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Schönberg, Krenek und Stravinsky im Exil

Zum Text "Challenges and Opportunities of Acculturation Schoenberg, Krenek and Stravinsky in Exile" von Claudia Maurer Zenck

Title: Schönberg, Krenek und Stravinsky im Exil

Term Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadine Hellriegel (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Ich schreibe diese Hausarbeit ausgehend vom Text Challenges and Opportunities of Acculturation. Schoenberg, Krenek and Stravinsky in Exile von Claudia Maurer Zenck. Die Autorin befasst sich in diesem Text mit den Leben der drei Komponisten im Exil in den USA. Anhand dieser drei Beispiele verdeutlicht sie den Begriff „acculturation“, stellt dar, inwieweit das Leben in einem neuen Land die Komponisten beeinflusst, inwieweit sie sich anpassen oder ihre europäische Kultur aufrechterhalten, diskutiert die Frage der (künstlerischen) Identität und beschäftigt sich mit den Auswirkungen all dieser Aspekte auf die Arbeit als Komponist. Sie beleuchtet jeweils drei Aspekte: die Arbeit am Boston Symphony Orchestra, die Lehrtätigkeit und die Kompositionen. Ich werde in dieser Arbeit einen genaueren Blick auf das Leben der drei Komponisten werfen und die wichtigsten Stationen und Ereignisse von der Emigration bis zum Tod zusammenfassen.
Zuerst möchte ich jedoch noch kurz erläutern, was die Exilsituation eigentlich bedeutet. Wichtig ist, den kulturellen Unterschied zwischen Europa und Amerika zu betrachten: bisher waren die Vereinigten Staaten auf kulturellem Gebiet zurückgeblieben, weswegen viele Exilanten das fehlende Kulturleben zu beklagen hatten. Doch durch die zahlreich immigrierten europäischen Künstler hatten die USA nun die Gelegenheit, diesen Rückstand aufzuholen. Viele Künstler bauten sich ihren eigenen kleinen Kulturkreis auf, so bildeten sich oft Emigrantenkreise, die sich von der Umwelt abschotteten und sich selbst isolierten, mit dem Gedanken, wenn in Amerika schon kein Kulturleben vorhanden ist, dann zumindest ihre eigene europäische Kultur bewahren zu wollen und sich gegenseitig zu verstehen, da ihnen allen das gleiche Schicksal gemein ist. Dieser Wunsch gründet sich auf der Angst vor dem Identitätsverlust, die Schwierigkeit, in einer fremden Welt aufgrund des Zwangs zur Anpassung die eigene Identität zu verlieren, denn jede Form der Anpassung wird direkt als Zwang empfunden. Um diesem Identitätsverlust vorzubeugen, versuchten viele, mit ihrem künstlerischen Schaffen fortzufahren und ihren europäischen Lebensstil aufrechtzuerhalten, was jedoch oft die Gefahr der Abkapselung und Isolation in sich birgt. Ob die Exilsituation einen Einfluss auf die Werke der Künstler hatte, kann man nicht genau sagen. Manche bejahen es, manche streiten er vehement ab. Fakt ist, dass das Amerikanische Kultur- und Musikleben zu dieser Zeit auf die exilierten Künstler angewiesen war und so die Chance hatte, sich weiterzuentwickeln.
Das Exil hatte durchaus auch positive Seiten. Mal ganz abgesehen davon, dass ein künstlerisches Schaffen im Europa zu dieser Zeit so gut wie unmöglich war, sahen viele Künstler ihre Emigration als Aufbruch zu Neuem, als Chance, ein neues Leben zu beginnen. Oft hat wohl auch die Idealisierung der USA oder die utopienhafte Vorstellung des dortigen Lebens die Leute beeinflusst. Für manche erfüllte sich dieser Traum, manche wurden unsanft aus ihm herausgerissen.
Werfen wir nun einen Blick auf das Leben von Schönberg, Krenek und Stravinsky im Exil.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arnold Schönberg

3. Ernst Krenek

4. Igor Stravinsky

5. Abschluss

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die Lebenswege und das kompositorische Schaffen von Arnold Schönberg, Ernst Krenek und Igor Stravinsky im Exil in den USA, um den Begriff der Akkulturation im Kontext der Emigration zu beleuchten.

  • Analyse der Exilsituation europäischer Komponisten in den USA.
  • Untersuchung von Anpassungsprozessen und dem Wunsch nach Erhalt der eigenen kulturellen Identität.
  • Betrachtung der beruflichen Herausforderungen (Lehrtätigkeit, Dirigate, Komposition).
  • Dokumentation der wichtigsten Lebensstationen von der Emigration bis zum Lebensende.
  • Gegenüberstellung der individuellen Umgangsweisen mit dem Exil und der damit verbundenen inneren Zerrissenheit.

