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Jonas Mekas und das New American Cinema

Title: Jonas Mekas und das New American Cinema

Seminar Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 5,5 - sehr gut

Autor:in: Laima Maldunaite-Christ (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Im Westen ist Jonas Mekas als avantgardistischer Filmemacher und vor allem als Erfinder und Schöpfer einer neuen autobiografischen Filmform bekannt, den Filmtagebüchern. Die geringe Anzahl der Studien über Mekas steht in diametralem Gegensatz zu seinem Ruhm und seiner Bedeutung. Das geht vor allem auf die Schwierigkeit zurück, für sein Werk geeignete Kategorien der Beschreibung zu finden. Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, diesem Gegensatz mit einem kleinen Beitrag meinerseits über den berühmtesten Künstler meines Heimatorts etwas entgegenzuwirken. Ich werde Jonas Mekas im Kontext des New American Cinema konstituieren, ihn als Filmessayist par excellence darstellen und seine Selbstvergewisserung durch das Filmemachen als Kunst als ein gesteigertes Bedürfnis nach Identität nachzuweisen versuchen. Das Filmen wie das Schreiben gehören bei Jonas Mekas zu den bahnbrechenden „identitätsstiftenden“ individuellen Handlungen, denen er als eine unter Tausenden von Displaced Persons auch seinen Namen verdankt. Th. W. Adorno hat diese Situation sehr treffend ausgedrückt: „Wer keine Heimat mehr hat, dem wird wohl gar das Schreiben zum Wohnen“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Jonas Mekas im Kontext des New American Cinema

3 Essayistische Motive in den Filmtagebüchern von Mekas

4 Fallbeispiel Reminiscences of a Journey to Lithuania

4.1 Kurzer Plot des Filmes

4.2 Die Selbstdarstellung Mekas in seinen Filmen

4.3 Die Erinnerung und die Zeit

5 Schlussbetrachtungen

6 Bibliografie

7 Filmografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schaffen des Filmemachers Jonas Mekas und analysiert, wie er durch seine Filmtagebücher die Grenzen zwischen dokumentarischem Film und Fiktion neu definiert, um seine Identitätssuche als Emigrant im Kontext des New American Cinema filmisch zu verarbeiten.

  • Die Rolle von Jonas Mekas innerhalb der New American Cinema Bewegung.
  • Die Analyse filmischer Mittel und der Ästhetik in den Filmtagebüchern.
  • Die Funktion des Essayfilms als Medium der Selbsterkundung und Identitätsstiftung.
  • Die Untersuchung des Films "Reminiscences of a Journey to Lithuania" als Fallbeispiel für Erinnerungskultur.
  • Das Verhältnis von privater Lebensgeschichte und historischer Dokumentation.

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Selbstdarstellung Mekas in seinen Filmen

Filmtagebücher wie auch andere autobiografische Projekte sind oft dem Vorwurf der radikalen Subjektivität ausgesetzt. Mittelbare Erfahrungen – wie authentisch oder synthetisch auch immer – werden in singuläres Leben gefasst, symbolische Sequenzen zu persönlicher Erfahrung geführt. Das Faktische nähert sich der Fiktion an und das Virtuelle ist realer als jede Utopie. Die Konfrontation mit der radikalen Subjektivität verunsichert zwar, sucht aber auch den Dialog. In Reminiscences of a Journey to Lithuania führt Mekas einen direkten Dialog mit dem Zuschauer aus dem Off. Seine Stimme ist sehr rhythmisch und bleibt sehr gut in Erinnerung dank ihrer besonderen lyrischen und betonenden Aussprache. Er fragt uns: „Sind Sie schon mal am Times Square gestanden und hatten plötzlich das Gefühl ganz nah und ganz stark den Duft frischer Birkenrinde zu riechen“?

Die besagte Sequenz zeigt Jonas in Grossaufnahme etwas unscharf am rechten Rande des Bildrahmes. Er selbst nickt zwei Mal nach vorne und es scheint, als versuche er wirklich in physischen Kontakt zu treten. Die Interaktion mit den angenommenen Beobachtern steht exemplarisch für die strukturelle Identitätsschwäche in Mekas Filmen. Er ist immer auf der Suche. Durch den Verlust traditioneller Sinngefühle und der natürlichen Umgebung muss er Identität per Selbstbeobachtung fortwährend neu definieren. Dieser Prozess endloser Selbstidentifikation äussert sich nicht nur im Fragmentcharakter, sondern auch durch Selbstreflexion und das Zusammenspiel der Wahrnehmungen und Assoziationen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die romantisch geprägte Ästhetik von Jonas Mekas ein und erläutert seine Bedeutung als Erfinder der Filmtagebücher im First Person Cinema.

2 Jonas Mekas im Kontext des New American Cinema: Dieses Kapitel verortet Mekas als zentralen Akteur der avantgardistischen Filmszene in New York und beschreibt seine Rolle als Vorkämpfer eines unabhängigen Gegenkinos zu Hollywood.

3 Essayistische Motive in den Filmtagebüchern von Mekas: Hier wird der essayistische Charakter der Filme analysiert, wobei die Abkehr von linearer Narration und die Bedeutung der Subjektivität im Vordergrund stehen.

4 Fallbeispiel Reminiscences of a Journey to Lithuania: Anhand dieses Werkes wird Mekas' Umgang mit Erinnerung, Heimatverlust und filmischer Identitätskonstruktion detailliert untersucht.

5 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Mekas durch die Verschmelzung von Wirklichkeit und Reflexion eine neue Form der Fiktion des Faktischen geschaffen hat, die den Zuschauer aktiv einbindet.

6 Bibliografie: Verzeichnis der verwendeten literarischen Quellen und theoretischen Texte zur Filmwissenschaft.

7 Filmografie: Auflistung der behandelten Filme und ihrer Entstehungszeiträume.

Schlüsselwörter

Jonas Mekas, New American Cinema, Essayfilm, Filmtagebücher, Avantgarde, Autobiografie, Erinnerung, Identität, First Person Cinema, Dokumentarfilm, Litauen, Exil, Subjektivität, Montagetechnik, Filmästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das filmische Werk von Jonas Mekas, insbesondere seine Entwicklung und Nutzung von Filmtagebüchern zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Identität und Geschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Essayfilm, die Ästhetik des autobiografischen Films, die Verarbeitung von Exilerfahrungen und die Rolle des Filmemachers als Beobachter der Avantgarde-Szene.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Mekas als Filmessayist durch die bewusste Verbindung von Dokumentation und Fiktion eine "Fiktion des Faktischen" schafft, die seinem Bedürfnis nach Identitätsvergewisserung dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze zum Essayfilm (u.a. von Hanno Möbius und Andreas Schreitmüller) auf Mekas' konkrete filmische Praxis anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung im New American Cinema, die theoretische Bestimmung essayistischer Motive und die detaillierte Analyse des Films "Reminiscences of a Journey to Lithuania".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Filmtagebücher, Avantgarde, Essayfilm, autobiografisches Erzählen, Identitätsstiftung und subjektive Ästhetik.

Welche Rolle spielt die Mutter in "Reminiscences of a Journey to Lithuania"?

Sie wird als mythische, zeitlose Figur dargestellt, die als Symbol für die verlorene Heimat und den Widerstand gegen die Vertreibung fungiert.

Wie unterscheidet sich Mekas' "Guerillakrieg"-Ästhetik vom klassischen Hollywood-Kino?

Anstatt klassischer Narration und ökonomischer Massenmedienlogik setzt Mekas auf eine radikale Diskontinuität, subjektive Beobachtung und die energetische Unmittelbarkeit des Aufnahmeprozesses.

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Details

Title
Jonas Mekas und das New American Cinema
College
University of Zurich  (Seminar für Filmwissenschaft)
Course
Jonas Mekas und das New American Cinema
Grade
5,5 - sehr gut
Author
Laima Maldunaite-Christ (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V83732
ISBN (eBook)
9783638000918
ISBN (Book)
9783638910675
Language
German
Tags
Jonas Mekas American Cinema Jonas Mekas American Cinema Underground Film Essayfilm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laima Maldunaite-Christ (Author), 2007, Jonas Mekas und das New American Cinema, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83732
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