Radio Veritas in Liberia - Entwicklungspolitische Zielsetzungen und Inhalte


Magisterarbeit, 2005
125 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Kartenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungen.

1 Einleitung
1.1 Aufbau der Studie.
1.2 Hörerumfrage
1.3 Mitarbeiterbefragung bei Radio Veritas
1.4 Expertengespräche
1.5 Begriffsabgrenzung

2 Rahmenbedingungen im Untersuchungsgebiet
2.1 Naturräumliche, sozialkulturelle und wirtschaftliche Faktoren
2.2 Wirtschaftsstruktur..
2.3 Bürgerkrieg und jüngere politische Entwicklung.

3 Situation der Medien in Liberia..
3.1 Liberias Medienlandschaft und Hauptakteure
3.1.1 Fernsehanstalten
3.1.2 Radiosender
3.1.3 Zeitungen
3.1.4 Nachrichtenagenturen
3.2 Zusammenarbeit zwischen nationalen bzw. internationalen Organisationen und liberianischen Medien(-vertretern).
3.2.1 Nationale Organisationen
3.2.2 Internationale Organisationen
3.3 Meinungs- und Pressefreiheit in Liberia.
3.3.1 Überblick über die Ereignisse der letzten Jahrzehnte...
3.3.2 Internationale Organisationen im Einsatz für Meinungs- und Pressefreiheit

4 Der katholische Sender Radio Veritas..
4.1 Gründung, Aufbau und Funktion
4.1.1 Entstehung und Geschichte
4.1.2 Organisations- und Personalstruktur..
4.1.3 Technische Ausstattung und Reichweite des Senders
4.2 Kooperation mit nationalen und internationalen Akteuren
4.2.1 Zusammenarbeit mit liberianischen und internationalen Akteuren
4.2.2 Finanzielle und technische Unterstützung durch internationale Akteure.
4.3 Ethische Grundlagen der Berichterstattung
4.3.1 Grundsätze, Zielsetzung und Evaluation
4.3.2 Ausbildung der Mitarbeiter.
4.3.3 Stellung des Senders in der liberianischen Medienlandschaft..
4.4 Reichweite.

5 Programmgestaltung und Programminhalte..
5.1 Religion und Erziehung
5.2 Musik.
5.3 Nachrichtensendungen
5.4 Gesundheitsaufklärung ..
5.5 Frauen, Jugend und Kinder
5.6 Politische Aufklärung und Menschenrechte .
5.7 Versöhnung und Frieden

6 Fazit

Dank..

Literatur

Anhang

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ausgewählte Sozialindikatoren Liberias im Vergleich..

Tabelle 2: Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren Liberias im Vergleich

Tabelle 3: Internationale und liberianische Radio Veritas- Partner im Überblick

Tabelle 4: Medienseminare und Workshops nationaler und internationaler Institutionen in Monrovia (März 2005).

Tabelle 5: Weitere Indikatoren der befragten Hörer

Tabelle 6: Exemplarische Tagesübersicht über Nachrichtensendungen.

Tabelle 7: Überblick über die Themen der Sendung Topical Issues vom 07.­18.03.2005

Kartenverzeichnis

Karte 1 : Administrative Übersichtskarte von Liberia..

Karte 2: Rücksiedlung von Binnenflüchtlingen (Nov. 2004 - April 2005)...

Karte 3: Die UNMIL-Transistoren und ihre Sende-Reichweite

Karte 4: Presse(un)freiheit in den Ländern Afrikas südlich der Sahara.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Einwohner Liberias nach Bevölkerungsgruppen.

Abbildung 2: Einteilung der Bevölkerung in Sprachgruppen

Abbildung 3: Reaktion der Tageszeitung The Inquirer auf die Schließung von Star Radio und Radio Veritas durch Taylor.

Abbildung 4: Radio Veritas Emblem..

Abbildung 5: Betriebsstruktur des Senders.

Abbildung 6: Die derzeit bekanntesten Radiosender in Liberia.

Abbildung 7: Kenngrößen und Hörerverhalten der befragten Hörer

Abbildung 8: Die einzelnen Programmgruppen im Überblick

Abbildung 9: Resonanz der Hörer auf das Programm von Radio Veritas...

Abkürzungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Radio deckt große Distanzen ab und überwindet alle Arten natürlicher Barrieren, es ist das Billigste unter den Medien und auch der Empfang ist kostenlos. Dank Transistoren kann Radio selbst in Gebieten empfangen werden, in denen es keine Elektrizität gibt. Bei schreib- und lesekundigen Menschen erzielt es dieselbe Wirkung wie bei Analphabeten.“[1] All diese Argumente für das Medium Radio, die Schramm schon 1964 aufzählte, begründen auch heute noch, warum Radio auf dem ärmsten Kontinent Afrika mit einer Analphabetenrate von knapp 40%[2], als DAS Medium gilt. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts von den Kolonialherren eingeführt, erreicht es heute weite Teile des Kontinents. Auch in abgelegenen Regionen bietet das Radio den Menschen die Möglichkeit, Informationen zu empfangen bzw. sich selbst mitzuteilen. In Gesellschaften, wo die mündliche Tradition noch immer eine so bedeutende Rolle spielt, hat Radio als „direktes“ Medium einen großen Einfluss. Auf den Märkten, in den Straßen, überall sieht man Menschen, die sich ein Transistorradio ans Ohr halten, viele Dörfer und Gemeinden verfügen sogar über einen eigenen, kleinen Gemeinschaftsradiosender. Dagegen ist die Bedeutung von Fernsehen und Zeitung vergleichsweise gering, was auch durch die hohe Analphabetenrate und ein jährliches Pro-Kopf-Einkommen von durchschnittlich gerade einmal 316 US-Dollar[3] zu begründen ist.

Auch für Liberias Bevölkerung ist Radio DIE Informationsquelle, gleichzeitig bietet es die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung. Auf 1000 Einwohner kommen insgesamt 244,9 Radioempfänger (Afrika südlich der Sahara: 165 Empfängern/1000 Einwohner). Die Gesamtzahl der landesweiten Radioempfänger wird auf 800.000 geschätzt.[4]

Wie viele andere hatte auch der ehemalige Präsident Charles Taylor die Bedeutung der vierten Macht im Staat schnell erkannt. Über sein eigenes Medienimperium versuchte er, die Bevölkerung mit seiner Propaganda zu manipulieren. Unabhängige Medien brachte er durch Schließung und gesteuerte Angriffe seiner Milizen zum Schweigen. Seit seinem Abdanken im August 2003, sind die Radiosender wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ganze 14 an der Zahl können die 3,367 Mio. Einwohner Liberias empfangen, die lokalen Gemeinschaftssender nicht dazu­gerechnet. Neben den uns Europäern bekannten Inhalten, spielen vor allem Politik, Bildung und Gesundheitsaufklärung eine wichtige Rolle im Programm der Sender.

Radio Veritas ging am 15.März 1981 als erster katholischer Rundfunksender West­afrikas in Monrovia auf Sendung. Vor dem Hintergrund der liberianischen Medienlandschaft sowie des politischen und gesellschaftlichen Kontextes in Liberia beschreibt die vorliegende Arbeit „Radio Veritas in Liberia. Entwicklungspolitische Zielsetzungen und Inhalte“, einen katholischen Radiosender, der sich vor allem der gesellschaftlichen und politischen Aufklärungsarbeit im Land widmet.

