Im Rahmen des empirischen Seminars Entwicklungspsychologie wurde die Thematik des Kartensortierens mit Dimensionswechseln (Dimensional Change Card Sorting) bei Erwachsenen untersucht. Dieser Kartensortiertest wird üblicherweise bei Kindern durchgeführt. Kinder haben beim Kartensortieren Schwierigkeiten wenn die Dimension nach der sortiert werden soll, geändert wird. Die Kinder antworten falsch, Erwachsene antworten richtig, jedoch ist ihre Reaktion bei Dimensionswechseln langsamer.
Auf Grundlage einer bestehenden Studie von Diamond und Kirkham (2005) galt es die bestehenden Befunde nachzuweisen und weitere Untersuchungen anzustellen.
Es wurden 20 Personen mittels DCCS-Computerprogramm getestet. Dabei wurden die Richtigkeit der Antworten und die Reaktionszeit vom Erscheinen des Stimulusbildes zur Antwort erhoben.. Es zeigte sich, dass sich Erwachsene bei der Standard Version weniger Schwierigkeiten hatten als bei der Standard Version. Die Anzahl der Stimuli bis zum Dimensionswechsel hatte keinen Einfluss auf die Reaktionszeitdifferenzen beim Wechsel.
Inhaltsverzeichnis
1 Literatur
2 Fragestellung und Hypothesen
2.1 Fragestellungen
2.2 Hypothesen
3 Methodik
3.1 Stichprobe
3.2 Design
3.3 Materialien
3.4 Prozedur
3.5 Ethische und juristische Gesichtspunkte
4 Ergebnisse
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob der Dimensionswechsel beim Dimensional Change Card Sorting (DCCS), der bei Kindern zu erheblichen Schwierigkeiten führt, auch bei Erwachsenen messbare Auswirkungen auf die Reaktionszeit hat, und prüft verschiedene Versuchsbedingungen auf ihren Einfluss. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob sich durch die Trennung von Dimensionen (Separated Version) signifikante Unterschiede in der kognitiven Leistung bzw. den Switching-Kosten im Vergleich zur Standardversion ergeben.
- Untersuchung von kognitiven Prozessen beim Dimensional Change Card Sorting bei Erwachsenen.
- Vergleich der Standard-DCCS-Version mit einer Separated-DCCS-Version.
- Analyse von Reaktionszeiten und Switching-Kosten bei Dimensionswechseln.
- Einfluss der Stimulianzahl im Vorfeld eines Wechsels auf die kognitive Flexibilität.
- Überprüfung theoretischer Ansätze wie der Theorie der kognitiven Komplexität und Kontrolle (CCC).
Auszug aus dem Buch
1 Literatur
Erwachsene sind oft erstaunt wenn Kinder bei der Kartensortieraufgabe mit Dimensionswechsel (Dimensional Change Card Sorting – DCCS; Zelazo, Frye, & Rapus, 1996) scheitern. Bei der Standard Version der DCCS Aufgabe müssen Kinder Testkarten (z.B. blaue Banane, rote Kirsche) zuerst nach einer Dimension (z.B. Farbe) und dann nach einer anderen Dimension (z.B. Form) in zwei Boxen, die jeweils mit Zielkarten markiert sind (rote Banane, blaue Kirsche), sortieren. Eine Testkarte passt nur auf einer Dimension zu einer Zielkarte. Vor der Testung werden den Kindern die Regeln erklärt. Es gibt das Farbenspiel, bei dem alle blauen Testkarten zu den Boxen mit dem blauen Zielkarten gehören, und es gibt das Formenspiel, bei dem alle Testkarten nach der Form sortiert werden.
Dreijährige Kinder sortieren die Karten korrekt nach einer Dimension. Kommt es jedoch zu einem Dimensionswechsel begehen sie Fehler, obwohl sie sich der Regeln bewusst sind. Ab etwa vier Jahren können die Kinder richtig nach der neuen Dimension sortieren (Zelazo et al., 1996).
