Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Basics

Die Problematik des Begriffs "Aufgeklärter Absolutismus"

Title: Die Problematik des Begriffs "Aufgeklärter Absolutismus"

Term Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Regina Eberle (Author)

History - Basics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Problematik des Begriffs „aufgeklärter Absolutismus“ beschäftigt die Historiker bereits seit dem 19. Jahrhundert. Seit Wilhelm Roscher den Begriff 1847 in den historischen Diskurs eingeführt hat, wurde er immer wieder kontrovers diskutiert. Zu einem einstimmigen Ergebnis konnte man dabei nicht gelangen.
Einerseits sind sich die Historiker nicht einig, welchen Zeitraum der aufgeklärte Absolutismus umspannt; hier gehen die Vorschläge von den Principi der italienischen Renaissance als der Beginn, bis hin zu Napoleon I. als dem letzten aufgeklärten Absolutisten. Auch die geografische Einordnung bereitet Probleme, denn während die meisten Historiker den aufgeklärten Absolutismus als ein europäischen Phänomen betrachten, beziehen andere auch Staaten, wie die Türkei oder China mit ein.
Darüber hinaus ist auch der Begriff selbst zum Diskussionsthema geworden. Die Tatsache, dass zwei so unterschiedliche Theorien wie „Aufklärung“ und „Absolutismus“ in einer Bezeichnung verschmelzen, erscheint z. B. Birtsch als „eine begriffliche Fehlleistung der Historiographie“ . Aretin ist der Meinung, dass sich Aufklärung und Absolutismus in letzter Konsequenz ausschließen. Dennoch wird weitgehend am Begriff des „aufgeklärten Absolutismus“ festgehalten, wenn auch in der neueren Forschung zum Teil die Bezeichnung „Reformabsolutismus“ favorisiert wird.
In dieser Arbeit wird auf die Geschichte des umstrittenen Begriffs genauer eingegangen, sowie die unterschiedlichen Standpunkte einiger Historiker zum Thema „aufgeklärter Absolutismus“ aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erläuterung der Begriffe „Aufklärung“ und „Absolutismus“

3. Zur Geschichte des Begriffs „aufgeklärter Absolutismus“

4. Die Forschungsdiskussion

4.1 Zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Herrschaftsform des aufgeklärten Absolutismus

4.1.1. Der aufgeklärte Absolutismus als eine, die Ideen der Aufklärung zur Verbesserung des Staatswohls, aufgreifende Herrschaftsform

4.1.1.1 Karl Otmar Freiherr von Aretin

4.1.1.2 Fritz Hartung

4.1.1.3 Ernst Walder

4.1.2 Der aufgeklärte Absolutismus als eine, die Ideen der Aufklärung zur Steigerung monarchischer Macht, aufgreifende Herrschaftsform

4.1.2.1 Ingrid Mittenzwei

4.1.2.2 Weitere Historiker (Wilhelm Roscher, Reinhold Koser, Otto Hintze, Gottfried Niedhart)

4.2 „Aufgeklärter Absolutismus“ oder „Reformabsolutismus“

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Problematik und Kontroverse rund um den Begriff „aufgeklärter Absolutismus“. Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte über die Vereinbarkeit von absolutistischer Herrschaft und aufklärerischen Idealen zu beleuchten und verschiedene Historikerpositionen sowie alternative Begriffsdefinitionen kritisch gegenüberzustellen.

  • Historische Herleitung und Etymologie des Begriffs
  • Die Kontroverse zwischen „Staatswohl“ und „Machtsicherung“
  • Analyse der Forschungsansätze zentraler Historiker
  • Diskussion der Bezeichnung „Reformabsolutismus“ als Alternative
  • Widersprüchlichkeit der Epoche im Lichte der Absolutismuskritik

Auszug aus dem Buch

3. Zur Geschichte des Begriffs „aufgeklärter Absolutismus“

Darüber, wann der Begriff des aufgeklärten Absolutismus das erste Mal verwendet wurde, sind sich die Historiker nicht ganz einig. So schreibt beispielsweise Günter Birtsch, dass dem Begriff keine „zeitgenössische[n], unmissverständlichen[n] und eindeutige[n] Quellenbegriffe zugrunde lägen“ wohingegen Ingrid Mittenzwei der Ansicht ist, dass der Begriff aus dem 18. Jahrhundert stammt, also „nicht nachträglich vom Historiker für die Charakterisierung eines historischen Tatbestandes geprägt“ wurde. Diese Ansicht vertritt auch Karl Otmar Frhr. von Aretin. In einem von ihm herausgegebenen Sammelband zum Thema aufgeklärter Absolutismus, geht er in der Einleitung näher auf die Entstehung des Begriffes ein.

