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Die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag

Die Sicht der städtischen Bevölkerung

Title: Die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Antje Stefanie Höhnel (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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«Jedes Jahrhundert hat nicht nur seine Weltanschauung,
sondern seine eigene Landschaftsanschauung.»
Dieses Zitat von W. H. Riehl aus dem Jahre 1859 weist bereits auf einen Aspekt bei der Analyse von Wahrnehmungsunterschieden hin, denn man kann nicht von der Landschaftsanschauung oder der Landschaftswahrnehmung sprechen, sondern muss differenzieren.
Zum einen gilt es zu unterscheiden zwischen der Wahrnehmung in unterschiedlichen
Jahrhunderten. Die Wahrnehmung verändert sich abhängig von politischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Faktoren. Damit verbunden ist auch die Entwicklung der Landschaftsanschauung.
Ein weiteres Kriterium der Unterscheidung ist die kulturelle Zugehörigkeit, denn
unterschiedliche Kulturen und Völker haben verschiedenartige Bezüge zu Landschaften, in diesem Fall zu den Bergen. So hat die Bevölkerung in Asien und Lateinamerika, die am Fuße der großen Gebirge lebt und den Naturgewalten ausgesetzt ist, eine ganz andere Beziehung zu einem Berg oder zu der Landschaft an seinem Fuß als z.B. ein Bergsteiger, der seine Grenzen sucht oder ein Bergwanderer, für den der Anblick der Gebirgsumwelten Balsam für die gestresste Seele ist. Für indigene Völker jedoch sind Berge in erster Linie Symbole spiritueller Kraft, Wohnstätten der Götter und wichtige Wallfahrtsziele. Soll es der Menschheit gut gehen, müssen die Gottheiten bei Laune gehalten werden. Die Entweihung oder Verschmutzung der Berge macht sie unglücklich oder gar ärgerlich. Außerdem muss unterschieden werden zwischen Menschen, die in und mit oder von den Gebirgen leben und zwischen denjenigen, die z.B. fernab vom Gebirge und dazu noch in Städten leben. Letztere haben eine andere Beziehung zu Bergen, die aus den abweichenden Lebensformen und –stilen resultiert.
Der Focus in dieser Arbeit liegt in der Suche nach Schlüsselindikatoren, die die
Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen städtischen Alltag bestimmen. Zunächst werden jedoch die Begriffe Alpenstadt, Alltag und alpiner Alltag, Gebirgsumwelt und Wahrnehmung geklärt.
Die Begriffe Alpen, Berge und Gebirge werden, wenn nicht in explizit anderem Kontext,
als Synonyme verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag

2.1 Zur Klärung einiger Begriffe

2.1.1 Alpenstadt

2.1.2 Alltag, städtischer Alltag und alpiner Alltag

2.1.3 Was sind Gebirgsumwelten?

2.1.4 (Landschafts-) Wahrnehmung

3. ‚Die Alpen im Kopf’

3.1 Von den schrecklichen zu den schrecklich schönen Alpen

4. Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag aus der Sicht der städtischen Bevölkerung

4.1 Alpenwahrnehmung heute – vielfach bloßes Klischeedenken

4.1.1 Sympathiewerbung Alpen

4.1.2 Die Alpen in der Produktwerbung

4.2 Von StädterInnen die z’Alp gehen

4.2.1 Alpbilder vor dem Alpsommer

4.2.2 Wahrnehmung von Gebirgsumwelten während des Alpsommers

4.2.3 Wahrnehmung von Gebirgsumwelten nach dem Alpsommer

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten durch die städtische Bevölkerung und identifiziert die maßgeblichen Einflussfaktoren auf dieses Bild, insbesondere im Kontext des alpinen Alltags.

  • Historische Entwicklung der Alpenwahrnehmung von der Bedrohung zur Idylle
  • Städtische Alltagskultur im Kontrast zur alpinen Gebirgswelt
  • Rolle von Klischees und Werbestrategien in der Alpenvermarktung
  • Erfahrungen und Konstruktionen städtischer Akteure während eines Alpsommers

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Die Alpen in der Produktwerbung

Bei einem Gang durch den Supermarkt, kommt man an den Alpen nicht vorbei. Besonders die kommerzielle Werbung für Schokolade, Mineralwasser, Weißbier oder Frischkäse arbeitet mit dem Motiv der Alpen als eine reine, unberührte Natur und als Lebensraum von glücklichen Kühen und Menschen. Sie unterstreicht damit die subjektive, klischeehafte Wahrnehmung durch die Stadtbevölkerung und erzeugt eine Pseudoromantik par excellence. Die Alpen stecken in jedem Bissen und in jedem Schluck, den man zu sich nimmt. So lautet ein Werbeslogan für Alpia von der Firma Stollwerk mit Sitz in Köln (!) «Der frische und sahnige Schokoladengenuss, … der uns mit jedem Stück die lebendige und erlebnisreiche Alpenwelt näher bringt». Slogans für Mineralwasser lauten etwa «Die reine Kraft der Alpen» oder «Alpquell ist Tirol. Tirols reine Seele.» Die Motive tauchen nicht nur in den Werbeslogans oder -filmen auf, sondern auch in der Produktverpackung. Die Verpackung der Toblerone bietet Motive von der Alphörnlidose bis hin zur Matterhorndose und bereits die Form der Schokolade stellt einen Berggipfel dar. Eine eher urtümliche Verpackung wählt Hochland für den Alpenfrischkäse Almette: eine Imitation eines Holzzubers, der den Eindruck erweckt, als sei der Frischkäse darin in anstrengender Eigenherstellung vom Senner auf der Alp zubereitet worden.