In weiteren Untersuchungen trennten Kloo & Perner (2005) die Dimensionen der Karten (Separated DCCS Version). Die von ihnen verwendeten Karten zeigten die Umrisse eines Objekts und einen mit Farbe gefüllten Kreis. Die Kinder waren signifikant besser wenn Farbe und Form getrennt waren als wenn Farbe und Form auf den Karten integriert waren. Die jüngsten Kinder (38-42 Monate) waren bei der getrennten Version genauso gut wie die Ältesten. Im Gegensatz dazu wurden die Kinder mit steigendem Alter bei der integrierten Version besser. Diamond, Carlson und Beck (2005) konnten bestätigen, dass es Kindern leichter fällt mit getrennten Dimensionen zu sortieren. Ihre Studie unterschied sich aber von der zuvor genannten Studie durch eine andere Trennung der Dimensionen. Es wurden schwarze Figuren auf farbigem (gelbem oder grünem) Hintergrund präsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum DCCS-Test, insbesondere die Schwierigkeiten von Kindern bei Dimensionswechseln und existierende theoretische Erklärungsmodelle.
2 Fragestellung und Hypothesen: Hier werden die Forschungsfragen zur Schwierigkeit des Aufgabenwechsels bei Erwachsenen sowie die aufgestellten Hypothesen zu Reaktionszeitunterschieden zwischen verschiedenen Testversionen definiert.
3 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau der Untersuchung, inklusive der Stichprobenzusammensetzung, des Versuchsdesigns mit verschiedenen Testabfolgen und der verwendeten Materialien.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistischen Auswertungen zur Korrektheit der Antworten sowie zu den Reaktionszeiten und Switch-Kosten unter den verschiedenen Versuchsbedingungen.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die Befunde interpretiert und in den Kontext bestehender psychologischer Theorien zur Aufmerksamkeit und kognitiven Kontrolle gesetzt.
Schlüsselwörter
Dimensional Change Card Sorting, DCCS, kognitive Flexibilität, Dimensionswechsel, Reaktionszeit, Switching-Kosten, Standard Version, Separated Version, kognitive Komplexität, Aufmerksamkeit, inhibitorische Kontrolle, exekutive Funktionen, psychologische Forschung, Kartensortieraufgabe, Erwachsene.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das kognitive Phänomen des "Dimensional Change Card Sorting" bei erwachsenen Probanden, um zu prüfen, ob Dimensionswechsel bei Erwachsenen ähnliche Schwierigkeiten verursachen wie bei Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die kognitive Flexibilität, der Einfluss von Aufmerksamkeitssteuerung auf Sortieraufgaben und der Vergleich zwischen verschiedenen Testversionen, bei denen Dimensionen entweder integriert oder getrennt dargestellt werden.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Befunde früherer Studien, insbesondere von Diamond und Kirkham (2005), zu replizieren und zu untersuchen, ob die Trennung von Dimensionen (Form und Farbe) die Reaktionszeiten beim Wechsel der Sortierregeln bei Erwachsenen beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine empirische quantitative Studie mit 20 Probanden durchgeführt, bei der ein DCCS-Computerprogramm zur Messung der Richtigkeit der Antworten und der Reaktionszeiten eingesetzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des Versuchsaufbaus, inklusive der Einteilung der Probanden in Gruppen und die Darstellung der Testergebnisse basierend auf den unterschiedlichen Sortierabfolgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Dimensional Change Card Sorting (DCCS), kognitive Flexibilität, Switching-Kosten, Reaktionszeiten und Aufmerksamkeitssteuerung.
Führte die "Separated Version" der Aufgabe bei Erwachsenen zu signifikant schnelleren Antworten?
Nein, die Hypothese, dass Erwachsene bei der getrennten Version signifikant schneller antworten, konnte statistisch nicht bestätigt werden.
Hatte die Anzahl der Stimuli vor einem Dimensionswechsel einen Einfluss auf die Switch-Kosten?
Nein, es konnte kein signifikanter Unterschied in den Switch-Kosten festgestellt werden, unabhängig davon, ob im vorangegangenen Block 5 oder 10 Stimuli sortiert wurden.
- Quote paper
- Stephan Berndl (Author), 2006, Dimensional Change Card Sorting bei Erwachsenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83709