Diese Arbeit ist im Anschluss an ein Praktikum entstanden, welches im März dieses Jahres bei Radio Veritas absolviert wurde. Mit seinen vielfältigen Sendeinhalten in den Bereichen Gesundheit, Politik, Menschenrechte, Frauen, Kinder u.a., versucht der Sender möglichst viele verschiedene Zielgruppen zu erreichen. Gleichzeitig steht der freie Meinungsaustausch zwischen den Menschen, zwischen Studiogästen und Hörern im Vordergrund. Während des Praktikums konnten sowohl der laufende Sendebetrieb als auch die Arbeit der Mitarbeiter im Außendienst mitverfolgt und teilweise darin mitgewirkt werden. Dadurch konnte ein umfassender Einblick in Struktur, Aufbau und Vorgehensweise von Radio Veritas gewonnen werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Sender in die Medienlandschaft Liberias einzuordnen und seine Bedeutung für die gesellschaftliche und politische Entwicklung des Landes zu untersuchen. Dabei sollen die einzelnen Sendeinhalte und Formate genauer beleuchtet werden. Wichtig ist dabei, beide Seiten zu betrachten: die Wirkung, welche der Sender mit seinen Programmen erreichen möchte und die tatsächlichen Auswirkungen, welche die einzelnen Sendeinhalte auf die Zuhörer haben. Hierzu wurden eine Mitarbeiter -und eine Hörerumfrage vor Ort durchgeführt. Eine wichtige Bedeutung kommt auch der politischen Dimension zu, welche in der Arbeit von Radio Veritas eine entscheidende Rolle spielte, aktuell, bei den laufenden Präsidentschafts­wahlen.

1.1 Aufbau der Studie

Die Informationen welche für die vorliegende Arbeit verwendet wurden, stammen aus der direkten Feldforschung und aus sekundären Quellen. Darunter fallen die allgemeine Literaturrecherche in Deutschland und Liberia, eine umfangreiche Internetrecherche sowie die Auswertung nationaler und internationaler Statistiken. Einige Quellen aus dem Literaturverzeichnis werden im Text nicht zitiert. Sie dienten dem Grundverständnis bzw. als Hintergrundinformation.

Durch die Mitarbeit bei Radio Veritas in Monrovia/Liberia, die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen für liberianische Journalisten (Workshops, Konferen­zen etc.) sowie eigenhändig durchgeführte Umfragen und Interviews konnten umfangreiche persönliche Erfahrungen und Beobachtungen gewonnen werden. Die Fachliteratur zum Thema stellten vor allem der Catholic Media Council (CAMECO) und die beiden katholischen Hilfswerke Misereor und Missio zur Verfügung. Der Besuch von Journalistenseminaren, Nichtregierungsorganisationen (NRO), Universi­täten und anderen Einrichtungen vor Ort, ermöglichten einen Überblick über die einheimische Literatur zum Thema. Durch den langjährigen Bürgerkrieg und die damit verbundenen Zerstörungen und Plünderungen wurden jedoch viele Dokumente vernichtet, so dass die Auswahl an liberianischen Quellen eher gering ist und sich meist auf Kopien und maschinen- bzw. Computer geschriebene Texte beschränkt.

Der katholische Sender Radio Veritas konnte durch Einsicht in interne Dokumente und Projektberichte sowie persönliche Beobachtungen und Gespräche näher kennen gelernt werden. Er war während des 14-jährigen Bürgerkrieges mehrmals Angriffsziel von Rebellengruppen und brannte einmal bis auf die Grundmauern nieder. Daher stammen die vorliegenden Dokumente vor allem aus den vergangenen Jahren, während Unterlagen aus den ersten Jahren nach der Gründung teilweise gänzlich zerstört wurden. Gesprächen und Interviews mit langjährigen Mitarbeitern ermöglichten dennoch einen umfassenden Einblick in den Sendebetrieb.

Durch persönliche Gespräche mit Experten aus der Praxis der Entwicklungs­zusammenarbeit in Deutschland und Liberia, konnten zusätzliche Informationen und individuelle Meinungen eingeholt werden. Treffen mit Vertretern verschiedener lokaler Medien sowie deutscher und liberianischer NRO erweiterten den Wissens­stand und ermöglichten direkte Einblicke in den Journalistenalltag vor Ort.

Empirische Forschung wurde durch Experteninterviews und eine Hörerumfrage erhoben. Beide fanden durch die unsichere politische Lage, eine sehr schlechte Infrastruktur im Landesinneren und die hohe Analphabetenquote von 42,5%[5], teilweise unter erschwerten Bedingungen statt. Aus denselben Gründen beschränken sie sich auf die Hauptstadt Monrovia.

1.2 Hörerumfrage

Im März 2005 konnte dank der Unterstützung lokaler Mitarbeiter von Radio Veritas eine Hörerumfrage durchgeführt werden. Ziel dieser Umfrage war es, die Meinung der Bevölkerung über Programm und Inhalte des Senders kennen zu lernen. Dazu wurde mit Hilfe von CAMECO- Mitarbeiter Michel Philippart, ein zweiseitiger Fragebogen in englischer Sprache erstellt. Als Vorlage diente ein Fragebogen, der im vergangenen Jahr in Kamerun für eine Hörerumfrage des dortigen Senders FM[6] Liberté entworfen worden war.

Um möglichst viele verschiedene Typen von Hörern zu erreichen, wurden ganz unterschiedliche Institutionen und Gruppen ausgewählt. Wie sich diese im Einzelnen gliedern, wird in Kapitel 4.4 genau erklärt. In einem offiziellen Anschreiben wurden die Institutionen über das Vorhaben informiert. Da viele Landesteile aufgrund einer unzureichenden Infrastruktur nur sehr schlecht zu erreichen sind und auch die Zeit für eine Umfrage im Landesinneren zu knapp war, wurde die Umfrage ausschließlich in verschiedenen Stadtvierteln der Hauptstadt Monrovia durchgeführt. Insgesamt wurden 200 Fragebögen verteilt und ausgewertet.

Eine vergleichbare Umfrage ist in der fast 25-jährigen Geschichte von Radio Veritas noch nicht durchgeführt worden. Der Sender zeigte großes Interesse an dem Vorhaben, um eine Rückmeldung auf seine Arbeit zu bekommen und ggf. auf die Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Hörer einzugehen. Gemeinsam mit Chefredakteur Frank Sainworla und Geschäftsführer Rennie Ledgerhood, wurde der Fragebogen diskutiert und um einige für den Sender relevante Fragen ergänzt.

Nach einführenden Fragen zur Person, beschäftigt er sich im zweiten Teil mit dem Medium Radio und der Radiolandschaft in Liberia. Dadurch soll vor allem ein erster Einblick in die „Hörer-Gewohnheiten“ der Befragten gewonnen werden. Der dritte Teil des Fragebogens, bezieht sich explizit auf Radio Veritas. Die Hörer werden zuerst allgemein zum Sender und anschließend zu den verschiedenen Sendeformaten befragt. Abschließend besteht die Möglichkeit, eigene, konkrete Änderungs- bzw. Verbesserungsvorschläge bezüglich des Programms einzubringen. Die Ergebnisse der Hörerumfrage werden in den Kapiteln 4 und 5 dargestellt.

1.3 Mitarbeiterbefragung bei Radio Veritas

Um einen umfassenden Einblick in die journalistische Arbeit und den beruflichen Hintergrund der Mitarbeiter bei Radio Veritas zu bekommen, wurde ein weiterer Fragebogen für die lokalen Mitarbeiter des Senders entworfen. Für die Befragung wurden zwanzig im Sender tätige Journalisten ausgesucht. In einem zweiseitigen Fragebogen wurden auch sie in englischer Sprache befragt.

Der Fragebogen lässt sich in die folgenden drei Bereiche gliedern:

- Fragen zum beruflichen Werdegang,
- Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern,
- Art der Berichterstattung,

Einige der Mitarbeiter arbeiten bereits seit vielen Jahren als Journalisten. Vor ihrer Zeit bei Radio Veritas haben sie bei diversen anderen Medien gearbeitet. So bestand auch die Möglichkeit, die Arbeitsweise unterschiedlicher lokaler Medien zu diskutie­ren. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung fließen in die folgenden Kapitel ein.

