Geographische Merkmale der Metropole Berlin, sowie die Veränderungen in der Stadtstruktur nach 1990 durch den Ausbau zur Hauptstadt


Referat (Ausarbeitung), 2007
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Daten und Fakten zu der Metropole Berlin

3 Die Stadtgestalt Berlins 1950 und 2000

4 Veränderungen der Stadtstruktur Berlins nach 1990
4.1 Berlins „Neue Mitte“
4.1.1 Der Potsdamer Platz: ein neues Zentrum der Stadt Berlin
4.1.2 Die Neubebauung der Friedrichsstadt
4.1.3 Beschreibung ausgewählter neuer Stadtquartiere am Wasser
4.1.4 Der Spreebogen: das neue Regierungsviertel

5 Die Infrastruktur der Metropole Berlin
5.1 Der Eisenbahnverkehr
5.1.1 Beispiel: Der Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof als einer der wesentlichen Bahnhöfe der Neugestaltung des Berliner Fernbahnkreuzes
5.2 Der Luftverkehr
5.3 Der Straßenverkehr

6 Resümee

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der deutsche Philosoph Ernst Bloch schrieb im Jahr 1932: „Berlin ist ein Gebilde, das sozusagen immer nur wird, aber nie ist“.[1] Diese Aussage ist auch heute noch zutreffend. Seit der Wende sind in Berlin zahlreiche Umbauten vorgenommen worden und Berlin wurde zur deutschen Hauptstadt. Dies hat zur Folge, dass sich die Stadtstruktur Berlins seit 1990 in einigen Stadtteilen grundlegend verändert hat. So mussten zwei Stadthälften, die sich zuvor zu eigenständigen Städten etabliert hatten, zusammengeführt werden. Aufgrund dessen wurde eine Vielzahl von neuen Gebäuden errichtet und die Infrastruktur umfangreich erneuert und ausgebaut. Die Verkehrswege zwischen Ost- und Westberlin sowie dem Umland mussten modernisiert und viele Strecken wieder in Betrieb gesetzt werden. Ferner sollten die Zentren neu ausgebaut werden und in den Außenbezirken plante man, neue Wohngebiete zu erschaffen. Aus diesem Grund waren die 1990er Jahre in Berlin von einer enormen Bautätigkeit geprägt.[2] Bis heute sind die Bauarbeiten nicht vollständig abgeschlossen und man hört in diesem Zusammenhang oft den Ausspruch „Berlin ist eine Baustelle“.

Die vorliegende Ausarbeitung soll einen Überblick über die geographischen Merkmale Berlins vermitteln, sowie grundlegende Veränderungen in der Stadtstruktur behandeln. Hierbei werden insbesondere die „Neue Mitte“, die neuen Stadtquartiere am Wasser und der Spreebogen Erwähnung finden. Im Anschluss daran wird in einem weiteren Abschnitt die Infrastruktur Berlins behandelt. Abschließend soll in einem Resümee kritisch Stellung zu der neuen Stadtstruktur Berlins genommen werden.

2 Daten und Fakten zu der Metropole Berlin

Berlin liegt im Nordosten der Bundesrepublik und ist gänzlich vom Land Brandenburg umgeben. Die Fläche Berlins beträgt 891,82 km² und hat mit 3.395.189 Einwohnern eine Bevölkerungsdichte von 809 Einw. je km². Somit ist Berlin die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Innerhalb der EU ist Berlin nach Einwohnern die zweitgrößte Stadt. Bezüglich der geographischen Lage ist festzuhalten, dass die größte Ausdehnung Berlins in Ost-West-Richtung ca. 45 km beträgt und die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung ca. 38 km. Die Fläche des Stadtgebietes liegt bei etwa 892 km². Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow.[3] Die Stadt Berlin bildete sich auf einer ca. 4-4,5 Kilometer breiten Verengung des Spreetals. Das Zentrum Berlins befindet sich an der schmalsten Stelle des von der Spree durchflossenen Urstromtals.[4] Ein Viertel der Fläche Berlins setzt sich aus Wäldern, Seen und Flüssen zusammen, ein Fünftel wird als Erholungsraum und für die Landwirtschaft genutzt. Einschließlich der Verkehrsflächen sind ca. 59% des Stadtgebietes bebaut. Hierbei wird mehr als die Hälfte der bebauten Fläche als Wohnraum genutzt.[5] Die Landschaft der Stadt kann als sehr wasser- und waldreich bezeichnet werden. So durchziehen Berlin 190 Kilometer schiffbare Wasserwege. Durch das Stadtgebiet fließen die Spree, die Panke, die Dahme die Wuhle der Nordgraben und das Tegeler Flies. Auch viele Seen sind in Berlin vorzufinden, wie z.B. der Müggelsee der Tegeler See und der Große Wannsee. Insgesamt sind 8% der Stadtfläche aus Wasser bestehend und 18% bewaldet.[6]

Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Ferner hält Berlin die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands inne. Des Weiteren fand 1999 die erste Sitzung des Deutschen Bundestages im umgebauten Reichstag statt. Außerdem ist Berlin als Stadtstaat ein eigenständiges Land der Bundesrepublik[7].

