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Soziale Arbeit und Entsolidarisierung

Sozialarbeiterische Überlegungen zu gesellschaftlichen Themen

Title: Soziale Arbeit und Entsolidarisierung

Textbook , 2005 , 71 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Prof. Social Manager M.A. Morris Setudegan (Author), Daniel Freund (Author)

Social Work
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Wie kann die Sozialarbeit im Suchtbereich der Entsolidarisierung in der Gesell¬schaft begegnen? - Dies ist die Fragestellung, welche wir durch unsere Recherche beantworten möchten. Die Idee, das Phänomen der Entsolidarisierung als Erklärungsansatz auf die uns seit langem beschäftigende Frage zu wählen, entstand im Laufe der Diskussion zur Themenwahl.

Als Ausgangspunkt unserer Arbeit sehen wir die persönliche Frage, wieweit das Phänomen der Entsolidarisierung in Zusammenhang mit der Suchtmittelabhängigkeit steht und wo, wie oder womit die Soziale Arbeit positive Veränderungen bewirken könnte. Unser persönliches Anliegen ist es auch, gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge aufzuzeigen und an deren Wichtigkeit zu erinnern.

Mit unserer Recherchen wollen wir uns dieser Herausforderung annehmen. Wir möchten den Begriff der Solidarität beziehungsweise Entsolidarisierung klären, die verschiedenen Ursachen, heutigen Ausprägungen und möglichen Zukunftsszenarios der Entsolidarisierung erläutern, Überlegungen zu den Auswirkungen des Entsolidarisierungsprozesses auf die Soziale Arbeit anstellen und zu guter letzt Vorschläge ausarbeiten, wie die Soziale Arbeit im Suchtbereich einer immer unsolidarischer werdenden Gesellschaft begegnen soll.

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Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 Die Themenwahl

1.2 Unsere Fragestellung und Ziele

1.3 Unsere Hypothesenthesen

1.4 Eine Definition für die Solidarität

1.5 Nun eine Definition für Entsolidarisierung

2 Das Phänomen Entsolidarisierung

2.1 Ursachen der Entsolidarisierung

2.1.1 Leistungsdenken

2.1.2 Konsumismus

2.1.3 Individualisierung

2.1.4 Institutionalisierung

2.1.5 Zusammenfassung der Kernaussagen

2.2 Wirkungen / Heutige Zeichen der Entsolidarisierung

2.2.1 Fehlender Solidaritätsgedanke bei Versicherungen

2.2.2 Fehlender Solidaritätsgedanke in Unternehmen / bei Fusionen

2.2.3 Fehlender Solidaritätsgedanke gegenüber Randgruppen

2.3 Zukunftsszenarios

2.3.1 Abbau des Sozialstaates unter Weiterverfolgung der kapitalistischen und individualistischen Ideale

2.3.2 Reform des Sozialstaates bau des Sozialstaates unter

2.3.3 Wiederentdecken der Verbundenheit

2.3.4 Zusammenfassung der Zukunftsszenarios des

3 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit

3.1 Einleitende Klärung

3.2 Entsolidarisierungshindernde Soziale Arbeit

3.2.1 Sprachrohr der Randgruppen

3.2.2 Öffentlichkeitsarbeit und Projektarbeit

3.2.3 Unterstützung des Integrationsprozesses

3.2.4 Unterstützung von kleinen Netzen

3.3 Entsolidarisierungsfördernde Soziale Arbeit

3.3.1 Unterstützung der Werte des Zeitgeistes

3.3.2 Übernahme betriebswirtschaftlicher Denkmuster

3.3.3 Zunehmende Bürokratisierung und Spezialisierung

3.3.4 Entmündigung der Klientel

3.4 Auswertung der Arbeitshypothese

3.5 Momentaner Standpunkt der Sozialen Arbeit

3.5.1 Opportunistische Soziale Arbeit

3.5.2 Doppelmandat als Dilemma der Sozialen Arbeit

3.6 Mängel der aktuellen Sozialen Arbeit

4 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit im Suchtbereich

4.1 Soziale Arbeit im Suchtbereich heute

4.1.1 Vier-Säulen-Politik

4.1.2 Statistische Fakten zum Drogenproblem

4.1.3 Bestehende Einrichtungen im Suchtbereich

4.2 Standpunkt der Sozialen Arbeit im Suchtbereich

4.2.1 Abhängigkeit der Sozialen Arbeit im Suchtbereich

4.2.2 Erfolge der Sozialen Arbeit im Suchtbereich

4.3 Vorschläge zum Umgang mit der Entsolidarisierung

4.3.1 Bewusstseinsförderung für gesellschaftliche Zusammenhänge

4.3.2 Verbindungsstiftende Projekte

4.3.3 Emanzipation der Klientel

4.3.4 Veränderung im gesellschaftlichen System

5 Schlussbemerkungen

6 Epilog

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den in der Gesellschaft stattfindenden Entsolidarisierungsprozess und dessen Auswirkungen auf die Soziale Arbeit, insbesondere im Suchtbereich. Ziel ist es, den Begriff der Solidarität zu klären, Ursachen und Wirkungen der Entsolidarisierung aufzuzeigen sowie Wege zu finden, wie die Soziale Arbeit diesem Trend begegnen kann.