1.4 Expertengespräche

Bei verschiedenen Kursen und Seminaren von und für Journalisten in Monrovia bestand die Möglichkeit, Gespräche mit Vertretern anderer Medien zu führen. Des Weiteren fanden Interviews mit deutschen und internationalen Experten statt, die mit der Medienlandschaft in Afrika, insbesondere in Liberia, vertraut sind.

All diese Gespräche ermöglichten es, ein differenziertes Bild von der liberianischen Medienlandschaft und insbesondere von Radio Veritas von „innen“ und „außen“ zu gewinnen. Die Kooperationsbereitschaft und das Interesse der Gesprächspartner waren sehr groß. Die Ergebnisse werden ebenso wie die der Mitarbeiterbefragung in die folgenden Kapitel mit einfließen.

1.5 Begriffsabgrenzung

Medien

„Medien sind Vermittler, mit deren Hilfe eine Mitteilung oder Kommunikation erfolgt. Als solche werden sie auch Kommunikations- bzw. Massenmedien genannt. Zu den klassischen Medien gehören der Rundfunk, das Fernsehen und die Presse. Die Medien wenden sich i.d.R. an relativ große, heterogene und anonyme Empfänger­kreise. Ihre Botschaften werden öffentlich übermittelt und oft so organisiert, dass sie die Mehrzahl der Empfänger gleichzeitig erreichen. Sie unterscheiden sich von anderen Kommunikationstypen durch ihre Ausrichtung. Ihr Hauptziel ist die Befriedigung kollektiver Bedürfnisse nach Informationsaustausch.“[7]

Rundfunk

“Die Einführung des Rundfunk in Afrika begann in den britischen Kolonien Südafrika (1924) und Kenia (1928) sowie in Liberia, Sierra Leone und Nigeria zu Beginn der 1930er Jahre. Fast zur gleichen Zeit entstanden erste Sender auch in den französischen Kolonien Madagaskar (1931), Kongo (1936) und Senegal (1939). [...] Ihre eigentliche Entwicklung nahm die Rundfunktechnik in Afrika jedoch erst nach der Unabhängigkeit vieler Staaten seit ca. 1960. Der Rundfunk erschien als das sozial wirksamste Medium zur Verbreitung von Informationen, das der traditionell auf dem Kontinent vorherrschenden Art der Gruppenkommunikation angepasst werden konnte. Außerdem zog jedes Rundfunkgerät zahlreiche Hörer an und erfüllte so die Aufgabe, den sozialen Zusammenhalt zu festigen. [,..]“[8]

Radio Veritas

Der Radiosender erhielt seinen Namen nach der Wiedereröffnung des ehemaligen Senders Radio ELCM[9] im Juni 1997. Dieser war im Jahr zuvor bei einem Rebellen­angriff bis auf die Grundmauern zerstört worden. Das lateinische Wort Veritas ist mit Wahrheit, Richtigkeit zu übersetzen. Als Zusatz trägt der Sender den Titel The Voice of Truth, die Stimme der Wahrheit. Mit diesen wenigen Worten lässt sich die Philosophie des Senders beschreiben. Mit welchen Methoden und Sendeformaten der Sender versucht diese zu verwirklichen und wie diese von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, soll in der vorliegenden Arbeit, vor allem in den Kapiteln 4 und 5, erörtert werden.

Entwicklungspolitik

„Unter Entwicklungspolitik ist die Summe aller Mittel und Maßnahmen zu verstehen, die von Entwicklungsländern und Industrieländern eingesetzt bzw. ergriffen werden, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern, d.h. die Lebens­bedingungen ihrer Bevölkerung zu verbessern. Der Entwicklungspolitik liegt notwendig der Begriff der Entwicklung zugrunde. Gemeinhin wird dieser als Grad des technischen und gesellschaftlichen Fortschritts eines Landes oder einer Region angesehen.“[10]

Zeitlich lässt sich die Entwicklungspolitik grob in drei Phasen gliedern:

- Modernisierung (1960er Jahre): Entwicklung im Zeichen wirtschaftlichen Wachstums; durch die Förderung von Industrien (v.a. Schwerindustrie), sollten Rückstände beseitigt und auch in den unteren sozialen Schichten Wohlstand erreicht werden.
- Befriedigung der Grundbedürfnisse (1970er/80er Jahre): In vielen Ländern, die nach oben genanntem Muster gefördert wurden, profitierte nur eine kleine Minderheit von der Entwicklungspolitik. Daraufhin unternahm man den Versuch, die Versorgung der breiten Bevölkerung verstärkt in den Blickpunkt der Entwicklungspolitik zu rücken.
- Nachhaltige Entwicklung (seit den 1990er Jahren): Durch ein neues Konzept sollte die arme Bevölkerung nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" eigenständig die eigenen Lebensbedingungen verbessern, ohne sich an Standards in anderen Ländern zu messen.[11]

Das Medium Radio kann in diesem Zusammenhang ein entscheidendes strategisches Werkzeug der Entwicklung sein. In der vorliegenden Arbeit soll erörtert werden, welchen Beitrag der katholische Sender Radio Veritas mit welchen Instrumenten und welchem Ziel zur Entwicklung des eigenen Landes beitragen will und kann. Dazu gilt es zum einen die Struktur der journalistischen Arbeit und der einzelnen Programme im politischen und gesellschaftlichen Kontext zu beleuchten, außerdem gilt es zu überprüfen, welche Wirkung diese auf die Hörerschaft des Senders haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: University of Texas Libraries; Updated: 09-12-2004; Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.lib.utexas.edu/maps/liberia.html (Stand 01.06.2005)

Durch die Ansiedlung befreiter amerikanischer Sklaven entstand im Jahre 1838 an der Pfefferküste (Golf von Guinea) das „Land der Freien“, Liberia. Bei einer Küsten­länge von 580 km teilt es im Nordwesten die Grenze mit Sierra Leone (306 km), im Norden mit Guinea (563 km) und im Osten mit der Elfenbeinküste (716 km). Auf Grund starker Brandung ist Liberia von See her nur an den Hafenorten Monrovia, Buchanan, Greenville und Harper zugänglich. An die Küstenregion schließt sich ins Landesinnere eine 10-50 km breite, meist sumpfige Küstenebene (Mangroven­sümpfe) an. Dahinter erhebt sich das zentrale Plateau- und Hügelland (200-400m über dem Meeresspiegel) und das nordöstliche Bergland (mit Mount Nimba (1752m) als höchstem Berg an der Grenze zu Guinea). Das Klima ist subäquatorial mit einer Regenzeit zwischen Mai und Oktober. Tropischer Regenwald (ca. 30% des Territoriums) und Feuchtsavanne dominieren das Landschaftsbild. Die Infrastruktur ist vor allem im Landesinneren unzureichend. Viele Wege und Brücken wurden während des Krieges zerstört und werden erst nach und nach wieder ausgebessert bzw. erneuert. Während der Regenzeit kommt es meist zu heftigen Bodenerosionen. Diese machen vor allem entlegene Landesteile noch schwerer zugänglich, bzw. trennen sie ganz von der Außenwelt ab. Für die Entwicklungszusammenarbeit stellt dies ein zentrales Problem dar. So sind jene Gebiete in der Regenzeit oft von Hilfsmaßnahmen und Entwicklungsprojekten ausgeschlossen.

Auf einer Gesamtfläche von 111.370 km2 hat Liberia nach Schätzungen heute eine Bevölkerung von 3,367 Mio. Einwohnern. Das Land ist in 15 Provinzen gegliedert. Insgesamt 44,2% der Bevölkerung leben in Städten. Dieser vergleichsweise hohe Anteil der Stadtbevölkerung (Durchschnitt in den Ländern Afrikas südlich der Sahara: 34,8%), ist vor allem auf den 14-jährigen Bürgerkrieg zurückzuführen. Ganze Landesteile wurden während des Krieges vollständig zerstört und geplündert. Viele Menschen flohen auf der Suche nach Schutz und Nahrung in die Städte. Die Einwohnerzahl in der Hauptstadt Monrovia schwankt je nach Quelle zwischen 1,35 Mio. (Munzinger Länderarchiv) und 800.000 (Auswärtiges Amt) Menschen. Viele der Flüchtlinge, die während des Bürgerkrieges zu Hunderttausenden in die Hauptstadt kamen, kehren nach und nach in ihre Heimatdörfer zurück, d.h. die Zahl wird tendenziell kleiner.

95% der Bevölkerung gehört zu den insgesamt 16 verschiedenen indigenen Volksgruppen. Die Ameriko-Liberianer, Nachkommen der ehemaligen Sklaven aus den Südstaaten der USA, gelten als „staatstragende Schicht“, obwohl sie nur 2 % der

Bevölkerung ausmachen. Außerdem wohnen rund 30.000 Ausländer, darunter eine große Zahl an Libanesen, in Liberia.[12] Sie bilden eine gesellschaftliche einflussreiche Minderheit und beherrschen vor allem vor allem den Handel.

Abbildung 1 Einwohner Liberias nach Bevölkerungsgruppen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erstellung nach HECKING, Hans-Peter: Zur Lage der Menschenrechte in Liberia: Ein Traum von Freiheit, Aachen 2005, S.2.

Die Bevölkerung gliedert sich in verschiedene Sprachgruppen. Neben der offiziellen Amts- und Verkehrssprache Englisch gibt es verschiedene Volkssprachen. Diese lassen sich in insgesamt vier Gruppen gliedern, welche sich jeweils aus mehreren Sprachen zusammensetzen. Daneben gibt es weitere Sprachen, welche nur von kleinen Bevölkerungsgruppen gesprochen werden. Sie sind nur teilweise verschriftlicht. Eine genaue Angabe darüber wie viele verschiedene Sprachen insgesamt in Liberia gesprochen werden gibt es nicht. So schreibt die Schweize­rische Flüchtlingshilfe in ihrem Liberia-Länderbericht von rund 30 verschiedenen Sprachen[13], viele andere Quellen dagegen zählen nur die wichtigsten Sprachen Kpelle (19%), Bassa (14%) und Grebo (9%)[14] auf. In der folgenden Abbildung sind die wichtigsten Sprachgruppen dargestellt:

Abbildung 2: Einteilung der Bevölkerung in Sprachgruppen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erstellung nach Munzinger-Archiv; 2004, S.1 a.a.O.

Die Alphabetisierungsrate der ab 15-Jährigen liegt bei 57,5%. Dabei ist die Zahl der Frauen die schreiben und lesen können mit 41,6% weitaus geringer, als die der Männer (73,3%).[15] Während des 14-jährigen Bürgerkrieges wurde ein Großteil der Schulen verwüstet bzw. geschlossen. Dies führte laut UN-Generalsekretär Jacques Klein dazu, dass Liberia eines der wenigen afrikanischen Länder ist, in dem die Analphabetenrate bei Kindern und Jugendlichen weitaus höher ist als bei den Erwachsenen.[16]

Etwa 40% der Bevölkerung sind Christen, weitere 40% muslimischen Glaubens und ca. 20% Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen. Die Mehrzahl der christlichen Bevölkerung gehört verschiedenen protestantischen Kirchen, Sekten und Freikirchen an. Ungefähr ein Drittel der Christen gehört zur katholischen Kirche, welche sich in die drei Diözesen Monrovia, Cape Palmas und Gbarnga gliedert.

Anhand ausgewählter Sozialindikatoren, soll die Situation der liberianischen Bevölkerung mit den übrigen Ländern Afrikas, südlich der Sahara verglichen werden.

Tabelle 1: Ausgewählte Sozialindikatoren Liberias im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Zusammenstellung auf Datenbasis der WHO. Im Internet online abrufbar unter URL: http:// http://www.who.int/countries/lbr/en/ (Stand 28.05.2005)

Die Lebenserwartung in Liberia liegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen deutlich unter dem Durchschnitt der Staaten Afrikas südlich der Sahara. Noch größer ist die Differenz, wenn man die Lebenserwartung bei guter Gesundheit vergleicht. Auch die Säuglingssterblichkeit ist gemessen an den anderen Staaten Afrikas südlich der Sahara extrem hoch. Dies ist auf den schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung sowie die unzureichende medizinische Versorgung, v.a. im ländlichen Raum, zurückzuführen. Das schlechte Gesundheitssystem wurde durch die Bürgerkriegsereignisse fast vollständig ruiniert. Viele Menschen leben noch immer in Slums[17], in notdürftigen Hütten unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen. Die Gesamtzahl der Ärzte in Liberia beträgt 300, die meisten sind jedoch ohne fachärztliche Qualifikation. Auf einen Mediziner kommen umgerechnet mehr als 11.200 Einwohner. Einzig das St. Joseph’s Hospital in Monrovia, welches auch während des Krieges seine Arbeit aufrechterhalten konnte, arbeitet auf akzeptablem medizinischem Niveau. Dank internationaler humanitärer Hilfe ist im Landesinneren wenigstens ein Minimum an medizinischer Versorgung möglich. Die Übergangs­regierung unter Gyude Bryant hat sich den Wiederaufbau des Gesundheitswesens als eine wichtige Aufgabe gesetzt. Neben HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose und Hepatitis zählen vor allem physische und psychische Kriegsverletzungen zu den bedeutendsten Herausforderungen. In vielen Landesteilen wurden zerstörte Kran­kenhäuser und Gesundheitsstationen wieder aufgebaut, einige Regionen haben allerdings noch immer keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Ausgaben für Gesundheitsdienste sind mit jährlich 6,79 US-Dollar je Einwohner im Vergleich zum „Spitzenreiter“ Südafrika (116 US-Dollar je Einwohner) jedoch noch immer schwindend gering.[18]

Das Bevölkerungswachstum beträgt 2,7% und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der Länder Afrikas südlich der Sahara, von 1,94%.[19] Als Gründe können zum einen die rückkehrenden Bürgerkriegsflüchtlinge angeführt werden, außerdem kommt es immer wieder zu Flüchtlingsströmen nach Liberia, aus den Bürger­kriegsgebieten der Nachbarländer. Auch die Fertilitätsrate liegt über dem afrikanischen Durchschnitt von 5,3 Kindern, obwohl sie seit 1980 von 6,8 auf 6 abgenommen hat. Mangelnde Sexualaufklärung und ein erschwerter Zugang zu Verhütungsmitteln verhindern eine gezielte Geburtenkontrolle. Angaben zu den unterschiedlichen Zahlen in ländlichen bzw. städtischen Gebieten lagen nicht vor. Es bleibt jedoch anzunehmen, dass die Geburtenrate auf dem Land höher ist als in den städtischen Ballungsräumen.

2.2 Wirtschaftsstruktur

Nach Vorbild der amerikanischen Südstaaten baute die Oberschicht der Ameriko- Liberianer im 19. und zu Beginn des 20.Jahrhunderts auf ausgedehnten Plantagen Zucker und Kaffee an, um die Wirtschaft des Landes voranzutreiben. Große Konkurrenz auf dem Weltmarkt führte jedoch zu einem rapiden Preisverfall. Der Plan
des US-amerikanischen Konzerns Firestone, in Liberia eigene Kautschuk-Plantagen aufzubauen, galt als Glücksfall. Der 1926 auf 99 Jahre geschlossene Pachtvertrag über 400.000 ha Land, bescherte dem „Firestone-Country“ Liberia einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig war dies jedoch der Beginn der wirtschaft­lichen Abhängigkeit von den USA, da statt landwirtschaftlichen Nahrungsmitteln immer mehr Kautschuk angebaut wurde. Viele tausend Landbewohner verdienten sich als Arbeiter auf den Kautschukplantagen und vernachlässigten so ihre eigenen Äcker. Vor allem Präsident Tubman (1944-1971) pflegte eine massive „Politik der offenen Türen“[20] und förderte ausländische Investitionen. Dies brachte Liberia für einige Jahre die weltweit größten wirtschaftlichen Wachstumsraten und den Titel „Schweiz Westafrikas“ ein. Als transnationale Firmen begannen, Eisenerz-, Tropen­holz- und Diamantenvorkommen auszubeuten, profitierte die einheimische Stammes­bevölkerung jedoch kaum von dem einsetzenden Wirtschaftsboom. Sie wurden ganz im Gegenteil als billige ungelernte Arbeitskräfte ausgebeutet. Ein liberianisches Sprichwort brachte die Realität auf den Punkt:

„Die Läden gehören den Libanesen und die Taxis den Leuten aus Guinea, die Weißen leiten die Unternehmen und bestimmen über die technischen Anlagen, die True Whig Party[21] hat die Regierungsstellen inne - und für die indigenen Liberianer bleibt nur die Armut. “[22]

In den 1970er Jahren stagnierte die Wirtschaft durch Konjunkturschwäche und Finanzknappheit. Viele zogen auf der Suche nach Arbeit nach Monrovia. Exportgüter wie Kaffee, Kakao und Kautschuk wurden staatlich subventioniert. Dagegen hielt man den Marktpreis für Reis, welcher vor allem für den inländischen Bedarf angebaut wurde, bewusst niedrig, damit er auch für die arme Bevölkerung erschwinglich blieb. Dies hatte jedoch zur Folge, dass die Bauern aufgrund der geringen Preise nur noch Reis für den Eigenbedarf anbauten und die Produktion für den Binnenmarkt vernachlässigten. So musste immer mehr von der Regierung subventionierter Reis importiert werden. Aufgrund des Preisverlusts liberianischer Exportgüter Ende der
1970er Jahre, ließ Präsident Tolbert 1979 die Reispreise heraufsetzen. Dies hatte die so genannten „Reis-Unruhen“ zur Folge. Bei dem Protestmarsch in Monrovia, kamen mindestens 40 Demonstranten ums Leben.

Heute zählt Liberia zu den ärmsten Staaten der Welt. Der lange andauernde Krieg hat sämtliche wirtschaftliche Grundlagen des Landes zerrüttet. Durch Flucht und Vertreibung wurde die landwirtschaftliche Produktion teilweise vollkommen einge­stellt. Heute herrscht vor allem der kleinbäuerliche Anbau von Reis, Cassava, Yams, Taro, Süßkartoffeln, Bananen und Zuckerrohr für den Eigenbedarf vor. Einzig die Firestone Kautschuk-Plantagen in Harbel sind in „tadellosem Zustand und auch die geteerten Überlandstrassen vom Hafen in Monrovia zu dem „flüssigen Gold“ (Eisenerz) Liberias sind bestens gewartet.“[23] Im März 2001 verhängten die Vereinten Nationen ein Embargo gegen den Export der so genannten „Blutdiamanten“, 2003 gegen liberianisches Tropenholz.[24] Vor allem der ehemalige Präsident Charles Taylor und andere Kriegsherren hatten zuvor mit Tropenholz- und Diamantenhandel riesige Gewinne erzielt, welche wiederum zur Beschaffung von Waffen eingesetzt wurden. Da auch heute noch große Korruption unter den Regierungsparteien herrscht, wurden die beiden Embargos im Juni 2004 erneut verlängert. Die ehemals sehr bedeutende Eisenerzindustrie ist seit dem Bürgerkrieg lahm gelegt. Vor allem der Agrarsektor (mit ca. 75% des BIP)[25], der urbane informelle Sektor und die internationale humanitäre Hilfe, sichern der Bevölkerung heute eine Basis zum Überleben. Das Land ist auf den Import von Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen Versorgungsgütern angewiesen. Nur eine Minderheit der Staatselite und der Milizen können durch Krieg und Korruption in Wohlstand und Reichtum leben.[26]

Ca. 30% der Staatsfläche (ca. 33km2) ist von tropischem Regenwald bedeckt. Mit der kommerziellen Forstwirtschaft werden 12% der Staatseinnahmen erwirtschaftet. Als Absatzmärkte sind vor allem China (58%) und Frankreich (13%)[27] zu nennen. Mit der Begründung „solche Sanktionen hätten unter humanitären Gesichtspunkten schädliche Folgen wie den Verlust von Arbeitsplätzen und Einkommen“[28], wider­setzten sie sich immer wieder den Export-Sanktionen der UN.

Weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist das liberianische Schifffahrtsregister. Mit Jahreseinnahmen von ca. 20 Mio. US-Dollar ist es das zweitgrößte Register weltweit.[29] Der Industriesektor (v.a. Nahrungsmittel/Getränke und Baumaterial) macht mit 5,4% nur einen geringen Teil des BIP aus. Er konzentriert sich v.a. auf die Hauptstadt Monrovia.[30]

Die folgende Tabelle vergleicht ausgewählte Wirtschaftsindikatoren Liberias mit den übrigen Ländern Afrikas südlich der Sahara.

Tabelle 2: Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren Liberias im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Zusammenstellung auf Datenbasis des CIA WORLD FACTBOOK im Internet, a.a.O.

Die oben verglichenen Zahlen verdeutlichen nochmals die prekäre wirtschaftliche Lage des Landes. Die Arbeitslosenquote von 85% ist fast dreimal so hoch, wie der Durchschnitt der Länder Afrikas südlich der Sahara. Das Pro-Kopf-Einkommen von nur 110 US-Dollar und auch ein Wirtschaftswachstum von -30% sprechen für sich.

2.3 Bürgerkrieg und jüngere politische Entwicklung

Der Fall des Ancien Régime

Bis ins 20.Jahrhundert regierte die kleine Oberschicht der Ameriko-Liberianer mit Hilfe der True Liberian Party (TLP) und der True Whig Party (TWP) das Land. Liberia war zwar nie eine fremdbestimmte, westliche Kolonie und die Sklaverei war gesetzlich verboten. Dennoch musste die Stammesbevölkerung unter der ameriko- liberianischen Elite vergleichbare Unterdrückungs- und Ausbeutungsmaßnahmen erdulden. Erst unter den Präsidenten William Tubman (1944-1971) und William Tolbert (1971-1980) erlangte die einheimische Bevölkerung erstmals etwas Einfluss. So wurden ihr 1904 die Bürgerrechte und 1907 das Wahlrecht zugestanden. Dennoch wurde die ameriko-liberianische Oberschicht weiterhin begünstigt.[31]

Ein blutiger Militärputsch brachte am 12. April 1980 das jähe Ende des „Ancien Régime", Präsident Tolbert wurde auf bestialische Weise ermordet. Der 29-Jährige Hauptfeldwebel Samuel K. Doe wurde als ranghöchster unter den Soldaten zum Präsidenten des People’ Redemption Council (PRC) ernannt. Erstmals nach 133 Jahren ameriko-liberianischer Herrschaft, kam ein Afro-Liberianer an die Macht. In einer „Säuberungsaktion" wurden fast alle ehemaligen Mitglieder der Tolbert- Regierung erschossen, die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt und politische Parteien verboten.[32]

