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Autonomieentwicklung bei Jugendlichen

Konsequenzen für erzieherische Prozesse

Title: Autonomieentwicklung bei Jugendlichen

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ingo Westermann (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Was zeichnet den Prozess der Erziehung aus? Was sind seine hervorstechenden Merkmale?
Ist es etwa die gezielte Einwirkung des Erziehers auf seinen Zögling und die exakte Umsetzung von Intentionen im Hinblick auf die Formung eines vollwertigen Mitgliedes der Gesellschaft? Eine Rollenverteilung, die dem Erzieher quasi die Aufgabe eines Förderbandes zukommen lässt, das Wissen und wünschenswerte Verhaltensweisen in das „Gefäß“ Schüler transportiert? Eine bloße Subjekt – Objekt – Relation?
Das einleitende Gedicht von Goethe soll zeigen, das die Dinge sich keineswegs derartig simpel gestalten. Kinder und Jugendliche sind Personen mit eigenen Interessen und Ideen, individuellen Voraussetzungen und Fähigkeiten sowie verschiedensten Erwartungen an die Zukunft, die man nicht einfach „nach unserem Sinne formen kann“.
Mit zunehmendem Alter entwickeln Kinder ein zunehmendes Bedürfnis an Selbstständigkeit und beginnen einen Loslösungsprozess von ihren Beschützern und Fürsorgern. Die Anpassung pädagogischer und erzieherischer Aktivitäten an diesen Entwicklungsverlauf, den ich übergreifend als Autonomieentwicklung bezeichnen möchte, soll Thema dieser Hausarbeit sein.
Im ersten Teil möchte ich zunächst grundlegend auf den Begriff der Autonomie eingehen und einen ungefähren Rahmen für seine Tragweite abstecken.
Ferner werde ich versuchen durch die Skizzierung zweier Theorien, die sich auf die Erkenntnisse der Psychoanalyse stützen, einen wissenschaftlichen Hintergrund zur Autonomieentwicklung zu gestalten.
Der zweite Teil dieser Hausarbeit wird sich im Wesentlichen auf die Konsequenzen der Autonomieentwicklung bei Jugendlichen für den Lehrer beziehen, der hinsichtlich seiner pädagogischen Rolle, neben den Eltern, eine der wichtigsten Bezugsperson im Leben eines jeden Kindes bzw. Jugendlichen darstellt. Selbstverständlich wird bei dieser Darstellung kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, da Themen wie pädagogische Maßnahmen, Lehrerverhalten oder Klassenmanagement ein eigenes Feld der Pädagogik bilden. Mittels verschiedener Autoren soll lediglich ein kleiner Überblick verschafft werden.

Auf die Rolle der Eltern, die gewiss den Großteil der Autonomieentwicklung ihrer Kinder beobachten und mit durchleben, werde ich aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Hausarbeit nur sehr oberflächlich eingehen.

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Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung:

2. Was ist Autonomie?

3. Autonomiebereiche

4. Wege zur Autonomie – Theorien und Erklärungsansätze

4.1 Psychoanalytische Phasenmodelle

4.2 Peter Blos

5. Pädagogische Konsequenzen

5.1. Autonomieförderung

5.2 Übermäßige Ausweitung des jugendlichen Autonomiebedarfs

6. Fazit:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Autonomieentwicklung bei Jugendlichen und analysiert die daraus resultierenden Anforderungen an den pädagogischen Alltag von Lehrkräften.

  • Grundlagen und Definition des Autonomiebegriffs
  • Psychoanalytische Erklärungsmodelle zur Adoleszenz
  • Spezifische Lebensbereiche der Autonomieentwicklung
  • Pädagogische Handlungsmöglichkeiten bei Autonomiekonflikten
  • Rolle der Lehrkraft als Orientierungsinstanz

Auszug aus dem Buch

4.1 Psychoanalytische Phasenmodelle

Eine an Sigmund Freud angelehnte, aber spezifischere theoretische Strukturierung der Adoleszenz liefert Anna Freud.

Nach ihren Vorstellungen gibt es in der Kindheit ein Gleichgewicht zwischen Es, Ich und Über-Ich, welches dazu führt, dass das Kind offen ist für Lernen und für Kontakte zu erwachsenen Personen. Durch die gesteigerte Libido-Produktion, welche für Anna Freud den Auslöser der Pubertät darstellt, wird das frühere Gleichgewicht der drei Instanzen durcheinander gebracht. Es kommt zu einem schweren Ungleichgewicht zwischen Es, Ich und Über-Ich.

Die kindliche Psyche kann den plötzlichen Anstieg der Triebe nicht verarbeiten. Daher ist eine neue psychische Struktur notwendig, die aber noch entstehen muss. Negative Begleiterscheinungen sind für Anna Freud in diesem Zeitraum der psychischen Umbrüche normal und notwendig. Sie machen die Pubertät zu einer Zeit mit enormen Krisen, in der das ruhige und friedliche Wachsen der Persönlichkeit unterbrochen wird. Anna Freud beschreibt die Phase der Adoleszenz als „eine Zeit der extremen Ängste, eine Zeit von Begeisterung und tiefer Verzweiflung, von Hoffnungslosigkeit und brennender Sehnsucht nach Lebenserweiterung, von Einsamkeit und Unterdrückungsempfindungen, von Freiheitsdrang und oft unsäglicher Faulheit, von suizidalen Phantasien und von Allmachtsvorstellungen“ (Fend 2001, S. 86).