Auszug aus dem Buch

2. Arnold Schönberg

Arnold Schönberg, gebürtiger Wiener Jude, lebte seit 1932 in Berlin, wo er an der Preußischen Akademie der Künste unterrichtete, aus der er im Zuge des Nationalsozialismus' im Mai 1933 entlassen wurde. Sofort brach er mit Frau und Tochter Richtung Paris auf, wo er am 24.7.1933 zum Judentum rekonvertierte (Schönberg war früher zum evangelischen Glauben übergetreten). Durch die Vorgehensweise der Nationalsozialisten schwer erschüttert, beschloss er, alles in seiner Macht stehende für die Juden in Europa zu tun, er wäre sogar bereit gewesen, seinen Beruf dafür aufzugeben: „Ich halte das für wichtiger als meine Kunst, und ich bin entschlossen – wenn ich für solche Tätigkeit geeignet bin – nichts anderes mehr zu machen, als für die nationale Sache des Judentums zu arbeiten.“ Zur Verwirklichung dieser Pläne kam es nicht, die letzte Zeit in Europa verbrachte er mit seiner Familie wegen seines Asthmas im südlicheren Arcachon. Am 25.10.1933 ging er mit Frau und Tochter in Le Havre an Bord, sie erreichten New York am 31.10. Schönberg sollte nie mehr nach Europa zurückkehren.

Am 5. September 1933 trat er eine Stelle als Kompositionslehrer am Malkin Conservatory in Boston an, war jedoch von den dort herrschenden Bedingungen enttäuscht: das Konservatorium war vergleichsweise klein und unbedeutend, er hatte nur wenige und zudem nicht sonderlich talentierte Schüler zu unterrichten, er musste in Boston und New York unterrichten und deshalb hin- und herpendeln, sein Gehalt war niedrig. Dennoch bereitete das Unterrichten ihm Freude, vor allem die talentierteren Schüler. Im März 1934 dirigierte Schoenberg (er schrieb seinen Namen nun mit oe um den Amerikanern die Orthographie zu erleichtern) zwei Werke am Boston Symphony Orchestra.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Exilsituation von Komponisten ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Akkulturationsprozess anhand von drei Fallbeispielen zu untersuchen.

2. Arnold Schönberg: Das Kapitel zeichnet Schönbergs Emigration in die USA, seine Lehrtätigkeit, die kompositorische Neuorientierung sowie seine gesundheitlichen und finanziellen Herausforderungen bis zu seinem Tod nach.

3. Ernst Krenek: Hier wird Kreneks schmerzhafter Abschied aus der Heimat, seine Suche nach beruflicher Anerkennung im amerikanischen Exil und die daraus resultierende innere Zerrissenheit beschrieben.

4. Igor Stravinsky: Dieses Kapitel behandelt Stravinskys Emigration als Suche nach Arbeitsruhe, seine Anpassung an das amerikanische Musikleben und seine späte Hinwendung zur 12-Ton-Technik.

5. Abschluss: Der Abschluss vergleicht die unterschiedlichen Reaktionen der drei Komponisten auf das Exil und zieht ein Resümee über die Bedeutung der Akkulturation.

6. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Exil, Akkulturation, Arnold Schönberg, Ernst Krenek, Igor Stravinsky, USA, Emigration, Komponisten, Identität, 12-Ton-Technik, Musikleben, Wiener Schule, Assimilation, künstlerisches Schaffen, Lebensgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Lebenswegen und der künstlerischen Entwicklung von drei bedeutenden Komponisten im amerikanischen Exil während und nach der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der Begriff der Akkulturation, die Identitätsfindung im Exil, der Umgang mit finanziellen Nöten sowie die Anpassung an das amerikanische Kultur- und Musikleben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedlich Arnold Schönberg, Ernst Krenek und Igor Stravinsky mit der Situation der Emigration umgingen und welche Auswirkungen dies auf ihr Leben und Werk hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die durch den Rückgriff auf Zeitzeugnisse, Briefe und Biographien die individuellen Lebenswege nachzeichnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils chronologisch die Emigration, die beruflichen Stationen, die kompositorischen Entwicklungen und das persönliche Leben der drei Protagonisten detailliert beschreiben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Exil, Akkulturation, 12-Ton-Technik, musikalische Identität und Emigrationserfahrung.

Welche Rolle spielte das Klima für Schönbergs Aufenthalt in Kalifornien?

Schönberg betrachtete das Klima in Kalifornien als gesundheitlich förderlich, was ein wesentlicher Grund für seine Entscheidung war, sich dort niederzulassen.

Wie unterschied sich Stravinskys Emigration von der der anderen beiden Komponisten?

Im Gegensatz zu Schönberg und Krenek war Stravinsky kein politischer Flüchtling; er suchte vor allem Ruhe und eine entspannte Arbeitsatmosphäre.

Warum litt Krenek unter einer ständigen inneren Zerrissenheit?

Krenek fühlte sich zwischen dem Wunsch nach einer gesicherten Existenz in den USA und der tiefen Verbundenheit sowie dem Vermissen seiner Heimat Österreich hin- und hergerissen.

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Details

Title
Schönberg, Krenek und Stravinsky im Exil
Subtitle
Zum Text "Challenges and Opportunities of Acculturation Schoenberg, Krenek and Stravinsky in Exile" von Claudia Maurer Zenck
College
University of Hamburg  (Institut für Musikwissenschaft)
Course
Einführung in die historische Musikwissenschaft
Grade
1,0
Author
Nadine Hellriegel (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V83740
ISBN (eBook)
9783638027175
ISBN (Book)
9783638927062
Language
German
Tags
Schönberg Krenek Stravinsky Exil Einführung Musikwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Hellriegel (Author), 2003, Schönberg, Krenek und Stravinsky im Exil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83740
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