Der Begriff „despotisme légal“ wurde demzufolge erstmals im 18. Jahrhundert in der physiokratischen Literatur gebraucht. Ausgehend von der Annahme, dass nur ein absoluter Monarch die Ideen der Aufklärung zum Nutzen des Staates umsetzen könne, wurde der Begriff geprägt. Er bezeichnete also eine Herrschaftsform, bei der ein absoluter Monarch, der aufklärerische Reformen erzwingt „im höheren Sinne legal handelt“.

Nachdem der Ausdruck nahezu in Vergessenheit geriet, wurde er 1847 von Wilhelm Roscher in seinen „Umrissen zur Naturlehre der drei Staatsformen“ wieder verwendet. Birtsch schreibt hierzu, dass es sich bei dem Begriff des „aufgeklärten Absolutismus“ um einen von Roscher eingeführten „Kunstbegriff“ handele. Roscher unterschied drei Entwicklungsstufen in der Geschichte des neueren Absolutismus: Nach dem konfessionellen und dem höfischen Absolutismus, stellt der aufgeklärte Absolutismus gewissermaßen die höchste dieser drei Stufen dar. Roscher sah im aufgeklärten Absolutismus eine entscheidende Machtsteigerung für den Monarchen. Unter dem Deckmantel der Aufklärung konnte dieser als erster Diener des Staates seinen Willen leichter durchsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der historischen Kontroverse um den Zeitraum und die Definition des Begriffs „aufgeklärter Absolutismus“ seit dem 19. Jahrhundert.

2. Erläuterung der Begriffe „Aufklärung“ und „Absolutismus“: Definition der beiden Kernbestandteile und ihre Bedeutung im Kontext der Herrschaftsform des 17. und 18. Jahrhunderts.

3. Zur Geschichte des Begriffs „aufgeklärter Absolutismus“: Analyse der Entstehung und der Etymologie des Begriffs sowie seiner Wiederentdeckung durch Wilhelm Roscher.

4. Die Forschungsdiskussion: Ausführliche Gegenüberstellung der wissenschaftlichen Sichtweisen, ob Aufklärung zur Verbesserung des Staatswohls oder zur monarchischen Machtsicherung instrumentalisiert wurde.

5. Fazit: Kritische Würdigung der Problematik und Plädoyer für den behutsamen Umgang mit den Begriffen „aufgeklärter Absolutismus“ und „Reformabsolutismus“.

Schlüsselwörter

Aufgeklärter Absolutismus, Aufklärung, Absolutismus, Reformabsolutismus, Staatswohl, Monarchie, Friedrich der Große, Machtpolitik, Geschichtswissenschaft, historische Begriffsdebatte, Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Ideologie, politische Reformen, Staatstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der inhaltlichen und terminologischen Problematik des Begriffs „aufgeklärter Absolutismus“ und den damit verbundenen Widersprüchen in der historischen Forschung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Genese des Begriffs, die theoretische Definition von Aufklärung und Absolutismus sowie die Frage nach der Intention hinter den Reformen absolutistischer Herrscher.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, die verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven – von der positiven Interpretation als Dienst am Volk bis hin zur marxistischen Kritik als bloße Machtsicherung – vergleichend darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener historiographischer Ansätze (u.a. Aretin, Hartung, Mittenzwei, Birtsch), um die Entwicklung des Begriffs zu dokumentieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Forschungsdiskussionen, die Unterscheidung zwischen dem Dienst am Staatswohl und der Steigerung der monarchischen Macht sowie die Debatte um die Bezeichnung „Reformabsolutismus“ detailliert erläutert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „aufgeklärter Absolutismus“, „Staatswohl“, „Machtinstrumentalisierung“ und „Reformabsolutismus“ charakterisiert.

Welche Rolle spielt Friedrich II. in der Argumentation der Historiker?

Friedrich II. dient als primäres Fallbeispiel. Historiker diskutieren anhand seiner Politik kontrovers, ob er ein wahrer „Aufklärer auf dem Thron“ war oder ob seine Reformen lediglich der Effizienzsteigerung seines Machtapparates dienten.

Warum wird der Begriff „Reformabsolutismus“ von einigen Historikern favorisiert?

Historiker wie Günter Birtsch bevorzugen diesen Begriff, da er die Kontinuität der Reformen betont und die aus ihrer Sicht irreführende Verbindung von „Aufklärung“ und „Absolutismus“ vermeidet.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Die Problematik des Begriffs "Aufgeklärter Absolutismus"
College
University of Regensburg  (Institut für Geschichte)
Grade
1,0
Author
Regina Eberle (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V83630
ISBN (eBook)
9783638000529
ISBN (Book)
9783656525165
Language
German
Tags
Problematik Begriffs Aufgeklärter Absolutismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regina Eberle (Author), 2006, Die Problematik des Begriffs "Aufgeklärter Absolutismus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83630
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint