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"Hum Aapke Hain Kaun": Ein Bollywoodfilm mit hindunationalistischem Gedankengut

Title: "Hum Aapke Hain Kaun": Ein Bollywoodfilm mit hindunationalistischem Gedankengut

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 25 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Ishan Hegele (Author)

Indology
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Auf den folgenden Seiten soll gezeigt werden, dass der Film „Hum Aapke Hain Kaun“, ein sehr erfolgreicher Blockbuster aus der Bollywood Fabrik aus dem Jahre 1994, hindunationalistisches Gedankengut transportiert.
Während des Unabhängigkeitskampfes verschärften sich zusehends die Fronten zwischen Hindus und Moslems. Die Unabhängigkeitsbestrebungen vieler hinduistischer Politiker wie die des Hindunationalisten Vinayak Damodar Savarkar, dem geistigen Vater der Hindutva-Ideologie, richteten sich nicht mehr allein gegen die englische Krone. Vielmehr wurden auch die in Indien lebenden Moslems als ‘fremd’ und für den Hinduismus als bedrohlich empfunden. Nach der Emanzipation der Inder vom briti-schen Empire und der Errichtung des Moslemstaates Pakistan fanden die politischen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems trotz allem kein Ende. Ein Grund für die andauernden Differenzen zwischen Indien und Pakistan, zwischen der hinduisti-schen und moslemischen Bevölkerung ist der Kaschmirkonflikt, der die neu erworbene Freiheit des Subkontinents bis heute überschattet.
Hindunationalistische Parteien und Gruppen wie der RSS oder die Shiv Sena schürten im kolonialen wie auch im unabhängigen Indien den Hass zwischen Hindus und Moslems. Als in den 70er- und 80er-Jahren in immer mehr Haushalten Fernseher und Videorekorder Einzug fanden, dauerte es nicht lange, bis diese neuen Medien gezielt von den Politikern eingesetzt wurden. 1969 verabschiedete die indische Regierung ein Gesetz, in dem festgelegt wurde, dass Filme, die das indische Leben gemäß dem Gesetz „realistisch“ inszenierten, fortan staatlich subventioniert werden. Unter anderem hatte die Shiv Sena im Jahr 1990 Videokassetten mit populären Hinduliedern an die Bevölkerung verteilt, um hinduistische Traditionen und Vorstellungen in ihrem Sinne zu propagieren. Diese Methode der Propaganda durch die Instrumentalisierung der Massenmedien wurde mit den Jahren ausgebaut und optimiert. So beschreibt Fareed Kazmi mit den Worten „the cheapest, most accessible and effective medium of mass communication and image building“ sehr treffend das indische Kino als eine ideale Plattform, um politisches Gedankengut zu vermitteln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein Längsschnitt des Hindu-Moslem-Konflikts und der indischen Unabhängigkeitsbewegung

3 Inhaltsangabe zu „Hum Aapke Hain Kaun“

4 „Hum Aapke Hain Kaun“, ein Bollywoodfilm mit hindunationalistischem Gedankengut

4.1 Das Frauenbild in HAHK

4.2 Das Auslandsbild in HAHK

4.3 HAHK als ein „clean“ Film

4.4 Das Bild der „joint family“ in HAHK

4.5 Das Thema „arrangierte Ehe“ in HAHK

4.6 Das Thema „Selbstaufopferung“ in HAHK

4.7 Die Darstellung hinduistischer Rituale und Zeremonien in HAHK

4.8 Das Rāma-Bild in HAHK

4.9 Das Moslem-Bild in HAHK

5 Schlussfolgerungen

6 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der erfolgreiche Bollywood-Film „Hum Aapke Hain Kaun“ (1994) subtile hindunationalistische Ideologien transportiert, obwohl er offiziell nicht als Propagandafilm gilt.

  • Analyse des Einflusses hindunationalistischer Strömungen auf das populäre indische Kino.
  • Untersuchung der Darstellung traditioneller hinduistischer Familien- und Gesellschaftsbilder.
  • Bewertung der Rolle von Ritualen und religiösen Symbolen zur Identitätsbildung im Film.
  • Kontrastierung der Darstellung von „Eigenem“ (Hinduismus) und „Fremdem“ (Westen/Moslems).
  • Kritische Einordnung des Films in den soziopolitischen Kontext Indiens der 1990er-Jahre.

Auszug aus dem Buch

4.2 Das Auslandsbild in HAHK

Das Auslandsbild, wie es hier inhaltlich transportiert wird, geht, wie bereits einleitend erwähnt, unweigerlich mit der Ideologie der Hindunationalisten, die die hinduistische Kultur vor dem Fremden bewahren möchten, im Sinne Savarkars konform.

So wird auf der einen Seite verächtlich über das Ausland bzw. Ausländer gesprochen, wie sehr gut an der Äußerung von Rajeshs Onkel „What did the foreign collaborators say?“ zum Ausdruck kommt. Auf der anderen Seite gibt es auch keine Szenen im Film, die im Ausland gedreht wurden, was für einen Bollywoodfilm der 90er-Jahre ungewöhnlich ist. Obgleich es zu der Zeit, als HAHK produziert wurde, unter gutbetuchten indischen Familien keine Seltenheit war, dass deren Kinder zum Studium ins Ausland geschickt oder ihre Töchter mit im Ausland lebenden Indern verheiratet wurden, da bis heute eine Emigration aus Indien in ein westliches Industrieland die Möglichkeit für ein materiell besseres Leben bietet, wird hier kein positives Bild zum Ausland hergestellt. So wird Michaels Erkenntnis, dass „trotz aller Modernisierungen [sind] Haus, Acker und Tempel bis heute die wichtigsten Orte des Hindu-Lebens [sind]“ voll und ganz in HAHK umgesetzt, denn das Leben der Protagonisten und ihre Familien spielt sich in diesem Umfeld zwischen „Haus“, Garten und Tempel ab. Obwohl die Familien der Oberschicht angehören, was an ihrem akademischen Bildungsgrad, den opulenten Häusern mit Dienstpersonal und den luxuriösen Kleidern zu erkennen ist, arbeitet oder studiert keines der Familienmitglieder im Ausland.