Durch den erneuten Anstieg der Triebe tritt während der Pubertät der Ödipuskomplex ein zweites Mal auf. Die Wiederbelebung der libidinösen Beziehung zum gegengeschlechtlichen Elternteil wird nun allerdings durch die Aktivierung der Inzestschranke verboten. Die Libido muss also von den Eltern abgesetzt und auf neue Objekte verschoben werden (Fend 2001, S. 86).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung legt das Thema dar, das Individuum als eigenständige Person mit eigenen Bedürfnissen im Erziehungsprozess zu begreifen und die Autonomieentwicklung als zentralen Aspekt zu fokussieren.

2. Was ist Autonomie?: Dieses Kapitel definiert Autonomie als entwicklungspsychologisches Konstrukt und Prozess der Loslösung sowie als lebenslange Spannung zwischen Autonomie und Abhängigkeit.

3. Autonomiebereiche: Hier werden verschiedene Lebensfelder beleuchtet, in denen Jugendliche Autonomie einfordern, wie Zeitmanagement, Umgang mit Geld und die Entwicklung einer eigenen Identität.

4. Wege zur Autonomie – Theorien und Erklärungsansätze: Es erfolgt eine theoretische Fundierung anhand psychoanalytischer Phasenmodelle von Anna Freud und Peter Blos, die die psychosexuellen Entwicklungen während der Adoleszenz beschreiben.

4.1 Psychoanalytische Phasenmodelle: Detaillierte Darstellung der durch Libido-Anstieg bedingten psychischen Umbrüche und Abwehrmechanismen nach Anna Freud.

4.2 Peter Blos: Beschreibung der sechs aufeinanderfolgenden Phasen der Adoleszenz nach Blos, unterteilt in psychosexuelle Entwicklungsstadien.

5. Pädagogische Konsequenzen: Das Kapitel behandelt die Rolle des Pädagogen im Umgang mit dem wachsenden Autonomiebedarf der Jugendlichen und den Erziehungszielen.

5.1. Autonomieförderung: Erörterung der Aufgabe der Schule, Mündigkeit zu fördern und eine nicht-direktive Erziehung anzustreben, die die Autonomie des Schülers stützt.

5.2 Übermäßige Ausweitung des jugendlichen Autonomiebedarfs: Auseinandersetzung mit Grenzüberschreitungen und Disziplinierung sowie Redls Katalog an Interventionsmöglichkeiten.

6. Fazit:: Zusammenfassende Reflexion über die Vielschichtigkeit der Autonomieentwicklung und die Notwendigkeit einer authentischen Lehrerpersönlichkeit.

Schlüsselwörter

Autonomieentwicklung, Jugendalter, Pädagogik, Psychoanalyse, Adoleszenz, Erziehungsprozess, Lehrerrolle, Identitätsbildung, Disziplin, Selbstständigkeit, Schulalltag, Libido, Abwehrmechanismen, Mündigkeit, Klassenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Autonomieentwicklung von Jugendlichen im Kontext schulischer Erziehungsprozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf entwicklungspsychologischen Theorien, den konkreten Autonomiebereichen von Teenagern und den daraus resultierenden pädagogischen Konsequenzen für Lehrer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Autonomiebedürfnisse Jugendlicher zu schaffen und Handlungsperspektiven für eine angemessene pädagogische Führung abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse psychologischer Fachliteratur, insbesondere auf psychoanalytische Phasenmodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Hintergründe zur Adoleszenz nach Freud und Blos als auch praktische pädagogische Ansätze zur Steuerung von Autonomie und Unterrichtsstörungen diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Autonomieentwicklung, pädagogische Führung, Adoleszenz, Identität und die Rolle des Lehrers.

Wie definiert die Autorin die Rolle des Lehrers in Bezug auf Autonomie?

Der Lehrer soll eine stabile Beziehung aufbauen und als Orientierungsinstanz fungieren, die den Schüler zur Selbstständigkeit führt, ohne dabei die notwendige pädagogische Autorität aufzugeben.

Welche Rolle spielen die psychoanalytischen Theorien im Kontext des Lehrberufs?

Sie liefern ein Verständnis für die tiefliegenden psychischen Krisen und Prozesse, die Schüler durchlaufen, und verdeutlichen, warum ein autoritärer oder permissiver Erziehungsstil oft ineffektiv ist.

Wie bewertet der Autor das "Paradoxon des Sich-selbst-überflüssig-Machens"?

Dieses Paradoxon wird als Ideal der Erziehung angesehen: Der Lehrer muss seine Führung kontinuierlich zurücknehmen, je mehr der Schüler Einsicht und eigene Autonomie gewinnt.

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Details

Title
Autonomieentwicklung bei Jugendlichen
Subtitle
Konsequenzen für erzieherische Prozesse
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,3
Author
Ingo Westermann (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V83749
ISBN (eBook)
9783638001007
ISBN (Book)
9783640781492
Language
German
Tags
Autonomieentwicklung Jugendlichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ingo Westermann (Author), 2007, Autonomieentwicklung bei Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83749
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