Das Doe-Regime

In einer ersten Regierungsphase (bis 1984/85) versuchte Doe, die Dominanz der Sklaven-Nachkommen durch eine multiethnische Bewegung zu beseitigen. Ein 25­köpfiges nationales Komitee erarbeitete eine neue Verfassung, die den Bürgern grundlegende Rechte garantieren sollten. Doch in den folgenden Jahren wurden sie ignoriert und missachtet. In der zweiten Phase der „Ethnisierung und Brutalisie- rung"[33] begann Doe, sämtliche Militär- und Regierungsränge mit Personen aus seiner Ethnie, der Krahn, zu besetzen. „Er steckte seine Macht über persönliche und ethnische Bande ab."[34] Politische Gegner anderer Stämme ließ er brutal verfolgen. Ein Putschversuch des ehemaligen Generals Thomas Quiwonkpa scheiterte, worauf­hin ihn Doe öffentlich hinrichten ließ. In seiner Heimat Nimba County kam es daraufhin zu einem blutigen Massaker, bei dem ca. 3.000 Menschen getötet wurden.

Doch trotz massiver Unterstützung aus den USA hatte Does Regime weder den erhofften politischen Erfolg, noch trat der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung ein.

Bürgerkrieg und Staatszerfall unter Charles Taylor

Charles G. Taylor, Mitglied der ehemaligen Tolbert-Regierung, wechselte unter Doe die Fronten und wurde so zum Chef der General Service Agency35 des PRC, was ihm Zugriff auf erhebliche staatliche Finanzmittel verschaffte. Unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung wurde er 1983 in den USA inhaftiert, konnte jedoch im September 1985 fliehen. Sowohl bei Does Gegnern in Liberia als auch bei Sympathisanten im Ausland (Libyen, Elfenbeinküste, Burkina Faso) fand er Unterstützung für einen Putsch. Als Führer der Rebellenbewegung National Patriotic Front of Liberia (NPFL) drang er am Heiligabend 1989 im Bezirk Nimba ein, um Doe zu stürzen. Obwohl die zur Beilegung des Konflikts gegründete westafrikanische Friedenstruppe ECOMOG (Economic Community of West African States Ceasefire Monitoring Group) eingriff, hielten die Kämpfe an. Auch nach der brutalen Ermordung Does am 9. September 1990, brachen immer wieder schwere Kämpfe zwischen der NPFL, ECOMOG, Anhängern Does und anderen Gruppierungen aus. In den folgenden Jahren anhaltender Kämpfe wurde das Kriegsgeschehen immer unüber­sichtlicher. Das staatliche Gewaltmonopol war verloren, die kriegerischen Parteiern wandten immer grausamere Methoden an. Da auch über Gräueltaten der ECOMOG- Soldaten berichtet wurde, sandte die UN eine Beobachterkommission nach Liberia.

Erst das 14. Friedensabkommen welches im August 1996 in Nigeria unterzeichnet wurde, brachte das Ende der Kämpfe. Unter UN-Beobachtung fanden im Juli 1997 Wahlen statt. Als Sieger ging Charles Taylor mit der National Patriotic Party (NPP) hervor. Er hatte mit der Wiederaufnahme des Krieges gedroht, sollte sich die Wahl nicht zu seinen Gunsten entscheiden. Obwohl der Krieg mit der Präsidentschaftswahl offiziell beigelegt war, kam es zu neuen bewaffneten Konflikten zwischen Rebellengruppen und der Regierungsarmee Taylors. Bereits zwei Jahre nach der Wahl brach ein erneuter Bürgerkrieg aus. Wieder flohen Hunderdtausende in die Hauptstadt und ins benachbarte Ausland. Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisa­tionen und katholische Priester wurden entführt und ermordet. Viele Organisationen[35] mussten ihre Arbeit einstellen und das Land auf Grund der unsicheren Lage verlassen. Ungefähr 250.000 Menschen flohen in die Nachbarländer Guinea (ca. 73.000), Sierra Leone (ca. 70.000) und Elfenbeinküste (ca. 67.000).[36] Als die Rebellen der Liberians United for Reconciliation and Democracy (LURD)[37] am 08. Juni 2003 in einer Großoffensive Monrovia einkesselten, spitzte sich die Lage in der Hauptstadt zu. Inzwischen waren rund 700.000 Menschen in die Stadt geflohen, die bei heftigem Monsunregen ohne Unterkünfte und sanitäre Einrichtungen unter freiem Himmel schliefen. Wasser- und Nahrungsmittelversorgung waren nicht mehr gewähr­leistet. In einer Krisensitzung rief der UN-Sicherheitsrat am 12. Juni zur sofortigen Beendigung der Kämpfe auf. ECOWAS entsandte erneut eine Friedenstruppe nach Monrovia. Am 11. August 2003 dankte Taylor ab und floh ins Exil nach Nigeria. Die Kriegsparteien unterzeichneten am 18. August in Accra (Ghana) einen Friedens­vertrag.

Nachkriegszeit und jüngere politische Entwicklungen

Die Bilanz des blutigen Bürgerkrieges ist grausam: schätzungsweise mehr als 200.000 Menschen verloren ihr Leben, Hunderttausende wurden verletzt. In der berüchtigten Einheit der „Small Boys“, soll Taylor ca. 15.000 Kindersoldaten einge­zogen haben. Sie wurden entführt oder zwangsrekrutiert. Unter Drogen- und Alkohol gestellt, waren sie an den Kämpfen in Liberia aber auch im benachbarten Ausland beteiligt.

Im September wurde die ECOMIL-Gruppe von der multinationalen UNMIL (United Nations Mission in Liberia) abgelöst. Mit ca. 15.000 Soldaten aus nahezu 50 Ländern sowie einer 1.100 Mann starken internationalen Polizeieinheit, handelt es sich um die derzeit größte UN-Friedensmission weltweit. Wie im Friedensvertrag in Accra festgelegt, begann die UNMIL im Dezember 2004 mit ihrem DDRR-Programm („Disarmament, Demobilisation, Rehabilitation und Reintegration“). Ehemalige Rebellen sollten entwaffnet und wiedereingegliedert werden. Hatte man anfänglich mit ca. 38.000 Rebellen gerechnet, so gaben bis Oktober 2004 bereits 83.000 ehemalige Kämpfer ihre Waffen ab, was zu enormen Engpässen bei den Wiederein­gliederungsprogrammen (Reintegration, Ausbildung, psychologische Betreuung) führte. UNMIL- und Polizeigruppen sollen ungehinderten und sicheren Zugang für internationale Hilfs- und Entwicklungsorganisationen gewährleisten.

Während des Krieges waren fast 80% der Bevölkerung in andere Landesteile oder die Nachbarstaaten Sierra Leone, Guinea und Elfenbeinküste geflohen. Die Haupt­stadt Monrovia hatte immer wieder mit riesigen Flüchtlingsströmen zu kämpfen, was katastrophale Verhältnisse zur Folge hatte.[38] Im November 2004 begann die UN mit der Umsiedlung von Binnenflüchtlingen[39] in ihre Heimat. Nach Schätzungen des Humanitarian Information Centre (HIC) gab es davor noch immer 450.000 IDPs. Etwa 280.000 Menschen wohnten in einem der 24 offiziellen Flüchtlingslager, wo sie mit Lebensmittel und anderen Gütern versorgt wurden. Weitere 20.000 IDPs waren in informellen Camps untergebracht, wo sie nur ein Minimum an Hilfsleistungen erhielten. Die schätzungsweise 150.000 restlichen Binnenflüchtlinge lebten in Slums. Da sie von den UN-Organisationen nicht registriert wurden, erhielten sie keinen Schutz oder direkte Hilfsmaßnahmen von der internationalen Gemeinschaft.