Darüber hinaus wird auch jegliche Werbung für westliche Marken wie Coca Cola oder Pepsi vermieden. Auch diese Tatsache ist ganz im Sinne der nationalistischen Hindugruppierungen. So fanden in den 90er-Jahren zahlreiche Aktionen gegen die Globalisierung als „fremden Eindringling“ statt. Unter dem damaligen Industrieminister George Fernandes, der der rechtsgerichteten Janata Party angehörte, wurde die Firma Coca-Cola Co. gezwungen, ihren Firmensitz in Indien mit der Begründung aufzugeben, dass „Coke als das größte Symbol für die amerikanische Kulturaggression“ bekämpft werden müsse.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob der Film „Hum Aapke Hain Kaun“ hindunationalistisches Gedankengut vermittelt, und bettet den Film in den historischen Kontext des Hindu-Moslem-Konflikts ein.

2 Ein Längsschnitt des Hindu-Moslem-Konflikts und der indischen Unabhängigkeitsbewegung: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die Spannungen zwischen Hindus und Moslems in Indien, von der Mogulherrschaft bis hin zur Entstehung hindunationalistischer Ideologien im 20. Jahrhundert.

3 Inhaltsangabe zu „Hum Aapke Hain Kaun“: Das Kapitel gibt eine detaillierte Zusammenfassung der Filmhandlung und stellt die zentralen Protagonisten der zwei hinduistischen Familien vor.

4 „Hum Aapke Hain Kaun“, ein Bollywoodfilm mit hindunationalistischem Gedankengut: Der Hauptteil analysiert spezifische Aspekte des Films, wie das Frauenbild, die Abwertung des Auslands, das Fehlen von Erotik („clean film“) und die Betonung hinduistischer Traditionen, um die hindunationalistische Unterströmung nachzuweisen.

5 Schlussfolgerungen: Die Arbeit resümiert, dass die Häufung und Kombination der untersuchten Aspekte im Film eine klare Unterstützung der gesellschaftspolitischen Anschauungen hindunationalistischer Strömungen belegen.

6 Literatur: Das Literaturverzeichnis führt die wissenschaftlichen Quellen auf, die für die Analyse des historischen Kontextes und der filmtheoretischen Betrachtung herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Bollywood, Hum Aapke Hain Kaun, Hindunationalismus, Hindutva, Ideologie, Hinduismus, Joint Family, ARRANGIERTE Ehe, Indien, Filmkritik, Religiöse Symbolik, Rama-Mythos, Tradition, Moderne, Identitätspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob und wie der kommerziell äußerst erfolgreiche Bollywood-Film „Hum Aapke Hain Kaun“ aus dem Jahr 1994 ideologische Inhalte des Hindunationalismus vermittelt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Darstellung der traditionellen hinduistischen Großfamilie, die Rolle der Frau, die Abgrenzung gegenüber westlichen Einflüssen sowie die Bedeutung hinduistischer Rituale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Film trotz seiner oberflächlichen Harmlosigkeit eine spezifische hindunationalistische Weltsicht propagiert, indem er bestimmte gesellschaftliche Normen als unantastbar inszeniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine film- und kulturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Film in den sozio-historischen Kontext der indischen Politik, insbesondere der 1990er-Jahre, einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene analytische Kategorien, von der Analyse der Familienstruktur und Eheerziehung bis hin zur Rolle der Rāma-Symbolik und dem Umgang mit muslimischen Charakteren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bollywood, Hindutva, Hindunationalismus, Tradition, Joint Family und ideologische Instrumentalisierung von Medien.

Warum wird der Film als „clean“ bezeichnet?

Der Begriff „clean“ bezieht sich darauf, dass der Film auf die in vielen Bollywood-Produktionen üblichen „Masala“-Elemente wie explizite Gewalt, Sadismus oder Sexualität verzichtet, was laut der Autorin ein gezieltes moralisches Image unterstützt.

Welche Rolle spielt die Rāma-Symbolik im Film?

Die intensive und häufige Inszenierung von Rāma, etwa durch den Besuch eines Tempels, dient als identitätsstiftendes Symbol, das in engem Zusammenhang mit hindunationalistischen Kampagnen der damaligen Zeit steht.

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Details

Title
"Hum Aapke Hain Kaun": Ein Bollywoodfilm mit hindunationalistischem Gedankengut
College
LMU Munich  (Institut für Indologie und Iranistik)
Course
Bollywood – Eine Einführung in das populäre indische Kino
Grade
1-
Author
Ishan Hegele (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V83794
ISBN (eBook)
9783638888325
ISBN (Book)
9783638888462
Language
German
Tags
Aapke Hain Kaun Bollywoodfilm Gedankengut Bollywood Eine Einführung Kino
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ishan Hegele (Author), 2007, "Hum Aapke Hain Kaun": Ein Bollywoodfilm mit hindunationalistischem Gedankengut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83794
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