zur Liquiditätsbeschaffung darstellen und zukünftig an Bedeutung gewinnen werden.
Schlüsselwörter
Asset Backed Transaktionen, Forderungsverbriefung, Originator, Special Purpose Vehicle, Kapitalmarkt, Liquidität, Bilanzstrukturmanagement, credit securitisation, True Sale, Investoren, Risikomanagement, Finanzinstrumente, Emissionsrisiko, creditenhancer, Forderungspool.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur, den Funktionsweisen und den spezifischen Herausforderungen von Asset Backed Transaktionen in der modernen Unternehmensfinanzierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Motivation von Unternehmen zur Verbriefung, der Aufbau von Transaktionskonstruktionen, die Rollenverteilung der Akteure sowie rechtliche und bewertungsrelevante Aspekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Prozesse hinter der Umwandlung illiquider Forderungen in handelbare Wertpapiere zu schaffen und die kritischen Problembereiche aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und strukturierende Analyse auf Basis der einschlägigen wirtschaftswissenschaftlichen Literatur zum Thema Finanzierungsformen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen (Motive, Struktur) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen, rechtlichen Hürden und der Preisfindung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Originator, Special Purpose Vehicle (SPV), True Sale, Liquiditätsbeschaffung und Asset Backed Securities.
Warum ist die Wahl des Special Purpose Vehicle so entscheidend?
Das SPV fungiert als Trenninstanz zwischen Originator und Forderungspool, was für eine unabhängige Bonitätsbeurteilung der Wertpapiere unerlässlich ist.
Welche Bedeutung hat das „True Sale“-Prinzip?
Es stellt sicher, dass die Forderungen rechtlich vollständig auf das SPV übergehen, was für die bilanzielle Entlastung des Originators eine zwingende Voraussetzung darstellt.
Was ist das Agency-Problem der „hidden information“?
Es beschreibt den Informationsvorteil des Originators gegenüber dem Investor bezüglich der tatsächlichen Qualität der verbrieften Forderungen, was zu Marktirritationen führen kann.
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- Christian Thoms (Author), 2007, Asset Backed Transaktionen - Struktur und Problemlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83424