Einleitung
„ As the century closed, the world became smaller. The public rapidly gained access to new and dramatically faster communication technologies. […] Every brought forth new technological advances to which old business models seemed no longer to apply.”(1)
1.1. Problemstellung
Der Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft verändert
zunehmend das wirtschaftliche Umfeld, in dem Unternehmen agieren.
Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien erlangen immer
größere Relevanz im wirtschaftlichen Umfeld. Die wachsende Bedeutung der kommerziellen Nutzung des Internets ist Ausdruck dieser Entwicklung. Häufig werden die Aufhebung räumlicher und zeitlicher Einschränkungen,(2) sowie die Annäherung an das Ideal des vollkommenen Marktes(3) als markanteste Veränderungen im Zuge der Einführung des Electronic Commerce genannt. Im zwischenbetrieblichen Sektor wird die Erleichterung der unternehmensübergreifenden Prozessunterstützung als ein ergänzender Vorteil des Electronic Commerce angesehen.(4) Die angeführten Veränderungen haben in erster Linie Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation. Es kommt zu einem Wandel der Marktstrukturen und -größe.(5) Neben dem verstärkten Wettbewerb erlangt aber auch die Kollaboration zwischen Geschäftspartnern zunehmend an Bedeutung, da die Konzentration auf die Kernkompetenzen erleichtert wird.(6)
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1 Vgl. SHAPIRO C.,VARIAN H. R. (1999), Information Rules, S. 1.
2 Vgl. TIMMERS, P., Electronic Commerce (1998), S. 11 – 13.
3 Malone und Yates führen in ihrem Beitrag aus, in welcher Form die elektronische Vernetzung die Transaktionskosten senkt. Die Absenkung der Transaktionskosten ist wiederum zurückzuführen auf eine Annäherung an das Ideal des vollkommenen Marktes.
Vgl. MALONE, T. W. et al., Electronic Markets (1987), S. 489.
4 Vgl. SAUTER, M., Strategische Herausforderungen (1999), S. 109.
5 Vgl. OECD, The Impact of Electronic Commerce (1999), S. 86.
6 Vgl. PHILLIPS, C., MEEKER, M., B2B Internet Report (2000), S. 13.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1.Problemstellung
1.2.Zielsetzung
1.3.Vorgehensweise
2. GRUNDLAGEN DER INTERNET ÖKONOMIE
2.1. Definitionen
2.1.1. Definition Electronic Commerce
2.1.2. Definition elektronischer Markt
2.2. Ausprägungen des Electronic Commerce
2.3. Merkmale der Internet Ökonomie
2.3.1. Erhöhte Verfügbarkeit
2.3.2. Digitalisierung
2.3.3. Kostenpotentiale
2.3.4. Netzwerkexternalitäten und positives Feedback
2.4. Strategische Herausforderungen durch Electronic Commerce
2.4.1. Veränderung des Wettbewerbs
2.4.2. Transformation der Wertschöpfungsketten
2.4.3. Individualisierung des Angebots
2.5. Zusammenfassung
3. GRUNDLAGEN DER INTERNET GESCHÄFTSMODELLE
3.1. Definition von Geschäftsmodellen
3.2. Klassifizierung von B2B Internet Geschäftsmodellen
3.2.1. Stellung in der Wertkette
3.2.2. Interaktionsmuster
3.3. Merkmale von Internet Geschäftsmodellen
3.3.1. Gemeinsame Merkmale
3.3.2. Modellspezifische Merkmale
4. GESCHÄFTSMODELLFORMEN
4.1. Ausprägungen von Internet Geschäftsmodellen
4.1.1. Direkte Vertriebsformen
4.1.2. Elektronische Marktplätze
4.1.3. Dienstleistungsmodelle
4.1.4. Kommunikationsmodelle
4.1.5. Entwicklungsperspektiven der Grundformen
4.2. Hybride Geschäftsmodelle
4.2.1. Bedeutung von Mischformen
4.2.2. Portale
4.2.3. Fallbeispiele
4.2.4. Marktentwicklung im B2B Commerce
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über bestehende Geschäftsmodelltypen im zwischenbetrieblichen Electronic Commerce. Ziel ist es, die ökonomischen Veränderungen durch das Internet aufzuzeigen, den Begriff Geschäftsmodell zu definieren und eine Klassifizierung für B2B-Geschäftsmodelle zu entwickeln, die als Basis für Vergleichs- und Analyseuntersuchungen dient.
- Analyse der Grundlagen der Internetökonomie und strategischer Herausforderungen für Unternehmen.
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Klassifizierung und Abgrenzung von B2B-Internetgeschäftsmodellen.
- Untersuchung von Geschäftsmodell-Grundformen (direkt, Marktplatz, Dienstleistung, Kommunikation).
