Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Politics, Political Education

Politische Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht

Kann der Beutelsbacher Konsens den Schüler vor unzulässiger Beeinflussung des Politiklehrers schützen?

Title: Politische Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht

Seminar Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katja Erben (Author)

Didactics - Politics, Political Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Neben der Fähigkeit zu sozialem Handeln, muss man die politische Urteilsfähigkeit „zu den wichtigsten Zielen des politischen Unterrichts zählen“ – das ist auch in der Politikdidaktik unumstrittener Konsens, quer durch die didaktischen Lager. In meiner Arbeit soll es aber weniger um die Frage nach dem ‚Was ist ein politisches Urteil?’,
als vielmehr darum gehen, wie die Schüler zu ihren politischen Urteilen gelangen und ob der Politiklehrer bewusst oder unbewusst auf Inhalt und Qualität des Urteils Einfluss nimmt. Der Beutelsbacher Konsens (B.K.), bietet bezüglich meiner Fragestellung den didaktischen Hintergrund für die Arbeit. Ich will versuchen zu klären, ob der B.K. den Lehrer davor schützen kann, seine Schüler in Bezug auf ihre politische Urteilsfähigkeit und ihre politischen Urteile in unangemessener Form zu beeinflussen.
Im ersten Teil werde ich Form und Inhalt des Beutelsbacher Konsenses darstellen und dabei versuchen, seinen Platz und seine Berechtigung in der Didaktik der Politik nachzuweisen. Unter B. steht die politische Urteilsbildung und -fähigkeit im Mittelpunkt meines Interesses, wobei ich dabei vor allem auf die Rolle des Lehrers im Urteilsbildungsprozess des Schülers eingehen will. Im dritten Teil meiner Arbeit will ich dann versuchen, konkrete Handlungsanweisungen an Schüler und Lehrer zu stellen, die zur Umsetzung des Beutelsbacher Konsenses beitragen. Ich werde mich dabei vor allem nach Wolfgang Hilligen und Dieter Grosser richten, die sich, zehn Jahre nach der Tagung in Beutelsbach, Gedanken zu diesem Thema gemacht haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Themeneingrenzung

II. Hauptteil:

A. Der Beutelsbacher Konsens - Platz und Berechtigung in der Didaktik der politischen Bildung

B. Die politische Urteilsbildung des Schülers - der Politiklehrer und sein Ziel (den Schüler zur eigenen politischen Urteilsbildung zu befähigen) als Ziel

C. Konkrete Handlungsanweisungen an Lehrer und Schüler, die „der Anerkennung und Wirksamkeit des B. K. dienen“

III. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der Beutelsbacher Konsens als didaktisches Fundament geeignet ist, Politiklehrer vor unzulässiger Beeinflussung ihrer Schüler bei der politischen Urteilsbildung zu schützen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Lehrerrolle, der praktischen Umsetzung der Konsensprinzipien und der Herausforderung, Schülern trotz komplexer Sachverhalte zu einem selbstständigen Urteil zu verhelfen.

  • Historische Einordnung und Relevanz des Beutelsbacher Konsenses
  • Die Rolle des Politiklehrers im Urteilsbildungsprozess
  • Problematiken bei der Umsetzung von Indoktrinationsverboten
  • Konkrete Handlungsanweisungen zur Förderung der Urteilsfähigkeit
  • Spannungsfeld zwischen Schülerinteressen und Gemeinwohl

Auszug aus dem Buch

A. Der Beutelsbacher Konsens - Platz und Berechtigung in der Didaktik der politischen Bildung

Ausgelöst durch den Streit um „die Hessischen Rahmenrichtlinien für Gesellschaftslehre, die 1972 erschienen“ waren und von einigen Eltern und der Opposition als marxistisch verurteilt wurden, wurde die politische Bildung zum Spielball zweier politischer Lager, der regierenden SPD und der sich in Opposition befindlichen CDU.

