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Gespräch und Hierarchie in dem Roman 'Wie Uli der Knecht glücklich wird' von Jeremias Gotthelf

Title: Gespräch und Hierarchie in dem Roman 'Wie Uli der Knecht glücklich wird' von Jeremias Gotthelf

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 36 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anke Neugebauer (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Innerhalb des Romans nehmen Gespräche einen auffallend großen Raum ein und bestimmen den Handlungsverlauf, indem sie Handlung initiieren oder verhindern. Im Folgenden soll daher untersucht werden, welche Funktion sie im Zusammenhang mit den dargestellten hierarchischen Verhältnissen einnehmen. Von besonderem Interesse werden dabei die Gespräche und das Gesprächsverhalten zwischen den Figuren sein, die unterschiedlichen Positionen innerhalb der erwähnten besitzständischen Ordnung angehören und deren Wirkung auf die Entwicklung des Protagonisten Uli. Aus diesem Grund stehen die Gespräche Ulis mit dem Bodenbauern Johannes, dem Glunggebauern Joggeli und seiner Frau und den Pfarrerfiguren im Vordergrund. Erst in zweiter Linie werden wichtige Gespräche mit anderen Nebenfiguren eine Rolle spielen. Diese Auswahl dient gleichzeitig dazu, das umfangreiche Thema einzugrenzen. Da die Verwendung der dialektalen und der hochdeutschen Sprache ein wichtiges Merkmal der Dichtung Gotthelfs ist, fließt deren Bedeutung im Zusammenhang mit der Gestaltung der Gespräche und Figuren in die Untersuchung ein. Um die Gespräche im Hinblick auf die Fragestellung zu analysieren, werden zum Teil die Methoden und Kategorien der germanistischen Gesprächsforschung und der historischen Dialogforschung zu Hilfe genommen. Beide sprachwissenschaftlichen Disziplinen gehen davon aus, dass der Begriff des Gesprächs sich in erster Linie auf den Dialog in gesprochener Sprache bezieht und dialogische Sprachhandlungen meint, zwischen mindestens zwei Personen, die der menschlichen Verständigung dienen. Die literarisch-fiktionalen Gespräche, welche hier zum Untersuchungsgegenstand werden, stellen eine besondere Form der Gesprächsgattungen dar. Sie grenzen sich von den natürlichen Gesprächen dadurch ab, dass sie künstlerische, stilisierte Entwürfe sind, die keine reale Gesprächssituation abbilden, aber auf dem Wirklichen basieren. So lassen sich aufgrund von fiktionalen Gesprächen Rückschlüsse auf zeitgenössische Gesprächswirklichkeiten in den verschiedenen Kommunikations- und Praxisbereichen ziehen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Der Aufbau und Stil im Uli-Roman

1.1 Die bäuerliche Welt

2. Die Gespräche zwischen Herr und Knecht

2.1. Das erste Gespräch als Strafpredigt

2.2 Das Gespräch als Annäherung der Stände – Eine Kinderlehre während der Nacht

2.3. Der Meister als Lebensratgeber

3. Der Kampf um Ordnung – Die Gespräche zwischen Meisterknecht und Glunggebauern

3.1. Die Helferfiguren

3.2. Der Baumwollhändler als Verkörperung des Zeitgeistes

4. Die Reden der Pfarrerfiguren

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die funktionale Rolle von Gesprächen im Roman „Wie Uli der Knecht glücklich wird“ von Jeremias Gotthelf, wobei der Fokus auf den hierarchischen Verhältnissen und der Entwicklung des Protagonisten Uli liegt.

  • Analyse von Gesprächsverhalten und sozialen Hierarchien
  • Bedeutung von Dialogen für die Entwicklung des Protagonisten Uli
  • Einfluss christlicher Werte auf Dienstverhältnisse
  • Gegenüberstellung von traditioneller Ordnung und modernem Zeitgeist
  • Methodische Einbindung der germanistischen Gesprächs- und Dialogforschung

Auszug aus dem Buch

2. Die Gespräche zwischen Herr und Knecht

Der Romananfang ist vom Erzähler so gestaltet, dass er in ‚medias res’ den Leser sofort in die bäuerliche Welt des Bodenbauers Johannes einführt:

Es lag eine dunkle Nacht über der Erde; noch dunkler war der Ort, wo eine Stimme gedämpft zu wiederholten Malen ‚Johannes!’ rief. Es war ein kleines Stübchen in einem großen Baurenhause[...]. (UK/7)

Im folgenden Gespräch zwischen der Meisterfrau und dem Meister, eröffnet sie den Dialog, indem sie den Meister auffordert, dass er „füttern“ (UK/95) müsse, weil der Knecht Uli „voll“ (UK/95) ist und wieder einmal „gehudelt“ (UK/95) hat.9 Das als unverantwortlich kritisierte Verhalten des Knechts wird zum Gesprächsanlass im Ehebett der Meisterleute und im Themenbereich ausgeweitet auf das allgemeine, zeittypische Verhalten der Dienstleute und das Arbeitsverhältnis zwischen Meister und Diensten. Durch die Wiedergabe der direkten Rede der Meisterfrau übt der Erzähler Kritik an den neuen, modernen Arbeitsverhältnissen und charakterisiert die Bodenbauern als Anhänger eines traditionellen Verständnisses von den Verpflichtungen der Meister gegenüber den Dienstleuten, welches auf sittlich-moralischen Maximen beruht:

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Funktion von Gesprächen im Roman in Bezug auf hierarchische Verhältnisse und die Entwicklung der Figur Uli.

