Auf Druck des Kapitalmarktes und angesichts der wachsenden Macht institutioneller Investoren sind Bankvorstände seit den 90er-Jahren gehalten, ihre Institute ertrags- und risikoorientiert zu managen, um den Verzinsungsansprüchen der Eigenkapitalgeber zu entsprechen und damit den Marktwert der Kapitalanteile zu steigern.
Diese Arbeit soll den Bereich des Risikomanagements als Methode der Gesamtbanksteuerung näher betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Risiken im Bankgeschäft
2.1. Allgemeine Definition des Risikobegriffs
2.2. Arten der Risiken im Bankgeschäft
2.2.1. Adressrisiko
2.2.2. Marktpreisrisiko
2.2.3. Liquiditätsrisiko
2.2.4. Operationales Risiko
2.2.5. Sonstiges Risiko
3. Grundlagen des Risikomanagements
3.1. Risikoidentifikation
3.2. Risikoquantifizierung
3.3. Risikoanalyse
3.4. Risikosteuerung
3.5. Risikocontrolling
4. Schlusswort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, das Risikomanagement als zentrales Instrument der modernen Gesamtbanksteuerung zu untersuchen und die wesentlichen Prozesse zur Identifikation, Quantifizierung und Steuerung finanzieller Risiken darzulegen.
- Systematisierung relevanter Risikokategorien im Bankwesen.
- Methodische Grundlagen der Risikoquantifizierung, insbesondere mittels Value at Risk.
- Prozessphasen des Risikomanagements von der Identifikation bis zum Controlling.
- Strategien zur aktiven und passiven Risikosteuerung in Kreditinstituten.
Auszug aus dem Buch
3.4. Risikosteuerung
Die Ausübung einer wirksamen Risikosteuerung als Kernelement des Risikomanagements baut auf einer umfassenden Risikoanalyse und einer korrekten Quantifizierung der identifizierten Risiken auf. In der Risikosteuerung unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Maßnahmen.
Die Maßnahmen der aktiven Risikosteuerung beinhalten die Umsetzung der Entscheidungen der Unternehmensführung auf Basis der ermittelten und analysierten Risikodaten darüber, inwieweit die bestehenden Risikopotenziale beibehalten, umstrukturiert, reduziert oder sogar erhöht werden sollen. Sie stellen damit Instrumente zur aktiven Gestaltung des bestehenden Risikoportfolios dar. In Abhängigkeit von der Art des Risikos sind verschiedene Maßnahmen zur Umsetzung der Entscheidung denkbar, von denen hier nur einige näher erläutert werden sollen:
Risikovermeidung: Die schnellste und wirkungsvollste Methode zur Risikovermeidung wäre der zukünftige Verzicht auf risikobehaftete Geschäfte. Da ein signifikanter Anteil der Bankgeschäfte jedoch zumindest ein Restrisiko mit sich bringen, ist ein vollständiger Verzicht kaum vorstellbar. Gleichwohl ist auf Einzelgeschäftsebene, z. B. durch die Ablehnung eines Kreditantrages die Vermeidung einer einzelnen Risikoposition möglich.
Risikokompensation: Um ein offenes Marktpreisrisiko zu kompensieren, kann mit Hilfe derivativer Finanzinstrumente ein zusätzliches Geschäft abgeschlossen werden, deren Wert auf die gleiche, die abzusichernde Position negativ beeinflussende Marktpreisänderung in genau entgegengesetzter Weise reagiert. Eine Kompensation findet jetzt insofern statt, als das bei einer negativen Marktpreisänderung der Wertverlust der abgesicherten Position durch den Wertzuwachs des neuen Geschäftes ausgeglichen wird.
Risikoteilung: Wird das ermittelte Risikopotenzial eines geplanten oder abgeschlossenen Geschäftes als zu hoch angesehen, besteht die Möglichkeit der Risikoaufteilung im Verbund mit kooperierenden Banken. Dieses risikopolitische Instrument findet speziell im Großkreditgeschäft Anwendung, da hier die Höhe des Risikopotenzials eines Kreditengagements oft die Risikobereitschaft der Bank übersteigt, oder Kollisionen mit aufsichtsrechtlichen Obergrenzen und Bestimmungen drohen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das komplexe Umfeld von Banken und die daraus resultierende Notwendigkeit, Rentabilitäts- und Risikomanagement als Kernbereiche der Unternehmenssteuerung zu etablieren.
2. Risiken im Bankgeschäft: Dieses Kapitel definiert den Risikobegriff und kategorisiert verschiedene Risikoarten wie Adress-, Marktpreis-, Liquiditäts-, operationale und sonstige Risiken.
3. Grundlagen des Risikomanagements: Hier werden die fünf Phasen des Risikomanagement-Prozesses – Identifikation, Quantifizierung, Analyse, Steuerung und Controlling – detailliert beschrieben und methodisch untermauert.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung des Risikomanagements für den langfristigen Erfolg im Wettbewerb und weist auf die stetige Weiterentwicklung in diesem Bereich hin.
Schlüsselwörter
Gesamtbanksteuerung, Risikomanagement, Value at Risk, Adressrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko, Operationales Risiko, Risikoidentifikation, Risikoquantifizierung, Risikosteuerung, Risikocontrolling, Basel II, Rentabilitätsmanagement, Shareholder Value, Portfoliotheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die zentralen Methoden der Gesamtbanksteuerung mit einem spezifischen Fokus auf das Risikomanagement, um die Stabilität und Ertragskraft von Kreditinstituten zu sichern.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die systematische Erfassung von Bankrisiken, deren mathematische Quantifizierung sowie Strategien zur aktiven Risikosteuerung und Überwachung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die notwendigen Prozesse und Instrumente aufzuzeigen, mit denen Banken ihre Risiken steuern können, um trotz eines volatilen Marktumfeldes konkurrenzfähig zu bleiben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Modelle der Gesamtbanksteuerung und erläutert mathematisch-statistische Verfahren wie den Value at Risk zur Risikomessung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Risikoarten, die Darstellung des Risikomanagement-Prozesses und die Erläuterung spezifischer Steuerungsinstrumente wie Risikovermeidung, -kompensation und -teilung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Risikomanagement, Value at Risk, Bankrisiken, Risikosteuerung und Gesamtbanksteuerung beschreiben.
Warum spielt der „Value at Risk“ in dieser Arbeit eine Rolle?
Der Value at Risk dient als zentrales mathematisches Instrument, um das maximal mögliche Verlustpotenzial einer Position innerhalb einer bestimmten Zeitspanne und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu quantifizieren.
Welche Bedeutung hat das „Risikocontrolling“ innerhalb des Prozesses?
Das Risikocontrolling bildet den Abschluss des Prozesses und dient der Überprüfung, ob die ergriffenen Steuerungsmaßnahmen wirksam waren und ob die Prognosen mit den tatsächlich eingetretenen Verlusten übereinstimmen.
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- Christian Thoms (Author), 2006, Ausgesuchte Methoden der Gesamtbanksteuerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83427