Da die Stadt als eines der einflussreichen politischen Zentren der EU bezeichnet werden kann und außerdem ein interessantes und ansprechendes kulturelles Erbe besitzt, ist sie eine der meistbesuchten Metropolen des Kontinents. Hinzu kommt, dass die Stadt ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt ist. Ferner ist Berlin ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum Deutschlands. So sind z.B. die Universitäten, Forschungseinrichtungen, Museen und die Architektur Berlins weltweit populär.[8]

Nach der Wiedervereinigung der beiden Stadthälften gliederte sich die Stadt zunächst zehn Jahre lang in 23 Bezirke. So war West-Berlin ursprünglich in 12 Bezirke, Ost-Berlin in 11 Stadtbezirke unterteilt. Die Bezeichnung Stadtbezirk wurde jedoch nach der Wiedervereinigung nicht mehr benutzt. Im Zuge des Gebietsreformgesetzes vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Bezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Die jetzigen 12 Bezirke verfügen über eigene Verwaltungsorgane, eine Bezirksverordnetenversammlung und ein Bezirksamt. Diese sind für die örtlichen politischen sowie administrativen Aufgaben zuständig. Jedes Bezirksamt besteht aus dem Bezirksbürgermeister und vier bzw. fünf Stadtraten.[9]

3 Die Stadtgestalt Berlins 1950 und 2000

Vergleicht man die Karten der Stadtgestalt Berlins von 1950 und 2000 mit einander, werden die erheblichen Veränderungen des Siedlungskörpers der Stadt im Laufe der Jahre deutlich erkennbar. Die Stadtgestalt aus dem Jahr 1950 ist stark durch die gewaltigen Trümmerflächen in der Innenstadt gekennzeichnet. Demgegenüber sieht man in der Karte von 2000, dass eine Vielzahl von mehrgeschossigen Großsiedlungen im Osten der Stadt angesiedelt ist. Auch die raumgreifenden Verkehrbauten in der gesamten Stadt werden sichtbar.

Es wird deutlich, dass in den letzten 50 Jahren wechselnde Strategien der Stadtentwicklung in Berlin verfolgt wurden. Diese waren insbesondere geprägt durch die Wirkung und den Wandel weltweiter stadtplanerischer Zielvorstellungen. Hinzu kommt jedoch auch, dass die unterschiedlichen politischen Vorgaben in Ost-Berlin und West-Berlin eine besondere Rolle gespielt haben. Diese verschiedenen Faktoren führten dazu, dass es zu unterschiedlichen, widersprüchlichen Entwicklungen und Brüchen im räumlichen Erscheinungsbild der Stadt kam.

Aus diesem Grund ist es beeindruckend, wie unter diesen Bedingungen die Stadt Berlin als gesamter Siedlungskörper seine Identität bewahren konnte und der Prozess des städteräumlichen Wachsens über die 50 Jahre alle Bereiche der Stadt gleichermaßen erfasste. Im Wesentlichen konnte die kompakte Stadt erhalten bleiben.

Bei einem Vergleich der beiden Karten fällt signifikant auf, dass der Flächenverbrauch von 1950 bis 2000 stark gestiegen ist. Als Auslöser hierfür sind vor allem die wachsenden Wohnansprüche zu nennen. So stieg in West-Berlin die Wohnfläche pro Einwohner von 15 m² auf 39 m² und in Ost-Berlin von 14,2 m² auf 36,5 m². Der Flächenverbrauch durch die Bebauung stieg bei annähernd konstanter Bevölkerungszahl in Berlin zwischen 1950 und 2000 um 50%. Heute liegt der Flächenverbrauch bei ca. 140 m² pro Einwohner. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Anstieg in Ost- und West-Berlin annähernd gleich groß war.

Es ist außerdem auf den beiden Karten zu sehen, dass Berlin trotz der immensen Veränderungen in der Stadtstruktur eine grüne Stadt geblieben ist. So besteht etwa die Hälfte der Berliner Stadtfläche aus Grün- und Freiflächen. Darüber hinaus besitzen 2/3 der Bebauung, insbesondere die Einzelhausbebauung und Bebauung bis 5 Geschosse, einen sehr hohen Grünanteil im unmittelbaren Wohnbereich. In Berlin hat die Bebauung über 5 Geschosse einen Anteil an der Gesamtbebauung von unter 10 %. Sie prägt nach wie vor die Innenstadt.[10]

Bei einem Vergleich der beiden Karten stellt man des Weiteren fest, dass sich das Zentrum zu zwei Zentren entwickelt hat. Abgesehen davon führte man in Berlin eine Wiederbelebung alter historischer Zentren durch. Dies wird insbesondere am Beispiel der Museumsinsel deutlich. Als das Zentrum Berlins kann man Berlin Mitte, Tiergarten und Wedding ansehen.

4 Veränderungen der Stadtstruktur Berlins nach 1990

Berlin befindet sich nach der Wiedervereinigung noch immer inmitten eines Wandlungsprozesses. Dieser Wandel ist nicht nur auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu beobachten, sondern auch im Bereich von Architektur und Städtebau. So haben sich in den letzten Jahren tief greifende Veränderungen vollzogen, welche das Stadtbild und die Stadtstruktur sowie das städtische Leben, verändert haben. Im Zuge der Wiedervereinigung und dem Einigungsvertrag vom 31. August 1990 sowie dem Beschluss des Deutschen Bundestages, auch Parlament und Regierung nach Berlin zu verlagern, hat eine immense Planungs- und Bautätigkeit eingesetzt. Diese ging in den ersten Jahren mit einem milliardenschweren „Bauinvestitionsboom“ einher. Nirgendwo in Europa gibt es ein vergleichbares Städtewachstum. So ist die Silhouette des Innenstadtbereiches seit Jahren durch Baukräne geprägt. Der Bau eines neuen Parlaments- und Regierungsviertels im Spreebogen und Großbaustellen wie am Potsdamer Platz bleiben europaweite Superlative. Hinzu kommen die unzähligen Neubauten und Bauvorhaben.[11] Beispielsweise wurden zwischen 1991 und 2002 in Berlin ca. 135.000 neue Wohnungen fertig gestellt und im Berliner Umland ca. 120.000. Des Weiteren wurden ferner Baulücken in der Innenstadt geschlossen und das alte Zentrum um die Friedrichsstraße erneuert.[12] Im Folgenden sollen einige dieser Veränderungen sowie Neuerungen dargestellt werden.

4.1 Berlins „Neue Mitte“

Die Bezeichnung „Neue Mitte“ steht für das Gebiet des zentralen Berlins. An dieser Stelle befand sich nach der Wiedervereinigung beiderseits der Mauer eine der größten Baustellen Europas. Bis heute sind dort das Regierungsviertel der Bundesrepublik und das Dienstleistungszentrum am Potsdamer Platz entstanden.[13] Der Nordteil der Friedrichsstraße wurde zu einer vornehmen und exklusiven Einkaufsstraße. Beispielsweise haben sich hier die Galeries Lafayette (Architekt Jean Nouvel) und hochwertige Boutiquen wie z.B. Chanel niedergelassen. Im Süden wird das Neubauviertel durch das frühere Regierungsviertel mit dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Bundesrat im ehemaligen Preußischen Herrenhaus und dem Finanzministerium im ehemaligen Reichsluftfahrtministerium bzw. Haus der Ministerien begrenzt. Im Westen des Neubauviertels ist eine Abgrenzung durch den Park des Tiergartens vorhanden. Der neue Zentralbahnhof Berlins wurde im Norden des Regierungsviertels gebaut und im Osten reichen die Veränderungen der Stadtstruktur und der städtebaulichen Dynamik bis in die angrenzende Friedrichsstadt hinein.[14]

[...]


[1] vgl. Pressespiegel: http://www.simon-rattle.de/pressespiegel/presse_detail.php?p_id=127&j=2002 Stand: 26.09.2006.

[2] vgl. Kapphan, A. (2004), S. 48.

[3] vgl. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin#Die_Hauptstadt Stand: 26.09.2006.

[4] vgl. Raaz, A. (2006), S. 5.

[5] vgl. Diehl, E. (1996), S. 3.

[6] vgl. Falk, G. C. u. Lehmann, D. (2001), S. 30 ff.

[7] vgl. Business Location Center: http://www.businesslocationcenter.de/de/A/iii/2/seite0.jsp?nav1=open&nav2=open Stand: 26.09.2006.

[8] vgl. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin#Die_Hauptstadt Stand: 26.09.2006.

[9] vgl. Raatz. A. (2006), S. 7ff.

[10] vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/atlas/de/stadtgestalt.shtml Stand: 14.02.2007.

[11] vgl. Süß, W. u. Rytlewski, R. (1999), S. 575.

[12] vgl. Kapphan, A. (2004), S. 48.

[13] vgl. Wieckert, R. u. Ellger, C. (2004), S. 102ff.

[14] vgl. Wieckert, R. u. Ellger, C. (2004), S. 102ff.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Geographische Merkmale der Metropole Berlin, sowie die Veränderungen in der Stadtstruktur nach 1990 durch den Ausbau zur Hauptstadt
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Veranstaltung
„Deutschland als Thema im Geographieunterricht
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V83534
ISBN (eBook)
9783638907378
ISBN (Buch)
9783638907774
Dateigröße
676 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
30 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 21 Online-Quellen.
Schlagworte
Geographische, Merkmale, Metropole, Berlin, Veränderungen, Stadtstruktur, Ausbau, Thema, Geographieunterricht, Bundestag, Kanzleramt, Sony Center, Hauptstadt, Infrastruktur, Verkehrswege, Spreebogen
Arbeit zitieren
Carolin Duda (Autor), 2007, Geographische Merkmale der Metropole Berlin, sowie die Veränderungen in der Stadtstruktur nach 1990 durch den Ausbau zur Hauptstadt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83534

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