- Betrachtung hybrider Geschäftsmodelle und deren Bedeutung für die Kundenbindung und Marktentwicklung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Stellung in der Wertkette
Basis für diese Betrachtung bildet die Wertschöpfungskette von Porter. Der Ansatz Porters kann im Zusammenhang mit Internet Geschäftsmodellen unterschiedlich verwendet werden. Ähnlich wie Timmers versuchen viele Autoren reale Geschäftsmodelle durch die Anzahl und Verbindung verschiedener Wertkettenaktivitäten innerhalb eines Modells zu beschreiben. Dieses Vorgehen lehnt sich stark an Porters Vorgehen an, das jedes Unternehmen als eine Ansammlung von Tätigkeiten sieht, durch die eine Leistung entworfen, hergestellt, vertrieben, ausgeliefert und unterstützt wird.
Andere Autoren, wie Rappa, betrachten die Wertkette unter dem Aspekt, dass die Internet Ökonomie durch die fortschreitende Digitalisierung und die Aufhebung zeitlicher und räumlicher Begrenzungen in der Lage ist, Restriktionen aufzuheben, die bisher die unternehmensübergreifende Integration von Wertketten behindert haben. Electronic Commerce ermöglicht durch den fortschreitenden Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien Geschäftsprozesse unternehmensübergreifend zu optimieren. Dadurch ist jedes Unternehmen in der Lage, sich innerhalb der virtuellen Wertkette zu positionieren und sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Aktivitäten, die nicht zu den Kernaktivitäten der Unternehmen zählen, werden zunehmend externen Partnern übertragen. Deutlich wird dies auch am Beispiel virtueller Firmen, bei denen es sich um einen Zusammenschluss mehrer Unternehmungen handelt, die auf dem Markt als eine Einheit auftreten, wobei jedoch intern verschiedene selbstständige organisatorische Einheiten die Teilprozesse übernehmen, die ihren jeweiligen Kernkompetenzen entsprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit, die sich mit dem Wandel der Geschäftsmodelle durch das Internet befasst.
2. GRUNDLAGEN DER INTERNET ÖKONOMIE: Erläutert die theoretischen Merkmale wie Verfügbarkeit und Digitalisierung, die den ökonomischen Wandel und strategische Herausforderungen bedingen.
3. GRUNDLAGEN DER INTERNET GESCHÄFTSMODELLE: Bietet eine Definition und Klassifizierung von Geschäftsmodellen, basierend auf Wertkette und Interaktionsmustern.
4. GESCHÄFTSMODELLFORMEN: Detaillierte Vorstellung und Vergleich der verschiedenen Grundformen wie direkter Handel, Marktplätze und hybride Modelle.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Fasst die Ergebnisse zusammen und postuliert Thesen zur zukünftigen Entwicklung von Geschäftsmodellen in Richtung Kollaboration und Konsolidierung.
Schlüsselwörter
Electronic Commerce, Internet Ökonomie, B2B, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungskette, Mass Customization, Marktplätze, E-Shop, E-Mall, Kollaborationsplattform, virtuelle Gemeinschaften, Internetökonomie, Transaktionskosten, Disintermediation, Kundenbindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich Geschäftsmodelle im zwischenbetrieblichen Electronic Commerce unter dem Einfluss der Internetökonomie verändern und welche Formen heute existieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Internetökonomie, die Definition und Klassifizierung von B2B-Geschäftsmodellen sowie deren praktische Ausprägungen und Entwicklungstendenzen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über bestehende Geschäftsmodelltypen zu geben und eine Systematik zu schaffen, um diese Modelle vergleichen und zukünftig besser analysieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit verwendet eine Literaturanalyse zur Herleitung von Definitionen und Kriterien, ergänzt durch eine strukturierte Klassifizierung und Fallbeispiele aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und Merkmale (z.B. Digitalisierung, Netzwerkökonomie) erörtert, danach werden Geschäftsmodelle nach ihrer Stellung in der Wertkette und Interaktionsmustern klassifiziert und detailliert verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Electronic Commerce, B2B, Geschäftsmodell, Wertschöpfungskette, Marktplätze und Kundenbindung.
Was unterscheidet B2B-Geschäftsmodelle von B2C-Modellen gemäß der Arbeit?
Der B2B-Bereich weist eine höhere Komplexität auf, da er oft die Integration komplexer Wertketten und Warenwirtschaftssysteme erfordert, während B2C sich meist auf den reinen Verkaufsprozess konzentriert.
Welche Bedeutung haben "hybride Geschäftsmodelle" in dieser Arbeit?
Hybride Modelle, wie etwa Portale, werden als Reaktion auf den Bedarf an stärkerer Kundenbindung und effizienterer Erlösgenerierung angesehen, wobei verschiedene Funktionen (Handel, Kollaboration, Content) unter einer Plattform vereint werden.
- Citation du texte
- Andreas Grohmann (Auteur), 2000, Formen von Geschäftsmodellen für den zwischenbetrieblichen Electronic Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/837