„Der Konflikt war Mittel im Rahmen der politischen Strategie“ der CDU, die versuchte „Bedrohungen auf dem Feld der Bildungspolitik in den SPD-regierten Ländern den Wählern wahrscheinlich zu machen“. Auswirkungen hatte dieses Verhalten vor allem auf die Didaktik der politischen Bildung, deren Vertreter nun „selber zu politischen Akteuren“ instrumentalisiert wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Didaktik „ausdifferenziert, aber nicht in zwei gegensätzliche Lager, sondern in vier oder fünf, sechs unterschiedliche kontroverse Richtungen“, nun waren sie entweder für oder gegen die Rahmenrichtlinien und Schulbuchinhalte, für oder gegen die Politik einer der großen Parteien.

„Der Streit der Pädagogen geriet unversehens zur Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ konstatiert Hans-Georg Wehling in seinem Beitrag zum Konsensproblem in der politischen Bildung schon 1977.

1976 trafen sich die führenden Politikdidaktiker in Beutelsbach auf Initiative der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, um zu versuchen, „den wissenschaftlichen Diskurs in der politischen Didaktik wiederherzustellen“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Themeneingrenzung: Die Autorin legt die Fragestellung dar, inwiefern der Beutelsbacher Konsens den Lehrer vor einer unzulässigen Beeinflussung der Schüler schützen kann, und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

II. Hauptteil: Dieser Teil analysiert den Stellenwert des Beutelsbacher Konsenses, die Rolle des Lehrers bei der Förderung der Urteilsbildung und liefert konkrete Handlungsanweisungen zur praktischen Umsetzung der Konsensprinzipien.

III. Resümee: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die größte Herausforderung nicht in der Anerkennung der Richtlinien liegt, sondern in deren tatsächlicher Umsetzung im Unterrichtsalltag, was stetige Selbstreflexion und Evaluation erfordert.

Schlüsselwörter

Beutelsbacher Konsens, Politische Urteilsbildung, Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot, Politiklehrer, Didaktik der politischen Bildung, Indoktrination, Mündigkeit, Schülerinteressen, Gemeinwohl, Unterrichtsanalyse, Politikverdrossenheit, Demokratische Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie der Beutelsbacher Konsens als normativer Rahmen sicherstellen kann, dass Schüler im Sozialkundeunterricht zur eigenständigen politischen Urteilsbildung befähigt werden, ohne dabei vom Lehrer manipuliert zu werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind das Überwältigungsverbot, das Kontroversitätsgebot, die Analyse von Schülerinteressen und die praktische Lehrerrolle im Politikunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob der Beutelsbacher Konsens ausreicht, um den Politiklehrer vor einer unangemessenen Beeinflussung seiner Schüler zu schützen, und welche Bedingungen für eine gelungene Urteilsbildung erfüllt sein müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine fachdidaktische Literaturanalyse, bei der sie sich insbesondere auf Beiträge von Wolfgang Hilligen, Dieter Grosser, Tilman Grammes und Hans-Georg Wehling stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung des Konsenses, die Problematisierung der Urteilsbildung aus Lehrerperspektive und konkrete methodische Handlungsanweisungen für den Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Beutelsbacher Konsens, politische Urteilsbildung, Indoktrinationsverbot und Fachdidaktik charakterisiert.

Inwiefern spielt der gesellschaftliche Wandel eine Rolle bei der Umsetzung des Konsenses?

Die Arbeit stellt fest, dass politische Desinteresse und ein veränderter gesellschaftlicher Kontext die Umsetzung der alten Prinzipien erschweren und eine Anpassung an heutige Unterrichtssituationen erfordern.

Welche Rolle spielt die „Frustrationstoleranz“ des Lehrers?

Sie ist ein zentrales Element, um Schülern den Raum zu geben, eigene, auch rigorose politische Auffassungen zu entwickeln, ohne dass der Lehrer direkt korrigierend oder unterdrückend eingreift.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Politische Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht
Subtitle
Kann der Beutelsbacher Konsens den Schüler vor unzulässiger Beeinflussung des Politiklehrers schützen?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Course
Einführung in die Didaktik von Politikunterricht
Grade
1,0
Author
Katja Erben (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V83700
ISBN (eBook)
9783638895101
Language
German
Tags
Politische Urteilsbildung Sozialkundeunterricht Einführung Didaktik Politikunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Erben (Author), 2005, Politische Urteilsbildung im Sozialkundeunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83700
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint