Das Perserreich im 6. Jahrhundert v. Chr.

Eroberung und Strukturierung der griechischen Siedlungen im kleinasiatischen Bereich


Seminararbeit, 2007

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Xenophon

3 Kyros II

4 Die Entstehung und Machtausdehnung des Perserreiches
4.1 Das Mederreich
4.2 Das Lyderreich
4.3 Eroberung der griechischen Siedlungen
4.4 Babylon
4.5 Kambyses II.
4.6 Dareios I.

5 Organisation des Perserreiches
5.1 Reichsverwaltung
5.2 Organisation der Satrapien in Kleinasien

6 Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Mit der vorliegenden Hausarbeit „Das Perserreich im 6. Jahrhundert – Eroberung und Strukturierung im kleinasiatischen Bereich“ möchte ich die Entstehung eines der berühmtesten Weltreiche, des Perserreiches, skizzieren und mein Augenmerk insbesondere auf den Untergang des Lyderreiches und der damit einhergehenden Übernahme der griechischen Siedlungen an der Küste Kleinasiens richten. Ich möchte herausarbeiten, inwiefern die persischen Satrapien verwaltet wurden und welche Veränderungen bzw. Auswirkungen durch diesen Herrschaftswechsel für die Griechen entstanden sind.

Der Zeitraum meiner Betrachtungen beschränkt sich von der Entstehung des Perserreiches bis etwa zum Beginn der Herrschaft des Dareios I.

Einleiten werde ich meine Hausarbeit mit einer kurzen Biografie des griechischen Geschichtsschreibers Xenophon, da ich mich im darauffolgenden Tatenbericht des Kyros II. auf die entsprechenden Quellen Xenophons stützen möchte. Im Hauptteil werde ich die Machtausweitung der Perser analysieren, um schließlich mit Hilfe der Organisationsstrategien der griechischen Kolonien durch die Perser die Folgen dieses Machtwechsels für die Griechen herauszufiltern und zu beleuchten.

Abschließen möchte ich meine Hausarbeit mit einem Fazit.

2 Xenophon

Xenophon aus Athen war ein griechischer Geschichtsschreiber, Schriftsteller und Feldherr. Er lebte etwa von 430 bis etwa 354 v. Chr. und war somit kein Zeitzeuge des hier behandelten Kyros II. des Großen. Er stammte vermutlich aus einer dem Ritterstand angehörenden wohlhabenden und konservativen Familie. Merkmale hierfür sind eine militärisch-sportliche Erziehung sowie seine daraus folgende Vorliebe für Sparta. Seine Ausbildung genoss er bei dem berühmten athenischen Philosophen Sokrates.

Im Jahre 401 v. Chr. schloss er sich dem griechischen Söldnerheer des gegen den persischen Großkönig Artaxerxes II. rebellierenden Prinzen Kyros dem Jüngeren[1] an und führte nach dessen Tod die Truppen als einer ihrer beiden neuen Anführer zurück. 396 traf er in Kleinasien mit dem Sparterkönig Agasilaos zusammen, mit dem ihn bald Bewunderung und Freundschaft verband und kehrte mit ihm nach Griechenland zurück, wo er auf spartanischer Seite bei Koroneia gegen die mit Athen verbündeten Boioter kämpfte.

Im Anschluss daran strafte Athen Xenophon dafür mit Verbannung und Beschlagnahme seines Vermögens. Nach der Niederlage Spartas gegen die Boioter bei Leuktra im Jahre 371 v. Chr. ließ er sich in Korinth nieder, wo er vermutlich bis zu seinem Lebensende verblieb.

Die Κύρου παιδεία (Kyrupädie, d.h. Erziehung des Kyros) ist ein achtbändiges fiktives Werk über das Leben des Kyros II. des Großen und gilt nach Anspruch und stilistischem Können als Xenophons Hauptwerk. Diese politisch-didaktische Schrift in Gestalt eines historischen Romans diente wohl weniger der Schilderung historischer Wahrheiten als vielmehr der Darstellung eines Idealstaates mit dem Ziel der politischen Bildung (vgl. E. E. Schütrumpf, DNP 12,2 (2003) 633f und 637, s.v. Xenophon [2]).

3 Kyros II.

Der persische König Kyros II. der Große (*601 v. Chr.; † 530 v. Chr.) gilt als Begründer des altpersischen Weltreiches, das bis zum Jahre 330 v. Chr. bestand und sich im Nordwesten über Medien bis nach Kleinasien erstreckte. Als Sohn des Kambyses I. erbte er von seinem Vater die Herrschaft über Persien sowie den Vasallenstatus gegenüber den Medern unter Astyages. Wiesehöfer (vgl. 1998, 19f) bezeichnet ihn als „medischen Vasall“, nach Herodot (I, 91) war seine Mutter Mandane die Tochter des medischen Oberherrn Astyages, doch Hinz (vgl. 1976, 89) hält dies für ausgeschlossen. Nach seinen Berechnungen, basierend auf der astronomisch genau datierbaren Sonnenfinsternis von 585 v. Chr. zufolge konnte Mandane ihren vermeintlichen Sohn Kyros erst frühestens im Jahre 583 v. Chr. zur Welt gebracht haben. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch der historische Kyros bereits siebzehn Jahre alt. Demnach hatte der große Kyros also keine Mederin zur Mutter. Höchstwahrscheinlich diente diese Legende vielmehr politischen Zwecken: sie sollte Kyros als rechtmäßigen Herrscher über das Mederreich legitimieren (vgl. Schaudig 2001, 40).

Kyros angestammter Titel ist šar āl / māt anšan, „König der Stadt/des Landes Anšan“. Der Name Anšan geht bis in die Mitte des dritten Jahrtausends zurück und bezeichnete ursprünglich den Tall-i Malyān in der Fars und seine Umgebung. Der ihm zeitgenössische Titel „König von Persien“ erschient in seinen Inschriften hingegen nicht.

In einer Inschrift in seiner 30 km nordöstlich von Persepolis gelegenen Residenz Pasargadai steht in altpersischer, elamischer und babylonischer Sprache geschrieben: „Ich bin Kūruš der König, ein Achämenide“ (M.A. Dandamayev, 1993, 516). Kyros selbst bezeichnete sich allerdings als zum Stamme der Teispiden zugehörig (vgl. Wiesehöfer 1999, 23), daher ist anzunehmen das der spätere Großkönig und Achämenide Dareios I. im Grunde der Begründer des Achämenidenreiches war und er jene Inschriften nachträglich anfertigen ließ um seinen Herrschaftsanspruch zu begründen, zumal die altpersische Keilschrift erst zu seiner Zeit entstanden ist (vgl. Schaudig 2001, 61).

Die geschichtliche Gestalt Kyros II. ist bis heute von Mythen und Sagen umwoben und genoß bereits zu antiker Zeit ein sehr hohes Ansehen, selbst die sogenannten „Erbfeinde“ der Perser, die Griechen, haben sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen können.

So schreibt Xenophon in seiner Kyrupädie folgende lobende Worte:

Wir wissen jedenfalls, dass Menschen Kyros freiwillig gehorcht haben, die eine Strecke von vielen Tagen und Monaten von ihm entfernt waren, und andere, die ihn nie gesehen hatten und genau wussten, dass sie ihn auch nicht sehen würden; sie waren trotzdem bereit, auf ihn zu hören. [Xen., 1: I (3)]

Er herrschte also über diese Völker, die weder seine Sprache verstanden noch in der Lage waren, sich untereinander in derselben Sprache zu verständigen, und dennoch gelang es ihm, seine Herrschaft über ein so großes Reich durch seine Autorität zu festigen, so dass er allen Mut zum Widerstand nahm und niemand versuchte, sich gegen ihn aufzulehnen. Außerdem gelang es ihm, in allen Menschen den heftigen Wunsch zu wecken, ihm gefällig zu sein, so dass sie es stets für richtig hielten, sich seiner Entscheidung zu beugen. [Xen., 1: I (5)]

[...]


[1] An dieser Stelle soll bemerkt werden, dass es sich nicht um den in dieser Hausarbeit behandelten Kyros II. den Großen handelt, sondern um Kyros den Jüngeren (* 423 v. Chr., † 401 v. Chr ,) dem jüngsten Sohn des Achämeniden Dareios II.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Perserreich im 6. Jahrhundert v. Chr.
Untertitel
Eroberung und Strukturierung der griechischen Siedlungen im kleinasiatischen Bereich
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Die Mittelmeerwelt um 500 v. Chr.
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V83596
ISBN (eBook)
9783638000437
ISBN (Buch)
9783638910484
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Perserreich, Jahrhundert, Mittelmeerwelt, Kyros, Dareios, Dariush, Kurosh
Arbeit zitieren
Laura Forouher (Autor), 2007, Das Perserreich im 6. Jahrhundert v. Chr., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83596

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