Nach Angaben des HIC konnten von November 2004 bis April 2005 insgesamt 104.461 Binnenflüchtlinge in ihre Heimat zurückgesiedelt werden.[40] Auf dem See- und Luftweg wurden ca. 42.000 Flüchtlinge, welche in den Nachbarstaaten Asyl gefunden hatten, nach Liberia zurückgebracht. Durch UNMIL-Präsenz hat sich die Sicherheitslage in ehemals von Rebellen kontrollierten Gebieten erheblich verbessert. Zuvor waren ganze Landesteile aus Angst vor Rebellenübergriffen praktisch entvölkert.[41] 210.356 IDPs sind noch immer in einem der 20 Flüchtlingslager untergebracht. Allein 14 Lager befinden sich in der Provinz Montserrado.[42]

Karte 2: Rücksiedlung von Binnenflüchtlingen (Nov. 2004 - April 2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: HUMANITARIAN INFORMATION CENTRE OF LIBERIA. Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.humanitarianinfo.org/liberia/mapcentre/thematic/idps/pdf/LIB123_A4_idps%20 resettlement_%20update_20051004.pdf (Stand 03.06.2005)

Vor allem in die Provinzen Bomi (65.232 Rückgesiedelte), Grand Cape Mount (14.553) und Lofa (11.920) wurden viele Menschen zurückgesiedelt. Hier hatten während des Krieges viele große Gefechte stattgefunden, weite Teile der Provinzen waren in den Händen von Rebellen, die Menschen flohen v.a. nach Monrovia oder ins benachbarte Ausland.

Die internationale Geberkonferenz in New York hat Liberia 520 Mio. US-Dollar als Wiederaufbauhilfe zugesagt, wovon allein die USA und die Europäische Union jeweils 200 Mio. US-Dollar zur Verfügung stellen werden. Vorrangiges Ziel ist es, einer Destabilisierung Westafrikas vorzubeugen, damit die Krise nicht auf andere Länder übergreift.[43]

Im Oktober 2003 übernahm Gyude Bryant, ein unabhängiger und neutraler Geschäftsmann, das Amt des Übergangspräsidenten im Übergangsparlament (National Transitional Government of Liberia; NTGL). Nach anfänglichen Schwierig­keiten wurde im März 2004 eine Übergangsregierung gebildet. Sie besteht zu gleichen Teilen aus Mitgliedern der ehemaligen Kriegsparteien sowie Vertretern der Zivilgesellschaft. Alle Fraktionen versuchen ihren politischen Einfluss und ökonomi­sche Interessen zu wahren. Die Umsetzung von Programmen und demokratischen Reformen stand von Anfang an im Hintergrund. Liberianische Medien decken fast wöchentlich neue Bestechungs- und Betrugsfälle auf. „Wer jetzt nicht aussorgt, wird später keine Möglichkeit mehr dazu haben“, so Alfonsus Zeon, Herausgeber der regierungskritischen liberianischen Tageszeitung The Vanguard.[44] Erst im März dieses Jahres, wurde Parlamentssprecher George Dweh wegen Korruption von seinem Amt suspendiert. Auch die Zahlungen der zugesagten Wiederaufbauhilfe von 520 Mio. US-Dollar verzögerten sich unter anderem wegen der kaum durchschaubaren Haushaltsführung Liberias. Ausschreitungen zwischen Anhängern des alten Taylor-Regimes und LURD-Sympatisanten Ende Oktober 2004 haben gezeigt, wie zerbrechlich der Friede und wie hoch das Gewaltpotential noch immer sind.[45] Charles Taylor sitzt noch immer im nigerianischen Exil und wartet auf seinen Prozess.

Im April dieses Jahres begann die Nationale Wahlkommission in Zusammenarbeit mit UNMIL mit der Wählerregistrierung für die Neuwahlen am 11. Oktober. Knapp 40 Liberianer hatten sich bis dahin bereits als Präsidentschaftskandidaten aufstellen lassen. Unter ihnen waren ehemaliger Rebellenführer, Fußballmillionär George Weah, Richter... Insgesamt ließen sich 1.353.556 Menschen registrieren, 676.173 Frauen und 676.383 Männer.[46] Landesweit gab es ca. 3000 Wahllokale. Ca. 10% von ihnen bezeichnete UNMIL jedoch als unerreichbar, da sie mindestens einen Zwei-Tage-Fußmarsch von der nächsten befestigten Straße entfernt sind.

Insgesamt 400 internationale Wahlbeobachter, darunter der ehemalige US Präsident Jimmy Carter, werden bei der Wahl eingesetzt. Nach dem ersten Wahlgang am 11 .Oktober konnte noch keiner der Kandidaten die benötigte Mehrheit von 50% der Stimmen erreicht. Daher wird es am 08. November zu einer Stichwahl zwischen den beiden Favoriten George Weah (28,3% der Wählerstimmen) und Ellen Johnson- Sirleaf (19,8% der Wählerstimmen) kommen[47]. Gewinnt George Weah, so steht ein ehemaliger Weltfußballer an der Spitze des immer noch zerrütteten Staates. Viele Kritiker in In- und Ausland wissen seine Bemühungen zu schätzen. Sie sind jedoch davon überzeugt, das Liberia in diesen Tagen keinen politischen Neuling braucht, sondern eine erfahrene Führungsperson, um künftig die nötige politische Stabilität zu garantieren. Zu den Weah-Anhängern zählen v.a. junge Liberianer unter 27 Jahren, die allein 40% der Wähler ausmachen. Sie sehen ihn als einen aus ihrer Mitte, der es aus dem Vorstadtslum bis ganz an die Spitze des Weltfußballs gebracht hat und in dessen Hände sie ihre Zukunft legen möchten. Nathaniel Barnes, ehemaliger Finanzminister unter Taylor, befürchtet, das sich die Wähler in zwei Gruppen teilen werden: gebildet und ungebildet. Wer die Wahl dann gewinnt dürfte klar sein, so Barnes.[48] Mit Ellen Johnson-Sirleaf, der 66-jährigen Richterin und ehemaligen Finanzministerin, würde erstmals in der Geschichte Afrikas eine Frau zur Präsidentin. 1997 war sie bereits gegen Charles Taylor in den Wahlkampf gezogen, hatte damals allerdings nur einen geringen Prozentsatz der Stimmen gewonnen. Viele sprechen von ihr als der „Iron Lady“, der liberianischen Margaret Thatcher. Wie die Wahl ausgeht wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden.

3 Situation der Medien in Liberia

In diesem Kapitel soll die Medienlandschaft Liberias genauer beleuchtet werden. Wie bereits erwähnt, ist Radio das mit Abstand schnellste, billigste und effektivste Medium, um auch in entlegenen, ländlichen Gebieten aktuelle Nachrichten zu verbreiten. Daher nimmt die Landschaft der Radiosender auch den größten Teil des Kapitels 3.1 ein. Neben einer allgemeinen Übersicht über die Medienlandschaft, soll die nationale und internationale Förderung und Zusammenarbeit genauer beleuchtet werden. Das Kapitel 3.3 beschäftigt sich schließlich mit einem ganz wichtigen Thema: der Meinungs- und Pressefreiheit.