  • Phänomen der Entsolidarisierung und seine Ursachen (Leistungsdenken, Konsumismus, Individualisierung)
  • Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Suchtproblematik
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit: Zwischen notwendiger Unterstützung und Gefahr der Entsolidarisierungsförderung
  • Analyse des aktuellen Standpunkts der Sozialen Arbeit (Opportunismus, Doppelmandat)
  • Strategien für eine solidarischere Soziale Arbeit im Suchtbereich (Emanzipation, Bewusstseinsförderung)

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Leistungsdenken

Ob beklagend-vorwurfsvoll oder einschüchternd-bedrängend, immer wieder bekommen wir zu hören, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in einer Zeit, in der es sich niemand mehr leisten könne, das ökonomische Moment auszublenden. Leistung wird zur Größe, an der man und frau sich misst. Wie stark ausgeprägt dieses Denken zurzeit ist, erleben wir tagtäglich. Beispiele dafür finden wir sowohl bei uns selber und im Umgang mit anderen Menschen als auch in Zeitungsartikeln und Fachliteratur.

Dass es wirklich Leistung ist, was schließlich zählt, brachte, als eines von unzähligen Beispielen, kürzlich ein Mann so auf den Nenner: “Macht sie wieder funktionsfähig!“ (AMREIN 1997, S.41) verlangte er von Ärzt(inn)en und meinte damit seine depressive Frau. Zwecks Wiederherstellung ihrer Funktions- und Leistungsfähigkeit lieferte er sie in eine Psychiatrische Klinik ein. Gründe, weshalb die Krankheit erneut ausgebrochen war, interessierten ihn weniger, vielmehr verlangte er nach schnell wirksamen Medikamenten. (a.a.O. S.41) Der starke Einfluss der Leistung zeigt sich auch in unserem Sozialversicherungssystem. Grundsätzlich wird Erwerbsarbeit vorausgesetzt, um ein Anrecht auf Leistungen zu haben.

Die große Bedeutung der Leistung in unserer Gesellschaft betrachten wir als unbestritten. Etwas weniger geläufig dürfte jedoch die Verbindung zum Phänomen der Entsolidarisierung sein. In der Folge möchten wir deshalb aufzeigen, wie leistungsorientiertes Denken unserer Meinung nach als Erklärungsansatz zur Entsolidarisierung dienen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Autoren definieren die zentralen Begriffe und formulieren ihre Hypothesen zur gesellschaftlichen Entsolidarisierung sowie zur Rolle der Sozialen Arbeit.

2 Das Phänomen Entsolidarisierung: Dieses Kapitel erläutert Ursachen wie Leistungsdenken und Konsumismus, zeigt Auswirkungen auf verschiedene Gesellschaftsbereiche auf und skizziert Zukunftsszenarien.

3 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit: Hier wird untersucht, wie die Soziale Arbeit einerseits den Prozess behindern kann, andererseits aber selbst Gefahr läuft, ihn durch bürokratische oder entmündigende Strukturen zu fördern.

4 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit im Suchtbereich: Die Autoren wenden ihre Erkenntnisse spezifisch auf das Suchthilfesystem an und erarbeiten konkrete Vorschläge zur Stärkung der Solidarität.

5 Schlussbemerkungen: Ein reflektierender Rückblick auf den Arbeitsprozess und ein abschließendes Bild, das die Notwendigkeit solidarischen Handelns unterstreicht.

6 Epilog: Eine Betrachtung der historischen Wurzeln der Sozialen Arbeit als Profession im Kontext von Solidarität und Management sozialer Not.

Schlüsselwörter

Solidarität, Entsolidarisierung, Soziale Arbeit, Suchtbereich, Leistungsdenken, Konsumismus, Individualisierung, Institutionalisierung, Randgruppen, Emanzipation, Doppelmandat, Suchtprävention, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit, Verbundenheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Entsolidarisierung und hinterfragt, inwieweit die Soziale Arbeit diesen Prozess ungewollt unterstützt oder ihm entgegenwirken kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder sind die Ursachen der Entsolidarisierung wie Leistungsdenken und Konsumismus sowie die Reflexion der professionellen Rolle der Sozialen Arbeit, insbesondere im Suchtbereich.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Wie kann die Sozialarbeit im Suchtbereich der Entsolidarisierung in der Gesellschaft begegnen?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autoren stützen sich auf eine Kombination aus eigenen praktischen Erfahrungen, philosophischen Überlegungen sowie einer umfassenden Auswertung einschlägiger Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse des Entsolidarisierungsprozesses, die kritische Auseinandersetzung mit der Sozialen Arbeit und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf den Drogen- und Suchtbereich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Solidarität, Entsolidarisierung, Soziale Arbeit, Individualisierung, Leistungsdenken und Emanzipation.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der Sozialen Arbeit?

Sie kritisieren, dass die Soziale Arbeit durch zunehmende Bürokratisierung und einen starken Resozialisierungsdruck oft eher systemerhaltend wirkt, anstatt den Betroffenen bei einer emanzipatorischen Problemlösung zu helfen.

Was schlagen die Autoren konkret für den Suchtbereich vor?

Sie schlagen u.a. eine verstärkte Bewusstseinsförderung für gesellschaftliche Zusammenhänge, die Etablierung verbindungsstiftender Projekte und ein stärkeres Anstreben der Emanzipation der Klientel vor.

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Details

Title
Soziale Arbeit und Entsolidarisierung
Subtitle
Sozialarbeiterische Überlegungen zu gesellschaftlichen Themen
Grade
Gut
Authors
Prof. Social Manager M.A. Morris Setudegan (Author), Daniel Freund (Author)
Publication Year
2005
Pages
71
Catalog Number
V83575
ISBN (eBook)
9783638872676
ISBN (Book)
9783638872690
Language
German
Tags
Soziale Arbeit Entsolidarisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Prof. Social Manager M.A. Morris Setudegan (Author), Daniel Freund (Author), 2005, Soziale Arbeit und Entsolidarisierung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83575
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