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Die Mafia im ‚Paten’

Eine Untersuchung der Inszenierung des Phänomens Mafia in der Filmtrilogie 'Der Pate'

Title: Die Mafia im ‚Paten’

Bachelor Thesis , 2007 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Weber (Author)

Communications - Movies and Television
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Es geht in dieser Arbeit weniger um eine fundierte Analyse des Begriffes Mafia als vielmehr um die Motive und Konzepte, die der Film damit verbindet, ergo was Der Pate dem Zuschauer als Mafia präsentiert.
Die Trilogie gilt als einflussreiches und bedeutendes Werk. Der erste Teil machte seinen Regisseur und v.a. Al Pacino als Schauspieler bekannt, Marlon Brando gelang mit der Rolle des Don ein umjubeltes Comeback. Im zweiten Teil ging der Stern des jungen Robert De Niro auf, der für seine Interpretation des jungen Patriarchen einen Oscar erhielt. Die Filme waren auch an der Kinokasse sehr erfolgreich und wurden von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Dass Der Pate im medialen Diskurs immer noch zitiert wird, spricht für seine starke kulturhistorische Wirkung. Beispiele, wie das erst im letzen Jahr veröffentlichte Videospiel „The Godfather: The Game“ oder die in Deutschland in diesem Jahr ausgestrahlte Episode der Zeichentrickserie Die Simpsons mit dem Titel „Der Koch, der Mafioso, die Frau und ihr Homer“ (vgl. Simpsonspedia Website, Der Koch, der Mafioso, die Frau und ihr Homer: 2007, online), in der direkt auf das filmische Vorbild Bezug genommen wurde, deuten auf ein nach wie vor bestehendes Interesse am Thema hin.

Hauptsächliches Ziel dieser Arbeit soll es sein, den Versuch zu unternehmen, den Erfolg der Filme zu begründen und zumindest partiell ihre Faszinationskraft zu dechiffrieren. Die angewandte Methodik kann dabei nicht als empirisch bezeichnet werden. Es handelt sich vielmehr um heuristische Überlegungen, aufbauend und referierend auf Untersuchung anderer Autoren.

Zur Gliederung dieser Arbeit muss erläuternd erwähnt werden, dass die Kapitel-Themen relativ intuitiv ausgewählt wurden, einerseits aufgrund des vorhandenen Quellenmaterials, andererseits da sie am interessantesten anmuteten und dem Anspruch, dem Phänomen Der Pate, so weit es im diesem Rahmen einer Bachelorarbeit möglich ist, am nächsten zu kommen schienen. Als größtes Problem kristallisierten sich dabei thematische Überschneidungen heraus, die hoffentlich einer strukturierten und nachvollziehbaren Rezeption nicht allzu sehr im Wege stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Faszinationsgründe

2.1 Sympathie mit Gangster

2.2 Gewalt – Mord – Macht

2.3 US-kulturspezifisches Verständnis

2.4 Geheime Verschwörung

2.5 Reale Bezüge

2.5.1 Die ‚echten’ Paten

2.5.2 Die ‚echten’ Mafiosi

2.5.3 ‚Wahre’ Begebenheiten

2.5.3.1 Sinatra

2.5.3.2 Komitees

2.5.3.3 Kuba

2.5.4 Zeitgeist

3 Don

3.1 Macht

3.2 Parallelgesellschaft

3.3 Patronage – Klientelismus

3.4 Selbstjustiz – Helfer

3.5 Kapitalismus

3.6 Werte

3.7 Marlon Brando

4 Inszenierung

4.1 Parallelisierung

4.2 Theatralik

4.3 Kolorit

4.4 Generationswechsel – Rise and Fall

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Faszinationskraft des Phänomens Mafia in Francis Ford Coppolas Filmtrilogie Der Pate und analysiert, wie der Film das Bild der organisierten Kriminalität prägt und inszeniert.

  • Analyse der soziokulturellen Faszinationsgründe
  • Untersuchung der Rolle des "Don" als Machtfigur und "Helfer"
  • Betrachtung realer historischer Bezüge im fiktionalen Kontext
  • Analyse filmischer Inszenierungstechniken wie Parallelmontagen und Farbdramaturgie
  • Einordnung des Films in den zeitgenössischen US-politischen Diskurs

Auszug aus dem Buch

2.5.3.1 Sinatra

Das wohl bekannteste Gerücht in diesem Zusammenhang stellt sicherlich die Anekdote um den Pferdekopf in Der Pate dar. Die Figur Johnny Fontane, ein Sänger und Schauspieler sowie Patensohn von Vito Corleone, bittet diesen zu Beginn des ersten Teils, ihm mit seinen beruflichen Problemen zu helfen. Fontanes Karriere erlebt eine Talfahrt und er versucht eine Filmrolle zu bekommen, von der er sich erhofft, sie könne ihm zu altem Ruhm verhelfen. Der Produzent des Films weigert sich jedoch, Fontane die Rolle zuzusprechen.

Die Person, auf die diese Szene wahrscheinlich anspielt, ist der berühmte Entertainer Frank Sinatra, dem bis heute Verbindungen zum organisierten Verbrechen angelastet werden, wenngleich diese nie bewiesen wurden. Nährboden für derartige Spekulationen bildet dabei die Tatsache, dass Frank Costello, der als das Hauptvorbild für den ‚Paten’ gilt (siehe Kapitel ‚2.5.1 Die ‚echten’ Paten’) das Spielcasino Copacabana besaß, in dem auch Frank Sinatra auftrat (vgl. Wikipedia Website, Frank Costello: 2007, online). Es liegt nahe, hier eine Beziehung zwischen Costello alias Der Pate und Sinatra alias Johnny Fontane zu konstruieren. Im Film wird dem Produzenten der abgetrennte und blutige Kopf seines Lieblingshengstes im Schlaf ins Bett gelegt, um ihn bezüglich seiner Entscheidung der Nichtbesetzung Fontanes für den besagten Film umzustimmen. Gerüchten zufolge soll dies dem Produzenten von Verdammt in alle Ewigkeit tatsächlich widerfahren sein. Fakt ist, dass er Frank Sinatra engagierte, dem daraufhin ein Comeback als Schauspieler gelang, indem er sogar den Oscar als bester Nebendarsteller gewann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik des Begriffs „Mafia“ als stereotypisiertes Label und Skizzierung der Zielsetzung der Arbeit.

2 Faszinationsgründe: Untersuchung, warum das Thema Mafia auf das Publikum faszinierend wirkt, inklusive einer Betrachtung realer historischer Referenzen.

3 Don: Analyse der zentralen Figur des Don Corleone als Machtinstanz, Patron und Verkörperung spezifischer Werte.

4 Inszenierung: Auseinandersetzung mit der Regiearbeit von Francis Ford Coppola und der filmischen Gestaltung mittels Parallelisierung und Theatralik.

5 Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Resümee über den Erfolg des Films und Ausblick auf die fortwährende mediale Relevanz des Mafia-Themas.

Schlüsselwörter

Mafia, Der Pate, Filmtrilogie, Francis Ford Coppola, Vito Corleone, Michael Corleone, Faszination, organisierte Kriminalität, US-Kultur, Patronage, Klientelismus, Kapitalismus, Inszenierung, Machtstreben, Generationswechsel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Filmtrilogie Der Pate und untersucht, warum das Phänomen Mafia in der filmischen Darstellung eine so starke Faszination auf das Publikum ausübt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Gründe für die Popularität des Films, die Inszenierung der Macht des „Don“, die Darstellung der Mafia als Parallelgesellschaft und die Spiegelung US-amerikanischer gesellschaftlicher Entwicklungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, den Erfolg der Filmtrilogie zu begründen und die Faszinationskraft sowie die damit verbundenen Konzepte der Mafia-Darstellung zu dechiffrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich nicht um eine empirische Studie, sondern um heuristische Überlegungen, die auf einer umfassenden Analyse und Referenzierung vorhandener wissenschaftlicher Untersuchungen und Sekundärquellen basieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: Die Faszinationsgründe (inkl. Zeitgeist und realer Bezüge), die Analyse der zentralen Figur des „Don“ und eine detaillierte Untersuchung der filmischen Inszenierung durch den Regisseur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mafia, Der Pate, Machtstreben, Patronage, Kapitalismus, Generationswechsel und die filmische Inszenierung des organisierten Verbrechens.

Welchen Einfluss hatte Marlon Brando auf die Wahrnehmung der Mafia?

Der Autor argumentiert, dass Brando der Figur des Vito Corleone eine menschliche Glaubwürdigkeit verlieh, die das öffentliche Bild der Mafia maßgeblich prägte und eine stärkere Identifikation ermöglichte.

Wie interpretiert der Autor die Verbindung zwischen Mafia und Kapitalismus?

Die Arbeit legt dar, dass der Film das organisierte Verbrechen nicht als wesensfremd, sondern als integralen, kapitalistischen Bestandteil der Gesellschaft zeichnet, der die gleichen Strukturen und Arbeitsteilungen wie bürgerliche Institutionen nutzt.

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Details

Title
Die Mafia im ‚Paten’
Subtitle
Eine Untersuchung der Inszenierung des Phänomens Mafia in der Filmtrilogie 'Der Pate'
College
Technical University of Chemnitz
Grade
1,3
Author
Matthias Weber (Author)
Publication Year
2007
Pages
57
Catalog Number
V83583
ISBN (eBook)
9783638884266
ISBN (Book)
9783638888844
Language
German
Tags
Mafia Untersuchung Inszenierung Brando Pacino DeNiro Pate Godfather Don Matthias Weber Paten Phänomen Film Trilogie Corleone Sinatra
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Weber (Author), 2007, Die Mafia im ‚Paten’, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83583
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