3.1 Liberias Medienlandschaft und Hauptakteure

3.1.1 Fernsehanstalten

1964 ging mit ELBC-ELTV die erste staatliche Fernsehanstalt auf Sendung. Bedingt durch begrenzte technische Möglichkeiten und hohe Anschaffungskosten für einen Fernsehapparat (400 US-Dollar für einen Schwarz-Weiß- bzw. 1800 US-Dollar für einen Farbfernseher), setzte sich das Medium Fernsehen jedoch nie wirklich durch.[49] Auch heute ist die Landschaft der Fernsehsender, ganz im Gegensatz zu der großen, vielseitigen liberianischen Radiolandschaft, sehr leicht überschaubar. Während der ehemalige staatliche Sender Liberian Broadcast System (LBS) seit über zehn Jahren nicht mehr auf Sendung ist, entstanden im letzten Jahr drei neue, private Fernsehanstalten. Vor allem die fehlende öffentliche Stromversorgung (diese existiert seit mehr als 15 Jahren nicht mehr) sowie hohe Anschaffungskosten für Fernsehgeräte und Generatoren haben jedoch zur Folge, dass die Sender nur wenige Menschen erreichen. Clear TV ist der Sender des internationalen Fußballers George Weah, der gleichzeitig zwei Radiosender besitzt (Kings FM, City FM), Love und Power TV sind in Besitz zweier ehemaliger Regierungsbeamter unter Taylor.[50] Über Satellit können außerdem ausländische Sender wie British Broadcasting Corporation (BBC), Voice of America (VOA) oder Cable News Network (CNN) empfangen werden. Laut der Welt-Presse-Enzyklopädie gab es 2003 insgesamt nur

[...]


[1] Aus UGBOAJAH Okwu, Frank: Mass Communication, Culture and Society in West Africa. München, New York, London, Paris 1985, S.17.

[2] Vgl. TERRE DES HOMMES 01/04. Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.tdh.de/medien/1_2004/alphabet.htm (Stand 15.06.2005)

[3] Vgl. BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT UND ENTWICK­ LUNG. Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/ konzepte/bmz_konzepte/konzept116/a1.html (Stand 04.08.2005).

[4] Vgl. QUICK, Amanda (Hrsg.): World Press Encyclopedia - A survey of press systems worldwide. Volume 1, A-M. Detroit 2003, S.566/67.

[5] Vgl. CIA - The World Factbook - Updated: 21-04-2003 9:56; Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/li.html (Stand 17.05.2005)

[6] FM steht als Abkürzung für Frequenzmodulation.

[7] Aus MABE, Jacob E. (Hrsg.): Das kleine Afrika-Lexikon. Bonn 2004. S.119.

[8] Aus MABE, S.171-172 a.a.O.

[9] EL ist Liberias Landeskenner für Funk und Radio, CM steht für Catholic Mission

[10] Aus NOHLEN, Dieter: Lexikon Dritte Welt. Länder, Organisationen, Theorien, Begriffe, Personen. Heidelberg 2002, S.182.

[11] Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.ilexikon.com/Entwicklungspolitik.html (Stand 13.08.2005)

[12] 2 Vgl. MUNZINGER ARCHIV/IH-Länder aktuell 8/04 Liberia - Soziales und Kultur, Ravensburg 2004, S.1.

[13] Aus SCHWEIZERISCHE ENTWICKLUNGSHILFE (Länderbericht Liberia) Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.osar.ch/2004/08/10/liberia1?appendLang=de (Stand 29.09.2005)

[14] Vgl. Munzinger-Archiv, 2004, S.1 a.a.O.

[15] 5 Vgl. CIA World Factbook im Internet, a.a.O.

[16] Vgl. HECKING, 2005, S.22 a.a.O.

[17] von der Autorin übersetzt, Original: informal settlements

[18] Vgl. MUNZINGER-ARCHIV, 2004, S.2 a.a.O.

[19] Vgl. WELT IN ZAHLEN (Schätzungen 2005). Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.welt-in-zahlen.de/laendervergleich.phtml (Stand 03.07.2005)

[20] Aus SMITH Judy, WIESMANN Verena: Krieg kennt keine Grenzen. Die regionale Tragweite des Konfliktes in Liberia . S.2. In: Afrika im Blickpunkt Nr. 3-03. Hamburg 2003.

[21] protestantisch-freimaurerisch geprägte Regierungspartei seit 1878

[22] Aus HECKING, 2005, S.7 a.a.O.

[23] Aus HECKING, 2005, S.22 a.a.O.

[24] Vgl. ALLEY, Patrick: Roden für den Krieg. Präsident Taylor verschachert Liberias Wälder und kauft Waffen. In: Der Überblick Jg. 38, 2/2002. Hamburg 2002.

[25] Vgl. MUNZINGER-ARCHIV, 2004, S.1 a.a.O.

[26] Vgl. HECKING, 2005, S.5-9 a.a.O.

[27] Vgl. MUNZINGER-ARCHIV, 2004, S.5 a.a.O.

[28] Aus ALLEY, 2002, S.60 a.a.O.

[29] Vgl. AUSWÄRTIGES AMT, online im Internet unter: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/ laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=12&land_id=95 (Stand 07.06.2005)

[30] Vgl. MUNZINGER-ARCHIV 2004, S.5 a.a.O.

[31] Jl Vgl. SMITH, WIESMANN, 2003, S.1 a.a.O.

[32] Vgl. HECKING, 2005, S.10 a.a.O.

[33] Aus SMITH, WIESMANN, 2003, S.2 a.a.O.

[34] Aus BILKE, Nadine: Friedensjournalismus. Wie Medien deeskalierend berichten können. Münster 2002, S.91.

[35] Verantwortlich für alle Regierungsaufträge und -käufe

[36] Vgl. MUNZINGER-ARCHIV, 2004, S.1 a.a.O.

[37] Bewaffnete Widerstandsgruppe gegen Taylor, die sich im Norden des Landes formierte.

[38] Vgl. HECKING, 2005, S.14 a.a.O.

[39] von der Autorin übersetzt, Original: Internally Displaced Persons (IDPs)

[40] Vgl. HUMANITARIAN INFORMATION CENTRE OF LIBERIA im Internet, a.a.O.

[41] Vgl. HECKING, 2005, S.26 a.a.O.

[42] Vgl. HUMANITARIAN INFORMATION CENTRE OF LIBERIA im Internet, a.a.O.

[43] Vgl. FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 10.02.2004: PFAFFLE, Walter: “Geberkonferenz sagt Liberia Aufbauhilfe zu.“

[44] Aus RHEINISCHER MERKUR Nr.42, 14.10.2004: HAKEEM A. Jimo: Heiler im Dschungel.

[45] Vgl. HECKING, 2005, S.23 a.a.O.

[46] Quelle: Frank Sainworla, Chefredakteur bei Radio Veritas

[47] IRIN: Liberia: Figures from country’s violent past cruising to legislative posts. Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.cpj.org/ development/about_cpj.html (Stand 23.10.2005)

[48] IRIN: George and Ellen vie for allies and voters ahead of run-off. Im Internet online abrufbar unter URL: http://www.irinnews.org/print.asp?ReportID=49777 (Stand 27.10.2005)

[49] Vgl. UGBOAJAH, 1985. S.17 a.a.O.

[50] Vgl. SAINWORLA, Frank: Liberia: Proliferation of Radio Channels after Taylor’s Departure. Coming with the Challenge for wider coverage., Monrovia 2004; S.1.

Ende der Leseprobe aus 125 Seiten

Details

Titel
Radio Veritas in Liberia - Entwicklungspolitische Zielsetzungen und Inhalte
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographes Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
125
Katalognummer
V83579
ISBN (eBook)
9783638882385
ISBN (Buch)
9783638905527
Dateigröße
2021 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Radio, Veritas, Liberia, Entwicklungspolitische, Zielsetzungen, Inhalte
Arbeit zitieren
Susanne Dietmann (Autor), 2005, Radio Veritas in Liberia - Entwicklungspolitische Zielsetzungen und Inhalte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83579

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