1 Der Aufbau und Stil im Uli-Roman: Überblick über die didaktische Intention des Autors und die Bedeutung der dialektalen Sprache für die Charakterisierung.

1.1 Die bäuerliche Welt: Erörterung der patriarchalischen Struktur und des christlich geprägten Weltbildes im bäuerlichen ‚Haus’.

2. Die Gespräche zwischen Herr und Knecht: Analyse der Interaktion zwischen Uli und dem Bodenbauern Johannes unter Berücksichtigung verschiedener Gesprächssituationen.

2.1. Das erste Gespräch als Strafpredigt: Untersuchung der autoritären Zurechtweisung als Mittel zur sittlichen Erziehung des Knechts.

2.2 Das Gespräch als Annäherung der Stände – Eine Kinderlehre während der Nacht: Deutung dieses Schlüsselerlebnisses als Metapher für den Neuanfang Ulis durch Fürsorge und religiöse Unterweisung.

2.3. Der Meister als Lebensratgeber: Betrachtung des Wandels der Beziehung hin zu einer väterlichen Beratung bei ökonomischen Entscheidungen.

3. Der Kampf um Ordnung – Die Gespräche zwischen Meisterknecht und Glunggebauern: Darstellung der Kontrastierung zum ersten Meister und der Problematik des sozialen Misstrauens.

3.1. Die Helferfiguren: Analyse der vermittelnden Rollen der Glunggebäuerin und der Magd Vreneli zur Erhaltung der Ordnung.

3.2. Der Baumwollhändler als Verkörperung des Zeitgeistes: Kritik an Individualismus und Manipulation als Bedrohung für das traditionelle Hofleben.

4. Die Reden der Pfarrerfiguren: Untersuchung der didaktischen Funktion der Geistlichen als Mahner zur christlichen Lebensführung.

5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Funktion der Gespräche bei der Restaurierung traditioneller, christlich-bäuerlicher Werte.

Schlüsselwörter

Jeremias Gotthelf, Uli der Knecht, Gesprächsanalyse, Hierarchie, bäuerliches Leben, christliche Ethik, Dienstverhältnis, Erziehung, soziale Ordnung, Zeitgeist, Dialekt, Bodenbauer, Glunggebauer, Dialogforschung, Tradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Gestaltung von Gesprächen im Roman „Wie Uli der Knecht glücklich wird“ und untersucht, wie diese Gespräche zur Darstellung sozialer Hierarchien und zur Entwicklung des Protagonisten beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des bäuerlichen ‚Hauses’, das christliche Dienstverhältnis, den Einfluss von Erzieherfiguren und die kritische Auseinandersetzung mit dem aufkommenden modernen Zeitgeist.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Funktionen Gespräche im Hinblick auf die dargestellten hierarchischen Verhältnisse einnehmen und wie sich das Gesprächsverhalten auf die Entwicklung des Protagonisten Uli auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung greift auf Kategorien und Methoden der germanistischen Gesprächsforschung sowie der historischen Dialogforschung zurück.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gespräche zwischen Herr und Knecht, den Kampf um Ordnung auf dem Glunggehof, die Bedeutung von Helferfiguren und die belehrende Rolle der Pfarrerfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Jeremias Gotthelf, Gesprächsanalyse, bäuerliche Gemeinschaft, christliche Ordnung, Dienstverhältnis und sozialer Aufstieg.

Wie unterscheidet sich der Glunggebauer Joggeli vom Bodenbauern Johannes?

Der Bodenbauer wird als idealer, geduldiger und christlicher Meister dargestellt, während Joggeli durch soziales Misstrauen, Kommunikationsunfähigkeit und das Versäumnis, seine christlichen Pflichten gegenüber den Dienstleuten zu erfüllen, als Zerstörer der Hausordnung gezeichnet wird.

Welche Rolle spielt Vreneli in der Geschichte?

Vreneli fungiert als fromme, verwaiste Magd, die durch ihre charismatische Ausstrahlung und ihre Bemühungen um Versöhnung eine moralische Überlegenheit zeigt und letztlich eine zentrale Rolle für die Erhaltung der Ordnung auf dem Hof einnimmt.

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Details

Title
Gespräch und Hierarchie in dem Roman 'Wie Uli der Knecht glücklich wird' von Jeremias Gotthelf
College
Technical University of Berlin  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften)
Grade
1,5
Author
Anke Neugebauer (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V83636
ISBN (eBook)
9783638000581
ISBN (Book)
9783638910583
Language
German
Tags
Gespräch Hierarchie Roman Knecht Jeremias Gotthelf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Neugebauer (Author), 2007, Gespräch und Hierarchie in dem Roman 'Wie Uli der Knecht glücklich wird' von Jeremias Gotthelf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83636
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