Der Autor Julius Mansfeldt schrieb im Jahr 1828 in seinem Buch: „Meine Reise nach Brasilien“: „Ehe die Brasilianer nicht aufhören, die Produkte, die sie selbst erzeugen können, von anderen Ländern zu ziehen und ehe die Finanzen sich keiner besseren Verwaltung erfreuen, wird der Staatsschatz nicht nur, sondern auch die Nation im Einzelnen ein schwaches Rohr, der Fangball speculativer Köpfe seyn.“
Die vorliegende Arbeit soll unter anderem zeigen, dass dieses Zitat aus heutiger Sicht keineswegs mehr zutreffend ist, da Brasilien auf dem weltweiten Zuckermarkt, sowohl in der Produktion als auch im Export eine herausragende Stellung eingenommen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Strukturen und Charakteristika des Weltzuckermarktes
2.1 Die Weltzuckererzeugung
2.2 Der Weltzuckerverbrauch
2.3 Strukturen des Welthandels mit Zucker
2.4 Akteure auf dem Zuckermarkt und deren Handelsbeziehungen (Export / Import)
2.5 Der Weltmarktpreis für Zucker
3. Die europäische Zuckermarktordnung und die Quoten in der EU sowie die Zuckermarktreform
3.1 Die europäische Zuckermarktordnung und die Quoten in der EU
3.2 Die Zuckermarktreform
3.3 Zusammenfassung der wichtigsten Kernaussagen der Kapitel 2.-3.2
4. Anbaustrukturen, Standortansprüche und Verarbeitung von Zuckerrübe und Zuckerrohr
4.1. Die Zuckerrübe
4.2 Das Zuckerrohr
5. Brasilien
5.1 Daten und Fakten zu Brasilien
5.2 Die Bedeutung Brasiliens in der Weltzuckerproduktion und im Weltzuckerhandel
5.3 Ursachen für den Erfolg Brasiliens in der Weltzuckerproduktion und im Weltzuckerhandel
5.3.1 Natürliche Standortvoraussetzungen
5.3.2 Arbeitnehmer im Agrarsektor sowie die Agrarunternehmen und deren Technologien
5.3.3 Die preiswerte Verfügbarkeit von Bioenergie
5.3.4 Die Unterstützung durch die Politik
5.4 Strukturelle Nachteile der brasilianischen Landwirtschaft und Ansätze um diese zu beseitigen
6. Das Zuckerrohr
6.1 Der brasilianische Export von Zucker
7. Das Ethanol
7.1 Die Herstellung von Ethanol
7.2 Das PROÁLCOOL-Programm
7.3 Der brasilianische Export von Ethanol
8. Die brasilianische Umweltgesetzgebung
9. Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven bezüglich der brasilianischen Zuckerwirtschaft
10. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert Brasiliens herausragende Stellung in der globalen Zuckerproduktion und im Weltzuckerhandel, wobei insbesondere die Ursachen für diesen Erfolg sowie die Auswirkungen der europäischen Zuckermarktpolitik und der Zuckermarktreform untersucht werden.
- Analyse der Strukturen des Weltzuckermarktes
- Untersuchung der europäischen Zuckermarktordnung und deren Reform
- Bewertung der Standortfaktoren und der Effizienz der brasilianischen Zuckerwirtschaft
- Untersuchung der Rolle von Ethanol als zentrales Nebenprodukt und Energieträger
- Analyse der brasilianischen Umweltgesetzgebung im Kontext der Produktion
Auszug aus dem Buch
4.1. Die Zuckerrübe
Die Zuckerrübe ist eine Hackfrucht mit Pfahlwurzel. Sie gehört zu den „selbstunverträglichen“ Kulturpflanzen. Das bedeutet, dass jährlich eine Fruchtfolge eingehalten werden muss. Die Rüben enthalten zwischen 12-21% Rübenzucker, in den meisten Fällen jedoch um die 16%.
Häufig werden die Zuckerrüben in Familienbetrieben angebaut. Das Saatgut wird von spezialisierten Unternehmen gezüchtet und produziert.
Die optimalen Anbauvoraussetzungen für die Zuckerrübe sind in der gemäßigten Zone mit warmem, sonnigem, nicht zu feuchtem Klima vorzufinden. Daher wird die Zuckerrübe vor allem in Europa, den Vereinigten Staaten und Russland angebaut. Um die höchsten Erträge mit den qualitativ besten Rüben zu erreichen, ist das sonnige Binnenklima eine hervorragende Voraussetzung. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, einen effektiven Zuckerrübenanbau in feuchten und kühleren Küsten- oder Gebirgslagen zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Vorstellung des Themas und Darlegung der Forschungsabsicht, die Rolle Brasiliens im globalen Kontext der Zuckerwirtschaft zu untersuchen.
2. Strukturen und Charakteristika des Weltzuckermarktes: Untersuchung der globalen Erzeugung, des Verbrauchs sowie der Handelsstrukturen von Zucker.
3. Die europäische Zuckermarktordnung und die Quoten in der EU sowie die Zuckermarktreform: Analyse der EU-Zuckermarktpolitik, der Quotenregelungen und der Auswirkungen der Reformen auf den Weltmarkt.
4. Anbaustrukturen, Standortansprüche und Verarbeitung von Zuckerrübe und Zuckerrohr: Vergleich der agrartechnischen Anforderungen und Verarbeitungsbedingungen von Zuckerrüben und Zuckerrohr.
5. Brasilien: Umfassende Darstellung der brasilianischen Agrarstruktur und der Ursachen für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im Zuckersektor.
6. Das Zuckerrohr: Spezifische Analyse der Zuckerrohrproduktion in Brasilien und der Exportzahlen.
7. Das Ethanol: Betrachtung der Bedeutung von Ethanol als Treibstoff, der Produktionsabläufe und des brasilianischen Ethanol-Programms.
8. Die brasilianische Umweltgesetzgebung: Prüfung der ökologischen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Produktionsweise.
9. Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven bezüglich der brasilianischen Zuckerwirtschaft: Ausblick auf zukünftige Markttrends und die strategische Ausrichtung der brasilianischen Zuckerwirtschaft.
10. Resümee: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung der gestiegenen Bedeutung Brasiliens auf dem Weltmarkt.
Schlüsselwörter
Brasilien, Zuckerrohr, Zuckerrübe, Weltzuckerhandel, Ethanol, Zuckermarktordnung, EU, Weltmarktpreis, Agrobusiness, Bioenergie, Flex-Fuel, Agrarpolitik, Welthandelsorganisation, Produktionseffizienz, Standortvoraussetzungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die bedeutende Rolle Brasiliens als führender Produzent und Exporteur auf dem globalen Zuckermarkt und untersucht die Faktoren, die zu dieser starken Marktstellung geführt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die globale Zuckerwirtschaft, den Einfluss der EU-Agrarpolitik, agrartechnische Unterschiede zwischen Zuckerrübe und Zuckerrohr sowie die strategische Bedeutung von Ethanol.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Erfolg Brasiliens im internationalen Zuckerhandel zu erklären und aufzuzeigen, warum historische Annahmen über die brasilianische Agrarwirtschaft heute nicht mehr zutreffend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer strukturierten Analyse von Marktdaten, agrarwissenschaftlichen Grundlagen sowie der Auswertung aktueller wirtschaftlicher Berichte und Statistiken internationaler Organisationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des globalen Marktumfeldes, der europäischen Zuckermarktordnung, den technischen Anbaubedingungen und einer tiefgehenden Analyse der brasilianischen Zucker- und Ethanolproduktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Brasilien, Zuckerrohr, Ethanol, Zuckermarktordnung, Bioenergie und Agrobusiness.
Warum ist das Ethanol-Programm für Brasilien so entscheidend?
Das Ethanol-Programm ermöglicht Brasilien eine effiziente energetische Nutzung von Nebenprodukten der Zuckerrohrproduktion und bietet durch den "Flex-Fuel"-Markt eine hohe Flexibilität bei schwankenden Zuckerpreisen.
Welche Rolle spielt die EU-Zuckermarktreform für Brasilien?
Die Reform der EU-Zuckermarktordnung reduziert Exportsubventionen und senkt Schutzzölle, wodurch für Brasilien neue Chancen entstehen, den Weltmarktanteil weiter auszubauen.
- Quote paper
- Carolin Duda (Author), 2006, Brasiliens Stellung in der Weltzuckerproduktion und im Weltzuckerhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83555