Die Alpen werden demnach zu einem werbewirksamen Medium für Genussmittel. Dem Verbraucher wird ein Bild präsentiert, das die klischeehafte Vorstellungen des Alpenraums und des Lebens in den Alpen unterstreicht. Bilder von Harmonie und Eintracht, Natur pur und dem romantischen Beisammensein von Bauer und Bäuerin werden dem Verbraucher und schlussendlich auch dem Besucher der Alpen geradezu aufgezwungen – auch wenn sie ursprünglich von eben diesen, teilweise alpenfernen, Stadtmenschen gebildet wurden. Solche und andere Bilder beeinflussen den Verbraucher in ihrem Denken, ihren Vorstellungen und in besonderem Maße die Kinder, die noch keinen differenzierten Zugang zu den Darstellungen in der Werbung haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Landschaftswahrnehmung kulturell und historisch variabel ist, und definiert den Fokus auf die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im städtischen Kontext.

2. Die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Alpenstadt, den städtischen Alltag sowie das Konzept der Gebirgsumwelt und der Wahrnehmung als interaktives System.

3. ‚Die Alpen im Kopf’: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Alpenbilder von „montes horribiles“ hin zur romantisierten Sehnsuchtslandschaft nach.

4. Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag aus der Sicht der städtischen Bevölkerung: Der Hauptteil analysiert, wie städtische Bevölkerungsgruppen die Alpen wahrnehmen, wobei besonders Klischees, Werbung und die subjektiven Erfahrungen von Städtern bei einem Aufenthalt auf einer Alp beleuchtet werden.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Alpenwahrnehmung oft als Anti-Position zum technisierten städtischen Alltag dient und weniger mit der ökonomischen Realität der Berge als mit individuellen Sehnsuchtskonstrukten zu tun hat.

Schlüsselwörter

Alpenwahrnehmung, Gebirgsumwelten, städtische Bevölkerung, Alpenstadt, Alltag, Landschaftswahrnehmung, Klischeebildung, Alpentourismus, Pseudoromantik, Alpenbilder, Konstruktivismus, Alpine Lebenswelt, Naherholung, Alpenmythos, Alpenwerbung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wahrnehmung von Gebirgslandschaften aus der Perspektive der städtischen Bevölkerung und wie diese Bilder durch soziokulturelle Faktoren geprägt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Wandlung der Alpenwahrnehmung, die Kontrastierung von städtischem und alpinem Alltag sowie die Inszenierung der Alpen durch Medien und Werbung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Identifizierung von Schlüsselindikatoren, die die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im städtischen Umfeld bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung soziologischer und kulturgeographischer Konzepte, insbesondere zur Raumwahrnehmung und Konstruktion von Lebenswelten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Mechanismen der Alpenwahrnehmung durch Klischees, der touristischen Werbung und untersucht anhand von Fallbeispielen die Erfahrungen von Städtern bei einem Alpsommer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Alpenwahrnehmung, Pseudoromantik, städtischer Alltag, Konstruktivismus und Gebirgsumwelt beschreiben den Kern der Untersuchung am präzisesten.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung vor und während eines Alpsommers?

Vor dem Alpsommer überwiegen abstrakte, idealisierte Sehnsuchtsbilder, während während des Aufenthalts die unmittelbare, sinnliche Erfahrung und die Arbeit mit den Tieren im Vordergrund stehen, wenngleich diese oft erneut romantisiert werden.

Warum spielt die Werbung eine so wichtige Rolle für das Alpenbild?

Die Werbung nutzt bereits bestehende Klischees von unberührter Natur und bäuerlicher Idylle, um Produkte wie Schokolade oder Mineralwasser emotional aufzuladen, wodurch diese verzerrten Bilder in der Gesellschaft weiter gefestigt werden.

Was ist das Konzept der „Alpenstadt“ in der Arbeit?

Die Arbeit definiert Alpenstädte als urbane Zentren im Alpenraum, deren Alltag durch die unmittelbare oder mittelbare Nähe zu den Bergen und die daraus resultierenden Freizeit- und Verhaltensmuster geprägt ist.

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Details

Title
Die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag
Subtitle
Die Sicht der städtischen Bevölkerung
College
University of Freiburg  (Kulturgeographisches Institut)
Course
Mensch und Umwelt im Gebirge
Grade
sehr gut
Author
Antje Stefanie Höhnel (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V83580
ISBN (eBook)
9783638009447
Language
German
Tags
Wahrnehmung Gebirgsumwelten Alltag Mensch Umwelt Gebirge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Stefanie Höhnel (Author), 2006, Die Wahrnehmung von Gebirgsumwelten im alpinen Alltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83580
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